Geschichte über Allgäu ( Teil 2)

Spätmittelalter • Frühe Neuzeit
Was wenig bekannt ist: Das Allgäu war ein Land (vietnam kambodscha rundreise) der Burgen, über hundert sollen es gewesen sein. Auf ihnen sitzen einstige Dienstmannen und Ministerialen, die sich aus den Lehensbeziehungen großen-teils gelöst haben. Zum Schutz vor den Landesherren gründen sie schon im 14. Jh. Rittergesellschaften, die 1407 in der Reichsritterschaft mit St.-Jörgen-Schild aufgehen. Anlass für deren Gründung ist die Bedrohung durch die Appenzeller Bauern, die sich gegen den St. Galler Abt und Habsburg erfolgreich erhoben haben, ins Allgäu einmarschieren und für Aufruhr sorgen. Als sie 1408 Bregenz bedrohen, können die Ritter sie Zurückschlagen. Um den Landfrieden zu bewahren – d. h. die Wittelsbacher an der Expansion nach Westen zu hindern -, veranlasst Kaiser Fiedrich III. 1488 die Städte und Stände zum Zusammenschluss im Schwäbischen Bund.

Allgaeu Urlaub

Nachdem die stiftskemptischen Bauern schon 1491 den Widerstand geprobt hatten, erheben sich unter dem Einfluss der Reformation (1517 hatte Luther in Wittenberg seine »95 Thesen« veröffentlicht) 1524/1525 die schwäbischen Bauern und ihre Standesgenossen zwischen Bern und Thüringen gegen die Feudalherren. Im Bauernkrieg tritt das Allgäu zum einzigen Mal in den Blick der großen Geschichte: Die »Zwölf Artikel«, die am 15. März 1525 in Memmingen auf der Grundlage evangelisch-christlicher Vorstellungen formuliert werden, gelten als frühes Manifest der Menschenrechte. Unmittelbare Not ist nur zu einem geringen Teil Anlass; allerdings sind die feudalen Lasten – Zinsen, Zehnte, Frondienste – drückend, und als beson¬ders negativ werden die fortschreitende Entrechtung, die Willkür und Erpressung durch die Grundherren vermerkt. Im oberschwä- bisch-allgäuischen Raum formieren sich drei große Gruppen, der Baltringer Haufen, der Seehaufen und der Allgäuer Haufen (Letzterer mit 13 Einzelhaufen). Die v. a. auf Rechtssicherheit zielenden Zwölf Artikel bleiben wirkungslos. Den folgenden kriegerischen Aufstand wirft der Heerführer des Schwäbischen Bundes, Georg Truchsess von Waldburg (»Bauernjörg«), grausam nieder; am 14./15. Juli 1525 wird an der Leubas die letzte Schlacht geschlagen. Man schätzt, dass der Aufstand 100 000 Bauern das Leben gekostet hat. Viele haben alles verloren, ihr Widerstandsgeist ist gebrochen. Bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555, auf dem die Maxime »cuius regio, eius religio«, d. h. soviel wie »Der Landesherr bestimmt die Konfession«, angenommen wird, setzt sich die Lehre Luthers in den schwäbischen Territorien zum Teil und in den meisten Freien Reichsstädten durch, nicht ohne massive katholische Repressalien und protestantische Märtyrer.

Sehen Sie mehr: vietnam kambodscha laos | reiseführer vietnam kambodscha laos |  Circuit baie d’halong | Voyage delta du Mekong | baie d’halong terrestre | visa vietnam en ligne | circuit laos cambodge 3 semaines | croisière vietnam cambodge

Aufgrund der Beziehungen der schwäbischen Reichsstädte zur Schweiz ist der Einfluss Zwinglis stark. In einigen Städten praktiziert man eine Koexistenz, die bis in die
politische Verwaltung reicht. Demgegenüber stellen sich die Wittelsbacher östlich des Lechs auf die Seite des Katholizismus und des Papsttums; Baiern wird zur führenden Macht der Gegenreformation. Großen Einfluss erlangt die 1550 gegründete Universität in Dillingen, die 1563 dem Jesuitenorden übergeben wird. Der Konflikt zwischen den Konfessionen wird bis weit ins 18. Jh. weiterwirken.
Die Gegensätze zwischen Katholiken und Protestanten spalten auch die Territorien in Schwaben. Der 1608 gegründeten Protestantischen Union schließen sich u. a. Memmingen und Kempten an, der 1609 gegründeten Katholischen Liga unter dem bairischen Herzog Maximilian I. der Füstbischof von Augsburg und der Fürstabt von Kemp¬ten. Zwischen 1618 und 1648 leidet das Land (halong bucht vietnam) unter dem Hin und Her der Feldzüge, bei denen sich die Söldner beider Lager an Grausamkeit zu übertrumpfen versuchen, dazu kommt 1630-1632 die Pest. Im Juni 1630 macht Wallenstein Memmingen zum Hauptquartier; im Oktober wird er aber als Oberbefehlshaber des kaiserlichen Heers entlassen. Ab 1632 tobt im Allgäu der Kampf zwischen den Schweden und den Kaiserlichen. Besonders übel geht es in Kempten zu, das in katholisches Stift und protestantische Stadt gespalten ist. Am Ende des Kriegs 1648 ist die Bevölkerung des Allgäus auf etwa ein Drittel geschrumpft, diejenige Kemptens gar auf ein Zehntel.
Zeit des Nach dem Westfälischen Frieden hat das Allgäu etwa 50 Jahre Zeit Absolutismus zur Erholung. Erstaunlicherweise kann der Fürstabt zu Kempten schon 1651 mit dem Bau der neuen prächtigen Residenz beginnen. Auch die Klöster in Irsee (ab 1699), Füssen (1701) und insbesondere Ottobeuren (1711) sowie Weingarten (1715) erstehen unter großem Aufwand neu, nicht zu vergessen einige Schlösser; eine große Zahl von Gotteshäusern wird barock umgestaltet. Ansonsten ist das Allgäu im 18. Jh. Spielball der großen Politik, was für seine Bewohner viel Ungemach bedeutet. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714), den der baierische Kurfürst Max Emanuel mit Frankreich gegen Habsburg führt, werden besonders Memmingen und Kempten, aber auch das Westallgäu bis nach Oberschwaben hinein in Mitleidenschaft gezogen. Weitere Lasten bringen der Österreichische Erbfolgekrieg 1740-1748 und dann die Napoleonischen Kriege zwischen 1796 und 1810, in denen das Allgäu von allen Kontrahenten geplündert wird und Schauplatz regionaler Aufstände gegen die Franzosen ist. Das Mittelalter – so könnte man sagen – endet im Allgäu im Jahr 1775, als in Kempten zum letzten Mal in Deutschland eine »Hexe« enthauptet und verbrannt wird.
Was wäre die reizvolle Allgäuer Landschaft (mekong kreuzfahrt) ohne die vielen einzeln stehenden Bauernhöfe? Zwar ist die Siedlung in verstreuten Höfen und Weilern schon im Mittelalter üblich – 1627 schreibt ein Kempte- ner Pfarrer von der Alleinherrschaft des Allgäuers auf seinem Einödhof doch haben wir hier im Wesentlichen das Ergebnis einer Aktivität vor uns, die zum größten Teil in die Jahre 1769 bis 1802 fällt.
Während die erste bekannte Vereinödung für 1550 dokumentiert ist, werden in diesen Jahren – von insgesamt ca. 1200 – etwa 500 vorgenommen. Zur Vereinödung gehören die Zusammenlegung zu kleiner Parzellen (Flurbereinigung), Aufhebung des Flurzwangs und (nicht immer) die Aussiedlung aus der Dorfgemeinschaft, der »Ausbau«.
Die Bewegung, die sich vom stiftskemptischen Gebiet aus westlich über fast ganz Oberschwaben ausbreitet, gründet nicht auf obrigkeitlicher Anweisung, sondern auf eigener Initiative; erst 1791 erlässt der Kemptener Fürstabt eine regulierende Verordnung. Wenn einmal der Beschluss in einem Dorf gefasst ist, werden z. T. innerhalb weniger Wochen die Grundstücke neu verteilt, gegebenenfalls Höfe abgebrochen und neu aufgebaut, wobei es bemerkenswert wenig Streitfälle gibt. Diese Neuordnung rechtlich-betriebwirtschaftlicher Verhältnisse sorgt für eine Verbesserung der bäuerlichen Einkommen und ist für den Aufstieg der Milchwirtschaft ab 1827 von großer Bedeutung.

19. Jahrhundert

Das 19. Jh. bringt dem Allgäu von Beginn an tiefgreifende Umwäl- Politische Zungen. Nachdem schon 1796 das französische Revolutionsheer bis Neuordnung nach Bayern vorgedrungen war, schlagen am 3. Dez. 1800 Napoleonische Truppen das bayerisch-österreichische Heer bei Hohenlinden.
Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 verlieren Reichsstädte und Hunderte kleiner weltlicher und geistlicher Territorien ihre Unab¬hängigkeit (Mediatisierung, Säkularisation). Der größte Teil des All¬gäus kommt mit Ostschwaben zu Bayern, der kleinere Teil – v. a. die Besitzungen der Fürsten von Waldburg, Isny und Eglofs, dazu 1809 Wangen – zu Württemberg; das Kleinwalsertal wird im Wiener Kon¬gress 1815 österreichisch. Am 1. Jan. 1806 werden das Kurfürsten¬tum Baiern (ab 1825 »Bayern« geschrieben) und das Herzogtum Württemberg von Napoleon zu Königtümern erhoben. Auf diese Weise ist nun das alemannische Allgäu gespalten und zum größeren Teil Bestandteil eines Staats, der politisch und kulturell eine andere Geschichte hat. Damals hieß es weithin: »Wir sind also bayrisch – Gott gnade uns allen!« Im übermächtigen, auf den Münchner Hof zentrierten bayerischen Staat spielt das Allgäu eine periphere Rolle.
Unter dem bayerischen König Maximilian I. (1806-1825) und seinem Minister Maximilian Joseph Graf von Montgelas – dem Schöp¬fer des modernen bayerischen Staats – wird das Land in einer »Revolution von oben« reformiert: Abschaffung von Adelsprivilegien, Rechtsgleichheit, Gleichstellung der christlichen Konfessionen. 1818 fixiert der Monarch in einer der ersten deutschen Verfassungen die bürgerlichen Grundrechte; 1848 wird die Grundherrschaft abgeschafft, die Bauern werden Herren ihres Landes. Allerdings bewirkt die Aufhebung von Fürstentümern und Klöstern eine Provinzialisierung des Landes (mekong flussreisen), das seiner Bildungs- und Kulturzentren beraubt wird. Gerade in bäuerlich geprägten Gebieten wie dem Allgäu hatte der Klerus wichtige Funktionen in puncto Volksbildung und sozialer Fürsorge erfüllt. Die kirchlichen Ländereien helfen nun der Staatskasse wieder auf, Kunstschätze werden verschleppt, wertvolle Bibliotheksbestände nach München geschafft oder als Altpapier verhökert.
Andererseits bereitet die Neuorganisation des Staatswesens den Boden für die großen wirtschaftlichen Umwälzungen im Allgäu des 19. Jh.s, das zunehmend auch von internationalen Einflüssen abhängig wird. Bisher umfasst die Landwirtschaft v. a. eine Viehzucht, die ihre »Produkte« bis nach Italien verkauft, und den Ackerbau zur Selbstversorgung, der Getreide (Hafer, Dinkel, Gerste), Hülsenfrüchte und Kraut liefert, außerdem Flachs, seit dem Mittelalter Grundlage für ein eine florierende Leinenindustrie; kaum ein Bauernhaus gibt es, in dem nicht Männer, Frauen und Kinder Garn spinnen und Stoffe weben. Der blau blühende Flachs ist so verbreitet, dass man vom »blauen Allgäu« spricht. Milch und Käse stellt man nur für den Eigenbedarf her. Seit dem Spätmittelalter haben sich aber die klimatischen Verhältnisse für den Ackerbau verschlechtert, dazu ist die Konkurrenz durch die englische Baumwollindustrie übermächtig: Armut und Not sind die Folge. In dieser Situation sorgen tatkräftige Männer für den neuen Erwerbszweig, der das Bild und den Ruf des Allgäus bis heute prägt: die Milch- und Käseproduktion (►Special S. 192).
Der rasche, große Erfolg beruht auch auf der Gründung des Deutschen Zollvereins 1834 (der übrigens eine Wurzel in einer Denkschrift des Kaufbeurer Fabrikanten Elch von 1819 hat) und dem Ausbau der Infrastruktur, v. a. der Bahnlinie Kaufbeuren-Lindau, die zwischen 1852 und 1854 in Betrieb
geht. Die Industrialisierung beschränkt sich auf wenige größere Orte, anknüpfend vor allem an die bisherige Textilproduktion und die kleine Metallindustrie im Raum Sonthofen. Viele Bewohner wandern in die Industriezentren nördlich der Donau ab oder in die USA aus.
Zur selben Zeit bahnt sich die Entdeckung des Allgäus als Ferienland an. Schon 1782 hatte sich der Augsburger Fürstbishof Clemens Wenzeslaus in einer Sänfte auf den Grünten tragen lassen – mit einem Tross von Hofschranzen und über 50 Bauern als Träger. Auch die Wittelsbacher schätzen die pittoreske Landschaft (vietnam halong bucht tour): Kronprinz Maximilian, später König Max II., lässt sich ab 1832 das Schloss Hohen-schwangau bei Füssen als Wohnsitz erstellen; Prinz Luitpold, passionierter Jäger und später Prinzregent, macht ab 1851 Oberstdorf zu seiner zweiten Heimat; König Ludwig II. gibt dem bayerischen Alpenvorland mit dem Schloss Neuschwanstein, erbaut 1869-1886, das berühmteste Wahrzeichen. Bald kommen mit der Bahn die ersten Sommerfrischler, die sich auf die bequemen Täler beschränken.

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply