Kunst und Kultur in Allgäu

Wie wenige andere Gegenden Deutschlands ist das Allgäu von lebendigen Traditionen geprägt. Barocke Kirchen mit Zwiebeltürmen und überwältigendem Stuck- und Freskenschmuck gehören ebenso zum Bild der Landschaft (mekong kreuzfahrt) vor den Bergen wie schöne Trachten, Bauernhäuser und alte Bräuche.
Kunstgeschichte
Die bildende Kunst des Allgäus ist, wie des deutschen Alpenvorlands im ganzen, vor allem von zwei Hochphasen geprägt: dem Übergang vom Spätmittelalter zur Renaissance und der Epoche des Barocks. Augenfällig sind dabei in früherer Zeit die Verbindungen zu den Kunstzentren des nördlich und westlich angrenzenden Schwabens, später zum östlich gelegenen Oberbayern. Zahlreiche ältere Kunstwerke finden sich heute in einem barocken Rahmen, denn viele ältere Bauwerke wurden in späterer Zeit umgestaltet; da und dort lassen z. B. romanische Turmgeschosse und gotische Wandmalereien den älteren Bestand noch erahnen. Unverändert blieben Gebäude in der Regel dann, wenn für einen Neubau kein Geld da war. Bedeutende Kunstdenkmäler findet man vorwiegend in der Nordhälfte des Allgäus mit ihren einstigen Freien Reichsstädten und Klöstern. Demgegenüber ist der gebirgsnahe Süden, der seit alter Zeit naturgemäß schwach besiedelt und dazu sehr arm war, weniger üppig mit Bau- und Kunstzeugnissen gesegnet. Dafür liegen dort die Kirchen und Kapellen oft sehr reizvoll vor der Kulisse der Berge.

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Antike
Unter den Kelten entstanden frühe Siedlungen im Allgäu, das in den vorchristlichen Jahrhunderten spärlich besiedelt blieb. Der wichtigste Ort war das an der Iller gelegene Kempten, das schon in illyrischer und keltischer Zeit existierte. Unter Kaiser Augustus eroberten römische Truppen das Alpenvorland (►S. 38). Durch die entlang des Lechs angelegte Via Claudia Augusta, die Augsburg über Füssen und den Reschenpass mit Trient verband, und eine zum Bodensee führende Straße war die Region an das römische Reich angeschlossen. Vom 1. bis zum 3. Jh. entwickelte sich die provinzialrömische Kultur. Die bedeutendste Stadt war Cambodunum (Kempten), ein Verwaltungszentrum der Provinz Raetia. Die Ausgrabungen lassen die an den Hauptachsen »decumanus« und »cardo« orientierte typisch römische Bauweise erkennen. Die Grundmauern von Forum, Basilika und Statthalterpalast mit Thermen sind im Archäologischen Park Cambodunum konserviert. Bei Burkwang östlich von Isny ist das spätrömische Kastell Vemania noch erkennbar, das im Itinerarium Antonini aus der Zeit Kaiser Caracallas (um 215) erwähnt ist. Auch der Auerberg wurde für ein Kastell genützt. Am Fuß des Tegelbergs bei Schwangau wurde eine römische Villa entdeckt, die vermutlich einem Bergwerksunternehmer gehörte (die Wandmalereien aus dem Badehaus, für Südbayern einzigartig, sind in der Archäologischen Staatssammlung München zu sehen).
Die prunkvolle Kirche des Benediktinerklosters Ottobeuren gilt als Höhe- und Schlusspunkt des süddeutschen Barocks.

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Frühes Mittelalter
In nachrömischer Zeit legten die im 6. Jh. beginnende alemannische Landnahme und die Christianisierung im 1.18. Jh. die Basis für die kulturelle Entwicklung im westlichen Voralpenland (halong bucht). St. Gallen sandte Mönche aus, die erste Kirchen gründeten. Ein Mönch Theodor errichtete um 730 in Kempten eine Missionszelle, 752 entstand dort ein mit Privilegien ausgestattetes königliches Eigenkloster. Der ebenfalls von St. Gallen kommende Magnus, der »Apostel des Allgäus«, errichtete um 748 in Füssen eine Zelle und begann mit der Mission.
Im 8. Jh. wurde auch das Benediktinerkloster Ottobeuren im Anschluss an einen fränkischen Königshof gegründet. In karolingischer Zeit entstand in Lindau ein Benediktinerinnenkloster. Von den Bauten dieser Frühzeit blieb nichts erhalten. Die Buckelquader der sog. Heidenmauer auf der Insel Lindau stammen wohl aus dem 9. Jahrhundert. Allein die außerhalb des Allgäus gelegenen Kirchen auf der Insel Reichenau im Bodensee sowie der St. Gallener Klosterplan vermitteln einen Eindruck von dieser Zeit. Der Blick zur Reichenau ist bedeutsam, da sich in der Ostkrypta von St. Mang in Füssen ottonische Wandmalereien des späten 10. Jh.s erhalten haben, die mit der starken Gestik der dargestellten Missionare Magnus und Gallus der Malerei der Reichenau verwandt sind. Die Umgangskrypta entstand, als eine nun schon dem hl. Mang geweihte Kirche am Platz der ersten Zelle des Magnus errichtet wurde. Die Krypta besitzt einen tonnengewölbten Hallenraum mit Pfeilern und Trapezkapitellen, der mit der Westkrypta des Augsburger Doms vergleichbar ist.
Romanische Kunst
Die aus der Romanik überlieferten Werke geben bereits einen tieferen Einblick in die Kultur der Zeit. Die Kirche St. Georg auf dem Georgenberg bei Germaringen, um 1180 zum Teil aus Tuffsteinquadern erbaut, zeigt an der Apsis die typisch romanischen Dekorationsformen wie Blendbögen auf Halbsäulenvorlagen und Würfelkapitelle. In der Kirche sind figürliche Darstellungen wie die Wandmalereien (v. a. in der Apsis, 13. Jh.), das hölzerne Kreuz im Langhaus (um 1170; Kopie, Original im Bayerischen Nationalmuseum München) und Steinreliefs der Zeit um 1200 zu sehen. Lindau besitzt eine Reihe von Zeugnissen aus romanischer Zeit. Die ehemalige Stiftskirche Mariä Himmelfahrt geht auf eine um 1100 entstandene hirsauische Säu-lenbasilika mit Westturm, Querhaus und Rechteckchor zurück. An der ehemaligen Kirche St. Peter sind im Osten noch Bauteile von Mitte des 12. Jh.s erhalten. Ein um 1200 entstandenes Relief mit einem Seeungeheuer befindet sich an St. Stephan. Auch der alte Lin- dauer Leuchtturm, der Mangturm, entstammt der Romanik. In einigen wenigen Orten des Allgäus datieren Kirchen aus dieser Epoche. In Kempten besteht mit der Keckkapelle aus dem 13. Jh. ein im Kern romanisches Gebäude. In Emmereis bei Rettenberg hat sich mit der Kapelle St. Nikolaus eine ehemalige Chorturmkirche des 12./13. Jh.s teilweise erhalten. In Kaufbeuren besitzt St. Martin noch das romanische Hauptportal. St. Cosmas und Damian in Rauns bei Waltenhofen hat einen spätromanischen Turm. Andere Orte wie Füssen und das Kloster Isny besaßen bedeutende romanische Bauwerke, die Jedoch nicht erhalten sind. Im östlichen Randbereich des Allgäus existiert mit dem 1147 von Herzog Welf VI. gegründeten Prämonstra- tenserkloster Steingaden ein barockisierter Kirchenbau, dessen romanischer Ursprung, eine dreischiffige, querhauslose Pfeilerbasilika, noch gut zu erkennen ist. Die etwas weiter nördlich gelegene Basilika St. Michael in Altenstadt, um 1200 erbaut, ist mit ihrer östlichen Turmfront nicht nur eines der schönsten und geschlossensten romanischen Bauwerke der ganzen Region, sie ist auch eines der ältesten Beispiele für einen vollständig mit Kreuzgratgewölben versehenen Kirchenbau in Bayern. Architektur und Ornamentik verweisen hier auf lombardische Einflüsse. Mit dem zu einer Triumphkreuzgruppe gehörenden großen Kruzifixus (»Großer Gott von Alten-stadt«) und dem Taufbecken sind in der Kirche bedeutende Ausstattungsstücke aus dem frühen 13. Jh. erhalten.
Gotische Architektur
Auffallende Bauten aus der Gotik sind vor allem die Burgen und die Wehranlagen der Städte. Das Hohe Schloss in Füssen wurde ab 1290 unter dem bayerischen Herzog Ludwig begonnen und gegen Ende des 15. Jh.s von den Augsburger Bischöfen repräsentativ ausgebaut. Dem Typus nach gehört die Höhenburg mit Bergfried, drei Flügeln und dem östlichem Mauerring noch dem Hochmittelalter an. In Oflings bei Wangen steht eine Turmburg, deren Untergeschosse in das 12. und 13. Jh. datiert werden. Die Burg Sulzberg (►S. 191), deren imposante Ruine als größte im Allgäu gilt, datiert in die Mitte des 12. Jh.s. Später treten auch die Stadtbefestigungen architektonisch hervor, künden zugleich von der Macht der aufstrebenden Städte. Am Übergang von der Hochzur Spätgotik steht das Kemptner Tor in Memmingen, das 1393 vollendet wurde. Als Wahrzeichen von Kaufbeuren erhebt sich in der Stadtmauer der Fünfknopfturm, der 100 Jahre jünger ist. Die in der Mitte des 12. Jh.s in der Ile-de-France entstandene Gotik kam etwa 80 Jahre später nach Deutschland. Eines der frühesten Zeugnisse in Süddeutschland ist die Dominikanerkirche in Regensburg (um 1230 bis 1300), die das gotische System ganz flächig abwickelt und auf ein Querhaus verzichtet. An diesem schlichten Bautyp der Bettelordenskirche halten die Stadtkirchen des Allgäus und Oberschwabens fest, die dreischiffig, im Langhaus öfter flach gedeckt und entlang der Wände weitgehend ohne Bauzier ausgestattet ist. Die St. Martin geweihten Pfarrkirchen in Kaufbeuren und Memmingen aus dem 15. Jh. sind dafür prominente Beispiele. Höheren Anspruch verkörpert der Chor der Memminger Martinskirche, der unter dem Ulmer Münsterbaumeister Matthäus Böblinger kurz vor 1500 mit spätgotischem Netzgewölbe erbaut wurde. Als qualität- und anspruchsvoller spätgotischer Bau des 15. Jh. spräsentiert sich die Blasiuskirche an der Stadtmauer von Kaufbeuren. Die besterhaltene spätgotische Burg, erbaut 1418-1432, ist die Ruine Hohenfreyberg bei Eisenberg.

 

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