Berühmte Persönlichkeiten in Allgäu

Naturgemäß versorgte das Allgäu den Wintersport lange Zeit mit bekannten Größen. Doch wer weiß, dass dieser Landstrich auch in Sachen Kultur und Wissenschaft keineswegs Provinz ist? Und was hat ein Carl Hirnbein für das Allgäu geleistet? Eine kleine Ruhmeshalle für Menschen, die im Allgäu und weit darüber hinaus bedeutende Spuren hinterlassen haben.
Ludwig Aurbacher (1784-1847)
An den immer kränklichen Sohn eines armen Nagelschmieds, geboren im schwäbischen Türkheim, würde sich wohl kaum jemand mehr erinnern, stände sein Name nicht für eine der bekanntesten Geschichten der Region: die von den »Sieben Schwaben«. Sein mühevoller Werdegang führte ihn – mit dem Ziel einer geistlichen Laufbahn – u. a. durch die Klöster Ottobeuren und Wiblingen. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen und Glaubenszweifehl den Orden 1803 verlassen hatte, war er von 1809 bis 1834 Professor der Rhetorik und Poetik am Münchner Königlichen Kadettenkorps. Er verfasste nicht nur Lehrbücher für sein Fach, über Orthographie, Rhetorik, Poetik, Stilistik und Literaturgeschichte, sondern auch pädagogisch-moralische Schriften. Seine besondere Liebe aber galt den volkstümlichen Erzählstoffen, den Schwänken und Historien, die er sammelte, neu fasste und erweiterte. 1827/1829 erschien in München sein zweibändiges »Volksbüchlein«, das durch die »Abenteuer der sieben Schwaben« und die »Wanderungen des Spiegelschwaben« – nach Aurbacher »die schwäbische Ilias und Odyssee« – zu seinem popu¬lärsten Werk wurden.

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Ludwig Aurbacher
Claude Dornier (1884-1969)
Neben Ernst Heinkel und Willy Messerschmitt war der in Kempten geborene Claude Dornier der bedeutendste deutsche Flugzeugbauer des 20. Jh.s. Als Maschinenbauingenieur begann er 1910 in der Ver¬suchsabteilung der Zeppelin GmbH in Friedrichshafen, 1917 wurde seine Abteilung eine eigenständige Gesellschaft im Zeppelin-Konzern. Nach dem Ersten Weltkrieg wich Dornier wegen des alliierten Verbots, Flugzeuge zu bauen, zunächst nach Marina di Pisa in Italien aus. 1922 flog der Dornier-»Wal« – mit dem Roald Amundsen 1926 den Nordpol überquerte – zum ersten Mal, 1928 das riesige zwölfmotorige Flugboot Do-X; mit solchen Flugbooten wurde der Post- und Passagierverkehr über den Nord- und Südatlantik erschlossen. Für den Zweiten Weltkrieg baute Dornier, der 1940 in die NSDAP eintrat und »Wehrwirtschaftsführer« wurde, in Friedrichshafen-Manzell diverse Kampfflugzeugtypen. Nach dem Krieg begann man im Lindauer Stadtteil Rickenbach – da der Flugzeugbau wieder verboten war – mit Entwicklung und Bau von Webstühlen, die heute Weltgeltung besitzen. Die Flugzeugproduktion wurde 1956 in München- Neuaubing und Oberpfaffenhofen aufgenommen; hier entstanden bekannte Typen wie die einmotorige Do 27 und der erste Senkrechtstarter der Welt, die Do 31. Claude Dornier schied 1962 aus dem Unternehmen aus. Heute ist der Name Dornier, nach Managementfehlern und heftigen Kämpfen unter den Erben, aus dem Flugzeug-bau verschwunden.
Hans Magnus Enzensberger (geb. 1929)
Neben Sophie von La Roche und Ludwig Ganghofer die dritte Literaturgröße aus Kaufbeuren. Der Sohn eines Ingenieurs studierte Litera¬turwissenschaft und Philosophie, 1955 promovierte er mit einer Arbeit über die Poetik des Romantikers Clemens Brentano. Bis 1957 war er Hörfunkredakteur in Stuttgart, und als er 1963 mit dem renommiertesten deutschen Literaturpreis geehrt wurde, dem Georg- Büchner-Preis, hatte er sich schon als Lyriker, Essayist, Hörspielautor und Übersetzer einen Namen gemacht; später war er auch für Theater, Oper und Fernsehen tätig. Von 1965 bis 1975 gab Enzensberger die Zeitschrift »Kursbuch« heraus, die im geistig-politischen Aufbruch der 1968er-Generation eine große Rolle spielte, von 1985 bis 2007 »Die Andere Bibliothek«, die bald als »die schönste Buchreihe
der Welt« galt. Bis heute ist sein Werk von einer unglaublichen Fülle und Bandbreite, sowohl in der Thematik wie im Genre: Hermetisch-esoterische Lyrik und Reflexionen über das Verhältnis von Literatur und Politik finden sich ebenso wie die pointierte Kritik an Kultur und Politik, erotische Erzählungen ebenso wie ein hochgelobtes Kinderbuch über Mathematik. Bereits sein erster Gedichtband wurde als Werk eines »zornigen jungen Mannes« apostrophiert, und immer noch zeichnet den streitbaren Dichter die Lust an der Provokation aus.
Georg von Frundsberg (1473-1528)
Kriegs- In der Kriegstaktik endete das Mittelalter, so könnte man sagen, mit Unternehmer dem Niedergang der gepanzerten Ritter und dem Aufkommen der viel wendigeren, schlagkräftigen Landsknechte (vietnam halong bucht tour). An diesem Wandel war Georg von Frundberg, der 1473 auf der Mindelburg geboren wurde, wesentlich beteiligt. Sein aus dem tirolischen Schwaz stam¬mender Vater Ulrich, Hauptmann des Schwäbischen Bundes, hatte 1467 Stadt und Herrschaft Mindelheim gekauft. Georg machte sich als Feldhauptmann unter Kaiser Maximilian I. und seinem Nachfol-ger Karl V. einen großen Namen. Er formte (nach Schweizer Vorbild) die lanzentragende Infanterie zu einer den Rittern überlegenen Truppe, mit der er entscheidenden Anteil am Sieg Kaiser Karls V. über das französische Heer bei Pavia im Jahr 1525 hatte. Den schrecklichen »Sacco di Roma«, die Plünderung Roms im Jahr 1527, durch die Landknechte, die seit Pavia nicht mehr regelmäßig bezahlt wor-den waren, konnte er nicht verhindern. Er erlitt einen Schlaganfall, kehrte nach Hause zurück und starb ein Jahr später.
Ludwig Ganghofer (1855-1920)
»Wenn ich a Büchl lies, möcht ich mei’ Freud dran haben! Daß ich’s ganze Sauleben drüber vergessen kann!« Dieser Satz aus einem seiner berühmtesten Romane, dem »Schweigen im Walde«, begründet Ganghofers einzigartigen Erfolg ebenso wie das Verdikt seiner Kritiker: Trivial-sentimentale, naiv-gemütvolle Heimatromane habe er ge¬schrieben, die mit ihrer Verklärung des kraftvollen Bergbauerntums das Muster reaktionärer Kritik der modernen Gesellschaft liefere. In Kaufbeuren geboren, lebte Ganghofer ab 1882 in Wien, ab 1893 in München; nach einer Tätigkeit als Kriegsberichterstatter zog er 1919 nach Tegernsee, bestattet ist er in Rottach-Egern. Überraschend und nicht unbedeutend ist, dass er seinen Durchbruch mit dem »Herrgottschnitzer von Ammergau« in Berlin erlebte. Er wurde einer der erfolgreichsten Schriftsteller des wilhelminischen Deutschlands und einer der meistverfilmten Autoren, und wie wenige andere prägte er das Bild von den südbayerischen Landen (mekong kreuzfahrt). Für den Heimatfilm der 1950er-Jahre waren seine Romane ideale Vorlagen. Von Vorteil war dabei, dass er seine Figuren in einem diffusen Kunstdialekt mit oberbayerischen und schwäbischen Elementen reden ließ, was bei einem breiten nichtbayerischen Publikum für Verständlichkeit und ein angenehm exotisches Flair sorgte. Trotz alldem sollte man sich einmal einen oder mehrere Romane zu Gemiite führen: denn immerhin schildert er auch das »Sauleben«.
Carl Hirnbein (1807-1871)
Dass das Allgäu nicht seit je, sozusagen von Natur aus, ein grünes Land (vietnam kambodscha rundreise) mit Kühen und Weiden ist, kann man sich kaum vorstellen.
Ebenso, dass es hier keinen Romadur gibt, diesen herzhaften kleinen Käse. Und doch geht dies auf einem Unternehmer zurück, der vor 200 Jahren in Wilhams nahe Immenstadt geboren wurde: Carl Hirn¬bein, genannt der »Patriarch des Allgäus«, der »Notwender, Zwing¬herr und Alpkönig«, wie der Priester und Heimatdichter Peter Dörf¬ler die drei Bände seiner Hirnbein-Biografie betitelte (erschienen 1934-1936). Damals lebte man vor allem von der Produktion hoch¬wertiger Leinwand – blühender Flachs färbte das Allgäu im Sommer blau -, die sehr mühsam und langwierig war und längst nicht mehr das Auskommen sicherte. Hirnbein, ein Großbauer mit 1000 ha
Grundbesitz und später Landtagsabgeordneter, der mit den Ideen der 1848er-Revolution sympathisierte, lernte in den Niederlanden die Weichkäseproduktion kennen und stellte 1830 in Wilhams den ersten Limburger aus Allgäuer Milch her. Dazu holte er Fachleute aus Belgien und begründete ein Vertriebssystem mit Niederlassungen in Mannheim, Kassel und Stuttgart. 1844 besaß er nicht nur 100 Sennereien, sondern auch fast den ganzen Grünten. Vom Schweizer Tou-rismus inspiriert, baute er dort 1852 das erste Berghotel der deutschen Alpen, das Griinten- haus, und er druckte auch den ersten Prospekt mit Allgäu- Werbung – er war also sowohl ein Initiator der Allgäuer Milch- und Käsewirtschaft als auch des Allgäu-Tourismus.

Sebastian Kneipp (1821 -1897)
Sebastian Kneipp, der den Kurtourismus nicht nur im Allgäu nach- Der Wasserhaltig prägen sollte, lernte als Sohn eines armen Webers früh, sich pfarrer durchzubeißen. Bevor er, als 23-Jähriger, das Gymnasium besuchen konnte, arbeitete er als Knecht. Als man ihm später immer wieder die »Kurpfuscherei« austreiben wollte, beeindruckte ihn das wenig.
Während seines Theologiestudiums in München an Tuberkulose erkrankt, kurierte er sich mit Bädern in der eiskalten Isar, auch einem Kommilitonen half er so. Inspiriert hatte ihn dazu die Lehre von J. S.
Hahn, der als Begründer der Was¬sertherapie gilt. Ab 1855 Pfarrer des Dominikanerinnenklosters in Wörishofen, stellte er nicht nur dessen Betrieb auf eine feste wirt-schaftliche Basis, er behandelte auch die zunehmende Zahl der Gäste, die zur Sommerfrische kamen. Kneipp beschrieb sein Konzept einer gesunden Lebensführung – ausgewogene Ernährung, körperliche Tätigkeit und seelische Ord¬nung, ergänzt durch die Heilkraft von kaltem Wasser und Kräutern – in den Büchern »Meine Wasserkur« (1886) und »So sollt ihr leben« (1889), die Millionenauflagen erlebten und seiner Kur weltweite Anerkennung verschafften. Er wurde 1893 mit dem Titel eines Päpstlichen Geheimkämmerers geehrt und starb 1897 an einem Bauchtumor, den er nicht operieren ließ.

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Prinz Luitpold von Bayern (1821-1912)
Der mit dem Allgäu am engsten verbundene Angehörige des bayeri- Prinzregent sehen Königshauses war Prinz Luitpold, der – als fünftes Kind König und Jäger Ludwigs I. geboren – keine Thronambitionen hatte und auch sonst dem Leben bei Hofe wenig abgewann. Er ging lieber auf die Jagd.
1851 wurde er Jagdherr im Hintersteiner und im Oberstdorfer Revier; in seinen letzten Jahren hatte er etwa 750 km2 allein im Allgäu zu seiner Verfügung, v. a. im Allgäuer Hauptkamm bis nach Rettenberg. Als Oberstdorf 1865 in Schutt und Asche fiel, unterstützte er den Wiederaufbau, und wenn er zur Jagd kam, brachte er seinen Ge¬hilfen Lederhosen mit – Beginn der bayerischen Tracht im Allgäu.
Der junge Prinz durchlief eine Militärzeit, war später Reichsrat und vertrat seinen menschenscheuen Neffen Ludwig II. bei offiziellen Anlässen. Im Rentenalter, mit 65, fiel ihm als ältestem männlichem Mitglied der Königsfamilie zu, nach dem geheimnisumwitterten Tod Ludwigs II. »des Königreiches Bayern Verweser« zu werden Es dauerte seine Zeit, bis er nicht mehr als Königsmörder galt; mit seiner bescheidenen, leutseligen Art erwarb er sich große Sympathien, und als er am denkwürdigen Datum des 12.12.1912 starb, trauerte das Land (halong bucht vietnam) aufrichtig. Ein Politiker mit Ideen und Statur war Luitpold hingegen nicht, was in den schwierigen Zeiten durchaus problematisch war; so hätte er vor allem dem mörderisch-selbstmörderischen Wilhelminismus Widerpart bieten müssen. Dass in der Revolution 1918 Bayern so rasch und »schmerzlos« von der Monarchie Abschied nahm, dürfte zu einem guten Teil dem Prinzregenten zuzurechnen sein.

Ernst Mayr (1904-2005)
Wirklich berühmt, also allgemein geläufig, ist der Name Ernst Mayr nicht. Doch von der Fachwelt wird der gebürtige Kemptener rund¬weg als der »Darwin des 20. Jh.s« gefeiert. Schon als Kind sehr an der lebendigen Natur interessiert, studierte er in Berlin zunächst Medizin; rasch aber wechselte er zur Zoologie, genauer zur Vogelkunde. Den grundlegenden Anstoß für seine Forscherlaufbahn gaben 1928-1930 Reisen nach Neuguinea und zu den Salomonen, die der vielversprechende Ornithologe für Lord Walter Rothschild und das Berliner Museum für Naturkunde unternahm. Die dort gesammelten Erkenntnisse waren die Basis für die Weiterentwicklung der Darwin-sehen Evolutionslehre: Wo Darwin bei Thesen geblieben war und Fragen offen gelassen hatte, kläre Mayr an vielen Beispielen die Mechanismen der Evolution. 1942 erschien sein Hauptwerk, »Systema- tics and the Origin of Species«, das in einer »synthetischen Theorie der Evolution« Befunde aus Genetik, Paläontologie, Zoologie und Systematik vereinte. Ab 1931 arbeitete er für das American Museum of Natural History in New York, 1953 wechselte er an das Museum for Comparative Zoology an der Universität Harvard. Im Alter von 101 Jahren starb er 2005 in Bedford (Massachusetts).
Sportgrößen aus dem Allgäu
Die Zahl der Sportlerinnen, die sich im Allgäu ihre Sporen verdienten, ist Legende. Verständlicherweise ist die Liste der bekannten Na¬men aus dem Wintersport – Skifahren, Skispringen, Eislauf, Eishockey – besonders lang, aber auch Fußballer und Rennfahrer sind ver-treten. Einige sollen hier erwähnt werden. Überraschend zahlreich sind bei den Wintersportlern die Skiläuferinnen, beginnend bei der legendären Christi Cranz (1914-2004). Ihre Familie hatte nach Be¬ginn des Ersten Weltkriegs Belgien verlassen, und nach etlichen Sta¬tionen ließ sie sich 1947 in Steibis nieder, wo sie mit ihrem Mann eine Skischule betrieb. Mit zwölf Weltmeistertiteln und der Goldme¬daille bei den Olympischen Spielen 1936 in der Kombination gilt sie als erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten. 24 Jahre nach Christi Cranz landete ein 19jähriges Mädchen aus Oberstaufen seinen Coup bei der Abfahrt der Olympischen Spiele in Squaw Valley: Heidi Biebl. Zu ihrer Erfolgsbilanz zählen 15 deutsche Meistertitel und 30 Weltcup- Siege. Mit 25 stieg sie aus, wurde Skilehrerin und eröffnete im hei¬matlichen Oberstaufen ein Kurhotel. In jüngerer Zeit von sich reden machten Pamela Behr (geb. 1956 in Hindelang), und die Schwestern Irene und Maria Epple (geb. 1957 bzw. 1959 in Seeg) mit Olympiame¬daillen und Weltcupsiegen. Unvergessen ist der »schnelle Henne«,
Ernst Jakob Henne aus Weiler (1904-2005), Motorrad- und Autorennfahrer der 1920er-, 1930er-Jah- re, der 76 Geschwindigkeitsweltre¬korde aufstellte und 1928 die Targa Florio gewann. Ein Weltklasse-Fu߬baller war Karl-Heinz Riedle (geb.
1965 in Weiler), der mit Werder Bre¬men und Borussia Dortmund mehrmals deutscher Meister sowie 1990 Weltmeister wurde. Heute betreibt er in Oberstaufen ein Sporthotel, das auch Fußball-Ferienkurse für 6-15- Jährige veranstaltet.

 

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