Wangen in Allgäu

Einst Freie Reichsstadt, heute Hauptort des württembergischen All¬gäus und Luftkurort: Wangen lockt mit seiner unter Denkmalschutz stehenden Altstadt – einer der schönsten in Süddeutschland – und der sanfthügeligen Umgebung des Westallgäus.
»In Wangen bleibt man hangen«, dieser vielzitierte Spruch ist sogar im Kopfsteinpflaster der Fußgängerzone stolz in Bronze festgehalten.
In der Tat sollte man sich Zeit nehmen, die liebevoll restaurierte Alt¬stadt mit gotischen Staffelgiebeln, üppigen Barockfassaden, pracht¬vollen, goldglänzenden Wirtshausschildern und blumengeschmück¬ten Erkern auf sich wirken zu lassen. Nicht weniger reizvoll ist die Umgebung Wangens, ein buckliges Moränenland mit kleinen Wäldern und feuchten Niederungen, in das sich die Obere und die Unte¬re Argen windungsreich eingegraben haben.

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Erstmals wird Wangen in einer Urkunde des Klosters St. Gallen, da- rnals der größte Grundbesitzer der Gegend, im Jahr 815 als Stiftsgut »ze den wangun« erwähnt, d. h. »in den Wiesen«. Gemäß einer Ur¬kunde Kaiser Friedrichs II. von 1217 muß es damals schon Stadt ge-wesen sein, und 1268 bestätigte Rudolf I. von Habsburg den Status als Freie Reichsstadt. Seit dem 13. Jh. besitzt Wangen das Marktrecht, und seit 1330 (!) wird der große Wochenmarkt am Mittwoch abge¬halten. Bis ins 17. Jh. dauerte die Blüte durch die Leinenweberei und das Schmiedehandwerk – berühmt waren die Sensen aus Wangen -, die ihre Produkte bis nach Italien und Spanien verkauften. 1539 fiel fast die ganze Oberstadt einem Feuer zum Opfer, 1793 und 1858 traf es die Unterstadt. Nach kurzer bayerischer Episode ab 1802 wurde die Stadt 1810 württembergisch. Die Industrialisierung kam spät, mit der Errichtung einer Baumwollspinnerei 1860, dem Eisenbahn¬anschluß 1880 und der Gründung von drei Großkäsereien.

Wangen in Allgaeu

Sehenswertes in Wangen
Das Herz Wangens ist der malerische Marktplatz mit dem Rathaus, der St.-Martins-Kirche und dem Hinderofenhaus. Das Rathaus er- hielt seine würdige Barockfassade beim Umbau 1719—1721 nach Plänen des Bregenzers Franz Anton Kuen; die Teile zur Unterstadt hin enthalten aber noch Bausubstanz aus staufischer und spätgoti¬scher Zeit. Im getäfelten Ratssaal hängt eine historische Kostbarkeit, eine Stadtansicht von J. A. Rauch (1611; bei Stadtfuhrungen zugäng- lieh). Das mächtige Hinderofenhaus aus der Renaissance ließ sich der Kaufmann Onofrius Hinderofen 1542 erbauen, der mit Italien Handelsbeziehungen unterhielt. Es beherbergt Stadtverwaltung und Volkshochschule sowie eine Ausstellung von Gemälden des Schlesiers W. von Websky (1895-1992). Sehr nett sitzt man im »Hinderofen Cafö«, vor dem Gebäude oder im kleinen hübschen Innenhof. An der schlichten Stadtkirche St. Martin wurde seit dem 12. Jh. immer wieder gebaut, so dass sie ein buntes Stilgemisch zeigt: flachgedeckte Rundpfeilerbasilika mit frühgotischem Langhaus und hochgotischem Chor (1386); barock sind Kanzel und Seitenaltäre (1777), neogotisch der Hochaltar. Die Decken- und Wandmalerei schuf G. Fugei 1899.
Vom Marktplatz geht nördich die Herrenstraße ab, sicher eine der schönsten Straßen in Deutschland. Teilweise ist noch das spätgoti- sehe Bild mit Treppengiebeln erhalten – beherrschend das Hotel Mohren-Post die meisten Häuser entstanden aber nach dem Stadtbrand 1539. Bemerkenswert sind auch die prachtvollen Wirts¬hausschilder des 19. Jh.s. Den Abschluss der Straße bilden das Ritter¬haus, als Kanzlei des Ritterbezirks Allgäu-Bodensee vom Deutsch- ordens-Baumeister F. A. Bagnato bis 1789 erbaut, und das herrliche Frauentor (Ravensburger Tor), das 1472 erwähnt wird und seine Re¬naissance-Form 1608 erhielt.
Von der Südwestseite des Markts geht die reizvolle Paradiesstraße mit vielen bemalten Fassaden ab. Besonders nett ist die des Cafes Walfisch (feine Torten und Confiserie) mit der Geschichte – eben -von Jonas und dem Walfisch, die man sich genauer ansehen sollte: Verschluckt wird Jonas bärtig und barfuß, ausgespuckt wird er gut ra¬siert und mit neuen Stiefeln; und das Meer ist eher der Bodensee mit Lindau. Das St.-Martins-Tor (Lin- dauer Tor) am Ende der Paradies¬straße wurde wie das Frauentor im Jahr 1608 neu gestaltet. Es hat sei¬nen gotischen Charakter allerdings stärker bewahrt; im Tordurchgang sind Reste der gotischen Bemalung zu sehen.
Nordwestlich außerhalb des Martinstors dehnt sich der nach italieni- schein Vorbild angelegte Alte Friedhof aus, heute Stadtpark. Dort ist das wohl schönste und wichtigste Kulturdenkmal Wangens zu fin¬den, die Rochuskapelle (1593) mit einer originellen bemalten Holz- decke (»Bilderbibel«) von 1598. Sehr schön sind auch die kostbaren Rosenkranzmedaillons aus dem Hochaltar von St. Martin (1622), Werke aus der Werkstatt des Waldseer Bildhauers Hans Zürn. Zu¬gänglich Juli-Okt. Sa. 10.00- 12.00 Uhr und bei Stadtführungen.
Ein liebenswertes Wahrzeichen Wangens sind seine vielen Brunnen: die alten Steinbrunnen in der Oberstadt (wie St.-Martins-Brunnen auf dem Marktplatz oder Mariensäule in der Herrenstraße), die guss¬eisernen Brunnen des 19. Jh.s und die skurril-witzigen Figurenbrun¬nen der 1980er-Jahre. Außer den heimtückischen »Verdruckten All¬gäuern« (►unten) ist besonders der Antonius-Brunnen auf dem Sau¬markt bei Alt und Jung beliebt, der dem »Sau-Done« gewidmet ist, dem hl. Antonius Eremita (zu unterscheiden vom bekannteren hl. Antonius von Padua, der Verlorenes zurückbringen soll). Weitere Er¬läuterungen gibt’s jeweils an Ort und Stelle.

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Vom Marktplatz geht man durch das »Ratloch« im Pfaffenturm – zwischen Rat- und Mesnerhaus eingezwängt – hinunter in die Unter¬stadt. Vor dem Mesnerhaus sollte man sich vor den »Verdruckten Allgäuern« in Acht nehmen; der mit der Larve spuckt unvorherseh¬bar Wasser … Den malerischen Postplatz beherrscht das stattliche Kornhaus (1603). Vor dem Eingang der Stadtbücherei sinniert der »Wahrheitssucher« über der rätselhaften magischen Formel »SATOR AREPO TENET OPERA ROTAS«.
Zwischen Spital- und Bindstraße liegt der Komplex des Spitals, das 1440 neu erbaut wurde und nach gelungener Restaurierung wieder als Altenheim dient. Die zugehörige kleine barocke Kirche (1721) be¬sitzt prachtvolle Altäre. Im Hauptaltar eine Mondsichelmadonna, die Hans Zürn d. J. schnitzte (1622); der Kerker-Christi-Altar an der Ostwand, von dem Wurzacher J. J. Ruez (1760), enthält einen Gefan¬genen Christus von 1543.
In der Eselmühle von 1568, die bis 1937 in Betrieb war, sind einige interessante Museen ansässig. Das Heimat- und Käsereimuseum gibt einen Überblick über die Stadtgeschichte inkl. Leinwandherstellung, Milchwirtschaft und Käseherstellung; im 3. Obergeschoss sind Dreh-orgeln, Spieldosen und andere mechanische Musikinstrumente aus dem 19. und 20. Jh. zu sehen (Vorführungen April-Okt. Mi. und Sa. 15.00 Uhr). Über den Wehrgang gelangt man zum Deutschen Ei¬chendorff-Museum mit Briefen und anderen Manuskripten des be¬rühmten romantischen Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff (1788- 1857) und zum Gustav-Freytag-Museum mit Erinnerungen an den Schriftsteller Gustav Freytag (1816-1895). Im nächsten Ge-bäude ist eine Museumsdruckerei mit alten Druckmaschinen einge¬richtet (Vorführungen April-Okt. Di. 14.00-17.00 Uhr). Am Ende des Komplexes liegt die Badstube von 1589, eine besondere Kostbar¬keit, die an mittelalterliche Badefreuden erinnert. Im Obergeschoss finden Wechselausstellungen der Städtischen Galerie statt. Geöffnet sind die Museen April-Okt. Di.-Fr. 14.00- 17.00, Sa. 11.00- 17.00, So. 14.00-17.00 Uhr; Nov.-März finden Di. 15.30 Uhr Führungen durch das Heimatmuseum und die Badstube statt.

WANGEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Gästeamt Marktplatz 1
88239 Wangen im Allgäu Tel. (0 75 22) 74-2 11
FESTE UND EVENTS
Mi.vormittag großer Wochenmarkt. Am Fasnachtsmontag buntes Narren¬treiben. Mitte Juli (vor den Ferien (halong bucht tour)) wird das Kinder- und Altstadtfest mit Umzug und Feuerwerk gefeiert.
ESSEN
► Erschwinglich / Fein
® Gasthof Adler
Deuchelried, Obere Dorfstr. 4 Tel. (0 75 22) 70 74 77 Mo.abend und Di. geschl.
Modernisierter alter Gasthof in einem typischen Allgäuer Schindelhaus. Erstklassige ländlich-feine Küche, bestens sortierter Weinkeller.
► Preiswert / Erschwinglich
® Zum Kornhausmeister
Wangen, ßindstr. 29 Tel. (0 75 22) 23 83, So./Mo. geschl. Schöne historische Weinstube mit Gewölbekeller. Zur großen Wein¬auswahl gibt’s kleine Schmankerl.
® Gasthof Sattel
Wangen, Sattel 2 Tel. (0 75 22) 70 70 70
Im einstigen Leprosenhaus am Wan- gener Stadtrand – mit seiner Kapelle ein hübsches Ensemble rechts abseits der B 18 nach Lindau – isst man gut, von handfest allgäuerisch bis leicht gehoben. Mo. geschlossen.
ÜBERNACHTEN
Komfortabel
® Alte Post
Wangen, Postplatz 2 Tel. (0 75 22) 97 56-0 Familiäres Romantikhotel, zentral und doch ruhig gelegen. Liebevoll eingerichtete Zimmer mit modernem Komfort.
© Krone Waldburg
Hauptstr. 21, 88289 Waldburg Tel. (0 75 29) 9 98-0 www.kronewaldburg.de Traditionsreicher Landgasthof in stattlichem Barockbau am Fuß der Waldburg, mit komfortablen Zim¬mern im modernen Gästehaus. Das Restaurant mit eigener Bäckerei bietet gutbürgerlich-schwäbische Gerichte.
Günstig
@ Blaue Traube
Wangen, Zunfthausgasse 10 Tel. (0 75 22) 66 27 Gepflegtes Gasthaus mit ruhigen, gut ausgestatteten Zimmer und Fahr¬radgarage. Im Restaurant gibt’s Schwäbisches auf der Basis regionaler Produkte (Mo./Di. geschlossen).
® Hotel Mohren-Post
Wangen, Herrenstraße 27 Tel. (0 75 22) 2 10 76 Ein stattliches Haus aus dem 15. Jh., seit 150 Jahren in Familienbesitz und nicht modernisiert – also ältlicher Charme haufenweise. Das Restaurant hat mittags und Fr./Sa. geschlossen.
Baedeker TIPP
Allgäuer Seele
Zu den besten Allgäuer Genüssen gehören die »Seelen«. Was das ist, können Sie in jeder Bäckerei herausfinden – z. B. beim Wangener Fidelisbäck, den es schon seit 1505 gibt. Er ist auch für seinen immer ofenfrischen Leberkäse berühmt, den man sich in der gemütlichen Vesperwirtschaft in der Paradiesstr. 3 schmecken lässt (Sonntag geschlossen).
Umgebung von Wangen
Deuchelried Das eingemeindete Dorf Deuchelried nordöstlich der Stadt besitzt nicht nur eine renommierte Ess-Adresse (►S. 308), sondern auch eine der schönsten Skulpturen des süddeutschen Barocks: die fast lebensgroßeMondsichelmadonna (um 1720) in der Kirche St. Peter. Als Urheber werden der Bregenzer Franz Anton Kuen oder der Nie¬derländer Ägidius Verhelst genannt, der u. a. in Stöttwang und der Wieskirche Großartiges hinterließ. Auch die Pietä am rechten Seiten¬altar, Hans Zürn d. J. zugeschrieben (um 1525), ist hervorragend.
Für die Erkundung der Umgebung per pedes macht das Wangener Gästeamt eine Reihe von Vorschlägen (mit Wanderkarte). Hier zwei »Klassiker«. Eine Rundwanderung durch das Hügelland nordöstlich von Wangen und das Tal der Unteren Argen (ca. 18 km, 5 Std.): Von Wangen auf dem Hauptwanderweg 9 über Deuchelried (►oben) und Zurwies – hier Abstecher zur Biokäserei (geöffnet Mo-Sa. 10.00 bis 12.00, 16.00-18.00 Uhr; Di. und Sa. nachmittags geschl.) – und vor¬bei am Oberen Schlossweiher nach Ratzenried. Rückweg: Nordwest¬lich nach Dürren, dann am Südufer der Unteren Argen nach Beutels¬au und mit einem Schlenker um den Hammerweiher durch Burgelitz nach Wangen. Wildromantische Flusslandschaft und schöne Aussich- ten bietet die Rundwanderung in südwestlicher Richtung (12 km, ca.
3 Std.), ausgehend vom Wanderparkplatz Neuravensburg-Grub an der B 18, 8 km südwestlich von Wangen: Unter der Autobahn hin¬durch und über die Obere Argen, dann nördlich zum Zusammen¬fluss von Oberer und Unterer Argen; weiter südwestlich der Argen folgend, diese auf der 2. Brücke queren und nun teils auf der Höhe, teils unten am Fluss nach Flunau. Den Rückweg nimmt man über Schloss Achberg (►S. 222), Regnitz und Strohdorf.
Zum guten Schluss ein echter Höhepunkt, auch wenn er nicht mehr dem Allgäu zugerechnet werden kann (die Ravensburger sagen aller- dings, sie »gehen ins Allgäu«): die ca. 14 km nordwestlich von Wan¬gen gelegene Waldburg. Einmal bietet sie »durch die ungewöhnlich gute Erhaltung ein hochinteressantes historisches Charakterbild«
(Dehio), zum andern ist ihre Position – im Land  (vietnam kambodscha rundreise) der Drumlins, mit Blick von den Allgäuer Alpen über Oberschwaben und den Bodensee auf die Appenzeller Berge – ganz zauberhaft. Ursprünglich im 11./12.
Jh. als Stammsitz der Truchsessen von Waldburg errichtet, geht der größte Teil der prachtvoll ausgestatteten Gebäude ins 16. Jh. zurück.
Das Museum illustriert die Geschichte der Burg und des Hauses Waldburg, besonders schön sind der Rittersaal und die 1728 von Jo¬hann Georg Fischer umgestaltete Kapelle. Zugänglich ist die Burg April -Okt. Di.-So. 10.00-17.00 Uhr, in Vollmondnächten (ganz romantisch!) zusätzlich 20.00-23.00 Uhr. Wer Sinn für mittelalter¬liche Kurzweil hat, kann hier im Frühjahr und Herbst am »Spektakulum« (www.freunde-der-waldburg.de) oder an Rittergelagen teilneh- men (www.ritteressen-waldburg.de).

Steingaden und Wieskirche in Allgäu

Steingaden liegt zwar östlich des Lechs und somit nicht mehr im Allgäu, doch ist ein Ausflug dorthin Pflicht: Mit dem Weifenmünster besitzt es eine der bedeutendsten Kirchen des Pfaffenwinkels, vor allem aber gehört auch die wunderbarste Schöpfung des deutschen Rokokos zur Gemeinde, die berühmte Wieskirche.

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Das Stift wurde 1147 von Markgraf Welf VI., dem Onkel Heinrichs des Löwen – bevor er auf den 2. Kreuzzug ging – als »eingädiges Haus von Stein« gegründet und 1803 in der Säkularisation aufgelöst.
Erhalten blieben das 1176 geweihte Münster (Pfarrkirche St. Johann Baptist), der romanische Kreuzgang und die Johanneskapelle am Torwärterhaus. Letztere ist ein von Welf VI. errichteter Zentralbau, der seit 1853 als Grablege der Grafen von Dürckheim-Montmartin dient; zu beachten sind das Löwenrelief am Eingang und das Relief im Tympanon mit Christus, Maria und Johannes.
Das Westwerk des Münsters, das den Marktplatz mit dem Gasthof zur Post überragt, ist Zeuge aus romanischer Zeit. Die Netzgewölbe in der Vorhalle verweisen auf die Umgestaltung der Kirche in der Spätgotik. Im Chor (1663- 1673) herrschen die frühen, symmetrisch strengen Wessobrunner Stuckformen vor; im Langhaus der Pfeilerbasilika, das um 1740 von Franz Xaver Schnauzer umgestaltet wurde, ist dagegen der ganze Überschwang des Rokokos zu bewundern. Die virtuosen Deckenfresken stammen von Johann Georg Bergmüller (1750); dargestellt sind Szenen aus der Legende des hl. Norbert, dessen Wirken eng mit der Geschichte des Klosters verbunden ist. Bei einer Übernachtung in Steingaden hatte er eine Vision vom künftigen Kloster. Unter der Orgelempore ist die Enthauptung Johannes des Täufers dargestellt. In der Renaissance entstanden das Chorgestühl (1534) und die Epitaphe für Welf VI. und seinen Sohn an den Pfeilern des Hauptschiffs.

steingaden-wieskirche in Allgaeu

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STEINGADEN UND WIES ERLEBEN
AUSKUNFT
Verkehrsamt
Krankenhausstr. I, 86989 Steingaden Tel. (0 88 62) 200 www.steingadcn.de
FESTE UND EVENTS
So. nach dem 4. Juli: St.-Ulrichs-Ritt zum Kreuzberg. Mitte Sept.: Fischer¬fest. Konzerte im Weifenmünster und in der Wieskirche (Karten: Musik im Pfaffenwinkel, Tel. 0 88 61/ 93 58-0, www.musik-im-pfaffenwinkel.de). Wichtige Festtage in der Wieskirche: 19. März Patrozinium St. Joseph. Sa./So. nach dem 14. Juni »Tränen Christi«. 1. Sept.-Sonntag Kirchweih. 2. Okt.-Sonntag Bruderschaftsfest.
ESSEN / ÜBERNACHTEN ► Günstig
Gasthof Graf
Steingaden, Schongauer Str. 15 Tel. (0 88 62) 2 46 Gediegener Gasthof mit schlichten Zimmern. Man isst hier gut und sehr preiswert, der Biergarten gilt als einer der schönsten im Pfaffenwinkel.
Baedeker TIPP
Natur- und Kunstgenuss
Besonders im Friihsommer und im Herbst sollte man sich der Wieskirche zu Fuß nähern. Von Steingaden bringen zwei Wege (der nördliche ist Teil des Prälaten-/König- Ludwig-Wegs, der südliche verläuft über Hiebier) in ca. 1.15 Std. dorthin. Das letzte Stück führt auf Holzbohlen (»Brettlesweg«, bei Nässe sehr rutschig) durch den Wies- filz, ein urtümliches Moor. Für den Rückweg holt man südlich (mekong flussreisen) aus: bis zum Bauernhof Resle, dann westlich nach Fronreiten und nördlich nach Steingaden (ca. 2 Std.).
Wieskirche
Das 1746- 1754 erbaute Gotteshaus 5 km südöstlich von Steingaden ist das Hauptwerk des genialen Baumeisters Dominikus Zimmermann. 1685 in Wessobrunn geboren, wohnte er bis zu seinem Tod 1766 in dem Haus neben der Wieskirche, das er sich 1746 gebaut hatte (heute Gasthof Schweiger, Tel. 0 88 62/ 5 00). Fürs leibliche Wohl sorgt auch der Gasthof Moser (Tel. 0 88 62 / 5 03). Die Wies- kirche ist 8.00-19.00 zugänglich, während der Winterzeit bis 17.00 Uhr (außer zu Gottesdienstzeiten). Informationen und Führungen: Pfarramt, Tel. (0 88 62) 5 01, www.wieskirche.de.
Im Jahr 1738 hatte die Bäuerin Maria Lory vom Kloster Steingaden die schlichte, ausdrucksstarke Statue des »Gegeißelten Heilands« er-worben, die dort unbeach- tet verstaubte. Nachdem ein Wunder geschehen war – das Ehepaar Lory sah Tränen in den Augen des Gegeißelten -, wurde sie in einer winzigen Kapelle nördlich der heutigen Kirche aufgestellt. Die Kunde von Gebetserhörungen ließ rasch eine große Wallfahrt entstehen, so dass schon fünf Jahre später erste Entwürfe für eine neue Kirche Vorlagen. Heute ist die Wies eines der bedeutendsten Wallfahrts- und Kulturreiseziele Deutschlands, das im Jahr etwa 1 Mio. Menschen besuchen.
Die Kirche – 45 m lang und 32 m hoch – mit ihren rhythmisch gruppierten Fenstern ist durch einen Haubenturm von den Priesterwohnungen und der Sommerresidenz der Äbte von Steingaden abgesetzt. Das steile Dach ist mansardenartig aufgestockt; der westliche Abschluß hat die Form eines Halbkreises mit Säulen und Portalen.
In der Wies entfaltet sich eine wahre Symphonie an schwingender Architektur und festlichem Rocaille-Stuck. In kaum einem anderen Bauwerk dieser Epoche sind Raumform und Ornament in so elegan¬ter Weise zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen. Stuck und Deckenfresken stammen von Johann Baptist Zimmermann, dem Bruder des Architekten.
Das Deckenbild im Langhaus, einem ovalen Zentralraum, hat den ◄Langhaus auferstandenen Christus zum Thema. Er thront auf einem Regenbogen, dem Symbol der Versöhnung; über dem Hauptaltar der zum Weltgericht bereitstehende Thron (in den Farben Rot und Blau,Symbol für Opfer und Gnade), gegenüber das noch verschlossene Tor zur Ewigkeit. In den Grisaille-Medaillons über den Pfeilerpaaren verkörpern Putti die acht Seligpreisungen der Bergpredigt (vietnam kambodscha rundreise). Auf den Fresken im Umgang des Hauptraums sind Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament dargestellt.
Die herrlichste architektonische Idee der Wieskirche ist der schmale ◄Chor Chorraum, der als selbstständige Kirche zuerst errichtet wurde: Über dem Erdgeschoss durch blaue Stuckmarmorsäulen von den Außenmauern abgesetzt, bildet er ein eigenes »Haus«, wobei Oculi (Fens¬ter) zum Chorgewölbe überleiten – durch sie sieht man, wie durch Steingaden liegt zwar östlich des Lechs und somit nicht mehr im Allgäu, doch ist ein Ausflug dorthin Pflicht: Mit dem Weifenmüns¬ter besitzt es eine der bedeutendsten Kirchen des Pfaffenwinkels, vor allem aber gehört auch die wunderbarste Schöpfung des deutschen Rokokos zur Gemeinde, die berühmte Wieskirche.
Das Stift wurde 1147 von Markgraf Welf VI., dem Onkel Heinrichs des Löwen – bevor er auf den 2. Kreuzzug ging – als »eingädiges Haus von Stein« gegründet und 1803 in der Säkularisation aufgelöst.
Erhalten blieben das 1176 geweihte Münster (Pfarrkirche St. Johann Baptist), der romanische Kreuzgang und die Johanneskapelle am Torwärterhaus. Letztere ist ein von Welf VI. errichteter Zentralbau, der seit 1853 als Grablege der Grafen von Dürckheim-Montmartin dient; zu beachten sind das Löwenrelief am Eingang und das Relief im Tympanon mit Christus, Maria und Johannes.
Das Westwerk des Münsters, das den Marktplatz mit dem Gasthof zur Post überragt, ist Zeuge aus romanischer Zeit. Die Netzgewölbe in der Vorhalle verweisen auf die Umgestaltung der Kirche in der Spätgotik. Im Chor (1663- 1673) herrschen die frühen, symmetrisch strengen Wessobrunner Stuckformen vor; im Langhaus der Pfeilerba¬silika, das um 1740 von Franz Xaver Schnauzer umgestaltet wurde, ist dagegen der ganze Überschwang des Rokokos zu bewundern. Die virtuosen Deckenfresken stammen von Johann Georg Bergmüller (1750); dargestellt sind Szenen aus der Legende des hl. Norbert, des¬sen Wirken eng mit der Geschichte des Klosters verbunden ist. Bei einer Übernachtung in Steingaden hatte er eine Vision vom künftigen Kloster. Unter der Orgelempore ist die Enthauptung Johannes des Täufers dargestellt. In der Renaissance entstanden das Chorgestühl (1534) und die Epitaphe für Welf VI. und seinen Sohn an den Pfeilern des Hauptschiffs.
Kartuschen-Rahmen, auf die Deckenfresken im Chorumgang. Im Chordeckenfresko tragen Engel die Leidenswerkzeuge vor Gottvater. Die roten Säulen des Hauptaltars korrespondieren mit den blauen des Chorraums: die Farben von Opfer und Gnade wie im Richter¬thron des großen Deckenfreskos. Das Altarbild mit der Heiligen Fa¬milie schuf 1753/ 1754 der Münchner Hofmaler Balthasar Albrecht (1685-1765). Das Jesuskind hat, auf seinen Tod vorausdeutend, die Arme kreuzartig ausgebreitet; der Engel über der Szene trägt den ro¬ten Königsmantel, wie ihn Jesus mit der Dornenkrone tragen wird. Das Untergeschoss des Hauptaltars bildet den Rahmen für die ländlich-schlichte Figur des. Gegeißelten.
Wie viele Wallfahrtskirchen besitzt die Wies einen Chorumgang, da¬mit die Gläubigen das Gnadenbild umschreiten können. Die Fresken zeigen Jesus als Messias, den der Prophet Jesajas verkündet hat. Die Ausstattung – Altäre, Kanzel, Skulpturen und Orgel – ist meisterhaft. Unter den Skulpturen sind die Evangelisten am Hochaltar (Ägidius Verfielst aus den Niederlanden, 1748) und die Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor (Anton Sturm aus Füssen, 1754) vor den Doppelpfeilern des Hauptraums hervorzuheben, alles weiß und golden gefasste Schnitzfiguren. Der schönste Putto ist der unter der Kanzel, der auf einem Delphin reitet.

Reisen Sonthofen in Allgäu

Zusammen mit ► Immenstadt ist Sonthofen, Luftkurort am Aus¬gang des Illertals und südlichste Stadt Deutschlands, Mittelzent- rum des Oberallgäus mit Verwaltung, Schulen und Gewerbe. Die Umgebung ist reich an landschaftlichen und kulturellen Schätzen (vietnam kambodscha rundreise).
Im 15. Jh. baute man im Grünten – dem markanten Bergstock, der den Ausgang des Illertals überragt – und im Ostrachtal (►Bad Hindelang) Eisenerz ab, das in der Umgebung verhüttet und zu Arbeits- sowie Kriegsgerät weiterverarbeitet wurde. Der letzte Hochofen wurde 1863 stillgelegt. Zeuge dieser Allgäuer Schwerindustrie ist das Sonthofener Hüttenwerk, das heute unter dem Namen BHS Sonthofen mit 200 Mitarbeitern Maschinen für die Misch- und Filtertechnik herstellt. Bedeutend waren der Anbau von Flachs und die Verarbeitung zum begehrten Leinen; im 19. Jh. kamen stattdessen Milchwirtschaft und Käserei. Ein seltsames, bedrohlich wirkendes Bauwerk überragt die hübsch ins Illertal gebet¬tete Stadt: die Ordensburg, in der ab 1936 NS-Kader ausgebildet wurden. Sie dient heute der Bundeswehr, die ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in der Stadt ist.

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Heftige Bombenangriffe 1945 ließen von der alten Bausubstanz wenig übrig, und die neuzeitliche Beton-und-Baumarkt-Architektur der Außenbezirke ist weniger einladend. Im Zentrum gibt es aber noch hübsche Winkel. Die in gotische Zeit zurückgehende, um 1740 barockisierte Pfarrkirche St. Michael (bis 1951 rekonstruiert) birgt hervorragende Kirchenväter-Figuren des Füsseners Anton Sturm (1749). In der ebenfalls spätgotisch-barocken Frauenkapelle nebenan sind Reliefs von D. Mauch (»Hl. Familie«, 1520) und aus dem Lederer-Umkreis (Muttergottes, um 1515) sehenswert. Das reich ausgestattete Heimathaus wenige Schritte südlich (Sonnenstraße 1) illustriert Geschichte und Kultur des oberen Allgäus (u. a. große »Altmummener Krippe«; geöffnet Di.-Do., Sa./So. 15.00- 18.00 Uhr, Nov. geschl.). Die Geschichte der deutschen Gebirgstruppe ist im Gebirgsjägermuseum in der Grüntenkaserne nachzuvollziehen (So. 10.00-12.00, Personalausweis nötig). Führungen durch die Ordensburg organisiert das Gästeamt.

Sonthofen in Allgaeu

Umgebung von Sonthofen
Im reizvoll gelegenen Altstädten 3 km südlich von Sonthofen prunkt die 1733-1754 umgestaltete Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Altären und Kanzel des Füssener Künstlers Anton Sturm, die zu seinen Hauptwerken zählen. Bemerkenswert sind auch die Fres¬ken von J. B. Riepp und das Vierzehn-Nothelfer-Relief aus dem Lederer-Umkreis (1510) im Pfarrhof.
Den Bergzug östlich des Illertals nennt man zusammenfassend »Sonnenköpfe«; ihr höchster Gipfel ist der Schnippenkopf (1833 m). Die Überschreitung des Kamms zwischen Imberg und Reichenbach stellt eine beliebte familientaugliche lange Tour dar (6-7 Std.). Eine schöne kürzere Unternehmung ist der Weg von Hinang (südlich von Alt¬städten) zum Hinanger Wasserfall und weiter über das Berggasthaus Sonnenklause hinauf zum Sonnenkopf (1712 m); Abstieg über die Entschenalp zurück zur Sonnenklause (gesamt 5-6 Std.).
Ostlich von Sonthofen liegt das idyllische Berghofen mit der weithin sichtbaren Kapelle St. Leonhard. Sie besitzt einen herrlichen Flügelaltar (1438), der Hans Strigel d. Ä. zugeschrieben wird; die Figuren in der Mitte stammen aus dem Multscher-Umkreis. In Winkel weiter nördlich hat man Zugang zur wilden, geologisch interessanten Starzlachklamm (zugänglich Ende April-Anf. Nov., feste Schuhe nötig), eine der großen Natursehenswürdigkeiten des Allgäus: Außer Dingen wie »Stadschiefer« und »Erzkalken« sind hier mehrere Arten von »Nummuliten« zu finden, münzförmige versteinerte Wurzelfüßler. Im Sommer ist der »Gumpen« beim Wasserfall herrlich zum Baden, besonders für Kinder. Vom oberen Ende der Klamm kann man in ca. 20 Min. zur Brotzeit zur Alpe Topfen oder zum Gasthof Alpenblick hinaufgehen.
Wie ein Bollwerk wacht der 1738 m hohe Grünten (mit 92 m hohem Sendemast des Bayerischen Rundfunks) am Eingang zum Illertal. Von allen Seiten führen Wege hinauf. Familientauglich, mit 1000 m Höhenunterschied recht anstrengend ist der steile Weg von Burgberg durch den Wustbachtobel oder von Winkel durch die Starzlachklamm (3 Std. Aufstieg). Die Aussicht vom Hauptgipfel (Übelhorn) mit dem Gebirgsjäger-Denkmal (1924) ist einfach grandios. 1852 ließ Carl Hirnbein das 1535 m hoch gelege¬ne Grüntenhaus errichten, das erste »Berghotel« des Allgäus (100 Lager, Tel. 0 83 21 / 33 72). Im Win¬ter erschließen von Kranzegg bzw.
Rettenberg aus ein Sessellift und eine Reihe von Schleppliften ein stattliches Skigebiet mit Abfahrten bis 4,5 km Länge. Eine 1,5 km lange Rodelbahn führt vom Berggasthof Kranzegg (1150 m) zum Park¬platz der Grüntenlifte.
Das verträumte Dörfchen nördlich von Burgberg gilt als eine der äl- testen Pfarren des Allgäus. Die Kirche St. Agatha geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück (barocker Umbau 1613, Turm 1667). Erhalten sind Fresken aus dem 15. Jh., der Hochaltar (um 1720) zeigt ein Gemälde von F. A. Weiß (1765) mit dem grausigen Martyrium der hl. Agatha zusammen mit einer Ansicht von Agathazell.
► dort
Rettenberg am Nordfuß des Grüntens ist als Brauereidorf bekannt. Zwei traditionsreiche Privatbetriebe, Zötler (seit 1447, seit 1920 unter dem Namen Zötler) und Engelbräu (seit 1668), brauen diverse Spezialitäten und vermitteln mit Führungen und Seminaren näheren Einblick in die Braukunst. Der Rettenberger Bürgermeister hat über 600 Bierkrüge zusammengetragen, die ein Panorama des bayerischen Biers entstehen lassen (Näheres beim Gästeamt Rettenberg, Tel.0 83 27 / 93 04-0, www.rettenberg.de). Die lokalen Produkte kann man an Ort und Stelle in den benachbarten Brauereigasthöfen Adler- Post und Engelbräu an der Hauptstraße prüfen. Noch besser schmeckt das Bier nach der Tour über den Falkenstein (1116 m, in ^
Karten als »Auf dem Falkenstein« bezeichnet), der als einer der ◄ Falkenstein schönsten Aussichtspunkte des Vorlands gilt: Von Rettenberg nordöstlich nach Bommen, dann südwestlich zum Gipfel und hinunter zur Gebhardshöhe und zurück nach Rettenberg. Gehzeit ca. 3 Std., für den z. T. gesicherten Gratweg ist Trittsicherheit nötig.
Das abgelegene Tal südwestlich von Sonthofen, zwischen der Nagel- fluhkette im Norden (halong bucht) und den Flysch-Hörnern im Süden, gehört zu den schönsten Hochtälern des Allgäus. Darüber hinaus darf es sich als Wiege des Allgäuer Emmentalers rühmen: 1827 produzierte der Senn Johann Althaus aus dem Emmental auf der Au-Alpe den ersten »Schweizer Käse« im Zentnerlaib-Format. Der Rohmilchkäse der Sennereigenossenschaft ist auch heute exzellent. Wichtige Termine, die viele Zuschauer anziehen, sind das Hörnerschlittenrennen Anfang Januar und der Viehscheid am 3. September-Samstag. Die Zufahrtsstraße führt von Rieden bei Sonthofen über ein kleines Joch, wo sich der herrliche Blick in das Tal öffnet. Bei Halden hat sich die Gunzesrieder Ache ein schmales Bett durch die Nagelfluhschichten gefräst; Ausgangspunkt für die Erkundung des Haldentobels (gesamt 2-3 Std.) ist der Parkplatz kurz vor Gunzesried. Auch der Spaziergang (ca. 2 Std.) von der Gunzesrieder Säge südlich in den Tobel des Ostertalbachs vermittelt schöne Eindrücke. Ein Schmankerl für trittsichere, schwindelfreie Bergwanderer ist die Tour auf den Stuiben von der Gunzesrieder Säge aus, den man so von seiner felsig-wilden Seite kennenlernt (Aufstieg über Sommerhausalpe und den Nordostgrat, Abstieg über Rothen- und Ornach-Alpe; gesamt gut 4 Std.).
Imberg In Imberg (900 m) südöstlich von Sonthofen lohnt ein Blick in die Kapelle St. Katharina, links am Ortseingang: Ihr neogotischer Altar enthält feine Figuren — Muttergottes, hl. Silvester und hl. Katharina – eines unbekannten Künstlers aus dem Umkreis von Hans Multscher (um 1470), der als Meister des Imberger Altars bezeichnet wird.
Das 1656 m hohe Imberger Horn vermittelt einen eindrucksvollen Imberger Horn Blick über die grünen Vorberge und die felsige Welt des Allgäuer Hauptkamms (Rotspitze, Daumen) sowie ins Kleinwalsertal. Von Imberg braucht man für die bequeme Wanderung über die Strausberghütte zum Gipfel ca. 2.30 Std.; dann mit der Sesselbahn nach Hindelang, oder südlich zum Strausbergsattel hinunter und über die Strausbergalm zurück nach Imberg (ca. 2 Std.). Am Sonntag um den 20. Aug. wird auf dem Strausbergsattel eine große Älplermesse mit Alphornbläsern gefeiert.

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SONTHOFEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Gästeamt
Rathausplatz 1, 87527 Sonthofen Tel. (0 83 21) 61 52 91 www.sonthofen.de
FESTE UND EVENTS
Am Fasnachtssonntag findet alle drei Jahre (wieder 2009) das Egga-Spiel statt, ein auf vorchristliche Ursprünge zurückgehender Brauch, der den Kampf der Menschen mit den Naturgewalten symbolisiert. Um den 16. Sept. Viehscheid in Gunzesried. Am 576. Dez. Klausentreiben.
ESSEN
Fein & teuer
Märend
Sonthofen, Richard-Wagner-Str. 18 Tel. (0 83 21) 78 89 99, Mi. geschl. »Märend« heißt »Brotzeit«, hier pflegt man jedoch eine hochklassige, interessante Crossover-Küche. Schöne internationale Weinauswahl.
Preiswert / Erschwinglich
Brauereigasthof Hirsch
Sonthofen, Grüntenstr. 7 Tel. (0 83 21) 67 28-0, Di. geschl. Alteingesessener Gasthof, neorustikal aufgebrezelt, mit guter Allgäu-Bayern- Küche und Biergarten. Preisgünstige moderne Zimmer.
Goldenes Kreuz
Gunzesried, Talstr. 71 Tel. (0 83 21) 25 60 Das alte, stattliche Gasthaus stellt das gesellschaftliche Zentrum des Gun- zesrieder Tals dar. Auch ist hier die höchstgelegene Kleinbühne Deutschlands ansässig (von Jazz bis Kabarett). Mit handfester Allgäuer Küche und sehr preiswerten Zimmern.
ÜBERNACHTEN ► Günstig / Komfortabel
Landhaus Waibelhof
Gunzesried, Talstr. 74 Tel. (0 83 21) 45 80 www.waibelhof.de Liebevoll gepflegter, 300 Jahre ?
Hof in freier Lage am moderner Dependance und § Wellness-Angebot incl. Solari Kneipp-Einrichtungen, Kräuter bädern und Heublumenwoche.
WUSSTEN SIE SCHON …
Bis 1856 verdienten die Burgberger sich ein hartes Zubrot mit dem Abbau von Eisenerz im Grünten. Schürfrechte sind bereits für das Jahr 1471 dokumentiert, und um 1800 wurden jährlich ca. 2500 t Erz gefördert. In einigen Stollen und im Museumsdorf bekommt man einen guten Eindruck von der alten Bergbau- und Hüttentechnik (geöffnet Mitte Juli-Ende Okt. tägl. 10.00-18.00 Uhr, Tel. 0 83 21 / 78 78 97, www.erzgruben.de). Zu Fuß braucht man zu den Stollen (von der Ortsmitte Burgberg ausgeschildert) gut 1 Std., von Winkel durch die Starzlachklamm ca. 2 Std.; oder man nimmt das Erzgrubenbähnle.

Schloss Hohenschwangau in Allgäu

In leuchtendem Ocker thront Schloss Hohenschwangau dort, wo im 12. Jh. die Hohenstaufenburg Schwanstein (12. Jh.) stand. Sie war ein Zentrum des Minnesangs; einer der ersten Ritter von Schwangau, Hiltpolt, ist als Minnesänger in der Heidelberger Liederhandschrift erwähnt. König Konradin, der letzte Stauferkaiser, war im 13. Jh. hier zu Gast. 1538-1547 wurde die Burg von der Augsburger Familie Paumgartner erneuert, später verfiel sie. Kronprinz Maximilian, künftiger König Max II., erwarb die Ruine 1832 und ließ sie bis 1837 nach Plänen des Architektur- und Theatermalers Domenico Quaglio zu seinem Lieblingssitz aufbauen. Sein Sohn Ludwig II., der Märchenkönig, verbrachte hier einen Großteil seiner Kindheit; Richard Wagner war hier zu Gast. Über den Wittelbacher Ausgleichsfonds gehört das Schloss heute noch der einstigen Herrscherdynastie.

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Das Innere ist mit Einrichtungsgegenständen aus der Erbauungszeit ausgestattet und mit großen Fresken geschmückt, für die Moritz von Schwind und Wilhelm Lindenschmitt die Zeichnungen lieferten (Szenen aus der germanischen Sage und Geschichte). Besonders sehenswert sind das Billardzimmer (Sammlung von Orden), der Heldensaal, das Burgfrauenzimmer, der Schwanrittersaal, das Tassozimmer (Malereien nach Motiven des italienischen Dichters Torquato Tasso) und die Schlosskapelle mit Rüstungen aus dem 16. Jahrhundert. Interessant ist auch das Hohenstaufenzimmer, das Ankleide- und Musikzimmer des Königs; die Gemälde darin zeigen Szenen (mekong kreuzfahrt) aus dem Leben der Hohenstaufen.ini Schlosspark steht ein Schwanen- brunnen von Ludwig Schwanthaler.

Schloss Hohenschwangau in Allgäu

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Baedeker TIPP
Musik auf Neuschwanstein
Das Märchenschloss in 30 Minuten »abhaken«, zwischen zig anderen Touristen eingekeilt? Mit Muße kann man das Flair und den zum Sterben schönen Ausblick vom Söller bei den Konzerten im September genießen. Karten werden nur Anfang Februar verkauft (► S. 290), doch bieten die Hotels auch später noch Arrangements an. Nach den Konzerten empfangen die Restaurants in Hohenschwangau zum Diner (reservieren).
Schloss Neuschwanstein
Am Platz der Reste der Burg Vorderschwangau wurde das »Traumschloss« (^3 D, S. 294) König Ludwigs II. 1869- 1886 errichtet, und zwar nach Entwürfen des Theatermalers Christian Jank. Bauleiter waren Georg Dollmann und Julius Hofmann. Aus der Idee einer kleinen Ritterburg, die die Szenerien in Richard Wagners Opern »Lohen- grin« und »Tannhäuser« in Stein nachbilden sollte, entwickelte sich – inspiriert von den Burgen der Ile-de-France und der Sage der Gralsburg Montsalvat – eine monumentale neogotische Anlage.
Beim Tod Ludwigs II. 1886 war der Bau nicht vollendet; Bergfried und Kapelle wurden nicht mehr ausgeführt, nur die Kemenate kam noch hinzu. Erstmals wohnte der König von Mai bis Juni 1884 in dem Schloss, insgesamt hielt er sich hier 172 Tage auf. Hier verkündete man ihm am 12. Juni 1886, dass er entmündigt sei, und brachte ihn nach Schloss Berg am Starnberger See; einen Tag später fand er dort im See den Tod. Schon am 29. Juli 1886 wurden seine Schlösser für die Öffentlichkeit freigegeben.
Pro Tag werden bis zu 10 000 Besucher in 35-minütigen Führungen durchs Schloss geschleust. Das bedeutet, dass man in der Hauptsaison im Sommerhalbjahr viel Geduld aufbringen muss, erst im Stau auf den Zufahrten zu den Parkplätzen, dann beim Anstehen am Ticketcenter, das schon einmal Stunden dauern kann. Die Eintrittskarten lauten auf eine bestimmte Zeit, die einzuhalten ist; das heißt, dass man zu diesem Zeitpunkt sich an den Einlass-Drehkreuzen befinden muss. Von den Parkplätzen geht man zum Schloss Neuschwanstein in ca. 40 Min. hinauf, man kann auch vom Hotel Lisi mit dem Bus oder der Kutsche fahren. Der schönste Weg allerdings führt durch die Pöllatschlucht (fr-S. 291).
SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN
Auf hohem Felsrücken, 200 m über dem Tal, thront in unvergleichlicher Position dieses Schloss, ein im Wortsinn »fantastischer« Prachtbau – wie Linderhof und Herrenchiemsee verdankt er seine Entstehung den romantischen Träumereien König Ludwigs II. von Bayern.
® Palas
Das vierstöckige Hauptgebäude enthielt im Erdgeschoss die Wirtschaftsräume und im ersten Stock die Wohnräume der Bediensteten. Im 76 m hohen Hauptturm steigt man hinauf zur prunkvoll ausgestatteten Königswohnung im 3. Stock. Ihre Räume sind mit Gemälden mit Themen aus der mittelalterlichen Dichtung geschmückt. Den Baldachin des Himmelbetts im Schlafzimmer bildet ein fantastischer Wald aus geschnitzten Säulen, Fialen und Maßwerk.
® Thronsaal
Der repräsentative Thronsaal im Stil einer byzantinischen Kirche nimmt zwei Stockwerke im Hauptgebäude ein. Stufen aus weißem Carrara- Marmor führen zu einem Podest, auf dem einmal der Thron stehen sollte – in einer Kirche der Platz des Altars. Die prachtvollen »Mosaiken« sind nur gemalt, die Säulen bestehen aus Stuckmarmor. Vom Söller, der Aussichtsplattform, blickt man auf Schloss Hohenschwangau, den Alp- und den Schwansee sowie die Tannheimer Berge.
© Sängersaal
Der Sängersaal im 4. Stock des Palas, nach dem Thronsaal der größte und prächtigste Raum, stand im Mittelpunkt der Planung. Sein Name bezieht sich auf den Wettstreit zwischen den Minnesängern, der auch Thema von Richard Wagners Oper »Tannhäuser« (1845) war. Geschmückt ist er, anders als sein Vorbild, mit Darstellungen aus der Parzival-Dichtung von den Malern August Spieß, Joseph Munsch und Ferdinand Piloty.
© Oberer Hof
Im weiten Oberen Hof sollten die Kapelle und der Bergfried erstehen. Mit hellen Steinplatten ist der Grundriss der Kapelle markiert. Der Bergfried hätte den mächtigen Treppenturm an der Nordseite (ha long bucht) des Palas noch überragt.

Reisen Schwangau in Allgäu

Wo das Allgäu auf Oberbayern trifft, entfaltet es – im Verein mit den weltberühmten Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau – seine größte Schönheit.

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Über 1 Mio. Besucher jährlich zählt man im Schloss Neuschwanstein, womit es das bei weitem meistbesuchte Schloss in Bayern ist (und das einzige, das seinem Eigentümer, dem bayerischen Staat, mehr einbringt als der Unterhalt kostet). Dementsprechend trubelig geht es im Sommerhalbjahr hier zu; wer es einrichten kann, sollte unbedingt die anderen Zeiten des Jahres nützen. Die allermeisten Besucher sind Tagesausflügler, viele aus Japan und den USA. Von der Bekanntheit profitiert auch der heilklimatische Luftkurort Schwangau in der Nähe von ►Füssen. Dabei hätte er »Nachhilfe« kaum nö¬tig: Vor den Ammergauer Alpen am Forggensee gelegen, bietet er alle Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Urlaub in denkbar schönster Landschaft (halong bucht). Im Winter sind die 4,2 km lange Abfahrt vom Tegelberg und die nachts beleuchtete Rundloipe besondere Attraktionen. In Schwangau sollte man einmal auf die überwiegend aus dem 17. Jh. stammenden Laubenhäuser achten, deren Ursprung man in einem Haustyp des Bregenzerwalds vermutet.

Schwangau in Allgaeu
Ein großartiges Bild vor der Kulisse der Berge und der Königsschlösser: Nordöstlich außerhalb Schwangau steht auf freiem Feld die Wallfahrtskirche St. Coloman, eine der schönsten frühbarocken Kirchen Bayerns (►Foto S. 134/ 135). Coloman war ein irischer Pilger auf dem Weg nach Jerusalem, der im Jahr 1012 bei Wien gefoltert und ermordet wurde. Als Schutzheiliger für das Vieh und gegen diverse Gefahren wird er in Schwangau seit dem 14. Jh. verehrt; am 2. Sonntag im Oktober – am 13.10.1014 wurden seine Gebeine in Melk beigesetzt – findet hier eine Wallfahrt mit einer großen Reiterprozession statt. Die Kirche, erbaut 1673-1678, ist mit ihrem prachtvollen weißen Stuck und den rot-weißen Stuckmarmoraltären das Werk von Johann Schmuzer (1642-1701), der in Wessobrunn den berühmten Tassilosaal schuf. Aus der gotischen Vorgängerkirche stammen hervorragende Schnitzfiguren (um 1510), Coloman, Apollonia und eine Muttergottes, die Plans Kels d. Ä. zugeschrieben werden. Zugänglich ist die Kirche von etwa 25. Mai bis zum Colomansfest tägl. ca. 14.30- 16.30 Uhr, Führungen Do. 15.00 Uhr, im Winter Führungen für Gruppen unter Tel. 0 83 62 / 82 07.
Von besonderem Reiz ist der von Wald umgebene blaugrüne, 59 m liefe Alpsee (nicht verwechseln mit dem Alpsee bei Immenstadt) – eindrucksvoller Hintergrund für Schloss Hohenschwangau – am Fuß des schroffen Pilgerschrofens (1760 m). Man kann ihn umwandern und in der nostalgischen Badeanstalt (halong tours) baden, allerdings ist das Wasser immer sehr frisch. Der benachbarte Schwansee bezaubert mit der Idylle eines englischen Parks – tatsächlich geht er auf landschaftsgestalterische Bemühungen König Maximilians ab 1838 zurück. Auch hier gibt es ein schönes Bad. Der wärmere Bannwaldsee nördlich von Schwangau ist Naturschutzgebiet mit Freibädern und Campingplatz, der Forggensee (►Füssen) das große Freizeit- und Wasser-sportrevier. Wohltuendes Wasser in jeder Form kann man auch in der Königlichen Kristall-Therme Schwangau genießen.

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Auf den Tegelherg (2087 m), Teil des Naturschutzgebiets Ammer- gebirge, führt von Schwangau eine Kabinenbahn. Bei der Talstation wurden Reste einer römischen Villa mit Badehaus freigelegt, außerdem endet hier eine Sommerrodelbahn. Am schönsten ist der klassische Weg auf den Tegelberg: durch die Pöllatschlucht zur Marien- brücke, die die Schlucht in 92 m Höhe überspannt und einen atemberaubenden Blick auf Schloss Neuschwanstein gewährt (in der Nähe liegt der Aussichtspunkt »Jugend« mit fantastischem Ausblick); dann weiter über den Grat zur Bergstation (insgesamt ca. 3 Std.). Sehr schön ist auch der Gang von der Marienbrücke zum ehemaligen königlichen Jagdhaus Bleckenau (ca. 1 Std.), das als Jausenstation bekannt und beliebt ist (im Winter ist die Straße eine Rodelbahn). Gegebenenfalls kann man mit dem geländegängigen Unimog-Bus nach Hohenschwangau zurückfahren. Ein Leckerbissen für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer ist der Säuling (2047 m), der weit- hin sichtbare, markante »Hausberg« der Königsschlösser: Von der oberen (älteren) Straße zur Bleckenau hinauf zur unbewirtschafteten Wildsulzhütte, dann östlich auf einem Klettersteig zum Gipfel; Abstieg entlang der Südseite des Pilgerschrofens (mit Rast oder Übernachtung im Säulinghaus) und wieder zur Wildsulzhütte. Gehzeit von Schwangau und zurück 6-7 Stunden.
AUSKUNFT
Tourist Information Münchener Str. 2 87645 Schwangau Tel. (0 83 62) 8198-0 www.schwangau.de www.hohenschwangau.de
SCHLÖSSER
Öffnungszeiten für Hohenschwangau und Neuschwanstein: April-Sept. 9.00-18.00, Okt.-März 10.00-16.00 Uhr. Kassenzeiten für Neuschwanstein April-Sept. 8.00-17.00, Okt.-März 9.00-15.00 Uhr; für Hohenschwangau 0.30 Std. länger. Karten für beide Schlösser nur im Ticket-Center im Ort Hohenschwangau. Karten können telefonisch und über Internet reserviert werden.
Ticketcenter
Alpseestr. 12, 87645 Hohenschwangau Tel. (0 83 62) 9 30 83-0 www.neuschwanstein.de
FESTE UND EVENTS
Mai-Sept.: Mo. 20.00 Uhr Alphornblasen am Alpsee. An Fronleichnam Prozession bei St. Coloman. 2. Okt.- So.: Colomansfest mit Pferdeprozession. Mitte-Ende Sept.: Konzerte im Schloss Neuschwanstein (Karten werden nur an einem Tag Anfang Februar verkauft, Informationen Tel. 0 83 62 / 81 98-31, www.schwangau.de).
ESSEN
► Preiswert / Erschwinglich
Drehhütte
östl. Schwangau (von B 17 beschildert) Tel. (0 83 62) 85 85 Im Kesselgraben am Tegelberg gelegener Stützpunkt für Wanderer und Rodler. Gemütliches Holzhaus, bekannt für gute Wildgerichte.
ÜBERNACHTEN
Komfortabel / Luxus
Schlosshotel Lisi & Jägerhaus
Hohenschwangau Neuschwansteinstr. 1-3 Tel. (0 83 62) 88 70 Mehr oder weniger königlich wohnt man direkt unterhalb der Schlösser im »Lisi« (besonders schön die Eckzimmer) oder in der etwas teureren und privateren »Villa Jägerhaus«. Vorzügliches Restaurant im Lisi.
Rübezahl
Schwangau-Horn, Am Ehberg 31 Tel. (0 83 62) 88 88 www.hotel-ruebezahl.com Zwei moderne, etwas überdekoriert im Alpinstil gestaltete Häuser, mit unbezahlbarem Blick auf die Schlösser. Feine Regionalküche, großes Wellness-Angebot mit Therme.
Komfortabel
Lippergütl
Illasbergstr. 2187642 Halblech-Berghof
Tel. (0 83 68) 94 04 29
Renate und Colin Jackson haben ein altes Haus mustergültig restauriert: ein romantisches Bed & Breakfast nach bester britischer Art, mit stilvoller Bibliothek und Garten. Schön und ruhig in kleinem Dorf ca. 5 km nordöstlich von Schwangau gelegen.
Günstig
Hotelpension Neuschwanstein
Schwangau, Geblerweg. 2 Tel. (0 83 62) 82 09 www.hotelneuschwanstein.de Im Ort, dennoch ruhig gelegener familiärer Gasthof mit freundlichen Zimmern. Freier Blick auf Neuschwanstein, vom Balkon und vom Wintergarten, in dem man frühstückt.

Reisen Schongau in Allgäu

Schongau, am Westufer des Lechs gelegen, gehört politisch schon zu Oberbayern – das Stadtbild allerdings ist noch ebenso unverkennbar schwäbisch wie das hier gesprochene Idiom. Auch die Lage der lebhaften Stadt ist speziell: auf einem Hügel, der einst vom Lech umflossen wurde. Fast vollständig erhalten ist die Befestigung des 14.-17. Jh.s mit hölzernem Wehrgang, Toren und Türmen. Um 1235 von Kaiser Friedrich II. gegründet, verdankte die Stadt ihren Aufschwung der günstigen Lage als Umschlagplatz am Lechübergang, den schon die römische Via Claudia Augusta nützte. Sehenswertes in Schongau und Umgebung Die Hauptachse der staufischen Stadtanlage ist zweigeteilt: im Norden (halong bucht) die von behäbigen Giebelhäusern gesäumte Münzstraße, im Süden der Marienplatz. Getrennt werden sie von der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (17./18. Jh.) mit Wessobrunner Stuck (teils von Dominikus Zimmermann) und Deckenfresken von Matthäus Günther. Den prunkvollen Hochaltar (1760) schuf F. X. Schmädl nach einem Entwurf von Ignaz Günther; in der Mitte die Himmelfahrt Mariens (um 1620), seitlich die hll. Mauritius und Martin. Auf dem Marienplatz das große Ballenhaus (1515, im 19. Jh. verändert) mit Treppengiebeln und schöner Balkendecke im Ratssaal. Das Stadtmuseum in der ehemaligen Spitalkirche St. Erasmus (Ghristophstr. 55, geöffnet Sa., So. 14.00- 17.00 Uhr) zeigt römische und mittelalterliche Funde sowie sakrale Kunst; bedeutendstes Stück ist ein Rokoko-Hausaltar, vermutlich von Andreas Häringer, einem Schwiegersohn des berühmten Barockbildhauers Ignaz Günther. Der bedeutendste romanische Kirchenbau Oberbayerns steht 3 km nordwestlich von Schongau in Altenstadt (heute katholische Pfarrkirche St. Michael). Um 1180-1200 wurde die dreischiffige Basilika mit mächtigen Osttürmen aus Tuffstein erbaut. Auf dem Lettnerbalken steht das kostbarste Ausstattungsstück: ein riesiger romanischer Kruzifixus, der Große Gott von Altenstadt (um 1220). Er steht ganz in der Tradition der frühesten Darstellungen des gekreuzigten Chris-tus: Zu sehen ist kein Leidender, sondern der majestätische Sieger über Tod und Hölle. Zu seinen Seiten stehen Maria und Johannes, Kopien mittelalterlicher Plastiken (Originale im Bayerischen Nationalmuseum München). Die Fresken im Chor stammen aus dem 14. Jh., aus der Bauzeit der riesige Ghristophorus an der West-Innenwand. Ebenso alt ist der romanische Taufstein, der zu den schönsten in Deutschland zählt. Zu beachten sind auch die unterschiedlich gestalteten Würfelkapitelle. Peiting (12 000 Einw.) liegt jenseits des Lechs 3 km südöstlich von Schongau im Pfaffenwinkel. Seit 1055 gab es hier eine Burg der Welfen, von der noch Wälle vorhanden sind. Von 1920 bis 1968 wurde hier Pechkohle abgebaut. Die Pfarrkirche St. Michael (1785) besitzt Altäre von F. X. Schmädl und vom romanischen Vorgängerbau noch den Turm (11. Jh.) und die Krypta (um 1200). Zu beachten ist auch die Wallfahrtskirche Maria Egg auf dem Friedhof; ihr Langhaus da-tiert von 1655, der Chor wurde 1737 von Joseph Schmuzer neu erbaut. Nördlich von Peiting sollte man das »Diakoniedorf« Herzogsägmühle besuchen, in dem Behinderte und anders Benachteiligte beschützt leben (Tel. 0 88 61 / 219-0, www.herzogsaegmuchle.de); es gibt hier eine Cafeteria und einen Laden mit Handgefertigtem. In Birkland weiter nördlich ist die barocke Kirche St. Anna mit Wessobrunner Stuck (18. Jh.) und einem Hochaltar von Dominikus Zimmermann (1715) sehenswert. Vom Kalvarienberg westlich von Peiting und vom Eschenbühl ca. 6 km südlich hat man einen großartigen Blick auf die Kette der Alpen. Von Peiting geht man auf dem König-Ludwig-Weg in gut 2 Std. auf den Peißenberg (auch Hohenpeißenberg), der 400 m über die Moränenlandschaft ragt und die allerschönste Aussicht in Oberbayern bietet: vom Hochstaufen bei Bad Reichenhall bis zum Grünten; in der Mitte das Zugspitzmassiv. 1772 wurde hier eine Sternwarte und 1781 das erste meteorologische Observatorium Bayerns errichtet; heute unterhält der Deutsche Wetterdienst moderne Anlagen (Info-Pavillon). Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (1619) besitzt einen monumentalen Hochaltar aus der Bauzeit (Altarbild 1717); im Chor stellen Holzreliefs von Bartholomäus Steinle Moses und David dar (1619). Die anstoßende Gnadenkapelle von 1514 wurde durch eine wundertätige Madonna zum Wallfahrtsziel. 1747 wurde sie erweitert und 1748 von den hervorragendsten Künstlern der Region gestaltet: Fresken von Matthäus Günther, Stuck von Joseph Schmuzer, Hochaltar (mit dem Gnadenbild) von Franz Xaver Schmädl. Burggen In dem Dorf 7 km südwestlich von Schongau sind die Kirchen St. Stephan (1682) und St. Anna (gotisch, nach 1612 umgestaltet) interessant, beide mit Altarfiguren des Füsseners Anton Sturm (um 1735), Letztere auch mit bemalter Holzkassettendecke von 1674. Ein bemerkenswertes Ensemble, das nach dem Dorfbrand 1795 entstand, vereint die St.-Anna-Straße: typische, einheitlich nach Osten ausgerichtete Einfirsthöfe mit Flachsatteldächern über geständerten Kniestöcken mit Andreaskreuzen. Die Gebäude wurden meist mit der Nord- und Westseite an die Grenzen gesetzt, um den geschützten Hofraum nach Süden (mekong kreuzfahrt) hin nutzen zu können. Die jüngeren Anwesen, die im 19. Jh. erneuert wurden, haben einen Wiederkehr, die älteren einen Hakenschopf (P-S. 73). Jedes Jahr am 2. Sept.-Sonntag treffen sich in Burggen die Fuhrleute zum Rosstag mit über 300 Pferden.

Schongau in Allgaeu

 

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Ein wunderschönes Naturschutzgebiet bildet die Litzauer Schleife, der letzte unverbaute Abschnitt des Lechs unterhalb des Forggensees mit eindrucksvollen Steilufern, die man von markierten Wanderwegen aus bewundern kann. SCHONGAU ERLEBEN AUSKUNFT Touristeninformation Münzstraße 1, 86956 Schongau Tel. (0 88 61) 21 43 33 FESTE UND EVENTS Aug.-Wochenende: Fischerfest am Deutensee. Aug.: Schongauer Sommer. Sept.-So.: Rosstag in Burggen. ESSEN / ÜBERNACHTEN ► Preiswert Gasthof Blaue Traube Münzstr. 10, 86956 Schongau Tel. (0 88 61) 9 03 29 Gemütliches Restaurant in einem mächtigen alten Haus an der Hauptstraße. Großzügige moderne, gut aus¬gestattete Gästezimmer.

Reisen Ravensburg in Allgäu

Vom Allgäu aus lohnt sich ein Ausflug nach Oberschwaben: nach Ravensburg, der »Stadt der Türme und Tore«, die sich ihr mittelalterliches Stadtbild weitgehend bewahrt hat, und Weingarten mit seiner grandiosen Basilika, dem größten Barockbau Deutschlands.
Ravensburg entstand um die gleichnamige Burg, die Welf IV. – seit 1070 Herzog von Bayern – um 1080 als Sitz der von ihm begründe- ten jüngeren Linie der Welfen errichten ließ. 1180 verlor der Weifenherzog Heinrich der Löwe den Familienbesitz in Süddeutschland an den Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa, der die Ravensburg 1191 zum Sitz der Reichsverwaltung in Schwaben machte. Rudolf von Habsburg wiederum erhob Ravensburg 1278 zur Reichsstadt, die sich mit bedeutenden Privilegien zu einem kleinen Territorialstaat entwickelte. Die etwa zwischen 1380 und 1530 bestehende Große Ravensburger Handelsgesellschaft brachte durch ihren internationalen Handel, besonders mit oberschwäbischer Leinwand, Reichtum in die Stadt. In der Reformation entschied sich die Stadt für konfessionelle Gleichberechtigung, was kuriose Folgen hatte: Es gab zwei Bürgermeister, je acht katholische und evangelische Ratsherren und zwei Rutenfeste. Schlimme Auswirkungen hatten der Dreißigjährige Krieg, unter anderem brannte 1647 die Burg ab. 1802 kam die Stadt zu Bayern, 1810 zum Königreich Württemberg. Den Zweiten Weltkrieg überstand Ravensburg fast ohne Schäden.

Ravensburg in Allgaeu

Baedeker TIPP
Stadt der Spiele
In Ravensburg ist der 1883 gegründete »Spieleverlag Otto Maier« ansässig, heute »Ravens-burger Spieleverlag«. Die Marke mit dem blauen Dreieck ist deutscher Marktführer für Spiele und europaweit Nummer eins in Sachen Puzzles; das weltweit erfolgreichste Spiel ist Memory. Zur Firmengruppe gehören auch der Ravensburger Buchverlag, mit ca. 15 Mio. Büchern pro Jahr größter Kinderbuchverlag Deutschlands, und das Ravensburger Spieleland (► S. 282). Und Anfang September wird die Altstadt unter dem Motto »Ravensburg spielt« zur großen Spielwiese.
Sehenswertes in Ravensburg

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Die meisten großen Bauwerke, die das Gesicht der Altstadt prägen – dazu gehören nicht weniger als 14 Türme und Tore stammen aus der Blütezeit Ravensburgs im ausgehenden Mittelalter, als es durch den Handel mit Leinen und Barchent sowie mit Papierherstellung zu Reichtum kam. Zentrum der Altstadt ist der immer belebte Marienplatz; er markiert die Grenze zwischen der um 1250 angelegten staufischen Oberstadt im Osten und der 100 Jahre jüngeren Unterstadt im Westen. Den Platz dominiert der hübsche, 51 m hohe Blaserturm, einst Teil der Stadtbefestigung und ab dem 16. Jh. zentraler (Feuer-)Wachturm der Stadt. Von oben hat man einen prachtvollen Blick über Stadt und Umgebung (zugänglich April-Okt. Mo-Fr. 14.00-17.00, Sa. 11.00-16.00 Uhr). An ihn ist das Waaghaus von 1498 angebaut, das als Kaufhalle und Stadtwaage diente; der Schwörsaal – mit eindrucksvoller Eichenholzkonstruktion – wird heute für kulturelle Veranstaltungen genützt. Das Lederhaus gegenüber dem Blaserturm wurde 1513/1514 als Markthaus der Lederhandwerker erbaut und 1574 mit Grisaillemalerei und Giebelverzierung manieris- tisch verändert; heute ist hier die Post untergebracht. Dahinter steht das für kranke Pilger und Gesellen errichtete Seelhaus (1408) mit barockem Giebel. Das rote spätgotische Rathaus von 1386 besitzt einen Renaissance-Prunkerker von 1571 und zwei spätgotische Ratssäle. Weiter südlich steht die evangelische Stadtkirche, die um 1350 als Kirche eines Karmeliterklosters erbaut wurde; die typische Bettelordenskirche mit Holzbalkendecke besitzt gotische Fresken (14./15. Jh.) und zahlreiche Grabsteine von Patriziern und Kaufleuten. Nach Einführung der Reformation 1549 diente das Schiff dem protestantischen Gottesdienst, der Chor den Karmelitern (bis 1806). In der an den Chor anstoßenden Kapelle der Ravensburger Handelsgesellschaft (1452) sind vier spätgotische Fenster erhalten, auf denen Schutzheilige der Kaufleute dargestellt sind.
Vom Blaserturm führt die Kirchstraße nördlich zu der ab etwa 1360, im Stil der franziskanischen Bettelordenskirchen erbauten katholischen Kirche Unserer Lieben Frau. Schön sind das Westportal und die farbenprächtigen Fenster im Chor (1415).
Vom Frauentor (14. Jh.) nördlich der Liebfrauenkirche empfiehlt sich ein Gang westlich um die Reste der turmbewehrten Stadtmauer (die anderen Teile wurden 1835 niedergelegt). Gleich nebenan ragt der Grüne Turm (15. Jh.) auf, benannt nach der Farbe seiner Dachziegeln. Die Nordwestecke der Altstadt markiert der 50 m hohe Gemalte Turm (15. Jh.), der seinen Namen wegen der Bemalung mit Rautenmustern und Wappen erhielt. Weiter südlich das 36 m hohe Untertor (1363) mit einstiger Zollstation. Das Südwesteck der Altstadt nimmt der 44 m hohe Spitalturm ein, erbaut bei der zweiten Stadterweiterung im 14. Jh., der wegen der einstigen Schweineställe des benachbarten Spitals im Volksmund »Sauturm« heißt. Östlich dahinter geht man durch den Hirschgraben mit den am besten erhaltenen Resten der Stadtmauer.
Vom Rathaus führt die malerische Marktstraße (Markt wird samstags gehalten), in der sich die breiten Häuser der Patrizier von den schmalen der Handwerker unterscheiden lassen, zum 42 m hohen Obertor von 1432 mit Pechnase und Armsünderglöck- lein im Giebel. Am Anfang der Marktstraße (Nr. 13) steht links das Alte Theater (1625), ein frühbarocker Bau, der zunächst als Brotlaube diente und ab 1698 als Theatersaal genutzt wurde; heute präsentiert hier die Städtische Galerie in Wechselausstellungen Kunst von internationalem Rang. Das Stammhaus des Ravensburger Spieleverlags in Haus Nr. 26 beherbergt das Ravensburger Spielemuseum (geöffnet April-Juni Do. 14.00 bis 18.00, Juli-Anfang Sept. Di.-Fr. 14.00-18.00, Sa., So. 14.00-17.00 Uhr). Vor dem Obertor steht links (Nr. 59) das Haus der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft mit Barockgiebel. das im Kern aus dem 12. Jh. stammt und 1446 umgebaut wurde.
Mit dem Humpis-Quartier hat sich in der Oberstadt ein eindrucks- volles spätmittelalterliches Ensemble erhalten, erbaut zwischen 1380 und 1508 von der Kaufmannsfamilie Humpis. Die sieben Gebäude, die sich um einen Hof gruppieren, werden bis 2009 zu einem großzügigen Stadtmuseum ausgebaut. Bis dahin ist der Komplex zu unterschiedlichen Werkausstellungen zugänglich (Marktstr. 45/47).
Westlich des Obertors ragt das Wahrzeichen der Stadt auf, der 51m hohe Rundturm Mehlsack, erbaut um 1425 und benannt nach dem weißen Putz. Man kann ihn erklimmen und die Aussicht über die Stadt genießen (zugänglich April-Okt. So. 10.00- 13. 00 Uhr).
Der um 1350 erbaute Schellenbcrgcr Turm nördlich des Obertors wurde im 17. oder 18. Jh. durch einen Blitzschlag zur Ruine. Er heißt im Volksmund »Katzenlieseles-Turm«, nach einer alten Frau, die im 19. Jh. mit ihren Katzen in der Ruine hauste.
Vom Obertor geht man durch hübsche Parkanlagen hinauf zur Veits- bürg (525 m). Am Platz der 1647 abgebrannten Stammburg der Wel¬fen errichtete Johann Caspar Bagnato 1750 ein Schlösschen, das heu¬te die Jugendherberge und ein Restaurant mit Gartenterrasse beherbergt. Schöne Aussicht über Stadt und Umgebung.
Am Nordostrand der Altstadt überrascht das prachtvolle neobarocke Konzerthaus, das bedeutendste Ravensburger Baudenkmal aus dem späten 19. Jahrhundert. Es wurde 1896/1897 von dem seinerzeit berühmten Wiener Architekturbüro Fellner & Helmer erbaut, das vor allem Österreich und osteuropäische Länder (vietnam kambodscha laos) mit Theatern, Kaufhäu¬sern, Banken und Hotels ausstattete.

Umgebung von Ravensburg
Etwa 3 km südlich liegt das ehemalige Prämonstratenserstift Weiße- nau – benannt nach der weißen Kutte der Chorherren -, nach Wein- garten einst das mächtigste und kulturell bedeutendste Reichskloster im südlichen Oberschwaben. Seine Kirche St. Peter und Paul ist ein vorzügliches Werk der Vorarlberger Schule, erbaut 1717-1724 von einem ihrer bedeutendsten Vertreter, Franz Beer von Bleichten (1660- 1726); von ihm stammen u. a. auch das Kloster Irsee und die Abtei Oberschönenfeld, an Weingarten (►unten) war er wesentlich beteiligt. Am Langhaus, einer typisch vorarlbergischen Wandpfeilerhalle, sind die unterschiedliche Breite der Joche und die Emporen bemerkenswert, die erst an der Rückseite der Wandpfeiler ansetzen. Den zurückhaltenden, flachen Stuck schuf der Wessobrunner Franz Schmuzer, die Deckengemälde – ausgeführt in Öl auf Leinwand! – der Konstanzer Carl Stauder. 19er längsovale Chor des Beerschen Plans wurde nicht gebaut, erhalten blieb der Bau von Martin Barbieri aus Roveredo (1631). Der frühbarocke Hochaltar (1631) ist ein Meisterwerk von Zacharias Binder, das prächtige Chorgestühl kam 1635 hinzu. Die Orgel von Johann Nepomuk Holzhey (1787), dem neben K. J. Riepp und J. Gabler bedeutendsten Orgelbauer des süddeut-schen Barocks, wurde nach der Säkularisierung mehrfach verändert und in den 1980er-Jahren originalgetreu restauriert. An die Kirche stößt südlich der ab 1708 ebenfalls von Franz Beer errichtete Konvent an, der seit 1892 vom Psychiatrischen Krankenhaus Weißenau genützt wird. Im großen, reich mit Stuck von Franz Schmuzer (1722) geschmückten Festsaal finden Konzerte statt; Termine und Karten bei der Ravensburger Touristeninformation.
In Liebenau bei Meckenbeuren (11 km südlich von Ravensburg) können sich Kinder im »größten Spielzimmer der Welt« vergnügen, mit über 40 Attraktionen, darunter bekannte Ravensburger Spiele im Großformat und sieben Themenparks wie Future World und Käpt’n Blaubärs Wunderland. Darüber hinaus gibt es ein »Verrücktes Laby¬rinth« und konventionellere Attraktionen wie Wildwasser-Rafting, Abenteuerspielplatz und Kletterwand. Geöffnet Anfang April-Ende Okt. tägl. ab 10.00 Uhr, Schließung im Sommer um 18.00, sonst 17.00 Uhr, wechselnde Ruhetage (Info-Tel. 0 75 42/400-100, www.spieleland.com).

RAVENSBURG ERLEBEN
AUSKUNFT
Touristeninformation Kirchstr. 16, 88212 Ravensburg Tel. (07 51) 82-800 www.ravensburg.de
Amt für Kultur und Tourismus Münsterplatz 1, 88250 Weingarten Tel. (07 51) 405-125 www.weingarten-online.de
FESTE UND EVENTS
Im Februar Fasnet mit Umzügen. Ende Juli feiert man in Ravensburg das prachtvolle mehrtägige Rutenfest (erstmals 1645 erwähnt) mit Umzug, Rutentheater, Adler-, Bogen- und
Armbrustschießen sowie Feuerwerk. In Weingarten am Fr. nach Christi Himmelfahrt Heilig-Blut-Fest. Im Sommer Klosterfestspiele in Wein¬garten (Freilichttheater im Gartenhof der Abtei und im Hof am Schlüssle). Anfang Sept. (letztes Sommerferien- Wochenende) »Ravensburg spielt«.
ÜBERNACHTEN / ESSEN ► Luxus
(D Hotel Waldhorn
Ravensburg, Marienplatz 15 Tel. (07 51) 36 12-0 www.waldhorn.de Die erste Adresse der Stadt. Gesch¬mackvoll romantisch oder modern gestaltete Gästezimmer. Das Restaurant von Albert Bouley gehört seit vielen Jahren zu den besten in Deutschland (So./Mo. geschl.).
Feine regionale Küche genießt man im zugehörigen Rebleutehaus (Schulgasse 15) mit prächtiger Zunftstube von 1469.
► Komfortabel
© Hotel-Gasthof Obertor
Ravensburg, Marktstr. 67 Tel. (07 51) 36 67-0 www.hotelobertor.de Das geschichtsträchtige Gemäuer un¬mittelbar am Stadttor besticht mit besonderem Flair. Flübsche, mit antiken Möbeln gestaltete Zimmer, gute regionale Küche genießt man im heimeligen Restaurant.
® Gasthof Engel
Ravensburg, Marienplatz 71 Tel. (07 51) 3 63 61 30 www.engel-ravensburg.de Im seit 1878 bestehenden, schönen Gasthof wohnt man ebenso gemütlich wie gediegen. Restaurant mit gutbürgerlicher schwäbischer Küche.

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► Günstig
© Gasthof Bären
Weingarten, Kirchstr. 3 Tel. (07 51) 56 12 00 www.baeren-weingarten.de Der über 300 Jahre alte Bären neben dem Weingartner Rathaus bietet nette, großzügige Gastzimmer. Saisonal geprägte schwäbische Küche (Restaurant Mo. geschl.), hübsche Terrasse im Rathaushöfle unter Palmen.
Weingarten
Weingarten (485 m, 23 600 Einw.), das sich 4 km nördlich von Ravensburg in einer Weitung des Schussen-Tals ausbreitet, ist berühmt als Wallfahrtsort mit einem der großartigsten Kirchenbauten überhaupt, dem »Schwäbischen St. Peter«.
In Altdorf, wie der Ort bis 1865 hieß, gründete der Weifengraf Hein- rieh um 940 ein Frauenkloster mit der Familiengrablege. Nach einem Brand 1053 verlegte Welf III. das Kloster 1056 auf den mit Reben be¬standenen Martinsberg und nannte es »Weingarten«. 1056 übergab er es den Benediktinern aus Altomünster bei Dachau, während die Nonnen ins Kloster Altomünster zogen. Das Kloster war als Reichs¬abtei mit ausgedehnten Besitzungen bis zu seiner Aufhebung 1802 ein bedeutendes wirtschaftliches und kulturelles Zentrum in Schwaben. Der ganze Besitz kam 1806 an Württemberg. Seit 1922 gibt es im Konvent wieder ein Benediktinerkloster, weitere Teile werden von der Pädagogischen Hochschule und der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart genützt. Papst Pius XII. erhob die Abteikirche 1956 zur »Basilica minor«.
Eine 1048 in Mantua aufgefundene Heilig-Blut-Reliquie gelangte 1094 durch Judith, die Gemahlin Welfs IV., an das Kloster Weingar- ten. Ihr zu Ehren feiert die Stadt am Tag nach Christi Himmelfahrt ein großes, für ganz Oberschwaben bedeutendes Fest: den Blutfreitagmit dem Blutritt. Am Vorabend ziehen nach dem Festgottesdienst in der Basilika Tausende Pilger in einer Lichterprozession hinauf zum Kreuzberg.
Oben auf dem Martinsberg dominiert die eindrucksvolle Front der Abteikirche St. Martin von Tours (halong bucht tour) und Oswald das Bild der Stadt. Die mit 117 m Länge größte Barockkirche nördlich der Alpen, erbaut in den Jahren 1715-1724, nimmt den Platz der 68 m langen romanischen Basilika des 12. Jh.s ein. Die mächtige Tambourkuppel, ein im deutschen Sprachraum seltenes Element, ist dem Petersdom in Rom nachempfunden, die konvexe Fassade mit 58 m hohen Türmen der Kollegienkirche in Salzburg (sic diente wiederum Einsiedeln als Vorbild). Im Nordturm der Basilika hängt die 6,9 t wiegende Hosanna- glocke, gegossen 1490 vom Büchsenmacher des württembergischen Grafen Eberhard im Bart. Der Urheber der letztlich realisierten Pläne ist nicht sicher; Norbert Lieb, ein ausgewiesener Kenner der Materie, schreibt sie dem Vorarlberger Franz Beer von Bleichten zu, der bis 1716 die Bauleitung hatte. Weiter beteiligt waren lauter herausragende Baumeister: Kaspar Moosbrugger aus Einsiedeln, Johann Jakob Herkomer aus Füssen, Enrico Zuccalli (Architekt der Münchner Theatinerkirche), der Vorarlberger Christian Thumb und der Herzoglich Württembergische Hofbaudirektor Donato Giuseppe Frisoni.
Inneres Das Innere macht mit seinen Ausmaßen, der plastischen Gestaltung und der Illusionsmalerei einen überaus imposanten Eindruck. Mächtige Wandpfeiler teilen das Langhaus in Joche und stützen die durch Gurtbögen abgeteilten Hängekuppeln. Zwischen ihnen liegen konkav eingezogene Emporen, eine Idee von Frisoni, die der machtvollen Geradlinigkeit des Raums eine elegante, weiche Note gegenüberstellt. Dominant ist der auf den Hauptaltar ausgerichtete Längenzug, wie er sich beim Eintreten aus der Vorhalle bietet. Doch auch Elemente des Zentralbaus flössen in den Plan ein, wie man in der von einer 67 m hohen Kuppel überwölbten Vierung erkennt. Sie liegt etwa auf der Mitte der Längsachse; die Querarme sind wie die Apsiden im Osten und Westen halbrund geschlossen. Insgesamt gilt der Raum, mit der klaren Domi¬nanz der Architektur und den etwas steifen, italienisierenden Pracht und Eleganz der Formen, als konservativ-hoch- Weingartner Basilika barock. Die farbenprächtigen Fresken in den Gewölben schuf Cosmas Damian Asam 1718-1720, ein Auftrag, der seinen Durchbruch als Kirchenmaler markiert: Im Westen über der Orgel die Geburt Christi, gefolgt von der Verherrlichung der Hl.-Blut-Reliquie, der Vision des hl. Benedikt und der Himmelfahrt Mariens. Die große Kuppel nimmt der »Triumph der Kirche« ein, mit einer unübersehbaren Zahl von Engeln und Heiligen, im Mittelpunkt die zwölf Apostel und die Trinität. Die Flachkuppel über dem Mönchschor zeigt die Ausgießung des Hl. Geistes (Pfingsten), über dem Hochaltar sieht man die Anbetung des Gotteslamms. Den feinen Stuck gestaltete der Wessobrunner Franz Schmu- zer mit Bandelwerk, Ranken, Rosetten und Muscheln. Weitere herausragende Stücke der Ausstattung sind der prachtvolle Hochaltar und die Querschiffaltäre nach Entwürfen von Frisoni, die Altarplastiken von Diego Carlone, die Altargemälde von Giulio Benso (um 1635), Carlo Carlone und Franz Joseph Spiegler, das prunkvolle, perspektivisch wirkende Chorgitter (1732), das reich geschnitzte Chorgestühl von Joseph Anton Feichtmayr sowie die Rokokokanzel (1762) von Fidelis Sporer aus Weingarten. Im nördlichen Querschiff ist seit 1715 die Welfengruft zu finden (Umgestaltung 1860), die einen Sarkophag mit den Resten von neun Mitgliedern des Geschlechts von 990 bis 1126 enthält. Am Choreingang steht der Heilig-Blut- Altar, auf dem die Heilig-Blut-Reliquie aufbewahrt wird: angeblich Blut aus der Seitenwunde Christi, vermischt mit Erde von Golgatha.
Eine eigene Würdigung verdient die Orgel der Basilika, 1737-1750 geschaffen von Joseph Gabler aus Ochsenhausen, die zu den schönsten und größten Barockorgeln Europas gehört. Mit ihren 6890 Pfei¬fen und 77 Registern hat sie einen einzigartigen Klang. Im Register La Force beispielsweise erklingt der Ton C auf nicht weniger als 49 Pfeifen; Glocken sind ebenso zu hören wie die menschliche Stimme (Vox humana), Kuckuck und Nachtigall. Ein Konzert ist ein unver-gessliches Erlebnis (rundreise vietnam kambodscha): Mai-Okt. »Sonntagsmusik« um 12.00 und 15.00 Uhr, dazu kommen größere Konzerte (Tel. 07 51 / 4 05-232).
Im 1621 erbauten Kornhaus in der Stadtmitte (Karlstr. 28) ist das Alamannenmuseum untergebracht, das größte seiner Art in Deutschland. Es zeigt die Funde aus einem westlich von Weingarten entdeck- ten Gräberfeld der Merowingerzeit (5.-8. Jh. n. Chr.), v. a. Skelette und kostbare, hervorragend gestaltete Grabbeigaben (geöffnet Di. Bis So. 15.00-17.00, Do. bis 18.00 Uhr). Im repräsentativen Schlössle aus dem 16. Jh. (Scherzachstr. 1), dem ehemaligen Landrichterhaus, stellt das Stadtmuseum die Geschichte Weingartens und des Klosters anschaulich dar (geöffnet Di.-So. 14.00-17.00 Uhr, Do. bis 18.00 Uhr). Zur Versorgung des Klosters mit Wasser legten die Mönche im Mittelalter ein Kanalsystem an, eines der ältesten in Deutschland.
Der wasserbauhistorische Wanderweg Stiller Bach, der zum Rößler Weiher östlich von Weingarten hinausführt, erläutert das aufwendige, hervorragend geplante System (Führer beim Tourismusbüro).

 

Reisen Oberstdorf in Allgäu

Im äußersten Süden Deutschlands, mitten in den Allgäuer Alpen mit ihren höchsten und eindrucksvollsten Gipfeln – wie Nebelhorn, Fellhorn, Höfats und Mädelegabel -, liegt Oberstdorf, der bekannteste Urlaubsort (halong bucht)  des Allgäus und Zentrum des Oberallgäus.
»Entdeckt« wurde der Marktflecken durch Prinz Luitpold – ab 1886 bayerischer Prinzregent -, der 1851 die Gemeindejagd pachtete und viel für Oberstdorf tat, das damals ein armes Dorf war: In einer Sack¬gasse fern der Welt gelegen, mit rauem Klima und langen Wintern, mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft lebend. Besonders hilfreich war Luitpold nach dem Brand 1865, der die Hälfte des Orts einäscherte. Im weiten Talgrund zwischen Stillach und Trettach, die sich weiter nördlich mit der Breitach zur Iller vereinigen, gab es wohl schon zur Karolingerzeit ein Dorf; 1495 verlieh ihm Kaiser Maximilian das Marktrecht. Der Bahnanschluss 1888 schuf die Grundlage für die Entwicklung zum Ferienort, der seit 1937 das Prädikat Heilkli-matischer Kurort trägt und seit 1964 auch Kneippkurort ist. Mit 230 km2 Fläche ist die Gemeinde nach München die zweitgrößte in Bayern, ca. 75 % des Gebiets stehen unter Landschafts- oder Na¬turschutz. 17 500 Gästebetten und 2,5 Mio. Übernachtungen im Jahr machen den Ort zu einem der größten Fremdenverkehrsmagne- ten in Deutschland – mit anderen Worten: Der Tourismus hat Oberstdorf im Griff, auch mit seinen Schattenseiten. Einigermaßen überrascht stellt man aber fest, dass noch Vieh durchs Dorf getrieben wird. Im Sommer kommen mehr Gäste als im Winter, was sich im Zeichen des Klimawandels sicher noch verstärken wird. Das länder- übergreifende Skigebiet von Oberstdorf, das sich als »modernste Skiarena Deutschlands« rühmt, wird gegenwärtig schon zu 70 % künstlich beschneit, und es wird unbeirrt kräftig weiter investiert.

Oberstdorf in Allgaeu
2006 ging am Fellhorn die längste Seilbahn Deutschlands in Betrieb (Bergstation Schlappoldsee, 1780 m).

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Das ganze Jahr über kann man – nach Kneipp, Schroth, Ayurveda etc. – kuren bzw. sich pflegen lassen. Renommiert sind die Oberst- dorfer Musikwochen mit klassischer Musik, auch die Volksmusik hat hier eine hervorragende Tradition. 200 km Wander- und Mountainbike-Wege in unterschiedlichen Höhen, ein 9-Loch-Golfplatz und Moorbadeseen bilden die Basis sommerlicher Betätigung. Wintersport wird natürlich großgeschrieben. Vom Nebelhorn (2224 m), dem höchsten Skiberg des Allgäus, führt die längste Abfahrt Deutschlands ins Tal (7,5 km); mit den Bahnen an Fellhorn und Kanzelwand verfügt der Verbund Oberstdorf-Kleinwalsertal über ca. 110 km Pisten. Das Eisstadion ist Bundesleistungszentrum für Eiskunst¬lauf und Curling-Zentrum. 80 km Loipen, zwei je 3,5 km lange Ro- delbahnen (Seealpe mit Lift, Rcichcnbach-Gaisalpe zu Fuß) und gut 140 km gebahnte Winterwanderwege komplettieren das Angebot. Am 29. Dez. findet auf der Schattenbergschanze das Auftaktspringen der Internationalen Vier-Schanzen-Tournee statt.
Die neogotische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, nach dem gro- ßen Brand mit den Resten des gotischen Baus errichtet (1867), wur- de in Teilen von Oberstdorfer Künstlern gestaltet: von Johann Baptist von Schraudolph (1808-1879), der Professor an der Münchner Aka¬demie war und den Speyerer Dom ausmalte, und seinem Bruder Claudius (1813-1891), der zu den Nazarenern zählte. Weitere inte¬ressante Stücke: hl. Anna mit Maria (um 1340); die »Schöne Oberst- dorferin« (Muttergottes im Strah¬lenkranz, aus dem Umkreis des Imberger Meisters, um 1490); ei¬ne Muttergottes im Weichen Stil (um 1430) und die stimmungs¬volle »Geburt Christi« des Klassi- zisten Anton Raphael Mengs (um 1770). Neben der Pfarrkirche steht die Seelenkapelle (Ende 15.Jh., Kriegergedächtniskapelle), deren Nordwand Fresken aus der Mitte des 16. Jh.s zieren (Schein¬architektur in Renaissance-Ma¬nier, Passion Christi). Im Hei-matmuseum (Oststr. 13, geöffnet Di.-Sa. 10.00-12.00, 14.00 bis 17.30 Uhr, bei Regenwetter auch So./Fei.) taucht man in früheres ländliches Leben ein. Zu sehen ist dort auch der größte Schuh der Welt (Größe 480), gefertigt 1950 von Josef Schratt, einem direkten Nachfahren des Haferlschuh-Er¬finders. ln der Ludwigstraße, bei der Kristall-Therme, steht das Jagdhaus des Prinzregenten Luit- pold, ein 1856 erbautes Blockhaus, heute ein feines Restaurant mit schönem Biergarten. Kultur anderer Art erlebt man in der italienisch angehauchten Villa Jauss im Fuggerpark, die sich der Brauereibesitzer Melchior Jauss 1885 erstellen ließ und unterschiedlichsten kulturellen Ereignissen als Rahmen dient.
eto-Kapellen Zum »Pflichtprogramm« gehört der Spaziergang zu den drei Loreto- Kapellen, die an der Straße nach Birgsau malerisch in die Landschaft komponiert sind. Die älteste ist die Appach-Kapelle von 1493 mit achteckigem Grundriss; sie besitzt noch spätgotische Fresken aus der Mitte des 16. Jh.s. Wie die anderen süddeutschen Vertreterinnen ihrer Art entstand die Kapelle Maria Loreto im 17. Jh. (1657/1658); sie enthält eine Madonna aus Ton (16. Jh.), die als Gnadenbild seit alter Zeit verehrt wird und ursprünglich in der Appach-Kapelle stand. Außer dem hervorragenden Rokoko-Altar (1741) des Füsseners Anton Sturm, von dem z. B. die großen Kirchenväterfiguren in der Wieskir- che stammen, ist das Kuppelfresko von Claudius Schraudolph zu beachten (1877, Foto ►S. 65). Er schuf auch die Gemälde in den Altä¬ren der dritten Kapelle, St. Joseph, die 1671 geweiht wurde. Hier ist auch ein Palmesel von Franz Xaver Schmädl zu sehen, dem 1705 in Oberstdorf geborenen Bildhauer, der mit vielen Werken im Pfaffen¬winkel berühmt wurde. Anschließend geht man hinauf zum Gasthof Alpenrose und zum Moorweiher mit seinem altmodischen Bad (halong bucht tour).
WUSSTEN SIE SCHON …
Den Haferlschuh, der zur »Basis« der baye¬rischen Männertracht wurde, erfand im Jahr 1803 der Oberstdorfer – mithin Allgäuer – Franz Schratt. Diese Fußbekleidung soll dem Huf einer Gemse nachempfunden sein. Den Namen hingegen prägten britische Touristen, die damals hohe Schuhe gewöhnt waren und von »half shoes« sprachen. Bis heute hält das Schuhhaus Schratt in Oberstdorf die Tradition hoch (www.schratt-1803.de).
Umgebung von Oberstdorf
Von Oberstdorf führen drei Täler fächerförmig südlich ins Gebirge, von Osten: Trettach-, Stillach- und Breitachtal. Im idyllischen Trettachtal gelangt man – auf für den allgemeinen Verkehr gesperrtem Sträßchen – nach Spielmannsau, wo die erste Alpenetappe des berühmten Fernwanderwegs E5 nach Venedig mit dem Aufstieg zur Kemptner Hütte (1846 m, 5 Std.) beginnt. Auf halbem Weg hat man Zugang zum prächtig vor dem »Zahn« der Höfats gelegenen Bergdorf Gerstruben, in dem das harte Leben vergangener Zeiten nach¬vollziehbar ist. Es wurde im Mittel- alter von Walsern gegründet und war bis 1892 ständig besiedelt; er¬halten sind über 350 Jahre alte, aus Rundhölzern »gestrickte« Bauernhäuser (mit einem Gasthof), eine Sägemühle und eine Kapelle. Sehr interessante Führungen durch das liebevoll restaurierte Museumsdorf veranstaltet die Kurverwaltung Oberstdorf. Man gelangt bequem auf dem – im Winter geräumten – Sträßchen von Dietersberg dorthin (von Oberstdorf ca. 1.15 Std.). Wer gut zu Fuß ist, wählt den steilen, oft nassen und glitschigen Steig durch den großartigen Hölltobel, eine sehr schmale, düstere Klamm mit rauschenden Wasserfällen und überaus vielfältiger Flora. Den Rückweg kann man über den Rauthof, Gottenried und den zauberhaften Christlessee (mit Gasthof) nehmen.
Auf der Höhe von Gruben zweigt vom Trettachtal östlich das Tal des Oybachs ab. Im Talschluss, auf 1315 m Höhe, ist einer der prächtigsten Wasserfälle des Allgäus zu erleben, der Stuibenfall. Seinen Namen hat er von »stieben«, und tatsächlich erzeugt das aufprallende Wasser unter gewaltigem Tosen eine riesige Wolke aus Wasserstaub. Nach kurzem steilem Aufstieg von Gruben schreitet man im fast ebenen Trogtal des Oybachs dahin. Hin und zurück sind es 15 km, für die man ca. 5 Std. braucht; bis zum Oytal-Haus kann man auch mit der Kutsche fahren.
Von Oberstdorf oder von den Loreto-Kapellen führen beliebte Spa- zierwege, u. a. der »Probstweg«, hinauf zum malerischen moorigen Freibergsee über dem Stillachtal; eine schöne Badeanstalt, ein Boots- verleih und ein Cafö helfen beim Zeitvertreib. Nebenan ragt kühn die Heini-Klopfer-Skiflugschanze in den Himmel; nach der Fahrt mit dem Schrägaufzug nimmt einem der Blick von oben den Atem … Vom Parkplatz der Fellhornbahn – Endstation für den allgemeinen Verkehr – ist in 1 Std. Einödsbach (1142 m) zu erreichen, die süd¬lichste Dauersiedlung Deutschlands vor der prachtvollen Kulisse von Trettachspitze (2595 m), Mädelegabel (2645 m) und Hochfrottspitze (2648 m) – siehe Foto S. 18. Sehr empfehlenswert ist die Rundwan- derung von Birgsau (949 m) hinauf zum Guggersee (1710 m): Am Hang unter dem Alpgundkopf hat man eines der schönsten Panora¬men der Allgäuer Alpen vor sich. Der Abstieg führt zunächst in süd¬licher Richtung, dann über die Breitengernalpe und Einödsbach zu-rück nach Birgsau (gesamt ca. 5 Std.).
Der Weg von Einödsbach zum Waltenberger-Haus – Stützpunkt für Mädelegabel und Heilbronner Weg – führt durch eine besonders wilde, bizarre Schlucht, das Bacher Loch. Wo der Katzentobel von Osten einmündet (von Einödsbach ca. 30 Min.), öffnet sich der Blick auf die steilen Grashänge von Linkerskopf und Laubschrofen, auf Mädelegabel, Wilden Mann und Rotgundspitze. Den Grund des Tals nimmt das Schneeloch ein, in dem Lawinenreste auch den heißesten Sommer überdauern. Das Bacher Loch ist Pflanzenschutzgebiet, und am Linkerskopf gedeiht der weiß-rosa blühende Gletscherhahnen¬fuß, der im Wallis bis in Höhen von 4200 m anzutreffen ist.
Südwestlich von Oberstdorf hat sich die Breitach 100 m tief in die Schrattenkalke des Engenkopfs gesägt. 1905 wurde, nachdem man mit viel Schwarzpulver und Eisen einen Steig angelegt hatte, der heute sehr frequentierte Weg durch die überaus eindrucksvolle Klamm eröffnet. Die ca. 45 Min. dauernde Durchquerung ist auch im Winter ein Erlebnis (geöffnet im Sommer 8.00-17.00, im Winter 9.00 bis 16.00 Uhr). Zu empfehlen ist die Fortsetzung der Wanderung um 45 Min. zum hübsch gelegenen Gasthaus Waldhaus im ► Kleinwalsertal, Rückfahrt mit dem Bus.
Die Allgäuer Alpen sind berühmt für ihre schier unerschöpfliche Auswahl an den unterschiedlichsten und schönsten Bergwanderun¬gen und Klettertouren, sei es im Allgäuer Hauptkamm im Südosten mit ihren wild gezackten Hauptdolomitgipfeln, in den vorgelagerten steilen Grasbergen, in der sanften Hörnergruppe im Westen oder am Hohen Ifen (► Kleinwalsertal). Die Bahnen zum 2224 m hohen Nebelhorn – das Panorama dort soll 400 Gipfel umfassen – und zum Fellhorn (2038 m) erleichtern den Anstieg. Hier können nur ein paar Leckerbissen erwähnt werden, die in den meisten Fällen erfahrenen Berggängern Vorbehalten sind: Hindelanger Klettersteig vom Nebelhorn zum Daumen; vom Edmund-Probst-Haus zum Laufbacher Eck (2179 m, ggf. weiter zum Prinz-Luitpold- Haus); Krumbacher Höhenweg von der Kanzelwand über Fider- epasshütte zur Mindelheimer Hütte (ggf. über den Mindelhei- mer Klettersteig), kombinierbar mit dem Kammweg vom Söllereck über das Fellhorn oder im Süden mit der Umrundung des Großen Widdersteins; und schließlich der berühmte Heil- bronner Weg von der Rappen¬seehütte zum Waltenberger- Haus bzw. zur Kemptner Hütte.
Die seit Jahrhunderten bewirtschaftete Schlappold-Alpc am Fellhorn ist die größte und höchstgelegene Sennalpe im Allgäu. Jedes Jahr werden Anfang Juni 80 Kühe aufgetrieben, über 1000 Liter Milch werden im Hochsommer täglich zu Bergkäse, Butter, Quark und Jo¬ghurt verarbeitet. Die Alpe ist von der Bergbahn-Station Schlappold¬see in 30 Min. zu erreichen (kinderwagentauglicher Weg) und kann Anfang Juli bis Anfang September am Dienstagvormittag besichtigt werden (Treff 8.45 Uhr an der Fellhornbahn-Talstation).
Am Ostrand des Dorfs 4 km nördlich von Oberstdorf steht die spät¬gotische Kapelle St. Jakobus (1540) mit einem schönen Schreinaltar von 1495, dessen Figuren aus Ulmer und Memminger Werkstätten (Multscher-Umkreis) stammen.
Mit herrlichen Ausblicken und Berglandschaften (vietnam kambodscha laos) lohnt der Aufstieg von Reichenbach in 1.30 Std. durch den Reichenbachtobel mit seinen Wasserfällen zur Gaisalpe (1149 m, bewirtschaftet). Alpiner wird der Weiterweg zum Unteren Gaisalpsee (1508 m, 1.30 Std.) im Kar zwischen Entschenkopf, Nebelhorn und dem mächtigen Rubihorn. Von dort kann man das Rubihorn erklimmen, das einen prachtvollen Rundblick eröffnet (1957 m, Abstieg südlich zur Vorderen Seealpe/ Mittelstation der Nebelhornbahn) oder zum F.dmund-Probst-Haus am Nebelhorn aufsteigen.
In dem angenehmen Kurort nördlich von Oberstdorf ist – neben der Kirche St. Verena mit Apostelfiguren von dem Hindelanger Melchior Eberhard (1759) – die Frauenkapelle (1667) mit hoher Zwiebelkuppel interessant, ein Werk des bedeutenden Vorarlberger Baumeisters Michael Beer, der zuvor die Stiftskirche Kempten schuf. Wie diese vereint die Kapelle ein Langhaus mit einem kreuzförmigen Zentralbau. Unter der reichen Ausstattung (17.-19. Jh.) sind das Gnadenbild (Pieta, um 1450) und die zahlreichen Votivtafeln des 17. bis 19. Jh.s hervorzuheben.
Zwischen ►Sonthofen und Fischen wird das Illertal im Westen von der Kette der »Hörner« begleitet, mit Ofterschwanger Horn (1406 m), Sigiswanger Horn (1527 m), Weiherkopf (1665 m) und den Ochsenköpfen; weiter westlich gehört das Riedberger Horn (1787 m) dazu. Die Wandertour über die Hörner ist auch für wenig Geübte und Familien geeignet und gehört zu den Klassikern der Allgäuer Berge; die landschaftlichen Eindrücke sind großartig. Bei Benützung der Bergbahnen – in Bolsterlang die Hörnerbahn (moderne, architektonisch hervorragende Bergstation), in Ofterschwang »Weltcup- Express« – braucht man ca. 4 Std., mit Aufstieg vom Tal 2 Std. mehr. Sehr empfehlenswert ist auch der Gang von der Bergstation der Hörnerbahn zum Berghaus Schwaben (Gasthof, 1500 m, Tel. 0 83 26 / 438, Di. Ruhetag) und weiter zum Riedberger Horn (2 Std.), dann entweder durch das Boigental mit seiner interessanten Feuchtvegeta¬tion über die Zunkleiten-Alpe nach Sonderdorf (2 Std.) oder zur Grasgehren-Alpe am Riedbergpass (ca. 1 Std., ►S. 276).
In den Kalkbergen des Oberalllgäus sind Karstphänomene wie Karrenfelder und Höhlen verbreitet, doch nur eine Höhle ist zugänglich: die Sturmannshöhle südlich von Obermaiselstein. Auf 300 Länge erlebt man – bei 4 °C sommers wie winters – schmale Schächte, hohe Hallen, unterirdische Bäche und Seen (saigon mekong delta phu quoc). Führungen stündlich Mai – Auf. Nov. 9.30-16.30 Uhr, Ende Dez.-So. nach Ostern 11.00- 16.00 Uhr. Feste Schuhe und warme, strapazierfähige Kleidung sind nötig! Zu Fuß geht man von Obermaiselstein oder (besonders schön) auf dem wildromantischen Sagenweg vom »Hirschsprung« an der Straße Obermaiselstein-Tiefenbach in ca. 30 Min. zum Gasthaus Stur¬mannshaus bei der Höhle.
In Tiefenbach nordwestlich von Oberstdort ist die Kirche St. Barbara (1458) mit einem Passionszyklus von Hans Strigel d. J. (1477) sehenswert. Von Tiefenbach hat man Zugang zum schönen Starzlachtal (ab Winkel ist die Straße mautpflichtig), über dem südlich die Gottesackerwände aufragen. In Winkel sollte man einen Blick in die Kapelle St. Martin werfen; im Altargemälde aus dem späten 17. Jh. wird ungewöhnlicherweise ein bereits toter Christus gekreuzigt, ln Rohrmoos ca. 6 km westlich trifft man auf eine wunderbare Rarität: die in herrlicher Landschaft stehende, schlichte Holzkapelle St. Anna aus der Spätrenaissance, errichtet um 1568. Auftraggeber waren die Truchsessen von Waldburg-Wolfegg, damals die Grundherren, die auch heute noch in der Gegend begütert sind. Sie ist gänzlich in volkstümlicher Art ausgemalt, z. T. unter Verwendung hochkarätiger Vorlagen: Die Bilder des Flügelaltars (1568) folgen Holzschnitten von Albrecht Dürer, das Jüngste Gericht (1569) an der Westwand einem Stich von Maarten van Hemskerck. Damit nicht genug: Auf dem linken Flügel des Altars sieht man in der Ferne einen Alphornbläser — die älteste Darstellung dieses Instruments im Allgäu.
Radsportler und Motorradfahrer schätzen den 1420 tn hohen Ried- bergpass westlich von Fischen, Deutschlands höchste Passstraße und mit bis 16 % Steigung eine der steilsten. An der Passhöhe geht es rechts zur Grasgehren-Alpe; von hier geht man in gut 1.30 Std. aufs Riedberger Horn (1787 m), das einen umwerfenden Blick über die ganzen Allgäuer Berge bietet. Von besonderem Reiz, besonders im Herbst, ist die Vegetation in der Mulde der Grasgehren-Alpe.
Vom Parkplatz jenseits der Passhöhe kann man südlich den 1679 m hohen Besler erklimmen, dessen Kalkfelszacken ins Tal schauen, und die fantastische Aussicht genießen; trotz der alpinen Szenerie führt ein unschwieriger Weg über Schönbergalpe und Beslerkopf hinauf (hin und zurück 3.30 Std.).
Kurz vor der Grenze liegt in einem bekannten »Schneeloch« Balder¬schwang (250 Einw., 1044 m) mit einem kleinen Skigebiet am Gelb¬hansekopf und schönen Loipen; im Sommer ideal für ruhige Familienferien, in der großenteils unter Naturschutz stehenden Umgebung lassen sich schöne Alp- und Bergwanderungen unternehmen. Am 15. Sept. ist in Balderschwang Viehscheid. Am Sträßchen, das östlich von Balderschwang zur Balderschwanger Alpe führt, ist eine 2000- bis 4000-jährige Eibe mit zwei Stämmen zu bestaunen. Die Eibe (botanisch Taxus baccata) war früher aufgrund ihres harten, elas- tischen Holzes für Bögen und Armbrüste begehrt, weshalb es heute nur mehr wenige alte Exemplare gibt. Hier beginnt die Runde über den Siplingerkopf (1746 m), eine landschaftlich wie botanisch sehr lohnende Tour, über Heidenkopf (1685 m) und Obere Wilhelminen- alpe (Trittsicherheit nötig, Gesamtgehzeit ca. 4.30 Std.). Der Gipfel gewährt einen großartigen Rundblick. Wer ins Gunzesrieder Tal zur Au-Alpe absteigt, passiert die Siplinger Nadel, einen höchst eindrucksvollen Nagelfluh-Obelisken (mit Gipfelkreuz!).

 

Reisen Oberstaufen in Allgäu

OBERSTAUFEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Kurverwaltung Hugo-von-Königsegg-Str. 8 87534 Oberstaufen Tel. (0 83 86) 93 00-0 www.oberstaufen.de
FESTE UND EVENTS
Fasnachtsdienstag (»Fasnatziestag«): Festkonzert/-tanz und Umzug, an¬geführt vom »Butz«. Viehscheid ist in Oberstaufen am 2. Sept.-Fr., in Thal¬kirchdorf am 3. Sept.-Freitag. Ende Sept./Anf. Okt.: »Kulturtupfer«.
ESSEN
Fein & teuer
Postttirmle
Oberstaufen, Bahnhofplatz 4 Tel. (0 83 86) 74 12 Abends geöffnet, Di. geschlossen Winziges Gourmetrestaurant mit 15 Plätzen an 3 Tischen. Gute Weinkarte.
Preiswert / Erschwinglich
Altstaufner Einkehr
Oberstaufen, Bahnhofstraße 4 Tel. (0 83 86) 71 93 Außen und innen schönes altes All¬gäuer Haus, gute bodenständige Köstlichkeiten ohne Schnickschnack. Feine Brotzeiten und Tageskarte.
Rössle
Stiefenhofen, Hauptstr. 14 Tel. (0 83 83) 9 20 90, www.roessle.net Bodenständige, ambitionierte Küche mit frischen Kräutern aus eigenem Garten, die man auch im Grünen genießen kann. Das auch optisch angenehme Haus bietet sehr preis¬werte Zimmer im Landhausstil.
Preiswert
Gasthof Adler
Oberstaufen-Aach
Tel. (0 83 86) 21 50 Gemütlicher, 300 Jahre alter Gasthof im Weißachtal an der österreichischen Grenze, mit schönem Wirtsgarten.
ÜBERNACHTEN ► Komfortabel
Löwen
Oberstaufen, Kirchplatz 8 Tel. (0 83 86) 494-0 300 Jahre altes Haus in der Ortsmitte, großzügige Zimmer, mit Schroth- und anderen Kuren. Restaurant in schöner alter Bauernstube mit allgäu-schwäbischer Küche.
Berghof am Paradies
Oberstaufen, Berg 8 Tel. (0 83 86) 9 33 20 www.berghof-am-paradies.de ►Tipp S. 262.
Großzügige Zimmer im neuzeitlichen Alpinstil. Mit gut ausgestatteter Well¬nessabteilung und Schrothkuren.
Landhaus Kennerknecht
Oberstaufen-Schindelberg Im Wurzach 1 Tel. (0 83 86) 9 80 90 www.landhaus-kennerknecht.de Hübsches Schindelhaus bei Steibis in traumhafter Alleinlage mit viel Grün rundum. Moderne, maßvoll rustikale Zimmer, schöne Restaurantstube für Hausgäste. Kuren und Arzt im Haus.
Traube
Thalkirchdorf Kirchdörfer Str. 12 Tel. (0 83 25) 92 00 www.traube-thalkirchdorf.de Gediegenes, dennoch familiäres Hotel in einem großartigen, denkmal geschützten Haus von 1638 ohne Pseudofolklore. Mit gutem Restaurant (Di. geschlossen) und Kurangebot.

Sommerurlaub-in-Oberstaufen-im-Allgäu

Oberstaufen
Nach Oberstaufen, das zwischen sanften grünen Hängen vor der einprägsamen Kulisse des Hochgrats liegt, kommt man vor allem zum Wandern, zum Wintersport und der Gesundheit wegen.
Neben dem heilkräftigen Klima und der schönen Berglandschaft (rundreise vietnam kambodscha) ist Moderner Kurort es die besondere Kur, die der Fuhrknecht Johann Schroth um 1820 entwickelte und der Arzt Dr. H. Brosig 1949 einführte, die den Ruf Oberstaufens als Urlaubsziel ausmacht. Eine basisch-vegetarische, salzfreie Diät, Ganzkörperwickel und dazu Ruhe und Bewegung sollen den Stoffwechsel wieder ins Lot bringen. Heute ist Oberstaufen ähnlich gut besucht wie Bad Wörishofen, aus einem bäuerlichen Marktort wurde ein fast mondäner Kurort mit ziemlich hochgestochener Hotellerie und Gastronomie. Im Ortszentrum um die Kirche, das noch eine Reihe hübscher schindelverkleideter Häuser und Gasthöfe besitzt, kann man »shoppen«, vom Bergkäse bis zur teuren Uhr, und das »Nightlife« ist bekanntermaßen intensiv.
Das Angebot zu sportlicher Betätigung ist, wie zu erwarten, umfassend, bis hin zu den 18-Loch-Golfplätzen in Steibis und im vorarl- bergischen Riefensberg (Unterlitten) sowie dem öffentlichen 9-Loch- Platz in Buflings. Das Panoramabad »Aquaria« bietet Spaß rund ums Wasser, 300 km Wanderwege inkl. 90 km großem Nordic-Walking- Park stehen zur Verfügung. Im Winter locken über 100 km Loipen und 40 km Alpinpisten, v. a. an Imberg und Hochgrat; von Letzte¬rem kann man bei günstigen Bedingungen 6 km zu Tal fahren.
In der riesigen neogotischen Pfarrkirche St. Peter und Paul, erbaut 1858- 1863, beherrscht eine mächtige Frührenaissance-Kreuzigungs- gruppe – vermutlich von dem Konstanzer Heinrich Iselin (um 1500)
– den Hochaltar. Das Heimatmuseum »Beim Strumpfar« war ein Bauernhof, in dem auch Strümpfe gewirkt wurden (Jugetweg 10, geöffnet Mitte Dez.-Mitte Nov. Mi., Fr. 15.00-17.00, So. 10.00 bis ©
12.00 Uhr). Im Färberhaus, nach einem Brand 1785 neu erstellt, wird dieses seit dem 16. Jh. hier ausgeübte Handwerk illustriert.

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 Umgebung von Oberstaufen

Nördlich von Oberstaufen verlief die Salzstraße von Hall in Tirol zum Bodensee, und bei Genhofen hatten die schweren Fuhrwerke den berüchtigten steilen »Hahnschenkel« zu überwinden. Sicher ha- bendie Fuhrleute in der kleinen Kirche St. Stephan vorher für gutes Gelingen gebetet. Das schlichte spätgotische Gotteshaus (1495) über- rascht mit drei hervorragenden Flügelaltären (Hochaltar von dem Kemptener Adam Schlanz, 1523; Figuren vermutlich aus dem Um¬kreis von Jörg Syrlin d. J.) und ei¬ner einzigartigen, rätselhaften naiven Ausmalung von Ende des 16. Jh.s.: Ornamentbänder, heidnische Zeichen wie Druidensterne und Sonnenrunen (Hakenkreuze), an prähistorische Zeichnungen erin¬nernde Tierfiguren. Die Sakristeitür von 1566 ist mit über 40 Huf¬eisen als Votivgaben beschlagen, und noch heute gibt es gegenüber der Kirche eine Schmiedewerkstatt (Lingg, hier bekommt man den Schlüssel zur Kirche). Die wohltuende Landschaft (halong bucht) vor der Nagel- fluhkette kann man auf einem Rundgang genießen (ca. 1.30 Std.): von Genhofen westlich den Hahnschenkel hinauf, südlich nach Vor-derreute und nordöstlich zurück.
Auch die unscheinbare Kirche St. Bartholomäus im properen Bauerndorf Zell östlich von Genhofen stammt aus gotischer Zeit (um 1350, Chor um 1440) und birgt großartige Kunstschätze. Der Flügel-Hochaltar ist ein Werk des Memmingers Hans Strigel d. Ä.
(1442); auch die Fresken im Chor (um 1450) werden Strigel zuge¬schrieben. Dargestellt sind u. a. Szenen aus dem Marienleben, Apos¬telmartyrien und das Jüngste Gericht.
Das Dorf 3 km nördlich von Genhofen hat sich zum »Kräuterdorf« ernannt: Kräuterführungen werden angeboten, es gibt Kräuterland¬höfe, und im Gasthof Rössle, beim »Kräuterwirt«, kann man in un¬gewohnten Aromen aus dem hauseigenen Garten schwelgen. Im südwestlich von Stiefenhofen gelegenen Hopfen ist die Kräutergärtnerei Artemisia zu finden (mit Laden und Veranstaltungsprogramm; Tel.0 83 86 / 96 05 10, www.artemisia.de).
Knechtenhofen In Knechtenhofen (3 km östlich von Oberstaufen, an der B 308) ge¬winnt man in einem Bauernhaus des 17. Jh.s – einem typischen »Huimatle«, wie es auf Allgäuisch heißt – interessante Einblicke in früheres Landleben (mekong kreuzfahrt) (geöffnet Mai-Okt. Mi. 14.00-17.00, So. 10.00 bis 12.00 Uhr). Unter anderem gibt es eine »Käskuche« und eine Bändelweberei. Am südlich aufragenden Hündle (1112 m, Sessellift) kann man gemütliche Abwanderungen unternehmen, Skifahren und auch im Sommer rodeln. Für die Wanderung über die Salmaser Höhe /Thaler Höhe ►Tipp S. 166
Zwischen Thalkirchdorf und Konstanzer hat man Zugang zu den Os- terdorfer Wasserfällen, die höchst eindrucksvoll 35 m tief vor einer Nagelfluhwand abstürzen. Der Weg (20-30 Min.) ist beschildert und nicht schwierig, bei Nässe ist die Rutschgefahr allerdings groß (Bergschuhe nötig). Auch für Kinder ein schönes kleines Abenteuer.
Steibis Südlich über Oberstaufen liegt der Kurort Steibis. Von hier aus erschließt eine Seilbahn zum Imberghaus (1248 m) ein schönes Wandergebiet im größten Alpgebiet Deutschlands (120 km2) mit über 160 Alpen. In vielen können Sie sich mit frischer Buttermilch, Käse, Kässpatzen oder hausgemachtem Kuchen stärken. Unbedingt zu empfehlen ist der Gang von Steibis zu den Buchenegger Wasserfällen (ca. 1 Std., beschildert). Stiebend stürzen dort die Wasser der Weiß- ach in zwei Stufen in leuchtend grüne »Gumpen« (d. h. Becken – Ba¬desachen mitnehmen!). Sehr schön rasten kann man in der urigen Alpe Neugreuth; hier gibt es – der Bodensee ist nicht weit – auch gu¬ten Most (Mo. geschlossen).
Bei Weißach südlich von Oberstaufen wendet sich der gleichnamige Fluß nach Südwesten, um der Bregenzer Ach zuzufließen. Im Winter ist das Tal ein schönes Langlaufrevier. Seine Erkundung sollte man mit dem traumhaften Blick vom »Paradies« (►Tipp gegenüber) ver-binden (Gesamtgehzeit 4.30-5 Stunden): Vom Kurhaus in Ober¬staufen zum Kapf (998 m) hinauf, dann hinunter nach Berg und über Döbilisried nach Eibele mit dem beliebten Gasthof Eibelesmüh¬le. In Aach, von Eibele über das österreichische Unterhalden zu errei¬chen, ist die Wallfahrtskirche Maria Schnee von 1719 einen Blick wert, deren Hochaltar eine schöne gotische Schutzmantelmadonna (um 1450) aufweist. Dann zurück nach Eibele; beim E-Werk sind zur Zeit der Schneeschmelze der Eibele- und der Krebswasserfall erlebenswert. Zurück nach Oberstaufen auf dem Weißacher Talweg oder auf dem höher verlaufenden Haldenweg.
Im Süden wird das westliche Oberallgäu durch einen Bergzug abgeschlossen, der mit seinen charakteristischen Gipfeln – v. a. dem sym- metrisch-dreigratigen Hochgrat (1832 m) – die Szenerie prägt. Für den passionierten Bergwanderer gehört er zum schönsten, was das Allgäu zu bieten hat: eine überaus abwechlungsreiche, reizvolle Landschaft (mekong schiffsreisen) in stetem Auf und Ab, mit sanften grünen Grashängen zwischen dramatisch steilgestellten Felsrippen (► Foto S. 22). Sie ist dem Gestein zu verdanken, das dem Bergzug den Namen gegeben hat: Die Nagelfluh, die aufgrund ihrer Härte und ihres Aussehens mit Waschbeton verglichen wird, entstand im Tertiär aus größeren und kleineren Kieseln, die mit Kalk und Sand verkittet sind.
Der Hochgrat ist mit einer Gondelbahn zu erreichen; von der Bergstation (1708 m) braucht man 20 Min. zum Gipfel, der ein großartiges Panorama von der Zugspitze bis zum Säntis eröffnet. Von Anfang Juni bis Anfang Sept. kann man dienstags dort oben den Sonnenuntergang genießen (letzte Talfahrt vor Einbruch der Dunkelheit).
Tipp: Übernachten Sie im Staufner Haus und erleben Sie nach kurzem Aufstieg den Sonnenaufgang am Gipfelkreuz. Die Skiabfahrt zählt mit 6 km Länge und 850 m Höhenunterschied zu den längsten in den deutschen Alpen.
Trotz Bergbahn sollte man den Hochgrat zu Fuß erobern. Der Aufstieg von der Talstation der Hochgratbahn (auch mit Mountainbike möglich) über Untere und Obere Lauchalpe – unterhalb dieser ist eine mächtige, mehrere hundert Jahre alte Eibe zu beachten – dauert ca. 2.30 Std.; für die Runde von der Talstation über Simatsgundalpe und Brunnenauscharte zum Gipfel, Abstieg über Lauchalpen und Schilpere-Alpe, braucht man ca. 5.30 Stunden. Natürlich kann man auch mit Hilfe der Hochgrat¬bahn großartige Touren unternehmen: von der Bergstation südwestlich über Falken und Hohen Häderich zum Alpengasthof Hörmoos (anspruchsvoll, 5 Std., Rückfahrt mit Bus), oder nordöstlich die Überquerung des Kamms über Rindalphorn (1821 m) und Stuiben (1749 m) zum Mittag (1451 m, ► Immenstadt) – einer der eindrucksvollsten Höhenwege der Allgäuer Berge (6-7 Std.), der Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangt. Man kann die Nagelfluh-Tour sogar zu einer 5-6-tägigen Bergwanderung ausbauen (Info bei Allgäu Marketing, ►S. 88).

Baedeker TIPP
Die Kraft heimischer Kräuter
Verbinden Sie doch die Rast im Alpengasthof Hörmoos mit einem Besuch der Kräuteralp nebenan. Michael Schneider, ein echtes »Hörmooser Gewächs«, gräbt nicht nur Wurzeln vom Gelben Enzian aus, er sammelt und kultiviert auch heimische Kräuter, deren Wert nur wenige kennen. Beides brennt er zu wohltuenden Elixieren – in Deutschlands höchstgelegener Destillerie. Michel verkauft von Mitte Mai bis Anf. Nov. Sa., So., Mo. 14.30-16.30 Uhr, sonst kann man im Gasthof einkaufen (www.kraeuteralp.de).

Reiseziele in Allgäu (Teil 15)

DER »SCHWÄBISCHE ESCORIAL«

Bei der Hauptweihe im Jahr 1766 wurde das Riesenwerk – an dem über 50 Jahre lang gebaut worden war – als ein »schön geziertes Jerusalem« gerühmt. Doch über Monumentalität und Pracht hinaus ist es das einzigartige künstlerische Konzept der Anlage, weshalb die Benediktinerabtei Ottobeuren als Vollendung des barocken Klosterarchitektur in Süddeutschland gilt.

SCHWÄBISCHE ESCORIAL in Allgaeu

Öffnungszeiten:

Kirche: tägl. 9.00 Uhr bis Sonnenuntergang. Führungen April-Okt. Sa. 14.00 Uhr (sonst Anm. Tel. 0 83 32 / 79 80). Orgelkonzerte März-Nov. Sa. 16.00 Uhr (gratis). Klostermuseum: Palm­sonntag-Allerheiligen tägl. 10.00-12.00, 14.00-17.00, sonst 14.00-16.00 Uhr

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® Gesamtanlage

Der Ottobeurer Klosterbruder Christoph Vogt entwarf einen ca. 230 m langen Komplex (Kirche 89 m lang, Kloster 142 m lang, 128 m breit), der aufgrund der Geländeverhältnisse nordsüdlich ausgerichtet ist. Er gilt als Vollendung des »schwäbischen Typs« mit axial vorangestellter Kirche (im Gegensatz zum »Escorial-Typ« mit in den Klosterkomplex einbezogener Kirche wie in Einsiedeln und Weingarten). Diese ist aus der Längsachse des Klosters leicht nach Westen abgewinkelt – in Vollendung der Kreuzsymbolik der ganzen Anlage, so wie das Haupt Christi am Kreuz meist nach links geneigt ist.

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© Nordfassade der Basilika

Zwischen den beiden 82 m hohen Türmen gewährt die konvexe Nordfassade Zugang. Über einem gemaltem Quadersockel wird sie durch vier Dreiviertelsäulen gegliedert. Über dem Hauptpor­tal Inschrift »Haus Gottes und Pforte des Himmels«, über dem Mittelfenster ein hl. Michael von J. M. Feichtmayr (1762), in der Giebelnische schließlich der hl. Benedikt (J. Christian, 1759).

© Deckenfresken

Die Ausmalung der Basilika besorgten die aus Reutte i. T. stammenden Brüder Johann Jakob und Franz Anton Zeiller. Das Bildprogramm steht unter dem großen Thema der Erlösung. Die Langhaus­kuppel zeigt die Glorie des hl. Benedikt und des Benediktinerordens, die Vierungskuppel das Pfingstwunder und die Verehrung der Kirche durch die vier Erdteile, die Chorkuppel die Ver­kündung des Erlösungsplans an die neun Engels­chöre. Über der Eingangsempore ist die Gründung des Klosters Ottobeuren dargestellt, im rechten Querhaus Maria als Fürsprecherin der Christen-heit, im linken das Martyrium der hl. Felicitas und ihrer sieben Söhne. Das beste Licht hat man am frühen Vormittag und spätnachmittags, wenn die Sonne niedrig steht.

© Taufe Christi

An den Pfeilern vor der Vierung prangen rechts die Kanzel und links über dem Taufstein – als fast spiegelbildliches Pendant – eine »Taufe Christi«, beide von J. M. Feichtmayr mit weißen Figuren von J. Christian, die durch Innerlichkeit beein­drucken. Die Ähnlichkeit von Kanzel und Tauf­gruppe betont die Symmetrie des Raums.

© Riepp-Orgeln

Die beiden Orgeln auf dem Chorgestühl – als Vollendung der barocken Orgelbaukunst welt­berühmt – schuf in den Jahren 1757-1766 der aus Eidern bei Ottobeuren stammende Karl Joseph Riepp (1710-1775). Er arbeitete ab 1740 vor allem in Frankreich (u. a. Dijon, Autun, Beaune, Besan;on) und nahm 1747 die französische Staatsbürgerschaft an. Die Dreifaltigkeitsorgel (rechts) hat 49 Register, die Heilig-Geist-Orgel 27 Register; sie verbinden das französische mit dem deutschen Klangbild und sind – als einzige Werke Riepps – in allen Teilen (fast) original erhalten.

© Theatersaal

In barocken Klöstern wurde, als Teil eines umfas­senden Bildungsverständnisses, Theater gespielt, meist selbstgeschriebene Stücke auf Latein. Im 1724/1725 ausgestalteten Theatersaal zeigt das Deckenfresko von F. J. Spiegler Apollo und Athena als Patrone der Tragödie bzw. der Komödie.

© Kaisersaal

Im Kaisersaal, dem prunkvollen Höhepunkt des Repräsentationstrakts, manifestiert sich die welt­liche Rolle Ottobeurens als Reichsstift mit einer Huldigung an die Idee des Kaisertums: Das Deckenbild von Jakob Karl Stauder (1723/1724) stellt die Kaiserkrönung Karls des Großen dar, die 16 überlebensgroßen vergoldeten Statuen der Habsburger-Kaiser schuf 1725-1727 der Füsse- ner Bildhauer Anton Sturm.

Nesselwang • Pfronten

Ein beliebtes Ferienrevier ist das romantisch bucklige, seenreiche Land (rundreise vietnam kambodscha) zwischen dem Grünten und Füssen vor einer eindrucksvollen Bergkulisse.

Von weitem wird der Luftkurort (3500 Einw., 867 m) vom ansehn-liehen Zwiebelturm der Kirche St. Andreas angekündigt. Ihre »baro­cke« Pracht entstand jedoch erst 1904- 1906; die Ausmalung des In­nenraums mit ungewöhnlicher Deckenlösung übernahm W. Kolms- perger. Der Turm stammt noch vom Vorgängerbau, den Johann Schmuzer aus Wessobrunn ab 1682 errichtete. Sonst ist Nesselwang ein Ziel für Bierliebhaber: Von einst fünf Brauereien hält noch die Postbrauerei die Tradition hoch, mit Bierseminaren, Brauereibesich­tigung, Brauereimuseum und Bier­wanderweg. Südlich von Nessel­wang bieten Alpspitz (1575 m) und Edelsberg (1624 m) ein hüb­sches Revier zum Wandern bzw.

Skifahren. Den Aufstieg erleichtert die zweigeteilte Alpspitzbahn. Von der Bergstation (1511 m) braucht man 30 Min. zum Alpspitz (mit Gasthof), 45 Min. zum Edelsberg.

Für den Rückweg nach Nesselwang wählt man am besten den Weg über Kappeier Alp und Maria Trost (► unten, 2 Std.). Von der Mittel­station der Alpspitzbahn kann man auch die 1 km lange Sommer- rodelbahn zum rasanten Abstieg nützen. Die Seender Umgebung, besonders Attlesee und Grünten- see, laden zum Bade (halong bucht); sie sind auch schöne Ziele für Radtouren.

Maria Trost Vom Nesselwanger Ortszentrum, das unter dem Verkehr auf der Durchgangsstraße leidet, geht man in ca. 45 Min. auf dem Kreuzweg zur Wallfahrtskirche Maria Trost (um 1660/1710) in 1122 m Höhe. 1658 wurde ein Muttergottesbild, das bei einem Brand unversehrt geblieben war, aus Niederbayern hierhergebracht; die rege Wallfahrt machte bald den Bau notwendig und möglich (das Original des Gna­denbilds wurde 1732 nach Maria Plain bei Salzburg gebracht). Das Innere der Kapelle überrascht mit geschmack- und qualitätvollem Spätbarock bzw. Rokoko, die westlichen Deckenfresken hat mögli­cherweise F. A. Weiß gemalt (1756- 1759), die »Immaculata« im Emporenjoch schuf der berühmte Matthäus Günther (um 1770).

Maria Rain Nördlich von Nesselwang prunkt die schlichte spätgotische Kirche Maria Rain (1497) mit einer unglaublich reichen Rokoko-Ausstat­tung (um 1760). Auch sie geht auf eine Wallfahrt zurück, die im Mit­telalter um ein Muttergottesbild und eine heilkräftige Quelle ent­stand. Einzigartig ist der Hochaltar, in dem »Aufbauten und Skulptu­ren aus verschiedener Zeit (…) zu einer beeindruckenden Einheit verschmelzen« (Dehio). Die Pfrontener Künstler Peter Hcel, Mang Anton und Joseph Stapf gestalteten einen spätgotischen Altar um, der Hans Kels d. Ä. zugeschrieben wird (1519). Dieselben sind auch für die großartige Kanzel verantwortlich (1762). Sie wird von dem »schönsten Engel des Allgäus« getragen, vermutlich ein Werk des Weilheimers Bartholomäus Steinle. Die Kirche ist 14.00-16.00 Uhr © geöffnet, je nach Jahreszeit auch länger; Auskunft im Pfarramt (Tel.0 83 66 / 14 85). Von der Kirche lässt sich eine schöne Wanderung durchs idyllische Wertachtal unternehmen: Den Fluss auf der ge­deckten Brücke überqueren, dann nördlich (unter der Autobahnbrü­cke durch und wieder über die Wertach) bis zum Bischofstein, über Bachtel und die Lohmühle wieder zurück (8 km, 2.30 Std.). 7 km nördlich von Maria Rain schwingt sich ein abenteuerlicher Hänge­steg über den Fluss (Zugang von Kaltenbrunn).

Pfronten (7300 Einw., 853 m), der größte Kur- und Wintersport- gemeinde des Ostallgäus, besteht aus nicht weniger als 13 Dörfern und Weilern: Pfronten-Steinach, -Dorf, -Berg etc. In Berg steht das weithin sichtbare Wahrzeichen des Orts, die Pfarrkirche St. Nikolaus (1692). Ihren schönen, eleganten Turm von 1749 sehe man sich ge­nauer an: Seine Haube ist diesmal keine Zwiebel, sondern eine kopf­stehende Enzianblüte. Das ausschließlich von Pfrontener Künstlern gestaltete Innere zeigt klassizistische Kühle; die Ausmalung stammt von J. A. Keller (1780). Unterhalb der Kirche ein besonders schöner Bauernhof, ein sog. Ständerbohlenbau, von 1793.

Über Pfronten-Steinach thront in 1267 m Höhe die Ruine Falken- stein, der Rest einer Burg des 11. Jh.s, die ab 1290 dem Augsburger Hochstift gehörte und ab 1803 dem bayerischen Staat. Der »Mär-chenkönig«, Ludwig II., war von dem Platz begeistert und wollte hier eine Burg bauen, die noch größer und prächti­ger werden sollte als Neu­schwanstein. Straße und Was­serleitung wurden bis Endeangelegt, doch sein Todbeendete den hochflie­genden Traum. In einer knap­pen Stunde geht man hinauf (Gäste des Burghotels haben freie Zufahrt) und genießt das fantastische Panorama. Für die herrliche Tour von Füssenzum Falkenstein ► S. 158. Familientauglich ist die Besteigung des Breitenbergs (1838 m) südlich von Pfronten, von dem man einen herrlichen Blick ins Vorland und ins Gebirge hat. Auf den Ostausläu­fer führt von Pfronten-Steinach eine Kabinenbahn (Skigebiet mit Sessel- und Schlepplift). Der südlich benachbarte Aggenstein (1987 m), dessen mächtiger Zacken markant über dem Breitenberg aufragt, verlangt hingegen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit (Gesamtgeh­zeit von Steinach und zurück 6.30 Std., bei Auffahrt mit der Breiten­bergbahn 4 Std.). Eine sehr lohnende Variante für den Abstieg nach Steinach ist der Weg durch die Reichenbachklamm.

Ein wenig Ritterromantik lassen die Burgruinen Hohenfreyberg (15. Jh.) und Eisenberg (11./12. Jh.) nordöstlich von Pfronten noch spü­ren. Von Zell – dort vermittelt ein Burgenmuseum Wissenswertes über diese Zeit (geöffnet Sa., So., Fei. 13.00- 16.00) – kann man bei­de in einer kleinen Rund­wanderung (knapp 2 Std.) kennenlernen, die Schloß­bergalm sorgt für verdien­te Rast. In Speiden östlich von Eisenberg sind die Gnadenkapelle Maria Hilf (1636) und die gleichna­mige Wallfahrtskirche (ge­weiht 1678) mit schöner, qualitätvoller Ausstattung sehenswert; nach gutem Brauch gibt’s nebenan ei­ne kleine Brauerei mit ei­nem gutem Gasthaus (Mo. geschl., www.koes sel-braeu.de, Tel. 0 83 64 /85 56).

Das hübsch gelegene Seeg verfügt mit der Pfarrkirche St. Ulrich, er- baut 1701-1711 nach Plänen von J. J. Herkomer (►Füssen, St. Mang), über eine der schönsten Kirchen des Allgäus. Beeindruckend ist das große Deckenfresko mit der Schlacht von Lepanto von Johann Baptist Enderle (1769); das Chorfresko von Balthasar Ricpp (1744) zeigt den Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld. Stuck und Altäre (um 1770/1780) sorgen für das elegante Rokoko-Bild. Das Heimat­museum gibt Einblick in die reiche Allgäuer Kultur. Viehscheid ist in Seeg am 2. September-Samstag. Auf über 140 km markierten Wan­derwegen kann man sich in der Umgebung ergehen. Kaum 2 km sind es zum Schwaltenweiher mit Bad, Bootsverleih und Cafö. Unbe­dingt sollte man die Wanderung zur Alpe Beichelstein unterneh­men und bei gemütlicher Einkehr das herrliche Bergpanorama genie­ßen (5 km südöstlich, 952 m, ganz­jährig bewirtschaftet, Tel. 0 83 64 / 3 97, im Winter Do. geschlossen). Am 2. Samstag im September wird das Vieh zu Tal getrieben.

Baedeker tipp

Gutes aus dem Land (laos kambodscha vietnam)

Im PFAD-laden vermarkten Pfrontener Landwirte ihre sorgfältig hergestellten, naturbelassenen Produkte (Allgäuer Str. 33, Pfronten-Ried, an der Raiffeisen­bank, Tel. 0 83 63 / 92 85 64). Exzellenten Käse macht die Sennerei Lehern bei Hopferau nördlich von Füssen, in Führungen erfahren Sie alles über seine Herstellung (www.sennerei-lehern.de, Tel. 083 62 /5 07 47 68,). Gute Brotzeiten und feine Tagesgerichte serviert dort die »Käsealp« (Di. geschl.).

amele im Allgäu?

lan erlebt keine Fata Morgana, wenn vor der ulisse der Berge Kamele auftauchen. Von den Der zwei Meter hohen Wüstenschiffen kann an das Allgäu aus einer neuen Perspektive ltdecken – ein besonderes Erlebnis auch im inter und für Kinder. Die Farm im Weiler Hack vischen Schwaltenweiher und Attlesee ist !Öffnet April -Sept. 10.00-18.00, Okt. bis i.00 Uhr, Nov.-März Sa./So. 10.00-16.00 Uhr. imeldung für einen Ritt unter Tel. (0 83 69)

06 40; Internet-Info: www.kamelverleih.de.