Kunst in Allgäu ( Teil 1 )

Zwischen Spätgotik und Renaissance

Bildende Kunst Aus dem 14. Jh. sind nur wenige künstlerisch bedeutsame Skulpturen zu nennen, so der Christus auf dem Palmesel in der Pfarrkirche von Petersthal (Oy-Mittelberg) und die thronende Madonna in Schloss Rauhenzell (Immenstadt), beide dürften in das frühe 14. Jh. gehören. In den Werken dieser Zeit lässt sich eine kunstlandschaftliche Eigen­art noch kaum feststellen. Erst im 15. und im beginnenden 16. Jh. tritt die Allgäuer Kunst klarer vor Augen. Meister, die in den freien Reichsstädten wie Memmingen und Kaufbeuren ansässig waren, pflegten eigene Stile (kambodscha vietnam rundreise). Um 1420 entstand die überlebensgroße Ton- Madonna in der Buxheimer Pfarrkirche, die als ostschwäbische, viel­leicht augsburgische Arbeit gilt und den »Weichen Stil« repräsentiert.

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Im Allgäu selbst vertrat Hans Strigel d. Ä. den fließenden Weichen Stil mit zartem Kolorit (Verkündigung und Kreuzigung in St. Martin in Memmingen, 1430 bzw. 1445; Schreinaltar in St. Bartholomäus in Zell bei Oberstaufen, 1442). St. Leonhard in Berghofen (bei Sontho­fen) besitzt einen vermutlich von ihm geschaffenen Schreinaltar (1438). Schon in den 1420er-Jahren fertigte der in Reichenhofen bei Leutkirch geborene Hans Multscher seine ersten Arbeiten, eher er 1427 nach Ulm ging. Multscher kannte die frankoflämische Kunst und war mit seinem realistischeren Stil der einflussreichste Bildhauer seiner Zeit in Süddeutschland. Eine Madonna (um 1425) in der Kir­che von Reichenhofen (bei Leutkirch) wird zu seinem Umkreis ge­rechnet. Aus Wurzach stammt eine Folge von Tafelbildern (1437, heute in der Berliner Gemäldegalerie), die wohl als eigenhändige Werke Multschers gelten dürfen. Einige Schnitzer wie der Meister des Füssener Hochaltars (St. Mang, Madonna auf dem südlichen Ta­bernakel) oder der Meister des Imberger Altars gingen vermutlich aus der Werkstatt Multschers hervor. Um 1475/1480 schuf der Ulmer Michel Erhärt den Hochaltar für die Kaufbeurer St. Martinskirche, von dem vier große Schnitzfiguren in der Kirche blieben. Gegen 1500 erlebte die Kunst im Allgäu ihre bis dahin größte Blüte. Zu den hier tätigen Meistern gehörte der in Füssen und Kaufbeuren nach­weisbare Bildschnitzer Jörg Lede­rer, dessen Altäre bis nach Tirol geliefert wurden. Von ihm stam­men wohl die figürlichen Schnitze­reien der Kassettendecke im Ritter­saal des Hohen Schlosses von Füs­sen und Teile des Choraltars der Kaufbeurer Blasiuskirche. Sein 1519 für die Pfarrkirche von Hin­delang geschaffener Hochaltar (heute in Bad Oberdorf) ist mit seiner klar komponierten und tief empfundenen Darstellung der Krö­nung Mariens das Hauptwerk der Allgäuer Skulptur der Zeit. Dort befindet sich auch das qualitätvolle Gemälde einer Madonna von der Fland des Augsburgers Hans Hol­bein d. Ä. Zur gleichen Zeit wie Le­derer war Hans Kels d. Ä. in Kauf­beuren tätig, der stark von der Augsburger Renaissance beeinflusst war. Er schnitzte für König Ferdi­nand I. 1537 ein kostbares Spiel­brett (heute im Kunsthistorischen Museum in Wien). Ihm werden die Figuren der Mutter­gottes und der hll. Coloman und Apollonia in der Kirche St. Coloman bei Schwangau zuge­schrieben, die um 1520 den Ausklang der Spät­gotik im Allgäu markie­ren. Über mehrere Ge­nerationen hinweg war in Memmingen die Ma­lerfamilie Strigel ansäs­sig (s. o. Hans Strigel d. Ä.). Ihr bedeutendster Meister war Bernhard Strigel, der v. a. als Al­tarmaler und Porträtist tätig war (1515 malte er in Wien die Familie Kaiser Maximilians I.). Werke der Strigels sind in Memmingen in den Kirchen St. Martin und Unser Frauen sowie im Strigel-Museum zu sehen. Die Martinskirchebesitzt zudem ein groß­artiges, bald nach 1500 geschaffenes Chorgestühl mit Wangenbüsten, die Memminger Bürger lebensvoll charakterisieren. Möglicherweise aus Memmingen stamm­te der Meister von Ottobeuren, benannt nach den Reliefs im einzig­artigen, eigentümlichen »Parallelfaltenstil«, die im Ottobeurer Klos­termuseum gezeigt werden. Er wird mit dem 1514-1525 in Mem­mingen nachweisbaren Hans Thoman identifiziert.

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Kunst der Renaissance

Architektur Vom künstlerischen Reichtum der Renaissance, die auf antike Gestal­tungsprinzipien zurückgriff, kündet das Rathaus in Memmingen, das 1522 erweitert wurde und 1589 die Fassade mit den drei anmutigen Erkern erhielt (Rokokodekor von 1765). Das alte Rathaus in Lindau wurde im 16. Jh. ebenfalls umgebaut und durch einen Erker zur Stadtseite hin aufgewertet. Der neue Stil verbreitete sich auch auf den zahlreichen schwäbischen Adelssitzen. Das südöstlich von Wan­gen gelegene Schloss Syrgenstein besitzt Räume mit bedeutendem Täfer sowie fein dekorierten Türen, die 1539 unter augsburgischem Einfluss geschaffen wurden. Um 1580 ließen die Schellenberger das Alte Schloss in Kißlegg durch einen Treppengiebel und Rundtürme erweitern. In der Zeit um 1600 wurde bei Leutkirch das Schloss Zeil der Truchsessen von Waldburg als mächtige Vierflügelanlage ge­baut. Das Truchsessenzimmer ge­hört schon der Spätrenaissance an.

Als neuer Kirchentyp kommt in der Reformation die Predigtkirche ohne Chor auf. Als frühester protestantischer Kirchenbau im württembergischen Allgäu wurde die Dreifaltigkeitskirche in Leutkirch von Daniel Schopf errichtet (1615), der sich an der Stadtkirche von Freudenstadt (E.Gunzenhäuser/H.Schickhardt, ab 1599) orientierte.

Eine interessantes Phänomen der beginnenden Neuzeit ist die Ver­breitung des Werks wichtiger Künstler dank neuer Druckverfah­ren. Der aus Kaufbeuren stammen­de Daniel Hopfer (um 1470 bis 1536) stellte die Technik des Waf­fenätzens in den Dienst der Druck­grafik; mit seinen Ätzradierungen auf Eisenplatten hatte er entschei­denden Anteil an der Verbreitung der neuen Bildwirklichkeiten von Dürer, Urs Graf, Hans Burgkmair und Lukas Cranach, aber auch des Italieners Mantegna. Zudem fertigte er Ornamentblätter, die den neuen Stil der italienischen Renaissance bekannt machten. Die Ka­pelle St. Anna in Rohrmoos bei Oberstdorf, die älteste Holzkapelle Bayerns (1568), besitzt einen Altar nach Holzschnitten Dürers und Malerei nach einem Stich von Marten van ITeemskerck. Auch in Genhofen zeigt der Altar (außer spätgotischen Schnitzfiguren in der Art von Jörg Syrlin d. Ä.) auf der Rückseite eine Schmerzensmutter und einen Schmerzensmann nach Dürers Kupferstich B3.

 

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