Geschichte über Allgäu ( Teil 4)

20./21. Jahrhundert
Der Erste Weltkrieg bereitet einer prosperierenden Zeit unter dem Von 1914 Prinzregenten Luitpold (1886-1912) ein jähes Ende. Über 900000 bis 1945 bayerische Soldaten ziehen in den Krieg, etwa 180 000 kehren nicht mehr heim. Auf Initiative des Kemptener Oberbürgermeisters Otto Merkt – der sich auch in der Heimatpflege große Verdienste erwirbt – wird dort 1921 die Allgäuer Butter- und Käsebörse gegründet, seit 1950 Süddeutsche Butter- und Käsebörse, die heute in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen Angebot und Nachfrage für Butter und Käse ermittelt und so die Grundlage für die Notierung bildet. Das Jahr 1922 sieht ein zweites wichtiges Ereignis in puncto Käse: In Wangen wird der erste Schmelzkäse hergestellt. Der Tourismus wird in der benachteiligten Wirtschaftsregion Allgäu zu einem unverzichtbaren Standbein.

Vergangenheit in Allgaeu

 

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In den Jahren der Inflation verzeichnen die Hütten des Deutschen Alpenvereins einen Gästeboom, und 1934 kommen die ersten »Kraft-durch-Freude«-Urlauber. Auch das KdF-Programm wird bewusst zur Wirtschaftsförderung eingesetzt. 1937 eröffnet Adolf Hitler in Sonthofen die Ordensburg, eine Kaderschule der NSDAP (heute Feldjäger- und Sportschule der Bundeswehr). In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs soll das Allgäu Teil der »Al-penfestung« werden, eine Propagandablase, die dazu führt, dass die US-Truppen nicht nach Berlin marschieren, sondern den Süden Deutschlands einnehmen. Hochkarätige Wissenschaftler – wie die Raketenspezialisten unter Wernher von Braun und Konrad Zuse mit seinem Computer Z 4 – werden nach Hindelang verlagert, wo sie sich vorteilhaft den Amerikanern ergeben können. Der bayerische Teil des Allgäus wird 1945 amerikanisch besetzt, der Von 1945 württembergische französisch. Eine Sonderstellung nimmt der Land (mekong kreuzfahrt) – bis heute kreis Lindau ein, der als einziger in Bayern zur französischen Besatzungszone gehört (in puncto Weinbau und Fußball ist Lindau heute noch »württembergisch«); 1955 wird er wieder Bayern eingegliedert.
Eine große Leistung ist die Aufnahme vieler tausend Flüchtlinge und Vertriebene (in Bayern ca. 1,9 Mio.), durch die die Bevölkerung des Allgäus um fast ein Drittel wächst; im neuen Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz werden ca. 18 000 Menschen aus dem Sudetenland angesiedelt. Die wirtschaftliche Entwicklung des Allgäus nach dem Zweiten Weltkrieg ist vom raschen Schrumpfen der Landwirtschaft – ebenso in der Anzahl der Höfe wie der Beschäftigten – gekennzeichnet, wenn auch in geringerem Maß als im deutschen Durchschnitt.
Parallel dazu geht die Zahl der milchverarbeitenden Betriebe (Molkereien, Käsereien) drastisch zurück, die sich dafür zu Industrieanlagen entwickeln. Aufgefangen werden die Arbeitskräfte vom wachsenden Tourismus (der zweigleisige Broterwerb ist für das Allgäu wichtig) und der mittelständischen Industrie, die in Nachfolge der frühen Allgäuer Tüftler insbesondere mit High-Tech glänzt – auch im Allgäu setzt die bayerische Politik auf eine Verbindung von Tradition und Fortschritt. Die Verwaltungsreform 1972 ordnet die Landkreise neu:
Die Landkreise (vietnam kambodscha rundreise) Oberallgäu, Ostallgäu und Unterallgäu entstehen, Kempten, Memmingen und Kaufbeuren werden kreisfrei, während Lindau in seinen Landkreis eingegliedert wird. Auf württembergi- scher Seite wird der Landkreis Wangen unter Protest der Bevölkerung dem Landkreis Ravensburg zugeschlagen. Gegen Ende des Jahrtausends entsteht am Forggensee bei Füssen ein riesiges Musicaltheater mit 1400 Plätzen. Im Jahr 2000 hat »Ludwig – Sehnsucht nach dem Paradies« Premiere, ab 2003 wird – um dem Zuschauerschwund zu begegnen – »Ludwig2« gegeben, aber 2007 kommt aufgrund unzureichender Besucherzahlen das endgültige Aus. Wenn die Investoren hier ihre Chancen zu optimistisch sahen, so zeigt der gegenwärtige Oberstdorfer Streit um die touristische Zukunft des Orts – in Zeiten des Klimawandels wurden in den letzten Jahren 23 Mio. € in neue Wintersportanlagen investiert, davon ca. 17 Mio. € öffentliche Gelder, mit hohen Folgekosten für die Gemeinde -, wohin die Tourismuswirtschaft im Filz von Lokalpolitikern, Sportfunktionären und privaten Geldgebern gelangen kann. Demgegenüber setzt Bad Hindelang mit dem »Ökomodell Natur 8< Kultur« auf den »sanften« Tourismus; dem drohenden Verfall der Kulturlandschaft und den Existenzproblemen der Bauern will man vor allem mit ökologischer Landwirtschaft und der Direktvermarktung ihrer hochwertigen Produkte entgegenwirken.

 

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