Musik in Allgäu (Teil 1)

VON ALPHORN UND SCHERZZITHER
Wer auf der A7 ins Allgäu kommt, wird auf Höhe der Raststätte »Allgäuer Tor«, die imposanten Allgäuer Alpen schon im Blick, ein Schild am Straßenrand mit einem Alphornbläser vor gebirgigem Hintergrund entdecken. So wird man schon auf die lebendige Allgäuer Musiklandschaft aufmerksam gemacht.
Die ganz eigene Art und Vielfalt der Allgäuer Volksmusik ist in vielen Veranstaltungen zu erfahren, im Bierzelt bei Dorf- und Vereinsfesten, bei Brauchtumsabenden oder beim Marien- oder Adventssingen.
Vielfältige Einflüsse
Was ist das Besondere an der Allgäuer Musik? Im Allgäu sind immer wieder Einflüsse der benachbarten Regionen festzustellen, so aus Oberbayern und Tirol, Vorarlberg und der Schweiz, wodurch aber doch wieder Eigenes entsteht. Gerade wegen der Offenheit der geographischen und gesellschaftlichen Grenzen zeigt die Allgäuer Volksmusik ein besonderes, interessantes Profil. Und: Sie ist stark von Einzelpersonen geprägt. Ob nun ganz traditionell oder auf neuen Wegen, wie sie etwa die »Kerber Brothers Alpenfusion« mit ihrem Stilmix oder der Mundart-Liedermacher Werner Specht aus Lindenberg gehen, in ihrer Musik kommt die Heimatverbundenheit und erdige Kraft der Bewohner dieser Landschaft (ha long bucht vietnam) zum Ausdruck.

Musik in Allgaeu
Das Alphorn
Das eigentümliche Alphorn ist nicht zufällig auf das Schild an der Autobahn geraten, kann es doch als typisches Beispiel für die Musikgeschichte der Region gelten. Das alte Hirten-instrument hat im Allgäu eine über 400-jährige Tradition, was eine Darstellung aus dem Jahr 1568 in der Annakapclle in Rohrmoos bei Oberstdorf belegt. Offenbar kamen die Hirten und Älpler aber allmählich von diesem urtümlichen Instrument ab – das einst als »Telefon« diente so dass es einer Wiederbelebung bedurfte: Nach langer Zeit wurde im Allgäu 1958 zum ersten Mal wieder Alphorn geblasen. Die Initiative dazu ging insbesondere (wieder einmal) vom Heimatpfleger Alfred Weitnauer und von Michael Bredl (1916-1999) aus, der aus dem Bayerischen Wald stammte und zeit seines Lebens mit dem Kiem Pauli (s. u.) befreundet war; er war Lehrer in Hindelang und später verdienstvoller Volksmusikpfleger für Schwaben. Seither ist das Alphorn zu einer Art Markenzeichen des Allgäus geworden, und im August wird an wechselnden Orten das »Allgäuer Alphornbläsertreffen« mit über 200 Teilnehmern abgehalten.

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Bewusste Pflege
Im östlichen Alpenraum, in Österreich und Oberbayern, setzte schon in der ersten Hälfte des 19. Jh.s, eine bewusste »Pflege« von Liedern und Musik der Einheimischen ein, oft initiiert von Adligen wie Herzog Max in Bayern – dem »Zithermaxi«, bekannt auch als Vater der österreichischen Kaiserin Elisabeth (»Sisi«) – oder Erzherzog Johann von Österreich. In Oberbayern hat sich v. a. der Kiem Pauli (Paul Kiem, 1882- 1960), unterstützt von den Wittelsbachern, durch seine große, nachhaltige Sammlertätigkeit um die Volksmusik- und Volksliedpflege verdient gemacht. Im Allgäu sind solche sammlerischen Tätigkeiten, die den Blick auf in der Region ursprünglich Beheimatetes richten, zur gleichen Zeit so gut wie nicht auszumachen. Erst über Kiem Pauli, den Münchner Psychologieprofessor und Musikwissenschaftler Kurt Huber (Mitglied der »Weißen Rose«) und den Musiker Wastl Fanderl kamen entscheidende Impulse aus Oberbayern in den Südwesten Bayerns, wo z. B. der Hindelanger Lehrer Karl Hafner, der Heimatpfleger Max Probst aus Oberstaufen, der Schulleiter Wilhelm Fritz aus dem Kleinwalsertal das Allgäuer Mundartlied mit Neukompositionen belebten und bereicherten. Sie verwandten dazu Texte von Mundartdichtern, weil kaum eigenes Liedgut vorhanden war oder die Bevölkerung auf Tiroler und oberbayerische Lieder »stand« – obwohl 1904 ein Aufruf an alle singfreudigen Allgäuer erging, Lieder aus der Heimat zu sammeln. Die eingesandten Lieder und Weisen wurden in dem Buch »Lieder aus dem Allgäu – Sr. Kgl. Hoheit, dem Prinz-Regenten Luitpold v. Bayern, dem Freunde des Allgäus, in tiefster Ehrfurcht gewidmet« veröffentlicht. Es fand allerdings wenig Anklang. Die Lieder, geprägt von romantisierender Heimatliebe und vaterländischem Geist, waren schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr gefragt. Ein Kennzeichen zahlreicher Allgäuer Lieder, wie man sie heute kennt, ist daher ihre »Jugend«, sie sind meist kaum älter als 80 Jahre, und sowohl Komponist als auch Textdichter sind bekannt.
Instrumentalmusik
Die Neubelebung der instrumentalen Volksmusik setzte im großen Ganzen nach dem Zweiten Weltkrieg ein und verlief ähnlich wie in anderen Gebieten Bayerns. Die Saiteninstrumente (chromatisches) Hackbrett, Zither, Gitarre und Harfe erlebten einen Aufschwung, viele »Stubenmusiken« entstanden. Orientierung boten dort Gruppen wie das Tobi-Reiser-Ensemble aus Salzburg oder die Schönauer Musikanten. Diese Art des »alpenländischen«  Musizierens ist seither auch im Allgäu weit verbreitet. In dieser Tradition (mekong kreuzfahrt) steht das weithin bekannte Kerber-Ensemble aus Oberstaufen, das sich durch viele Eigenkompositionen ein »Allgäuer« Profil schuf. Ein typisches Instrument der Allgäuer Volksmusik ist die Scherrzither, die mit Plektron gespielt wird; um ihre Wiederbelebung hat sich seit den 1950er-Jahren der Oberstdorfer Max Schraudolph verdient gemacht. Die Besaitung besteht in der Regel aus drei Griffsaiten und unterschiedlich vielen frei schwingenden (Bordun-) Saiten. Mit dieser Vorläuferin der Zither ist eine besonders »rassige« Spielweise möglich: durch das »Scherren« (Scharren) mit dem Plektron. Eine weitere, jüngere Allgäuer Eigenart stellt die Trio-Besetzung dar, wie sie seit ca. 1950 (etwa beim Oberstdorfer Trettach-Trio) zu erleben ist: Harmonika, Gitarre, Kontrabass. Die Begleitgitarre wird dabei – in traditionellen Volksmusikkreisen sonst nicht üblich – nicht gezupft, sondern »geschlagen«. Im Oberallgäu finden sich auch Musikanten, die das Spiel auf dem Schweizer Örgele beherrschen, einer Variante des diatonischen Akkordeons. Viele Trios zeichnen sich dazu durch ihre Gesangs- und Jodelkünste und ihre Vielseitigkeit aus und sind in der Region (vietnam kambodscha rundreise) sehr beliebt.

 

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