Reiseziele in Allgäu (Teil 14)

Ottobeuren
Ottobeuren (8000 Einw.), 11 km südöstlich von Memmingen in angenehmer Voralpenlandschaft gelegen, ist ein kleiner Kneipp-Kurort der berühmte »Wasserpfarrer« Sebastian Kneipp wurde schließlich hier geboi’en. Überschaubarkeit und Ruhe, interessante kulturelle Veranstaltungen und eine reizvolle Umgebung machen ihn zur Oase, um neue Kraft zu tanken. Den kleinen Marktplatz mit Rathaus und Touristikamt säumen einige alte Häuser. Doch was die meisten Besucher hierherführt, macht der erste Eindruck – besonders wenn man von Osten kommt – überwältigend klar: das gut 230 m lange Benediktinerkloster, der »schwäbische Escorial« (►O D S. 246).

Ottobeuren in Allgaeu
Das Kloster »Uottinburra«, das der Überlieferung nach von dem alemannischen Adligen Silach im Jahr 764 gegründet und mit Mönchen von der Reichenau und von St. Gallen besetzt worden sein soll, erlangte seit Karl dem Großen durch Schenkungen und Privilegien bald große Bedeutung. 1268 wurde es Reichsstift, eines der wohlhabendsten seiner Art. Im 12. Jh., zur Zeit des Humanismus und wieder nach dem Dreißigjährigen Krieg blühten hier Wissenschaft und Bildung (z. B. gelang dem hier tätigen Mathematiker, Physiker und Geodäten Ulrich Schiegg 1784 der erste Ballonstart in Deutschland). 1542 gründeten die schwäbischen Benediktinerklöster die Ot- tobeurer Hochschule, Keimzelle für die Jesuitenuniversität in Dillin-gen und die Benediktineruniversität in Salzburg. Die Bauten wurden immer wieder erneuert und vergrößert, zuletzt ab 1550. Nach dem Dreißigjährigen Krieg plante man einen Neubau, den der selbstbewusste Abt Rupert II. Neß (1710- 1740) begann und Abt Anselm Erb (1740-1767) fertigstellte. Besonders Ersterer scheute keine Kosten, um ein »modernes« und in jeder Hinsicht geordnetes, praktisch angelegtes, aber auch »angenehmes« Stift zu erstellen. Das fand damals keine allgemeine Anerkennung; der Abt von Neresheim rügte, dass Neß die gebotene Bescheidenheit »weit und unzulässig überschreite «dieser tröstete sich jedoch damit, dass er »zur Ehre der hl. Dreifaltigkeit« baue und den Lohn »von dem lieben Gott allein erwarten« müsse. Das 1000-jährige Gründungsjubiläum des Klosters konnte im soeben fertigestellten Bau gefeiert werden. Nach der Säkularisation 1802 nahm das Kloster 1834 die Arbeit mit dem Segen König Ludwigs I. wieder auf (seit 1918 selbstständige Abtei). Heute leben hier gut 20 Benediktiner, die u. a. Schulen und ein Bildungshaus mit einem breiten Angebot für jedermann betreiben.Im Klosterladen werden u. a. Produkte aus eigener Brennerei und Imkerei verkauft, in der Basilika und im Kaisersaal finden Mai-Okt. Konzerte statt, Orgelkonzerte (gratis) März-Nov. Sa. 16.00 Uhr.

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Später als die Konventsgebäude entstand die Kirche (heute Päpstliche Basilika und Pfarrkirche St. Alexander und St. Theodor). Die grundsätzliche Anlage — Nord-Süd-Ausrichtung, Länge, kreuzförmiger Grundriss mit hoher Vierungskuppel in der Mitte – geht auf den Ottobeurer Pater Christoph Vogt zurück; Entwürfe von Andrea Maini, Dominikus Zimmermann, Joseph Schmuzer und J. J. Herkomer wurden verworfen. 1737 wurde der Grundstein gelegt. Unter Abt Anselm Erb modifizierte der Münchner Hofbaudirektor Joseph Eff- ner 1744 die Pläne im Sinn des französischen Klassizismus; 1727 übernahm Simpert Kraemer, ein Schüler Vogts, und 1748 schließlich der große Johann Michael Fischer die Bauleitung, der zuvor Zwiefalten erstellt hatte. Er änderte den Grundriss kaum, interpretierte aber den Raum durch die Verbindung von klarer Ordnung und lebhafter Bewegung völlig neu. Dessen wunderbares Charakteristikum ist die Doppelstruktur. Steht man unter der Eingangsempore, hat man ein machtvolles, tiefgestaffeltes Langhaus vor sich, dessen breitenbetonter Zentralperspektive die Säulen vor den Seitenschiffen (mekong schiffsreisen) und die fres- kierten Kuppeln mit ihren Gurtbögen Rhythmus geben (► S. 54). Je weiter man nach vorn geht – und vollends in der Vierung -, weitet sich aber ein gewaltiges Querhaus, das mit 58,3 m genauso lang ist wie die drei zentralen Joche des Langhauses. Unter der 35,6 m hohen Vierungskuppel erschließt sich der Grundriss als Zentralbau über einem griechischen Kreuz: Vier gleich majestätische Hallen mit rundem Abschluss erstrecken sich in die vier Himmelsrichtungen, und hier, in der Mitte – so schrieb G. Storz – »scheint der Raum im Licht, zugleich aber auch im Überfließen seiner Fülle und Wohlgestalt wahrhaftig zu schweben«. Die uralte, weniger elegante Form der Basilika setzte sich hier noch einmal gegen den modernen längsovalen Zentralraum nach Art Dominikus Zimmermanns durch (des¬sen berühmte Wieskirche wurde ebenfalls 1766 vollendet); die Otto- beurer Kirche gilt daher als Summe des Barocks. Man beachte in diesem Zusammenhang auch das für Fischer typische ununterbroche-ne, undekorierte Gesims zwischen den Wandarkaden und den Gewölben, das den Grundriss nachzeichnet – wie das Weiß der Wandflächen ein Element der Ruhe gegenüber dem rauschhaften Rokoko der prunkvollen Ausstattung. Bis 1766 arbeiteten an ihr hervorragende Künstler aus dem süddeutschen Raum: Stuck von dem Wessobrunner Johann Michael Feichtmayr, Deckenfresken von den Tiroler Brüdern Johann Jakob und Franz Anton Zeiller (die auch die meisten Altarbilder malten), Altäre, Kanzel und Taufgruppe von Feichtmayr mit Skulpturen von Joseph Christian. Das Chorgestühl, eines der großartigsten in Süddeutschland, ist das Werk von Feichtmayr (Entwurf), Martin Hermann aus Villingen (Schreinerarbeiten) und Joseph Christian aus Riedlingen (Skulpturen, Reliefs), die von 1754 bis 1766 daran arbeiteten. Die Orgeln über dem Gestühl schuf Karl Joseph Riepp (►S. 246). Zu beachten sind auch der farbig gefasste romanische Kruzifixus (um 1200), den schon Abt Anselm Erb auf dem Kreuzaltar in der Vierung aufstellen ließ, und die kleine Elderner Madonna von Anfang des 15. Jh.s im Altar des linken Querschiffs. Die Marienorgel auf der Empore ist ein epochemachendes Steinmeyer-Instrument von 1957 (Überarbeitung Klais, 2002); eine ursprünglich geplante mächtige Orgel wurde aus Geldmangel nicht gebaut, weshalb die Nord-In- nenfassade recht schlicht blieb.
Klostergebäude Nicht weniger prachtvoll ausgestattet ist das in 20-jähriger Bauzeit (1711-1731) errichtete Klostergebäude, ein 142 x 128 m großes Geviert mit drei Höfen und als repräsentativer Eingangsfront ge¬stalteter Westseite. Gemäß den ausdrücklich zugrunde gelegten Zielen »Ordnung« und »Zweckmäßigkeit« sind weltliche und geistliche Bereiche angeordnet: Der Mönchskonvent nimmt den Ostflü¬gel und die anstoßenden Querflügel ein, der mittlere Längstrakt enthält die Verwaltung des Reichsstifts und die Repräsentations¬und Wohnräume des Abtes, der Westflügel den Schul- und Internatsbetrieb und die Repräsentationsräume für die vornehmen Gäste des Stifts. Den Plan lieferte auch hier Christoph Vogt. Höhepunkte sind der Bibliotheks-, der Theater- und der Kaisersaal (►S. 246). Das Klostermuseum dokumentiert Bau-, Kunst- und Kulturgeschichte Ottobeurens, außerdem zeigt hier eine Zweigstelle der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen schwäbische Kunstwerke des 14.-18. Jh.s, die meist für das Kloster geschaffen wurden. Öffnungszeiten.
Zu überirdischen Schönheiten führt die Volkssternwarte, die südlich des Ottobeurener Kurparks liegt, u. a. mit einem 60-cm-Spiegelteleskop. Geöffnet Fr. 19.30 Uhr, Info Tel. (0 83 32) 93 60 58.
Oberkammlach Die stattliche Kirche Maria Himmelfahrt (17. Jh.) in Oberkammlach an der Straße nach Memmingen besitzt noch gotische Fresken vom Vorgängerbau und die Oberkammlacher Weihnacht, ein schönes volkstümliches Holzrelief von 1520/1525.
Katzbrui-Mühle Etwa 10 km südwestlich von Mindelheim liegt Katzbrui mit der ältesten funktionsfähigen Mühle Bayerns, einem bedeutenden Zeugnis bäuerlicher Architektur. Sie wird bereits 1539 erwähnt, der heuti- ge Bau entstand um 1660. Der Ständerbohlenbau besitzt ein Legschindeldach, das letzte im schwäbischen Voralpenland. Auch die technische Einrichtung ist erhalten. (Der größere Anbau datiert von 1874.) Doch nicht nur als Kulturdenkmal ist die Mühle ein beliebtes Ausflugsziel, sondern als idyllischer Gasthof am Bach mit alter Stube und Biergarten. Bier, Brot und Geräuchertes werden selbst gemacht (mit Zimmern, Tel. 0 82 69 / 5 75).

 

Reiseziele in Allgäu (Teil 13)

Memmingen
Memmingen, Hauptort des Unterallgäus und bedeutender Wirtschaftsstandort, war einst eine betuchte Freie Reichsstadt. Eine reizvolle Altstadt und große Kunstschätze, auch in der Umgebung – mit der Kartause Buxheim und dem Benediktinerkloster Ottobeuren -, lohnen den Besuch.
Schon 1506 schickte die Memminger Handelsgesellschaft, im Verein mit den Augsburger Weisem, Schiffe nach Übersee. In dem Flecken an der Kreuzung der Straße von Ulm zum Fernpass und der ost¬westlich verlaufenden Salzstraße hatte Herzog Welf VI. um 1160 eine Burg errichtet. 1268 erhielt er das Stadtrecht und 1438 die Privilegien der Freien Reichsstadt. Der Handel mit lcbens- und kriegswichtigen Gütern – Leder, Eisen, Stoffe, Wein, Salz, Gewürze etc. – machte die Stadt reich; 1347 erzwangen die Handwerker die paritätische Besetzung des Rats durch Patrizier und Zünftler. 1525, im Schwäbischen Bauernkrieg, verabschiedeten die Bauern hier die »Zwölf Artikel«, eine gemäßigte Charta von Menschenrechten, die u. a. die Aufhebung der Leibeigenschaft, des Zehnten und der Frondienste forderte.
Der Dreißigjährige Krieg brachte Hunger und Elend; das katholische Heer unter Wallenstein hielt sich 1630 vier Monate in der Stadt auf (woran mit dem Wallensteinfest alle vier Jahre erinnert wird), 1632 folgte sein Kontrahent, der Protestantenführer König Gustav Adolf von Schweden. Heute ist das wirtschaftsstarke Memmingen Sitz großer Speditionen und bedeutender Industrie, v. a. Maschinenbau,
Elektronik, Wellpappe und Fahrräder, dazu des Weltmarktführers in Gelatine (Gelita AG). Aber auch die Kulturszene muss sich nicht verstecken, mit dem Landestheater Schwaben, dem PIK (Parterretheater im Künerhaus) und dem Jazz Art Memmingen; die moderne Stadthalle und die Eissporthalle sind Rahmen für Opern und Klassik, für Musical und Popkonzerte.

Memmingen in Allgaeu

Sehenswertes in Memmingen
Was für ein Bild muss das gewesen sein: Im 16. Jh. umgab eine 4 km Marktplatz lange Mauer mit nicht weniger als 37 Türmen und Toren die Stadt.
Von der Stadtmauer sind im Westen noch 2,5 km erhalten, von den Toren nur fünf: Ulmer Tor, Westertor, Lindauer Tor, Kempter Tor und Einlaßtor. Im Norden der Altstadt liegt der schöne »schwäbische« Marktplatz, das repräsentative Zentrum der Freien Reichsstadt.
Dienstags und samstags wird hier Markt gehalten, hier treffen sich die Bürger zum Stadtfest, zum Kinderfest und Fischertag. Das prachtvolle Renaissance-Rathaus von 1589 erhielt seinen Rokokoschmuck 1765; links schließt sich das lange Steuerhaus mit Arkaden an (15./16. Jh., Fassadengestaltung 1909) und rechts die Großzunft (1719, Vorgängerbau 15. Jh.), einst Versammlungs- und Ballhaus der Patrizier, heute von der Stadtverwaltung genützt.

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Vom Marktplatz führt die von Laubengängen gesäumte Zangmeister- Straße, die älteste Handelsstraße der Weifenstadt (mit dem Laden der renommierten Confiserie Heilemann), zur Stadtpfarrkirche St. Mar¬tin. Gegenüber deren Chor steht der Hermansbau, ein spätbarocker Palazzo, erstellt 1765/1766 für den im Venedighandel reich gewordenen Kaufmann Benedikt von Herman(n). In den original ausgestat¬teten, prächtigen Räumen illustriert das Stadtmuseum die Geschichte Memmingens und der sudetendeutschen Patenstadt Freudenthal (geöffnet Mai-Okt. Di.-Fr., So. 10.00-12.00, 14.00-16.00 Uhr). ©

Die evangelische Stadtpfarrkirche St. Martin ist eine mächtige Basili¬ka aus der Spätgotik. An ihr wurde über hundert Jahre gebaut, vom 14. Jh. bis 1500, als der Chor nach Plänen des Ulmer Münsterbaumeisters Matthäus ßöblinger fertiggestellt wurde; Erweiterungen und Umgestaltungen folgten. In der Reformation, 1531, wurde die Bilderausstattung fast ganz zerstört. Der größte Schatz der Kirche ist das grandiose Chorgestühl, an dem mehrere Memminger Meister von 1501 bis 1507 arbeiteten. Die 22 lebensvollen Figuren an den Wangen porträtieren Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Die beeindruckenden Wandmalereien, vor und nach der Reformation entstanden, sind ein wichtiges Zeugnis der Memminger Malschule, besonders der Familie Strigel. Die Kirche ist zugänglich in April 11.00-14.00, in Mai-Sept.
10.00-17.00, 1.-15. Okt. 10.00 bis 16.00 Uhr. In Konzerten kann man die moderne Orgel erleben (Goll/Luzern, 1998). Der 66 m ho¬he Turm, ein Wahrzeichen der Stadt, ist von Mai bis Okt. um
15.00 Uhr zu zu ersteigen und bietet einen prachtvollen Ausblick über Stadt und Umgebung. Danach lädt nebenan in der Zangmeis- terstraße die nette Memminger Kaffeestub’ zur Pause.
Südlich von St. Martin liegt der hübsche Martin-Luther-Platz, das geistliche Zentrum der Stadt, mit der Antonierkirche. Die Antoniter waren im Mittelalter ein bedeutender Bettelorden – Ende des 15. Jh.s betrieb er etwa 370 Spitäler in Europa -, der sich der am »Fleiligen Feuer« Erkrankten annahm: einer Vergiftung mit Mutterkorn, einem Pilz, der das Brotgetreide befiel. Die Antonierkirche, seit dem 16. Jh. evangelische Kinderlehrkirche, wurde 1378- 1512 erbaut (nicht zugänglich). Das Nordportal schmückt ein Werk von Bernhard Strigel (um 1520): die Kreuzigung Jesu sowie Szenen aus der Legende des hl. Antonius Eremita; links ist ein am Antoniusfeuer Erkrankter mit amputiertem Bein dargestellt. Westlich am Platz das stattliche vier- flügclige Antonierhaus (Spital) aus dem 15. Jh., in dem außer der Stadtbibliothek zwei Museen ansässig sind: das Antonitermuseum und das Strigel-Museum (geöffnet Di.-Sa. 10.00-12.00, 14.00 bis 16.00, So. 10.00- 16.00 Uhr). Letzteres ist der berühmten Memmin- ger Künstlerdynastie Strigel gewidmet, die im 15./16. Jh. die süd- deutsche Malerei und Bildhauerei prägte: Hans Strigel d. Ä. (geb. um 1400), seine Söhne Hans d. J. und Ivo (1430-1516) sowie, der bedeutendste, der Enkel Bernhard Strigel (um 1465-1528), der v. a. als Porträtist Berühmtheit erlangte. Im atmosphärereichen Innenhof kann man sich bei vorzüglichem Kuchen aus dem Cafe Kunz laben.

MEMMINGEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Stadtinformation
Marktplatz 3, 87700 Memmingen
Tel. (0 83 31) 85 01 72
www.memmingen.de
Gemeindeamt Buxheim Kirchplatz 2, Buxheim Tel. (0 83 31) 97 70-0 www.buxheim.de www.heimatdienst-buxheim.de
Touristikamt Ottobeuren Marktplatz 14, 87724 Ottobeuren Tel. (0 83 32) 92 19 50 www.ottobeuren.de
ALLGÄU AIRPORT
3 km östlich von Memmingen Bus 2 zum Bahnhof Memmingen Tel. (0 83 31) 98 42 00-0 www.allgaeu-airport.de
FESTE UND EVENTS
Memmingen: 2. Mai-Hälfte Bayerische Theatertage. Mai/Juni: Memminger Meile (Kulturfestival). Stadtfest um den 10. Juni, um den 20. Juli Kinder¬fest (Do.) und Fischertag (Sa.). Ende Juli: Wallensteinfest (alle 4 Jahre, wieder 2008).
Ottobeuren: Mai-Okt. Konzerte im Kloster (Karten beim Touristikamt Ottobeuren).
ESSEN
Erschwinglich / Preiswert
® Weinstube Weber am Bach
Memmingen, Untere Bachgasse 2 Tel. (0 83 31) 24 14 Gutbürgerliches, recht gediegenes Restaurant mit schwäbisch-Allgäuer Küche. Kein Ruhetag.
© Zum Goldenen Löwen
Memmingen, Schrannenplatz 2 Tel. (0 83 31) 52 90, Mo. geschlossen Der über 500 Jahre alten Goldene Löwen gilt als schönste Weinstube Memmingens. Ab 18 Uhr geöffnet.
Preiswert
© Zur Krone
Kronburg, Hauptstr. 17 Tel. (0 83 94) 2 37, Mo./Di. geschl. Solider Brauereigasthof, schon 1576 erwähnt und seit 1891 in Familien¬besitz. Wohltuend schlichte Gaststube und Biergarten mit schönem Ausblick über den Illerwinkel. Am 1. Advent wird der Bock angestochen, den es bis in den Mai gibt; im Sommer erfrischt das naturtrübe Zwickelbier.
ÜBERNACHTEN
Komfortabel
© Weißes Ross
Memmingen, Salzstr. 12 Tel. (0 83 31) 9 36-0
wrvw.weissesross.de Gehobenes Hotel in einem stattlichen Haus aus dem 15. Jahrhundert. Die Gastzimmer sind antik bzw. rustikal gestaltet. Man speist im klassischen Restaurant, in wunderbaren Gewöl¬ben oder auf der stimmungsvollen Terrasse.
► Günstig
© Landgasthof Weiherhaus
Buxheim, Am Weiherhaus 13 Tel. (0 83 31) 7 21 23 Südlich von Buxheim am Weiher gelegener, familiengeführter Gasthof mit über 400-jähriger Geschichte. Die Zimmer sind angenehm schlicht¬modern, die Gaststube gemütlich. Man ist stolz auf die besonders große Auswahl an Maultaschen.
@ Zum Mohren
Ottobeuren, Marktplatz 1 Tel. (0 83 32) 92 13-0 www.gasthof-mohren.de Der Gasthof ist über 400 Jahre alt, die Zimmer modern. Die Küche bietet bayerisch-allgäuer Schmankerln wie Krautkrapfen oder Spanferkel in Bockbiersauce.
© Schloss Kronburg
Burgstraße 1, 87758 Kronburg Tel. (0 83 94) 2 71 www.schloss-kronburg.de Fast herrschaftlich, aber zu bürger¬lichen Preisen wohnt man in den modernen, edel ausgestatteten Appartements im Gästehaus des Schlosses südlich von Memmingen.
Die Fugger hatten auch in Memmingen eine Niederlassung: einen mächtigen Vierflügelbau, den Jakob Fugger bis 1591 erstellen ließ. 1630 nahm Wallenstein hier Quartier, 1632 König Gustav Adolf. Nur der Innenhof ist zugänglich, da in Privatbesitz.
Die Kreuzherrenkirche, einst eine zweischiffige gotische Spitalkirche, bekam 1709 ihren großartigen Wessobrunner Stuck, der die Gewölbe wie eine Spitzendecke überzieht. Sie wird als Konzert- und Ausstel¬lungsraum genützt (geöffnet April-Okt. Di.-So. 14.00-17.00, Sa. auch 10.00-12.30 Uhr; mit Cafe). Am Weinmarkt stehen etliche schöne Zunfthäuser, in der Kramerzunft (Nr. 15) wurden die »Zwölf Artikel« des Bauernkriegs verfasst. Das Stadttheater, bis 1802 Zeug-haus, ist Heimat des Landestheaters Schwaben (Spielzeit Sept.-Juni). Das markanteste Haus Memmingens steht am Gerberplatz: das Sie¬bendächerhaus (1601). In seinen vielen luftigen Dachböden hängten die Gerber die Häute zum Trocknen auf. Der Schrannenplatz ent¬stand erst 1951; im 15. Jh. lag hier das Zentrum des Getreidehandels. Das den Platz dominierende Verlagshaus der Memminger Zeitung ist eine der schwersten Bausünden der Nachkriegszeit.
Die erst 1891 wiederentdeckten Wandmalereien in der evangelischen Stadtpfarrkirche Unser Frauen (15. Jh.) in der südlichen Altstadt, geschaffen 1456-1460 von Hans Strigel d. J., zählten zu den bedeu¬tendsten der Zeit in Süddeutschland; zu beachten sind auch die Vor- hallen-Fresken von Hans Strigel d. Ä. und die zauberhafte »Hawan- ger Madonna« von Ivo Strigel (um 1500) links des Chorbogens.
Das Königlich Bayerische Postamt von 1901 am Bahnhof (Bahn- hofstr. 1) fungiert heute als Mewo Kunsthalle (geöffnet Di-So. 10.00 -16.00 Uhr); außer hervorragenden Wechselausstellungen sind hier Werke von Max Unold (1885-1964), einem interessanten Ver-treter der Neuen Sachlichkeit, und Josef Madlener (1881-1967) zu sehen. Letzterer lebte und arbeitete in seinem Geburtsort Amendingen bei Memmingen. Nachdem bekannt wurde, dass J. R. R. Tolkien den Gandalf im »Herrn der Ringe« nach einem Bild Madleners ge¬staltete, wird der romantisierende Landschafts-  (mekong flussfahrten) und Naturmaler gegenwärtig »wiederentdeckt«. Bilder von Max Unold werden auch im Parishaus (Ulmer Str. 9) präsentiert, einem schönen Rokokohaus von 1736 (geöffnet Mi. 15.00- 17.00, Sa./So. 10.00-12.00 Uhr).
Am südöstlichen Stadtrand ist das Benninger Ried interessant, welt¬weit einziger Standort der Riednelke, die von Mai bis in den Hochsommer hinein blüht. Einen Blick wert ist auch die Ricdkapelle (Kapelle zum Hochwürdigen Gut, 17. Jh.), deren Vorgängerbau (1218) durch ein angebliches Hostienwunder veranlasst wurde.
Der ehemalige Bundeswehr-Fliegerhorst in Memmingerberg (östlich von Memmingen) ist zum Verkehrsflugplatz mutiert. Die TUI nützt ihn für Ferienflüge, außerdem ist er im Linienverkehr von Berlin und Hamburg aus zu erreichen. Interessierte Gruppen ab 5 Personen können ihn im Rahmen einer Führung besichtigen; Anmeldung mindestens 2 Wochen vorher unter Tel. (0 83 31) 98 42 00-105.

Baedeker TIPP
Stadtbach und Fischertag
Memmingens »Schlagader« fließt durch die ganze Altstadt: In früheren Zeiten nutzten Handwerker in vielfältiger Weise das Wasser des Stadtbachs, heute säumen ihn nette Läden, Weinstuben und Cafes. Am letzten Samstag vor den Sommerferien wird er beim Fischertag leergefischt – das älteste und größte Spektakel im Kalender der Stadt. Morgens um acht »jucken« tausend männliche Memminger ins Wasser, und wer die größte Forelle erwischt, wird Fischerkönig. Das Fest beginnt aber schon am Abend vorher und dauert am Samstag mit allerhand Kurzweil bis zum Feuerwerk um 23 Uhr.

WUSSTEN SIE SCHON …
Graf Hugo verkaufte das Buxheimer Chorgestühl 1883 zu einem Spottpreis nach Holland. Dann kam es nach London in den Besitz des Direktors der Bank of England. Dieser wiederum schenkte es einem Hospital, das in den 1960er Jahren in die Grafschaft Kent verlegt wurde. Auf dieser Odyssee wurde es mehrfach zersägt, um es den Örtlichkeiten anzupassen, und sogar schwarz lackiert. 1980 konnte der Bezirk Oberschwaben das Gestühl zurückkaufen. Nach langwieriger Restauration zeigt es sich wieder in alter Pracht.

Umgebung von Memmingen
Der westliche Vorort Buxheim (3000 Einw.) besitzt mit dem ehemaligen Kartäuserkloster ein besonderes Kleinod. Die Kartäuser, im Jahr 1084 durch den hl. Bruno von Köln gegründet (Grande Chartreuse bei Grenoble), sind ein kontemplativer Orden, dessen Mönche fast wie Einsiedler unter strengem Schweigen in kargen Zellen leben. Das im 13. Jh. gegründete Buxheimer Chorherrenstift ging 1402 an die Kartäuser, 1548 wurde die Kartause (als einzige) reichsunmittelbar. Nach der Säkularisation kam es in den Besitz der Grafen Waldbott-Bassenheim, die noch im selben Jahrhundert etliche Kunstschätze verkaufte, um ihre hohen Schulden loszuwerden. Seit 1926 ist die heiter und freundlich wirkende Anlage im Besitz der Salesianer, die hier eine bekannte Internatsschule führen. Einige der Zellen sind als Museum zugänglich; hier wird auch die Geschichte des Ordens und des Orts dargestellt. Der Große Kreuzgang durchquerte die Klosterkirche und teilte sie in Mönchschor und Brüderkirche. In Ersterem steht das überwältigende Chorgestühl – das schönste in Süddeutschland -, das der Tiroler Ignaz Waibel von 1684 bis 1689 schuf. Außer überschwenglichen Schmuckformen sind es ausdrucksstarke Figuren von Aposteln, Heiligen und Ordensstiftern, Dämonen und Propheten, die zum genauen Schauen verführen. Auch sonst ist die Kirche eine Augenweide. Ihre Baugeschichte umfasst drei Hauptphasen: Mönchschor
(um 1300) und Langhaus (ab 1402), Umbau und Barockisierung 1680- 1712 mit Stuck und Fresken von den berühmten Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann, 1957 Entfernung des Kreuzgangteils in der Kirche. Dominikus Zimmermann gestaltete ab 1738 auch die Anna-Kapelle um, ein zauber¬haftes Rokoko-Kleinod mit ungewöhnlicher, detailreicher Architektur. Kartause und Kirche sind zugänglich April -Okt. tägl. 10.00-12.00, 14.00 bis 17.00 Uhr (Einlass bis 30 Min. vor Schließung), Nov.-März nur in Führungen (Tel. 0 83 31 / 6 18 04).
Die ans Kloster gebaute Pfarrkirche St. Peter und Paul, ein Werk von Dominikus Zimmermann (ab 1725), ist mit Fresken des fürstkempti¬schen Hofmalers F. G. Hermann und Statuen des Füsseners Anton Sturm ausgestattet; besonders wertvoll ist die berühmte Buxheimer Madonna, eine überlebensgroße gotische Muttergottes aus Terrakotta im sog. Weichen Stil (um 1430). Südlich des Orts kann man am Bux¬heimer Weiher relaxen (mit Strandbad, Restaurant Seegarten und Cafe Wiesengrund beim Campingplatz).
Kunstfreunde sollten von Buxheim aus den Ausflug nach Rot an der Rot und Ochsenhausen nicht auslassen, deren Klöster zu den großen Schätzen der Oberschwäbischen Barockstraße zählen.
Der malerische Illerwinkel südlich von Memmingen wartet mit einer Reihe sehens- und erlebenswerter Dinge auf. In Kronburg thront ein imposantes Renaissance-Schloss auf seinem Berg, vom Vorplatz hat man einen schönen Ausblick über die Allgäuer Hügellandschaft bis zu den Alpen. Baron bzw. Baronin von Vequel-Westernach führen Gäste persönlich durch ihr Reich, zwischen Mai und Okt. gibt es Konzerte (Auskunft ►S. 237). Die Dreifaltigkeitskirche im Dorf, ein Renaissancebau von 1583, erhielt 1786/1787 ihre vornehme klassizis¬tische Ausstattung (Stuck vermutlich von Franz Xaver Feichtmayr).
Auf der Iller zwischen Wagsberg und Maria Steinbach (s. u.) versieht der Fischer-Sepp seit vielen Jahren den Fährbetrieb (Anmeldung ist nötig, Tel. 0 83 94 / 6 65 ab 18 Uhr).
Im westlich von Kronburg gelegenen Illerbeuren entführt das Schwäbische Bauernhofmuseum mit über 30 liebevoll restaurierten Häu- sern aus dem 16.-19. Jh. in früheres Landleben (rundreise vietnam kambodscha) (geöffnet April – 15. Okt. Di.-So. 9.00- 18.00, März sowie 16. Okt.-Nov. Di.-So. 10.00 bis 16.00 Uhr, im Winter nur zu Sonderausstellungen; www.bauern hofmuseum.de). Ort und Museum gehen nahtlos ineinander über, so wurde auch der stolze Gromerhof von 1702 Museumsgaststätte (tägl. geöffnet). Sehr schön ist der Gang von Illerbeuren nach Wagsberg; dann mit der Illerfähre übersetzen (s. o.) und hinauf Maria Steinbach, auf dem Wallfahrtsweg und der alten Bahnstrecke zur Illerbrücke und nach Illerbeuren (ca. 2 Std.).
Jenseits der Iller thront die Wallfahrtskirche Maria Steinbach, eines der schönsten Beispiele des bayerisch-schwäbischen Rokokos. Von einem nicht dokumentierten Baumeister 1746-1754 in Anlehnung an Ideen von Dominikus Zimmermann im Vorarlberger Münsterschema errichtet, prunkt der weite, bewegt-festliche Raum mit Stuck und Altären des Wessobrunners Johann Georg Üblher, die Wand- und Altargemälde schuf der Kemptener Franz Georg Hermann. Ein¬zigartig ist die Anlage der beiden Kanzeln, die Üblher einander gegenüber in die Emporen im 3. Joch integrierte. Die Gottesmutter am Chorbogen links ist das verehrte Gnadenbild. Genauer ansehen sollte man sich auch die sehr ausdrucksvollen Putten, so das »Plärr-« und das »Protzengele« zu Füßen des Gnadenbilds. Im Pfarramt kann man ein kleines Wallfahrsmuseum besichtigen (nach Anmeldung un¬ter Tel. 0 83 94 / 92 40).
Legau Im hübschen Dorf Legau wenige Kilometer südlich ist die Firma Rapunzel ansässig, ein bekannter Hersteller und Vermarkter biologischökologischer Lebensmittel. Gruppen können an Führungen teilnehmen, die Kantine ist Mo.-Fr. mittags auch für Gäste offen, und im Laden kann man einkaufen (Tel. 0 83 30 / 529-0, www.rapunzel.de). Am östlichen Ortsrand überrascht die äußerlich schlichte, kleine Wallfahrtskirche Maria Schnee mit verspieltem Rokoko (Wessobrunner Stuck, Mitgliedern der Familie Bader zugeschrieben) und ungewöhnlichen Details: Im doppelten Hochaltar steht oben das Gnaden¬bild, eine spätgotische Muttergottes (um 1520), und Stuckengel scheinen wie Atlanten das flache Langhausgewölbe zu tragen.
Der beliebte Kneippkurort (5200 Einw.) 14 km südlich von Mem- mingen – in dem Sebastian Kneipp sich beim Kaplan Merkle aufs Studium vorbereitete – ist mit Kursanatorien und weiteren Einrichtungen gut ausgestattet. Am nördlichen Ortsrand lädt das idyllische Bad Clevers am kleinen See. Den hübschen Marktplatz zieren Rathaus (1485), Kapelle von 1723, Kriegerdenkmal und Dorflinde.
Das mächtig aufragende Hohe Schloss geht auf die Herren von Grönenbach (13. Jh.) zurück, war 1260-1384 im Besitz des Klosters Kempten, später der Fugger. Im und beim Schloss finden Konzerte, Ausstellungen und Tagungen statt, u. a. die Kulturwochen im Sommer. Vor dem Schloss liegt der reizvolle und interessante Kreislehrgarten mit Bauern-, Rosen- und Kräutergarten. Die ebenfalls erhöht stehende Stiftskirche St.
Philippus und Jakobus geht auf einen romanischen Bau zurück, der in der Spätgotik 1479 zur dreischif- figen Hallenkirche umgebaut, im 18. Jh. barockisiert und 1887 neo¬gotisch überarbeitet wurde. Bemerkenswert sind hier Epitaphien aus dem 15.-18. Jh., v. a. für das Ge-schlecht der Pappenheimer.
Eine abwechslungsreiche Wanderung mit schönen Ausblicken auf die Illerschleifen und die Alpen (ca. 4 Std.): von Grönenbach westlich über Rothmoos nach Rotkreuz
an der Iller, dann südöstlich – vor- Das Gnadenbild in Maria Steinbach bei an der Ruine Rothenstein -nach Manneberg, am Ostrand des
Grönenbacher Walds entlang (mit Pause im Waldcafe, Do. geschlossen) zurück nach Bad Grönenbach. Am Waldcafe und beim nahen Kornhofer Bänkle hat man eine grandiose Aussicht auf die Berge.

 

Reiseziele in Allgäu (Teil 12)

Marktoberdorf
Das Landstädtchen zwischen Schongau und Kempten, Hauptort des Landkreises Ostallgäu, ist bei Musikfreunden bekannt: Im Barockschloss der Augsburger Fürstbischöfe ist die Bayerische Musikakademie zu Hause, deren Kurse, Konzerte und Wettbewerbe das ganze Jahr über Teilnehmer und Zuhörer aus aller Welt anziehen.
Nachdem »Oberdorf«, das ab 1299 dem Hochstift Augsburg gehörte, im Jahr 1453 das Marktrecht erhalten hatte, nannte es sich »Markt Oberdorf«; als der Ort genau 500 Jahre später zur Stadt erhoben worden war, wurde nur die Schreibweise geändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich hier viele Flüchtlinge nieder, wodurch sich die Einwohnerzahl in wenigen Jahren verdoppelte.

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Marktoberdorf in Allgaeu

Sehenswertes in Marktoberdorf
Über dem Städtchen thronen die Stadtpfarrkirche St. Martin und die Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe. Architekt des recht schlichten Vierflügelbaus (1723- 1728) war der Füssener Johann Georg Fischer. Seit 1985 ist hier die zweite Bayerische Musikakademie ansässig, die im Jahr 150 Kurse aller Art veranstaltet, vor allem für junge Leute. Weltweit anerkannt sind ihre Festivals, die Menschen aus aller Welt zusammenbringen: Festival Musica Sacra International. Internationaler Kammerchor-Wettbewerb. Auch der Lan- Wechsel – ist eine feste Größe im Musikleben. Darüber hinaus finden das ganze Jahr über Konzerte aller Art statt, etwa im Rahmen der Sommerakademie (auch an anderen Orten im Allgäu).
Auch die Kirche St. Martin mit schönem Zwiebelturm ist ein Werk von J. G. Fischer (1732- 1738). Ihr lichter Innenraum bezaubert mit feinem Stuck des Wessobrunners A. Bader (1733) und zartfarbigen Deckengemälden von F. G. Hermann, der u. a. für die Kemptener Fürstbischöfe tätig war; den mächtigen Hauptaltar schuf Leonhard Fischer 1747. Vor der Chornordwand liegt die Grabkapelle für Clemens Wenzeslaus von Sachsen (t 1812), den letzten Augsburger Fürstbischof. Vom Schloss führt eine schöne Lindenallee, die Clemens Wenzeslaus ab 1774 anlegen ließ, 2 km nach Osten zur B 472.
Stadt Im Martinsheim unterhalb des Schlossbergs sind drei Museen untergebracht: Stadtmuseum (Geschichte und Kultur Marktoberdorfs, ge- öffnet Mi. 14.00-16.00, So. 10.00-12.00, 14.00-16.00 Uhr), Rie- sengebirgsmuseum (Volkskunde des Riesengebirges bzw. des Landkreises Hohenelbe, Mi. 10.00-12.00, 13.30-15.30, Fr. 10.00-12.00 Uhr , 1. So. im Monat 10.00-12.00 Uhr) und das Paul-Röder-Mu- seum (v. a. Gemälde des Marktoberdorfers P. Röder, 1896- 1962). In der Ortsmitte sind das Alte Rathaus (1723 von J. G. Fischer umgestaltet), die Städtische Galerie mit schwäbischen Werken des 20. Jh.s und das Heimatmuseum interessant. Letzteres ist im Hartmannhaus untergebracht, einem über 450 Jahre alten Bauernhof (Meichel- backstr. 16, geöffnet am 2. So. im Monat 14.00- 16.30 Uhr und n. V. Tel. 0 83 42 / 9 54 63). Im Norden (halong bucht) liegt an der Schwabenstraße das MODeon, der Kultur- und Musiktempel der Stadt (gutes Restaurant).

Umgebung von Marktoberdorf
Altdorf Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Altdorf 4 km nördlich von Marktoberdorf besitzt schöne Fresken von Matthäus Günther (1748), die ikonographisch und kirchengeschichtlich bemerkenswert sind: Im Chor empfängt der Heilige Geist, dargestellt als attraktiver junger Höfling, Maria als seine Braut. Diese sehr irdische Szene geht auf Visionen der hl. Crescentia zurück (►Kaufbeuren), die auch einige andere Künstler zu vergleichbaren Bildern inspirierten, ungeachtet des deutlichen Verbots des Papstes 1745. Zu beachten sind auch der zartfarbige Wessobrunner Stuck und im neobarocken Hauptaltar (1963) die wunderbaren Fiuurcn von Ignaz Hillpnhrnnd ans Turk- Etwa 14 km nordwestlich von Marktoberdorf (2 km von Aitrang) steht auf aussichtsreichem Buckel über dem Weiler Görwangs die Wallfahrtskirche St. Alban, die im Jahr 1510 begründet und bis 1701 neu errichtet wurde. Von der überaus reichen Ausstattung sind v. a. der Hochaltar (Johann Jakob Herkomer zugeschrieben) und die prachtvolle Holztäferdecke hervorzuheben, bemalt vermutlich von Georg Wassermann (um 1700).

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Ein schöner einstündiger Spaziergang führt vom Marktoberdorfer Schloss auf dem Prälatenweg – zunächst durch die alte Lindenallee – nach Bertoldshofen. Das Dorf überrascht mit der architektonisch ungewöhnlichen und überreich gestalteten Pfarrkirche St. Michael, die ebenfalls Johann Georg Fischer 1727-1731 erbaute. Der Ortspfarrer wünschte sich, nach dem Vorbild von S. Antonio in Padua, eine Kirche mit fünf Kuppeln. Nur die Chorkuppel ist gemauert, die anderen sind aus Holz konstruiert. Bewegter Laub- und Bandelwerk- sluck des Wessobrunners Ignaz Finsterwalder umrahmt die Fresken von A. W. Haffe und M. Woicker (1730- 1733), die Figuren aller Altäre stammen von Ignaz Hillenbrand. Man beachte das Oratorium über der Sakristei: Das Deckenbild, ein Manifest der Gegenreformation, zeigt, wie der Papst die »Irrlehrer« Luther, Calvin, Zwingli und Hus überwältigt. Von 1692 datiert der überlebensgroße hl. Rochus, der einst in der Rochuskapelle stand. Wen es noch nach Natur ver-langt, dem sei die Wanderung zu den Seen weiter östlich empfohlen: über Hausen zu Galgen-, Korb- und Bischofsee, zurück über Selbens- berg (gesamt ca. 3 Std.). Von Bertoldshofen kann man auf dem Prälatenweg zum Auerberg gehen (ca. 3 Std., s. u.).
Der 1056 m hohe Auerberg, der »schwäbische Rigi«, liegt ca. 10 km südöstlich von Marktoberdorf, und zwar (verwaltungsmäßig) halb in Schwaben, halb in Oberbayern – der Blick in alle Richtungen ist großartig. Bei klarem Wetter hat man nicht nur Hunderte von Gipfeln der Allgäuer und Bayerischen Alpen vor sich, selbst Augsburg und die Türme der Münchner Frauenkirche sollen zu erkennen sein. Von Osten kurvt ein Strä߬chen hinauf, eine Herausforderung für Radsportler (von Bernbeuren ca. 280 m Anstieg).
Stötten In Stötten zu Füßen des Auerbergs lohnt sich ein Halt zweifach. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul besitzt im Chor herrlichsten Stuck der Wessobrunner Johann Schmuzer und Sohn Franz (1699); das I.ang- haus des spätgotischen Kirchenbaus wurde von J. J. Herkomer umgestaltet (1720). Im guten Landgasthof Sonne kann man ein Pauschen einlegen (►S. 229).
Wertachtal Zwischen dem Griintensee und Marktoberdorf schlängelt sich die Wertach durch eine hübsche, weitgehend ursprüngliche Landschaft (mekong kreuzfahrt). Besonders bemerkenswert sind der teils schwer zugängliche Bereich zwischen Maria Rain und Görisried (►Nesselwang, S. 255) und der Abschnitt zwischen Görisried und Leuterschach, wo sich die Wertach 70 m tief in einen Molasserücken eingegraben hat; nördlich von Bergers führt ein romantischer Weg ca. 3 km durch die Enge.

Reiseziele in Allgäu (Teil 11)

Lindenberg
Landkreis: Lindau Höhe: 762 mü.d.M.
Einwohnerzahl: 11500
Das Westallgäu: eine bucklige, wald-und-wiesengrüne Welt mit verstreuten Bauernhöfen, das Ganze vor der herrlichen Kulisse der Allgäuer, Vorarlberger und Appenzeller Alpen. Zentrum dieser Landschaft (halong bucht) ist das freundliche Städtchen Lindenberg, das einst für seine Hutindustrie berühmt war.
Lindenberger Pferdehändler – die ihre Tiere bis nach Italien lieferten Lindenberg geshatten im 17. Jh. vermutlich aus Florenz die Technik des Stroh- tern und heute flechtens und Hutnähens mitgebracht, und mit modebedingten Höhen und Tiefen florierte dieser Wirtschaftszweig bis zum Zweiten Weltkrieg. Ende des 19. Jh.s zählte man 34 Strohhut-Fabriken, ein Höhepunkt war das Jahr 1913, in dem ca. 8 Mio. Hüte produziert wurden. Heute existiert nur noch eine Hutfabrik. 1914 wurde Lindenberg – als »lintiberc« im Jahr 857 erstmals erwähnt – zur Stadt erhoben. Wichtige Industriebetriebe sind heute zwei große Käsewerke (Bergland, Bayernland) und die Liebherr-Aerospace, einer der führenden europäischen Hersteller von Flugzeugausrüstungen.

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Lindenberg in Allgaeu

Sehenwertes in Lindenberg und Umgebung
Der Luftkurort in nebelfreier Höhen- und Panoramalage – er gilt als sonnigster Ort Deutschlands – macht mit seiner Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul Eindruck. Die »barocke« Pracht ist allerdings ein Werk des 20. Jh.s (Weihe 1914), und beim genauen Hinsehen erkennt man den Jugendstil. Die Ausmalung besorgte der Goßholzer Künstler Paul Keck. Die alte Pfarrkirche St. Aurelius (1696) mit gotischem Satteldach-Turm besitzt hingegen eine echte Rokoko-Ausstattung. Auf dem Stadtplatz kann man am Samstagvormittag beim Markt in der großen Auswahl regionaler Produkte schwelgen. Im Hutmuseum (geöffnet Febr.-Okt. Mi. 15.00-17.30, So. 10.00 bis © 12.00, Juni-Aug. auch Mo. 10.00-12.00 Uhr) erfährt man alles über die Hutherstellung. Der Waldsee, ein herrlicher Moorsee, lockt mit einem Freibad, im Winter kann man Eisläufen und Eisstockschießen, und die 50 km lange Super-Loipe führt vom Waldsee bis zum Alpsee bei Immenstadt. In Goßholz (Richtung Heimenkirch) hat die traditionsreiche Käsefirma Baldauf ihren Sitz, deren Produkte und Sortiment weit über das Allgäu hinaus geschätzt werden (mit Laden).
Eine lohnende Rundwanderung (ca. 3 Std.) von Lindenberg zu den Scheidegger Wasserfällen, die zu den schönsten Biotopen Bayerns zählen: vom Waldsee nach Allmannsried, dann an der Rappenfluh vorbei südlich nach Kinberg. Unterhalb der B 308 stürzt der Rickenbach in den insgesamt 48 m tiefen Felskessel der Rohrachschlucht.

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Etwas weiter östlich gibt es an der B 308 (Gretenmühle) einen Reptilienzoo mit Tropenhaus (geöffnet April-Okt. tägl. 9.00- 18.00, im ©
Winter So.-Do. 10.00- 17.00 Uhr). Über Bieslings geht man dann nach Scheidegg, dort auf den Blasenberg (s. u.) und schließlich nordöstlich über Buflingsried zurück nach Lindenberg.
Der heilklimatische und Kneipp-Kurort (4200 Einw.) liegt gut 800 m hoch am Nordausläufer des Pfänders auf einem sonnenreichen Plateau – die Sonne scheint hier über 2000 Stunden im Jahr – vor großartigem Bergpanorama, das man besonders schön z. B. vom Blasenberg mit dem Caferestaurant Fünfländerblick genießen kann. Mit dem Bau der Prinzregent-Luitpold-Kinderklinik 1912 entwickelte sich das Dorf, das im Mittelalter dem Kloster St. Gallen und später (bis 1806) zu Österreich gehörte, zum Kur- und Ferienort (halong tours). Im Heimathaus illustriert ein Handwerkermuseum die Vergangenheit des Orts (Anmeldung für eine Führung bei der Kur-verwaltung). Einen Blick wert sind die Kirche St. Gallus (1798), die zwischen 1886 und 1918 ihre »Rokoko«-Ausstattung erhielt, und die Annakapelle mit einer spät¬gotischen »Anna Selbdritt«. In Richtung Scheffau ist das herrlich gelegene AlpenFrei- bad zu finden. Für Wanderungen rund um Scheidegg sind besonders die »Kapellenwege« zu empfehlen (Info bei der Kurverwaltung), ebenso der Gang zum Bilderbuchdorf Scheffau (über Unterstein oder Lindenau, gesamt ca. 10 km). Im dortigen Gasthof Rössle trifft sich – und das im Westallgäu! – ein »König-Ludwig IL-Verein«.
Mit wunderbarem Blick auf den Bodensee und die Schweizer Berge (Säntis) geht man in ca. 3.30 Std. von Scheidegg über Möggers, Trö- gerhöhe und Fürberg zum Gipfel des Pfänders (1062 m). Mit der Seilschwebebahn fährt man nach ►Bregenz hinunter, mit Bus, Bahn oder Schiff nach Lindau und wieder zurück mit dem Bus. Mit dem Fahrrad macht man die Runde in umgekehrter Richtung, denn so fährt man im großen Ganzen immer bergab (ca. 45 km/3.30 Std.).
Auch Weiler ist ein reizvoller Flöhenluftkurort (600-900 m). Am Kirchplatz stehen das Rathaus von 1681 und die Pfarrkirche St. Blasius (1796), ein klassizistischer Saalbau mit Deckenfresken von A.
Brugger. Im Kornhaus sind bäuerliche und handwerkliche Geräte zu sehen, außerdem Werke heimischer Künstler. Im einstigen Gasthof Löwen vermittelt das Westallgäuer Heimatmuseum einen Überblick über die Volkskultur des Ländchens – ein echtes Schmuckkästchen (geöffnet im Sommer Di., Do. 14.30-17.00, Mi., Sa. 10.00-12.00, 14.30-17.00, So. 10.00-12.00 Uhr). Ein riesiger Findling nordöst¬lich von Weiler und der Enschenstein südlich des Orts – von den Einheimischen meist als Menschenstein bezeichnet; er soll einst den Illyrern und später den Römern als Zufluchtsort gedient haben – sind beliebte Ausflugsziele. Letzteren erreicht man am schönsten durch die wildromantische Hausbachklamm, zurück über Krähnberg oder Hagelstein (hin und zurück ca. 2.30 Std.).
Etwa 5 km östlich von Lindenberg, bei Rentershofen, ist ein gewalti- ger Bahndamm zu bestaunen: erbaut zwischen 1847 und 1853 als Teil der Ludwigs-Süd-Nordbahn, mit 901 m Länge, 53 m Höhe, 260 m Sohlbreite und 22 nt Kronenbreite damals der größte der Welt.
Von der B 308 zwischen Simmerberg und ►Oberstaufen hat man an herrliche Ausblicke auf die Schweizer Berge mit dem Säntis.

Baedeker TIPP
Entdeckungen auf der Käsestraße
Nirgendwo im Allgäu liegen so viele kleine Sennereien so dicht beieinander wie im Westallgäu. Auf zehn schönen Radstrecken mit insgesamt über 150 km Länge lässt sich die kulinarische Landschaft (mekong kreuzfahrt) erleben: handwerklich arbeitende Käsereien, Gast- und Bauernhöfe, eine Brauerei und eine Brennerei bieten ihre köstlichen Produkte an. Informationen bei den Verkehrsbüros, unter Tel. (0 83 82) 2 70-136 und www.westallgaeuer-kaesestrasse.de.

LINDENBERG ERLEBEN
AUSKUNFT
Tourist-Information Stadtplatz 1, 88161 Lindenberg Tel. (0 83 81) 8 03-28 www.lindenberg.de
Kurverwaltung
Rathausplatz 4, 88175 Scheidegg
Tel. 0800 8 89 95 55 www.scheidegg.de
Kur- und Gästeamt Hauptstr. 14, 88171 Weiler Tel. (0 83 87) 39 15-0 www.weiler-tourismus.de

FESTE UND EVENTS
Fasnacht: Großes Narrentreffen in Scheidegg. So. nach Aschermittwoch: Funkenfeuer. Anf. Mai: Lindenberger Hut-Tag. Letzter Juni-Fr.: Openair- Musik in Weiler. Im Sommer klassische Konzerte in Scheidegg. Letzter Aug.-Sa.: Internationales Käse- und Gourmetfest Lindenberg. 2. Sept.-So.: Großer Handwerkermarkt in Weiler. 2. Okt.-Sonntag: Wendelinsritt in Scheidegg (zum Kinberg).

ESSEN
Fein & teuer
Lanz
Stockenweiler, 88138 Hergensweiler Tel. (0 83 88) 2 43 www.restaurant-lanz.de Das elegantes Restaurant im unscheinbaren Haus ist seit langem »die« feine Adresse des Westallgäus. Haute Cuisine mit Allgäuer Einschlägen, Spezialität sind Fisch und Krebse aus eigener Zucht. Geöffnet Fr.-Di. ab 18.00 Uhr.
Preiswert
Zum Hirschen
Scheidegg, Kirchstr. 1
Tel. (0 83 81) 21 19 300 Jahre alter, geschmackvoll renovierter Gasthof in der Ortsmitte. Serviert werden verfeinerte Allgäuer Spezialitäten. Di.abend und Mi. geschlossen.
Bräustatt und Taferne
Simmerberg, Ellhofer Str. 2 Tel. (0 83 87) 38 06 Stattliches Brauereigebäude von 1897 mit »Erlebnisbrauerei« und Biergarten, große Speisekarte.

ÜBERNACHTEN
Komfortabel / Luxus
Tannenhof
Weiler, Lindenberger Str. 33 Tel. (0 83 87) 12 35 www.tannenhof.com Großes Kur- und Sporthotel im neuzeitlichen Alpenstil, mit Badelandschaft (vietnam halong bucht urlaub), Therapie-, Fitness- und Beauty- Zentrum, Tennisplätzen und vielem anderem mehr. Gediegen- rustikale Restaurants.

Komfortabel
Hotel Waldsee
Lindenberg, Austraße 41 Tel. (0 83 81) 92 61-0 www.hotel-waldsee.de Feines Haus im Villenstil unmittelbar am schönen Moorsee, mit eleganter, dennoch heimeliger Atmosphäre. Das Restaurant überzeugt mit leichter internationaler und Allgäuer Küche.

Günstig
Adler
Ellhofen, Neideggstr. 1 Tel. (0 83 84) 3 72 Aus dem einstigen Amtshaus des Deutschen Ordens von 1570 wurde ein familiärer Gasthof mit angenehmen Zimmern. Es kocht der Chef.

Reiseziele in Allgäu (Teil 10)

Lindau

»Glückseliges Lindau!« Die überschwänglichen Gefühle Friedrich Hölderlins bei seiner Heimkehr aus der Schweiz 1801 sind ohne Weiteres nachzuvollziehen: Das zauberhafte »schwäbische Vene­dig« im Bodensee, vor der herrlichen Kulisse der Vorarlberger und der Appenzeller Alpen gelegen, sucht seinesgleichen.

Die ehemalige Reichsstadt Lindau besteht aus der »Gartenstadt« auf dem Festland – mit diversen Wohnvororten und kleineren Industrie­arealen – und der malerischen Altstadt auf der 62 ha großen Insel,

die eine Straßenbrücke und ein 1853 angelegter Bahndamm mit dem Festland verbinden. Nur zu verständlich, dass Lindau seit langem ein gut besuchtes Ferienziel ist; dennoch hat es ein angenehmes Flair be­wahrt. Auch als Tagungsort ist die Inselstadt beliebt: So treffen sich hier seit 1950 jedes Jahr Nobelpreisträger aus aller Welt, bekannt sind auch die Psychotherapie-Wochen.

Der Name des aus einer Fischersiedlung hervorgegangenen Orts geht  auf das im 9. Jh. gegründete Damenstift »Unserer Lieben Frau unter den Linden« zurück (1802 aufgehoben).

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Auf der stimmungsvollen, an Sommerabenden illuminierten Hafenpromenade trifft sich alle Welt. Hier legen die Schiffe der Bodensee­flotte zu Linien- und Ausflugsfahrten ab, hier liegen Hunderte von Sprotbooten. 1811/1812 angelegt, erhielt der Hafen zwischen 1853 und 1856 sein heutiges Gesicht. An seiner Nordseite steht der Alte Leuchtturm (Mangturm), ein Rest der Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert. Die Molen, die den Hafen umschließen, werden von den Wahrzeichen Lindaus bekrönt, dem Neuen Leuchtturm und dem bayerischen Löwen aus Kelheimer Marmor (beide 1856). Den 6 m hohen Löwen schuf Johann von Halbig. Wer die 139 Stufen des 33 m hohen Leuchtturms überwindet, wird mit einer herrlichen Aus­sicht belohnt.Ein groteskes Kuriosum: Der Hafen gehört nicht der Stadt Lindau – er war im Besitz der Deutschen Bundesbahn und wurde 2002 mit den Bodensee-Schiffsbetrieben an die KonstanzerStadtwerke verkauft. Trotz Lindauer Vorkaufsrecht weigern sich diese

WUSSTEN SIE SCHON …

Dass Lindau heute zu Bayern gehört, ist Resultat einiger kurioser »Schlenker« der Geschichte. Nachdem Napoleon die alte Staatenordnung zerstört hatte, wurde die Reichsfreiheit Lindaus 1802 aufgehoben; Landesherr wurde Karl von Bretzenheim, ein unehelicher Sohn des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor. Er gab Lindau zwei Jahre später im Tausch an Österreich ab, dieses wiederum musste die Stadt 1805 an das mit Napoleon verbündete Bayern abtreten. Im Zweiten Weltkrieg wurde Lindau von den Franzosen besetzt, die einen Korridor nach Österreich brauchten (das Allgäu und Schwaben hingegen von den USA), und erst 1955 wurde es – nach kurzer Zeit der Ouasi-Selbstständinkeit — dpm Frpistaat Ravprn pinnpnliprlprt

Lindau in Allgaeu

Altstadt

Der stattliche denkmalgeschützte Jugendstil-Bahnhof (1913- 1922) lässt noch erkennen, welche Bedeutung Lindau einst als Endpunkt der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn hatte. Auch wenn er dem Verfall preis­gegeben ist, lohnt er einen Blick; seit Jahren plant man einen Neubau auf dem Festland in Reutin, der alte Bahnhof wird vielleicht zum lägungshotel umgebaut. In der Nähe steht ein weiteres Wahrzeichen Lindaus, der markante, schöne Diebsturm (Malefizturm, um 1370), ein Rest der Stadtbefestigung. Die benachbarte Peterskirche, die in die Zeit um 1000 zurückgeht, wurde 1928 zur Kriegergedenkstätte umgestaltet. Die Nordwand zieren Fresken (um 1490), die Hans Hol­bein d. Ä. zugeschrieben werden (umstritten). Von den 19 Bildern stellen zwölf Passionsszenen dar; im 12. Bild auf dem Ärmel der Magdalena findet man die Signatur »HH«.

Die Straßen in der malerischen Altstadt sind von Gotik, Renaissanceund Barock geprägt. Besonders schön ist die Maximilianstraße, die Hauptachse, mit prachtvollen Patrizierhäusern wie »Sünfzen«, »Re­genbogen«, »Bären«, »Schnegg« und »Pflug«, mit Erkern, Lauben­gängen (»Brodlauben«), Brunnen und Cafes. Das Haus mit dem sprechenden Namen »Sünfzen« (soviel wie »schlürfen«), auch heute ein gemütliches, beliebtes Lokal, war im 14. Jh. Gesellschaftsbaus der Patrizier. Sehr malerisch ist das 2 m breite mittelalterliche Zitronen- gässle, das nördlich zur Grub hinunterführt.

Auf dem Bismarckplatz vor dem Alten Rathaus versammelt sich beim alljährlichen Kinderfest Lindaus Nachwuchs. Erbaut 1422 bis 1436, bekam es zwi­schen 1540 und 1578 den Trep­penaufgang und die Ratslaube; die prächtige Gestaltung mit Szenen aus der Lindauer Ge­schichte hingegen ist eine Zutat des mittelalterbegeisterten 19. Jh.s (J. Widmann, 1885- 1887). Der kostbare gotische Ratsaal, in dem Ende des 15. Jh.s der Reichstag stattfand, ist in Füh- rungen zugänglich. Im Alten Rathaus sind auch das Stadtar­chiv und die Reichsstädtische Bibliothek untergebracht, die über 23 000 Werke vom 14. Jh. bis zur Gegenwart besitzt. Den Reichsplatz vor der Südfront – eigentlich die Hauptfassade – schmückt der Lindavia-Brunnen von 1884.

Den Marktplatz mit einem Neptunbrunnen von 1841 (Markttage sind Mittwoch und Samstag) dominiert das Haus zum Cavazzen (er­richtet 1729-1730 von Jakob Grubenmann aus Teufen im Appen­zell), das als schönstes Bürgerhaus am Bodensee gilt. Prachtvoll sind das Portal mit Pfeilern, Säulen und Volutengiebel sowie die rötlich­graue Scheinarchitektur. Das Stadtmuseum demonstriert hier Wohn­kultur vom 15. Jh. bis zum Jugendstil, auch sind Gemälde und Skulp-turen vom 15. bis 18. Jh. zu sehen. Eine Besonderheit ist die Samm­lung mechanischer Musikinstrumente. Der reiche grafische Bestand wird in Wechselausstellungen gezeigt. Geöffnet April-Okt. Di.-So. © 11.00-17.00 (Sa. ab 14.00 Uhr). Grubenmann erbaute zur selben Zeit auch das noble Haus zum Baumgarten an der Nordseitc des Platzes. Das rechterhand anschließende Heilig-Geist-Spital an der Schmiedgasse geht bis ins 12./13. Jh. zurück; seine heutige Gestalt bekam es ab 1811 durch Zusammenfassung von sieben Häusern.

Dem Cavazzen gegenüber stehen (links) die evangelische Stadtpfarr-kirche St. Stephan und die katholische Stiftskirche. Erstere geht ins Jahr 1180 zurück und wurde 1781- 1783 umgestaltet, die alte Aus­stattung in der Reformation 1530 zerstört. Der feine, recht unprotes­tantische Rokokostuck, die Kanzel und der Taufstein datieren von 1781, ebenso das ungewöhnliche eichene Kirchengestühl mit um­klappbaren Lehnen. Zu beachten sind die beiden großen Epitaphien im Chor, für den kaiserlichen Rat Daniel Heider und dessen Sohn Valentin: Letzterer stiftete nach dem Dreißigjährigen Krieg 1655 das Kinderfest, »das« Lindauer Fest schlechthin.

Die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, das Gotteshaus des reichsfürst-lich-freiweltlichen Damenstifts, entstand 1748-1752 aus der 1728 zerstörten Kirche des 12. Jh.s. Verantwortlich zeichnete der bedeu­tende Deutschordens-Baumeister Johann Caspar Bagnato, der rund um den Bodensee tätig war. Der Stuck und die Fresken der Rokoko­zeit stammen von F. Pozzi bzw. G. Appiani, die Altäre gestaltete der Wessobrunner Georg Gigl. Die guten Appiani-Deckenfresken wurden nach einem Brand 1922 vereinfacht durch Waldemar Kolmsperger ersetzt, und als die Langhausdecke 1987 abgestürzt war, wurden die Kolmsperger-Fresken rekonst­ruiert. Das Gebäude südlich der Kirche (Amtsgericht / Landrats­amt) ist das ehemalige Damen­stift von 1734; den Rokoko- Festsaal im dritten Stock, der für Konzerte und andere kul­turelle Veranstaltungen genützt wird, ziert ein Deckenfresko von F. A. Spiegler (»Glaube, Liebe, Hoffnung«, 1736).

Durch die Schmiedgasse – linker Hand das Heilig-Geist-Spital – fla­niert man zum »Entree« der Insel, dem schönen Stadtgarten. Hier steht am Eck die Heidenmauer mit ihren dunklen Buckelquadern, ein Rest der Stadtbefestigung, vermutlich aus dem 9. Jahrhundert. Die im Jahr 2000 eröffnete neue Spielbank ersetzte den atmosphäre­reichen Bau aus den 1950er-Jahren; in dem Zylinder liegt ein Groß­teil der Nutzfläche unter dem Bodenniveau. Auf der Terrasse ihres Restaurants sitzt man sehr schön.

Zum Hafen zurück spaziert man durch die hübsche Fischergasse.

Der dreiflügelige Komplex an ihren Beginn war einst die Maxkaserne (1805). Der benachbarte stilvolle Gasthof Alte Post geht auf die Post­station zurück, von der bis 1824 der »Mailänder Bote« jede Woche auf seine Reise über die Alpen ging. Ein wunderbarer Platz, um den Blick über den See zu genießen, ist die Gerberschanze, die Anfang des 17. Jhs. angelegt wurde. Das Stadttheater ist in der ehemaligen Barfüßerkirche zu Hause; das um 1220 gegründete Kloster des Bet­telordens wurde 1528 in der Reformation aufgehoben, die (seitdem protestantische) Kirche 1798 profaniert.

Besonders am frühen Abend, zum Sonnenuntergang, lohnt der Bum­mel um die Hintere Insel, von der Leuchtturmmole am Ufer entlang. Der (noch) von den Bahngleisen abgetrennte Westteil der Insel war im Mittelalter Gemüse- und Weingarten und wurde erst im 16. Jh. in die Stadtbefestigung einbezogen. Auch später diente sie handfesten Zwecken: Wo heute die Bodenseeklinik des bekannten Schönheits­chirurgen Prof. W. Mang steht, lag bis 1969 das Bahnbetriebswerk mit großem Lokschuppen; die Luitpoldkaserne von 1901 wurde zum Bildungszentrum umgestaltet.

Nordwestlich der Insel erstreckt sich die »Bayerische Riviera«, der Vorort Bad Schachen mit herrlichen alten Parks: Hier ließen sich im 19. Jh. Mitglieder des bayerischen Königshauses und reiche Bürger prachtvolle Villen bauen.

Nördlich von Esseratsweiler, nahe der Argen, thront in schöner Um­gebung das Schloss Achberg. Erbaut 1693-1700 für den Deutsch­ordenskomtur Franz Benedikt Freiherr von Baden, besitzt es einen barocken Rittersaal mit einer prachtvollen Stuckdecke, den man

u. a. bei Konzerten erleben kann. Geöffnet Ende April-Mitte Okt. Fr. 14.00- 18.00, Sa., So. 10.00- 18.00 Uhr; fürs leibliche Wohl sorgt die »Alte Schlossküche«. Info unterwww.landkreis-ravensburg.de.

Für die klassische Wanderung über den Pfänder von Bregenz nach Scheidegg oder umgekehrt ►Lindenberg.

Man sollte es sich nicht nehmen lassen, vom Schiff (mekong schiffsreisen) aus die Ort- und Landschaften am See zu bewundern. Ein überaus hübsches Ensemble bildet die kleine Halbinsel von Wasserburg (5 km westlich von Lin­dau) mit Kirche, Schloss und »Malhaus«. Bis 1705 war sie tatsächlich eine Insel. St. Georg geht, wie noch zu erkennen, auf eine Art Kir­chenburg des 11. Jh.s zurück. Den schönen bayerischen Zwiebelturm bekam sie 1656; dessen Untergeschoss und der Chor der Kirche da­tieren von Ende des 14. Jh.s, das Langhaus aus dem 16. Jahrhundert.

Im öffentlich zugänglichen Lindenhofpark steht die Villa Lindenhof, erbaut 1845 als Sommerresidenz des Lindauer Kaufmanns F. Gruber, heute eine Niederlassung von Pax Christi, der Internationalen Katho­lischen Friedensbewegung (geöffnet April-Okt. Di.-Sa. 10.00 bis © 13.00, 14.00- 17.00 Uhr, www.friedens-raeume.de).

Umgebung von Lindau

Eine angenehme Wanderung führt zum schönsten Aussichtspunkt im Lindauer Hinterland. Von der Brauerei Steig im Stadtteil Reutin (Steigstraße) nimmt man den Weg über Streiteisfingen oder durch den malerischen Rickenbach-Tobel, dann unter der B 31 hindurch und hinauf auf die Weißensberger Halde. Ein großartiges Panorama – Pfänder, Bregenzerwald, Bodensee und Appenzellerland mit dem Säntis – ist reicher Lohn für die kleine Mühe. Das Kapellchen dort oben stiftete 1870 Prinzregent Luitpold zum Andenken an seine Ge­mahlin Auguste, Prinzessin der Toskana und Erzherzogin von Öster­reich, die 1864 im Alter von 39 Jahren gestorben war. Man braucht ca. 1 Std.; von Weißensberg mit dem RBA-Bus zurück nach Lindau.

Zwischen dem Bodensee und der Argen dehnt sich eine (besonders im Frühjahr, wenn die Obstbäume blühen) zauberhafte, bucklige Welt aus. Die eigentümlichen, meist ovalen Hügel, »Drumlins« ge-nannt, sind Produkte der eiszeitlichen Vergletscherung. Am besten lernt man sie auf einer schönen Runde mit dem Rad kennen, für die man etwa 3 Std. Fahrzeit rechnen muss (30 km): Von der Insel am See entlang nach Kressbronn, dann nordöstlich über Gattnau zum Schiein- und Degersee (Badesachen mitnehmen!), über Oberreitnau und Hoyren zurück nach Lindau. In Oberreitnau lohnt ein Blick in die ursprünglich spätgotische Kirche St. Pelagius (Chor 1699, Lang­haus 18. Jh.) mit barockem Hochaltar (um 1700); über dem Chor­bogen das Wappen des Stifts Lindau. Anschließend kehrt man im ge­diegenen Gasthof Adler – in prachtvollem Fachwerkbau von 1560 – oder seinem Biergarten ein (Do. geschl., Tel. 0 83 82 / 52 68).

Aufgrund des Brandes 1815 ist von der früheren Ausstattung wenig erhalten, so die Pietä von 1705 und der rechte Seitenaltar (1749).

Stuck und Wandmalerei wurden 1918-1920 erneuert. Im Schloss, heute ein Hotel, residierten als Herren von Wasserburg ab 1537 die Grafen von Montfort, von 1592 bis 1755 die Fugger. Im Malhaus (1597) ist das Heimatmuseum untergebracht (geöffnet Mitte April © bis Okt. Di. bis Sa. 10.30- 12.30, Mi. und Sa. auch 14.30- 17.00, So.

10.00-17.00 Uhr). Horst Wolfram Geißler (1893-1983), der das zauberhafte Buch vom »Lieben Augustin« schrieb – auch heute eine nette Urlaubslektüre -, ist auf dem Friedhof bestattet. Im Haus ge­genüber dem Bahnhof, früher der Gasthof Walserhof, kam 1927 der Schriftsteller Martin Walser zu Welt. Sehr schön ist ein Spaziergang durch das reizvolle Hinterland (rundreise vietnam kambodscha) mit seinen Obstplantagen.

Gute Weine wachsen im benachbarten Nonnenhorn, der letztenbayerischen Gemeinde am See. Von der langen Weinbautradition zeugt in Ortsmitte der Torkel von 1591, eine mächtige Traubenpres­se, die älteste am Bodensee. Einen Blick wert ist auch die benachbar­te spätgotische Kapelle St. Jakobus (15. Jh.) mit beachtlichen Schnitz­figuren; dem Meister des Imberger Altars werden Johannes der Täu­fer und die hl. Katharina zugeschrieben (um 1480). Vor der Kapelle erinnert ein Gedenkstein an die »Seegfrörne« des Jahres 1880. Zuletzt fror der Bodensee im Februar 1963 ganz zu. Die Staatliche Fischbrut­anstalt in Nonnenhorn, eine von fünf am Obersee, sorgt dafür, dass den rund 150 Berufsfischern und den Tausenden Freizeitanglern die Felchen, Barsche, Seeforellen und Saiblinge nicht ausgehen.

Baedeker tipp

Lindauer Badefreuden

Außer den großen, schönen Strandbädern »Linden­hofbad« in Bad Schachen und »Eichwald« in Reutin besitzt Lindau zwei echte alte Badeanstalten: das Römerbad auf der Insel unmittelbar östlich des Hafens und das Aeschacher Bad am Festlandsufer beim Bahndamm.

LINDAU ERLEBEN

AUSKUNFT

Verkehrsverein Lindau Ludwigstr. 68, 88131 Lindau Tel. (0 83 82) 26 00 30 www.lindau.de

PARKEN

Am besten parkt man auf dem Fest­land vor der Seebrücke (Shuttle-Bus zur Insel), bei der Inselhalle oder auf der Hinteren Insel (Zufahrt über die Thiersch-Brücke).

SCHIFFSVERKEHR

Bodensee-Schiffsbetriebe Tel. (0 83 82) 48 98 www.bsb-online.com

FESTE UND EVENTS

Mai: Bodensee-Festival (Konzerte, Theater, Kleinkunst). Mitte Juni: Nacht-Segelregatta »Rund um« mit Hafenfest. Mitte Juli: Stadtfest. Im Juli (Mi. vor den Sommerferien) feiern die Kinder seit 1655 ihr großes Fest: Vormittags ziehen sie zum Alten Rathaus auf der Insel, nachmittags gibt es in den Stadtteilen Wettbewerbe und Volksbelustigungen; traditionell erhal­ten die Kinder eine sog. Butschelle aus Hefeteig. Ende Juli: »Umsonst und draußen« auf der Hinteren Insel. Anfang Nov.: Jahrmarkt auf der Insel.

ESSEN

► Fein & teuer

® Hoyerberg Schlössle

Hoyerbergstr. 64 (Festland)

Tel. (0 83 82) 2 52 95 Gourmetrestaurant auf dem Hoyer­berg: eines der schönsten Panoramen der Welt. Mo./Di.mittag geschlossen.

© Schachener Hof

Schachener Str. 76 (Festland)

Tel. (082 83) 31 16, Di./Mi. geschl.

Schwäbische und internationale Haute Cuisine, alles vom Feinsten – vom Guide Michelin mit einem Bib Gour- mand ausgezeichnet. Besonders schön speist man im großen Garten. Hotel mit stilvoll eingerichteten Zimmern.

© Villino

Hoyerberg 32 (Festland)

Tel. (0 83 82) 93 45-0, www.villino.deVersteckt hinter dem Hoyerberg in­mitten von Obstgärten gelegenes stil­volles Restaurant mit italienisch­asiatischer Küche und exzellenter Weinkarte. In wunderbarer Ruhe kann man hier ebenso edel nächtigen.

Erschwinglich

© Alte Post

Fischergasse 3 (Insel)

Tel. (0 83 82) 9 34 60 Sehr gepflegtes, gemütlich-edles Res­taurant mit Wirtsgarten. Bodenstän­dige Küche mit feinem Touch. Es gibt auch einige hübsche Gästezimmer.

© Zum Sünfzen Maximilianstr. 1 (Insel)

Tel. (0 83 82) 58 65 Alte Patriziertrinkstube, heute mit seiner rustikalen Atmosphäre und guter handfester Küche sehr beliebt.

Preiswert

© Goldenes Lamm

Schafgasse 3 (Insel)

Tel. (0 83 82) 57 32 Sehenswert (halong bucht): die schönste alte Gast­stube der Insel. Eher durchschnittliche schwäbisch-bayerische Küche.

ÜBERNACHTEN

Luxus

® Bad Schachen

Bad Schachen 1 (Festland)

Tel. (0 83 82) 2 98-0

 

Reiseziele in Allgäu (Teil 9)

Leutkirch
Landkreis: Ravensburg Einwohnerzahl: 22 400
Höhe: 654 m ü.d.M.
Man sollte sich von den Gewerbegebieten um Leutkirch nicht abhalten lassen, dem Städtchen im württembergischen Allgäu einen Besuch abzustatten – nicht zufällig ist es Station an der Ostroute der Oberschwäbischen Barockstraße.
Seinen Namen bekam Leutkirch von der »Leutekirche« St. Martin, d. h. der Pfarrkirche zweier Dörfer, die schon im Jahr 848 dokumentiert ist. Die Marktsiedlung wurde 1291 an das Reich verkauft und erhielt 1293 die Rechte der Stadt Lindau. Leinwandweberei und – handel trugen zum Wohlstand der Freien Reichsstadt bei, um 1500 zählte man hier über 200 Weber. Heute ist die Große Kreisstadt ein lebhaftes Mittelzentrum der Region Bodensee-Oberschwaben und mit 175 km2 Fläche eine der größten Gemeinden in Baden-Württemberg; hier hat die Schwäbische Zeitung, die größte Tageszeitung des Allgäus, ihre Zentralredaktion. Zwischen der Eschach und der Wilhelmshöhe liegt die liebevoll restaurierte, denkmalgeschützte Altstadt mit vielen hübschen Gassen und Winkeln.

Leutkirch_Allgaeu

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 Sehenswertes in Leutkirch
Als erste evangelische Kirche zwischen Donau und Bodensee wurde die Dreifaltigkeitskirche (Trinitatis) am Westrand der Altstadt, mit markantem schlankem Turm, 1613-1615 erbaut. Leider ist das Innere des dreischiffigen Predigtsaals nicht original erhalten.
Durch die Kornhausstraße – hier das spätgotische Kornhaus (1533 erwähnt), heute Stadtbibliothek – erreicht man das Herz der Altstadt, den Gänsbtihl mit dem spätbarocken Rathaus (1741). Der Ratssaal ► schön ausgestattete Ratssaal im 2. Stock überrascht mit prachtvollem Deckenstuck von Johannes Schütz, der auch in Kempten, Wolfegg und Kißlegg arbeitete; allegorisch dargestellt werden die Tugenden der weltlichen und religiösen Führung eines Gemeinwesens – in der Mitte der Decke herzen sich zwei anmutige Damen, die Gerechtigkeit und Friede verkörpern (Besichtigung Mo.-Fr. 8.00- 12.00, Do. auch © 14.00- 17.30 Uhr). Neben dem Rathaus die Kanzlei von 1617.
Den sanft ansteigenden Gänsbühl beherrschen der hoch aufragende spätmittelalterliche Blaser- oder Bockturm und links von ihm das spätgotische Haus zum Bock mit mächtigem Barock-Walmdach (die Herkunft seines Namens ist unklar). Das Heimatmuseum führt hier die Geschichte von Stadt und Umgebung lebhaft vor Augen; Schwerpunkte sind Volkskunst, Glasmacherei und Handwerk, besondere Beachtung verdienen die vielen Schützenscheiben und die Skulpturen von Konrad Hegenauer (1734-1807). Geöffnet Mi. 15.00- 18.00, ©
So./Fei. 10.00 bis 12.00, 14.00-17.00 Uhr.
Achse der Altstadt, die noch der mittelalterlichen Anlage entspricht, und heute wie damals Hauptgeschäftsstraße ist die einst von Toren abgeschlossene Marktstraße (mekong kreuzfahrt) (Markt ist am Montag). Unter den mal trauf-, mal giebelständigen Bürger- und Wirtshäusern fällt das große Gotische Haus auf (1379), eines der ältesten Gebäude Oberschwabens mit Bohlenständerkonstruktion über einem Steinsockel.
Wo einst die »Leutekirche« stand, wurde 1514-1519 die Pfarrkirche St. Martin errichtet, eine spätgotische Halle mit schönen Netz- und Sterngewölben. Als sich die Reformation in Leutkirch durchsetzte (1546), blieb St. Martin den 25 Katholiken erhalten, die in der Stadt leben durften. Von den Resten der gotischen Ausstattung sind die Anna Selbdritt (um 1490, rechter Seitenaltar) und eine Muttergottes (linkes Seitenschiff) bemerkenswert.
Am Ostrand der Altstadt ist ein langes Stück Stadtmauer erhalten. In den bescheidenen, an die Mauer geklebten Häusern der Schneegasse wohnten Weber; die Außentreppen führten hinunter zum »Dunk«, dem feuchten Webkeller. Vom Pulverturm (1693) am Südende der Stadtmauer erklimmt man die Wilhelmshöhe, den »heiligen Hain« der Stadt mit prächtigem Baumbestand; hier findet u. a. das Kinderfest statt. Lohnend ist auch der Gang vom Pulverturm zum Schlösschen Hummelsberg, das sich der Bürgermeister Jakob von Furtten- bach 1636 errichten ließ (heute Kinderheim St. Anna).

Umgebung von Leutkirch
Im Dorf Reichenhofen 4 km nordwestlich von Leutkirch kam um 1400 Hans Multscher zur Welt, einer der bedeutendsten Bildschnitzer der Spätgotik, der von 1427 bis zu seinem Tod 1467 in Ulm arbeitete.
In der Kirche St. Laurentius steht eine sehr hübsche Muttergottes, die ihm zugeschrieben wird (um 1425). Besonders Kindern macht der Besuch des Alpakahofs in Haid (südöstlich von Reichenhofen)
Spaß, hier können sie Kamele und viele andere Tiere sehen und sich beim Pony- oder Eselreiten vergnügen (geöffnet tägl. 9.00 bis 19.00 ©
Uhr; www.alpakahof.de).
Etwa 5 km nördlich von Leutkirch grüßt – über dem Tal der »Leut- kircher Haid« – das imposante Schloss Zeil von der Höhe. Eine Burg stand dort wohl schon im 10. Jh., und seit 1337 gehört sie ohne Unterbrechung den Truchsessen von Waldburg, einem Adelsgeschlecht, das mit der Geschichte Oberschwabens und des Allgäus unlösbar verbunden ist. Heutiger Chef des Hauses ist Georg Fürst von Waldburg zu Zeil und Trauchburg (*1928), einer der an Geld und Einfluss reichsten Männer Deutschlands. Zum Besitz zählen große Wälder, Industriebetriebe, der nahe Flugplatz Unterzeil, Kursanatorien, Berg- bahnen und die Schwäbische Zeitung (s. o.). Die Residenz, eine Vierflügelanlage mit nicht vorspringenden Eckpavillons, entstand ab 1598 nach dem Vorbild italienischer Renaissance-Palazzi. Sie ist nicht zugänglich, im Gegensatz zu den Parkanlagen und der Terrasse, die eine herrliche Aussicht übers Allgäu bietet. Einen Blick wert ist auch die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1609/1784), insbesondere ihre Altäre von J. A. Feichtmayr (1784) und das hochbarocke Chorgestühl von J. Bendel (1611).
In Schmidsfelden (12 km südöstlich von Leutkirch) wurde bis 1898 Schmidsfelden Glas produziert. Die Glashütte ist als Museum zugänglich; an den Öfen werden alte Arbeitstechniken vorgeführt und Produkte präsentiert (geöffnet April-Okt. Sa. 13.00-17.00, So. 10.00-17.00 Uhr, ©Nov. und März So. 14.00-17.00 Uhr). Große Attraktionen sind der Markt Mitte Mai und das Glashüttenfest um den 10. September. Fürs leibliche Wohl sorgt das Cafe Uhu (Mo./Di. geschl.). Wer den Ausflug in die Wirtschaftsgeschichte mit Naturerlebnis (halong bucht) verbinden möchte, kann das auf dem 22 km langen Glasmacherweg im Bereich der Adelegg tun: von Unterkürnach nach Schmidsfelden, dann über Eisenbach ins Eschachtal und die Alpe Wenger Egg nach Wengen.
Die Gegend zwischen Leutkirch, ►Bad Wurzach, ►Wangen und Is- Seen und Mooreny ist reich an urtümlichen Moorgebieten. Als der eiszeitliche Rheingletscher abschmolz, blieben in den Schottern der Endmoränen Toteisseen und Sümpfe zurück, die verlandeten und als Hoch- und Niedermoore einer interessanten Vegetation und Tierwelt Lebensraum bieten. Hervorzuheben sind etwa das Taufach-Fetzach-Moos südlich von Leutkirch und das Gründlen-/Rötseemoos nördlich von Kißlegg.
Wanderwege sind überall angelegt. Groß ist auch die Zahl hübscher kleiner Seen mit Badeplätzen, wie Leutkircher Stadtweiher, Elleraz- hofer Weiher, Argensee, Hinterweiher und Badsee bei Beuren.
Kißlegg
In reizvoller, flachhügeliger Voralpenlandschaft, 12 km südwestlich von Leutkirch, liegt dieser Marktflecken mit 8600 Einwohnern zwischen zwei Moorseen (am nördlichen Obersee gibt’s ein Strandbad).
Vor allem Natur- und Wanderfreundc schätzen den Luftkurort, aber auch Kunstliebhaber kommen auf ihre Kosten: Um 1300 teilte sich der Ortsadel in die Linien Waldburg-Wolfegg-Waldsee und Waldburg-Wolfegg-Zeil, so dass Kißlegg gleich zwei Schlösser besitzt; dazu kommt die prachtvolle Kirche St. Gallus und Ulrich.
Eine romanische Basilika wurde 1734-1738 von Johann Georg Fischer barock umgestaltet. Im Inneren – reich mit vergoldetem Bandelwerk-Stuck von Johann Schütz geschmückt, der auch in der Kemptener Residenz, arbeitete – hervorzuheben sind die Kanzel und der Taufstein, beide von dem Türkheimer J. W. Hegenauer (um 1745). Das riesige Deckenfresko von F. A. Erler (1737) thematisiert den »Triumph der Kirche«. Der kostbare Silberschatz, 21 Figuren aus einer Augsburger Werkstatt (1741-1755), ist bei Kirchenführun- ® gen (April-Okt. Mi. 15.00 Uhr) oder nach Vereinbarung zu sehen.
Altes Schloss Das am Zeller See aufragende Alte Schloss der Grafen Waldburg- Wolfegg-Waldsee mit Staffelgiebel und runden Ecktürmen wurde 1560/1570 unter Hans Ulrich von Schellenberg errichtet und von 1717 bis 1721 von Johann Georg Fischer ausgebaut und barock gestaltet. Das Schloss ist, da in Privatbesitz, nicht zugänglich.
Neues Schloss Schlicht-nobel, besonders mit seiner Fassade zum schönen Park hin, präsentiert sich das Neue Schloss der Grafen Waldburg-Zeil-Wur- zach, errichtet 1721 – 1727 von Johann Georg Fischer. An der reichen Ausstattung arbeiteten mehrere Meister, u. a. Josef Anton Feicht- mayr; von dem auch die acht lebensgroßen Sibyllenfiguren (1726) im Treppenaufgang stammen. Besonders schön ist die Schlosskapelle (1722); am Altar ist das Antependium in Scagliola-Technik (Einlege¬arbeit aus Stuckmarmor) zu beachten. Im Schloss ist eine Heimatstu-be mit Käsereimuseum eingerichtet (geöffnet Mitte April-Mitte Okt. So 14.00-16.00 Uhr). Ebenfalls im Neuen Schloss gezeigt wird das Werk des Holzbildhauers Rudolf Wächter (*1923 in Bernried bei Tctlnang), ein bedeutender Vertreter dieser Kunstrichtung in der Ge¬genwart. (Das Museum Expressiver Realismus ist seit 2004 geschlos¬sen.) Das Schloss und das Wächter-Museum sind geöffnet vom 1. April-So. bis zum letzten Okt.-So. Di., Do., Fr. 14.00-17.00, Sa. 13.00-17.00, So. 11.00-17.00 Uhr. Einen Besuch lohnt die Fried- hofskapelle St. Anna (Johann Georg Fischer, 1718) mit Deckenfres¬ken von Cosmas Damian Asam, der zu dieser Zeit die Basilika in Weingarten (►Ravensburg) ausmalte.

Wolfegg
Beeindruckend auf der Höhe über dem schmalen, windungsreichen Tal der Ach liegt 7 km nordwestlich von Kißlegg der Kurort Wolfegg (3400 Einw.), der einmal als »schönstes Dorf von Baden-Württemberg« ausgezeichnet wurde. Außer dem Heilklima und modernen Kureinrichtungen sind es die Atmosphäre eines kleinen barocken Residenzorts und die hochkarätigen Konzerte, die viele Gäste anziehen; aber auch das berühmte Automuseum von Fritz B. Busch und das Bauernhausmuseum sind auf jeden Fall einen Besuch wert.
Auf einem Geländesporn über der Ach erhebt sich das stattliche Schloss der Fürsten von Waldburg-Wolfegg und Waldsee. Am Platz der Burg aus dem 13. Jh. und des spätmittelalterlichen Schlosses wurde nach einem Brand 1580-1586 eine mächtige Renaissance- Vierflügelanlage erstellt und nach teilweiser Zerstörung 1646 durch die Schweden erneuert. Die Fassaden des Innenhofs überraschen durch ihre originalgetreu rekonstruierte Farbigkeit. Bei den Konzer- ten zu bewundern ist das großartige Chef-d’oeuvre, der 52 m lange, 14 m breite und 9 m hohe Rittersaal mit rocaillegerahmten Deeken- fresken zur Herkulessage und Allegorien der Erdteile bzw. der Elemente; sie stammen vermutlich von Johann Martin Zick, der 1749 die Vier Jahreszeiten über den Scheinkaminen malte. An den Wänden stehen 24 überlebensgroße Holzfiguren der Truchsessen von Waldburg, die nach Vorlagen des Dürer-Schülers Hans Burgkmair d. Ä. (1473- 1531) um 1740 von Balthasar Crinner und Johann Wilhelm Hegenauer geschnitzt wurden.
Die zum Schloss gehörende Kirche St. Katharina, erbaut 1733- 1742 und bis 1806 Stiftskirche, gilt als spätes Hauptwerk des Füsseners Johann Georg Fischer. Sie glänzt mit spätbarocker Dekorationsfreude und gestalterischer Harmonie. Das Vorarlberger Münsterschema mit Wandpfeilern und Emporenumgang erhält durch die gerundeten Ecken des Langhauses am Chor, vor allem aber durch das überwälti¬gende Deckenfresko, das (ohne Jochunterteilung) das ganze Langhausgewölbe einnimmt und unmittelbar über der Wandzone be¬ginnt, die Wirkung eines Zentralraums. Der Wangener Maler Franz Joseph Spieglet schildert hier die kriegerische Gründungsgeschichte des Chorherrenstifts (Bild oben). Den lebhaften Rokokostuck schuf Johannes Schütz (1735); den Hochaltar und den rechten Seitenaltar zieren Gemälde des Antwerpener Rubens-Schülers Caspar de Crayer (1660). Beachten Sie in Letzterem links unten die zauberhaften »Wolfegger Blumenschmecker« (das schwäbische »schmecken« ist mit »riechen« zu übersetzen). Auch die Kanzel (J. W. Hegenauer, 1749) und das intarsierte Chorgestühl (1755) sind feine Arbeiten. Von Aschermittwoch bis Karsamstag wird in der Kirche das »Wolfegger Fastentuch« von 1620 ausgestellt.
Im Sennstadel des Schlosses kann man herrliche Oldtimer bestaunen: Der Autojournalist Fritz B. Busch präsentiert hier höchst lebendig über 200 Autos, Nutzfahrzeuge und Motorräder seit 1897, Glanzstü¬cke wie den Cadillac von Hans Albers oder einen Mercedes SSK, aber auch schlichtere Gefährte aus der Wirtschaftswunderzeit. Geöffnet 15. März-Anf. Nov. tägl. 9.30- 18.30, sonst So. 10.00- 17.00 Uhr.
Die Alte Pfarr, eine ins 12. Jh. zurückgehende Kirche, wird heute für Alte Pfarr Musik- und Kunstveranstaltungen genutzt. Erhalten sind u. a. Reste von Wandmalereien aus dem 11., 13., 15. und 17. Jahrhundert.
Im Achtal unterhalb des Schlosses wurde um das fürstliche Fischerhaus, ein prachtvolles Fachwerkgebäude von 1788, und die Fischzucht eine Reihe von Höfen mit Einrichtung – u. a. Hühnerhaus, Bienenstand, Viehwaage – aus der Zeit seit dem 18. Jh. und aus verschiedenen Orten Oberschwabens aufgestellt. Kühe und Schafe, Hühner, Enten und Gänse laufen durchs Gelände, bei Führungen und Kursen (wie Dreschen und Mahlen, Backen und Kochen, Mähen mit der Sense) erfährt man, wie man früher lebte und arbeitete. Ein Muss ist die Rast in der Museumsgaststätte im Fischerhaus, die für ihre ausgezeichnete Allgäuer und schwäbische Küche bekannt ist (Tel. 0 75 27/51 50). Museum geöffnet Mai-Sept. tägl. 10.00- 18.00, April, Okt.-Anfang Nov. Di-So. 10.00-17.00 Uhr.
Von der Loreto-Kapelle, ca. 2 km südlich an der Straße nach Rötenbach, hat man einen großartigen Blick auf die Alpen von den Tann- heimer Bergen im Osten bis zum Säntis im Westen. Ab dem 17. Jh. wurden, besonders in Süddeutschland, eine Reihe von Loreto-Kapel- len begründet, meist nach Wallfahrten ins italienische Loreto in der Nähe von Ancona, wohin der Legende zufolge im 13. Jh. die »Casa Santa«, das Geburtshaus der Mutter Jesu, durch Engel gebracht worden war. Die Loreto-Kapelle in Wolfegg entstand 1668 (Halle) bzw. 1706/1707 (zweigeschossiges Oratorium). Das Gnadenbild aus Zedernholz ist eine exakte Kopie des – 1921 durch Feuer zerstörten – Originals in Loreto und wurde 1707 aufgestellt.

Baedeker TIPP
Kultur in Wolfegg
Die herrlichen Lokalitäten in Wolfegg – Rittersaal, Stiftskirche St. Katharina und Alte Pfarr – sind Rahmen für drei Konzertreihen (Adressen ► S. 204). Die Internationalen Wolfegger Konzerte finden um den 20. Juni statt, Konzerte der Ludwigsburger Schlossfestspiele um den 10. Sept. und die Wintermusik um die Jahreswende. Bei Ersteren kommen Karteninhaber manchmal in den Genuss einer Führung durch sonst nicht zugängliche Teile des Schlosses; zu sehen sind dann u. a. die wertvollen Kunstsammlungen und das hochberühmte »Wolfegger Hausbuch« von ca. 1480. Der andere einzigartige Schatz der Bibliothek, Das einzige noch existierende Exemplar der Weltkarte von Martin Waldseemüller, in der 1507 zum ersten Mal der Namen »America« verwendet wurde, wurde jedoch 2001 in die USA verkauft.

 

Reiseziele in Allgäu (Teil 8)

Kleinwalsertal
Staat: Österreich Höhe: 910-2536 m ü.d.M.
Eines der reizvollsten und bekanntesten Täler der Allgäuer Alpen und eine geografisch-politische Besonderheit dazu ist das Kleinwalsertal südwestlich von Oberstdorf. Die herrliche Gebirgslandschaft – im Sommer ein fantastisches Tourengebiet, im Winter ein schneesicheres Skiparadies – machen es zum bevorzugten Ferienziel.

Kleinwalsetal
ALPEN, KÜHE, MILCH UND KÄSE
Hübsche braungraue Rinder auf leuchtend grünen, steilen oder weiten, buckligen Wiesen, der herzhafte Duft von Kuhdung, sahnige Milch und würziger Käse, dazu mächtige Portionen nahrhafter Kässpatzen – nicht zu Unrecht sind dies die tragenden Elemente im landläufigen Bild vom Allgäu.
Man kann sich kaum vorstellen, dass das Allgäu nicht schon immer »grün« war, ein Land (vietnam kambodscha rundreise) der Kühe, Weiden und Senner. Wohl hielt man seit ältesten Zeiten Rinder, die Fleisch, Milch und wertvolle Rohstoffe zu vielfältigster Verwendung lieferten. Käse produzierte man aber praktisch nur für den Eigenbedarf; für eine Vermarktung in größerem Stil gab es weder die geeigneten Produkte noch die technischen und logistischen Einrichtungen. Dennoch muss er einen guten Ruf gehabt haben – der römische Kaiser Antoninus Pius soll sich im Jahre 161 n. Chr. an Allgäuer Käse zu Tode gegessen haben.
Eine Erfolgsgeschichte

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Es war eine echte Fügung des Schick¬sals. Gerade in einer Zeit, als die wirtschaftliche Basis der Bauern im Oberland – die nie üppig war – mit der Leinenproduktion zusammenzubrechen drohte, traten vor allem zwei Männer auf den Plan, die mit Tatkraft für das Allgäuer Wirtschaftswunder des 19. Jh.s sorgten. Der Oberstaufe- ner Händler und Spediteur Josef Aurel Stadler, der Käse aus dem schweizerischen Emmental importierte, holte (nach ersten Versuchen in Weiler 1821) von dort den Sennen Johannes Althaus, der schließlich 1827 im Gunzesrieder Tal den ersten vollgültigen »Allgäuer Emmentaler« herstellte. 1830 entstand in Wilhams bei Immenstadt der erste Limburger Käse, ein »Werk« von Carl Hirnbein, der Käser aus Belgien geholt hatte (►S. 80). Ihre große Leistung bestand aber nicht nur darin, konkurrenz- und transportfähige Produkte zu entwickeln, sondern auch für breite Nachfrage und den Vertrieb zu sorgen. Die Stadlers verschifften von Ulm aus ihre Ware bis nach Wien und Rudanest.
und Hirnbein richtete Niederlassungen in Mannheim, Kassel und Stuttgart ein, bis nach Franken und Sach¬sen wurde sein Käse verkauft.
Im Lauf weniger Jahre wurden Acker¬bau und Leinwand aufgegeben und die Landwirtschaft fast ganz auf die Produktion von Milch und Käse um¬gestellt. Welche gewaltigen Auswirkungen das hatte, wird etwa an der Alp Laufbichl im Ostrachtal deutlich, die ihren Ertrag innerhalb von zwei Jahren annähernd verzwanzigfachen konnte. 1872 zählte man im Allgäu nicht we-niger als 34 Käsehandelsfir¬men, 1885 gab es über 1100 Talsen- nereien. 1890 wurde in Weiler eine Lehranstalt für Emmentalerkäserei ge¬gründet. Rund um Milch und Käse entstand ein ganzes System von Institutionen für die Ausbildung und die Qualitätssicherung, die heute ihr renommiertes Zentrum in der Milchwirtschaftlichen Untersuchungs- und Versuchsanstalt in Kempten hat. Wie bedeutend die Milchwirtschaft für das Allgäu auch im anhaltenden Nieder-gang der Landwirtschaft (halong bucht vietnam) ist, lassen einige Zahlen erkennen: 99,9 % der Landwirtschaftsfläche im Oberallgäu sind Dauergrünland, im Unterallgäu sind es noch 70 %; der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe liegt deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 55 %, ebenso der Rückgang der Zahl der Milchkühe.
Vom Dachs zum Braunvieh
Jahrhundertelang genoss die Allgäuer Viehzucht einen guten Ruf. Der heimische Schlag des alpinen Braunviehs, der Allgäuer Dachs, war klein, genügsam und unempfindlich bei guter Milchleistung. Die Rinderpest um 1800 und der Boom des Allgäuer Käses führten jedoch dazu, dass man die Zucht vernachlässigte und billige Rinder verschiedneer Rassen aus dem Ausland kaufte. Erst um 1890 wurden Zuchtverbände gegründet und unter Rückgriff auf Schweizer Braunvieh eine wieder einheitliche Rasse ge¬schaffen: eine robuste »milchbetonte Zweinutzungsrasse«, die also auch gutes Fleisch liefert, an die rauen al¬pinen Bedingungen angepasst ist und deren Milch eine hohe Käseausbeute ermöglicht. Ab etwa 1966 wurde, um die Milchleistung zu erhöhen, die amerikanische Rasse Swiss Brown eingekreuzt, und zwar so vehement, dass um 1990 das alte Braunvieh fast völlig verdrängt war. Heute jedoch hat man erkannt, dass dieses für das Allgäu eine ideale Rasse ist, und es wird nun unter der Bezeichnung Original Allgäuer Braunvieh wieder verstärkt gezüchtet. Außer seiner Konstitution und der besonderen Käsereieignung der Milch schätzt man auch das hervorragende Fleisch; eine extensive, landschaftspflegerische Viehwirtschaft trifft sich hier mit der wachsenden Nachfrage nach hochwertigem Fleisch – besonders auch aus der Gastronomie, z. B. aus den in der »LandZunge« zusammengeschlossenen Gasthöfen (►S. 92). In diesem Zusammenhang gewinnen auch die Alpbetriebe im Allgäu neue Bedeutung, denn viele Züchter erkennen zunehmend die Vorteile der Älpung des Jungviehs wie Gesundheit, Robustheit und Fruchtbarkeit, und ho¬norieren sie entsprechend.
Emmentaler, Romadur & Co.
»Allgäuer Emmentaler« und »Allgäuer Bergkäse« sind heute von der EU als Herkunftsbezeichnung geschützt. Beide sind Hartkäse und werden nach demselben Verfahren hergestellt: Ro¬he Abend- und Morgenmilch wird mit Milchsäurebakterien und Lab dickgelegt, der »Bruch« von der Mol¬ke getrennt und in Formen gepresst. Nach einem Salzbad reifen die Käse mehrere Monate. Die Unterschiede – der große Emmentaler hat kirschgroße Löcher und schmeckt mildnussig, der kleinere Bergkäse hat wenige erbsengroße Löcher und ein würzigeres Aroma – beruhen v. a. auf unterschiedlichen Formaten und Rei¬febedingungen. Anders der Romadur, dessen größere Varianten als Lim¬burger (um 250 g) und Backsteinkäse (um 500 g) bezeichnet werden: Er ist ein Weichkäse mit Rotschmiere, der nur 2 bis 4 Wochen reift, wobei das Bacterium linens für den charakteristi¬schen roten (essbaren) Überzug und den ebenso typischen, herzhaften Ge¬schmack sorgt. Berüchtigt für seinen kräftigen »Duft«, von Kennern jedoch heiß geliebt wird der Weißlacker, der einzige echte Allgäuer Käse, der 1874 in Wertach erfunden wurde und heute nur noch von einer Molkerei hergestellt wird (Allgäuland in Sonthofen). Den Namen hat der sonst dem Ro¬madur ähnliche Käse von der weißlichen, lackartig glänzenden Schmiere, sein Geschmack ist leicht scharf und salzig. Wer den Allgäuer Käse und seine Herstellung einmal aus der Nähe erleben will, kann das – unter anderem – auf der Westallgäuer Käsestraße tun (Tipp ► S. 224).
Alpen
So – und nicht »Almen« – heißen im alemannischen Allgäu die landwirtschaftlichen Betriebe in den Bergen. Etwa 32 000 Stück Vieh verbringen auf über 680 Allgäuer Alpen (davon 48 Sennalpen) mit ca. 1500 km2 Fläche, die sich in Privat-, Gemeinde oder Genossenschaftsbesitz befinden, den Sommer. Die uralte Wirtschafts¬form, die schon für das 8. Jh. dokumentiert ist, wurde ursprünglich dazu genutzt, das Jungvieh, das noch nicht gemolken werden muss, den Sommer über zu versorgen (»Galtalpen«) und das Gras in den Tälern für den Winter zu horten. Mit der Ausweitung der Käseproduktion im 19. Jh. kamen dann auch Milchkühe und Senner – die die Milch an Ort und Stelle zu Butter und Käse verarbeiten – auf die »Sennalpen«. Der dreimonatige Alpsommer war hart, entbehrungsreich und wenig lukrativ, so dass im Zug der Industrialisierung der Milchwirtschaft viele Alpen nicht mehr »bestoßen« (mit Vieh beschickt) wurden. In heutigen Zeiten gelten handwerklich hergestellte Lebensmittel aus zuverlässigen, unverdorbenen Quellen wieder etwas, und so verzeichnet man eine Renaissance der Alpen und kleinen Sennereien, die oft auch den Weg der Direktvermarktung nützen. Übrigens gilt fast das ganze Allgäu im Sinne der EU als »Berggebiet« und wird entsprechend subventioniert; bewusst fördert man damit auch die Pflege einer einzigartigen Kulturlandschaft (mekong delta vietnam), die Grundlage für den Tourismus ist, ein unverzichtbares wirtschaftliches Standbein der Region.
Alpsommer und Viehscheid
Etwa hundert Tage »sommert« das Vieh auf den Allgäuer Alpen. Auftrieb ist je nach Wetterentwicklung im Juni; beendet wird die Sommersaison mit Alpabtrieb und Viehscheid zwischen dem 10. und dem 25. September, wenn auf den Bergen der erste Schnee fällt. Jede Alp hat ihren traditionellen Termin, der heute allerdings häufig auf ein Wochenende verlegt wird – wohl berücksichtigend, dass der Viehscheid eine große touristische Attrak¬tion ist (im Tirolischen gibt es gar einen Bauernhof, der das Spektakel im Herbst täglich anbietet). Unter dem ohrenbetäubenden Tosen der Festtagsschellen streben die Rinder zu Tal. Wenn kein Verlust zu ver¬zeichnen war, wird der Zug vom Kranzrind angeführt, das mit grünen Zweigen, Blumen, Flitter, Kreuz und Spiegel prächtig geschmückt ist (wie auf S. 1 zu sehen). Die »Älpler« oder »Bergler« haben sich in Lederhosen und Dirndl gewandet. Ihr Ziel ist der Scheidplatz, auf dem die Kühe »geschieden«, das heißt an die Eigentümer verteilt werden. Natürlich wird das Ende des Sommers mit Festzelt, Musik und »Scheidball« gebührend gefeiert. Meist treffen die Herden zwischen 7.30 und 10.00 Uhr im Talort ein. Termine findet man im Internet unter www.oberallgaeu.de, www.br-online.de/land-und-leute. marken, die Autos haben österreichische Kennzeichen; Postleitzahlen gibt es österreichische und deutsche, beim Telefonieren muss man die österreichische Ländervorwahl verwenden. Über 2 Mio. Gäste-übernachtungen zählt man hier im Jahr, und in jüngerer Zeit hat das Kleinwalsertal eine Reputation als kleines Paradies für Leute erworben, die diskret Steuern sparen wollen.
Der breite, wellige Talgrund wird von waldbedeckten Flanken eingefasst, über denen schroffe Kalkgipfel aufragen. Die Orte Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad, zur politischen Gemeinde Mittelberg zusammengefasst, liegen zwischen 1100 und 1250 m hoch und haben insgesamt etwa 5500 Einwohner. Ihre alemannischen Vorfall- ren sind – wie an der Kirche in Mittelberg verkündet – ab 1302 aus dem Goms, dem schweizerischen Oberwallis, eingewandert. 1451 eroberte Herzog Sigmund von Tirol das Tal, das seit 1453 mit einigen Unterbrechungen zu Österreich gehört; 1891 erhielt es Zollanschluss an das Deutsche Reich. Durch die jahrhundertelange Abgeschlossenheit hat sich Walser Eigenleben erhalten können, die »Schwizer«
Mundart wird ebenso gepflegt wie das Brauchtum, zum Beispiel die überaus reiche Frauentracht. Erle¬benswert sind auch die Hochzeiten und die Fronleichnamsprozes¬sionen, interessant ist der Baustil der Walserhäuser: Auf einem Stein¬fundament sind sie im so genann-ten Strickbau aus Holzbalken ge¬fügt. Mehr zur Volkskunde des Kleinwalsertals erfährt man im Walsermuseum in Riezlern und auf dem Walserkulturweg (►S. 201).
Ausgangsort für den Besuch des Kleinwalsertals ist ► Oberstdorf.
6 km hinter dem Ort erreicht man beim Gasthof Walserschanz die Grenze; hier hat man Zugang zur wildromantischen Breitachklamm (► Oberstdorf). Der Weg führt talaufwärts mit schönem Blick auf den Hohen Ifen und die Gottesackerwände (s. u.). Man passiert Un-terwestegg, dessen Maria-Hilf-Kapelle von 1796 einen eindrucksvol¬len Kruzifixus an der Fassade (um 1680) und einen schönen goti¬schen Flügelaltar besitzt; er stammt vermutlich aus den Pustertal.
An der Einmündung des Schwarzwassertals breitet sich Riezlern (1100 m) aus, der größte und lebhafteste Ort des Tals mit Geschäf¬ten, Cafes, Nachtleben, dem Spielcasino und Freizeiteinrichtungen wie Hallen- und Freibad, Tennisplätzen etc. Das Walsermuseum il¬lustriert Geschichte und Brauchtum des Tals (Eingang im Touris¬musbüro, geöffnet von Weihnachten bis Ostern sowie Ende Mai bis ©
Okt. Mo.-Sa. 14.00-17.00 Uhr). Bei schlechtem Wetter wird hier mittwochs vorgefuhrt, wie der »Chranz«, der Kopfschmuck der Wal¬ser Mädchen, hergestellt wird.
Auf einer Anhöhe über dem Leidtobel, wo einst ein Hirsch mit einem Bären gekämpft haben soll, steht die Pfarrkirche von Hirschegg (1806) mit ihrem hoch aufragenden, schlanken Turm. Im Dorf sind einige schöne alte Bauernhäuser zu sehen. Das Walserhaus ist Treffpunkt für die Gäste mit dem Tourismusbüro, hier spielt das Bauern Flora und Fauna in den Allgäuer Alpen und das Zusammenwirken von Mensch und Natur in den Bergen vorftihrt (geöffnet Mo-Sa. © 8.00-19.00, So. bis 16.00 Uhr).
Im 14.-16. Jh. mussten Kapitalverbrecher am Ort ihrer Tat »Sühne- kreuze« aus Stein meißeln und aufrichten. Ein solches steht unter¬halb der Pfarrkirche St. Jodok von 1371 (1463 verändert, 1694 baro- ckisiert). An deren Turm sind die Jahreszahlen 1371 und 1374 einge¬meißelt, im Chor die Zahl 1302 – in arabischen Ziffern, eine er¬staunliche Tatsache, denn im schwäbischen Raum beginnt sich diese Schreibweise erst etwa 150 Jahre später durchzusetzen. Auch in den Fresken aus dem 14. Jh. sind arabische Schriftzüge erkennbar. Im Wallis hatten sich im 10. Jh. Sarazenen niedergelassen, und es könnte sein, dass die Walser dieses Wissen von dort mitbrachten. Interessant ist auch der Kräutergarten bei der Kirche.
Am Ende des Tals – überragt von dem eindrucksvollen Widderstein – liegt der Weiler Baad (1251 m) mit einigen schönen Walserhöfen. Hier unterhält der Verein Outdoor Bound, der 1951 von dem Re¬formpädagogen Kurt Hahn gegründet wurde, eine bekannte »Kurz¬schule«, in der Jugendliche bei ungewohnten Aktivitäten Vertrauen in ihre Kraft gewinnen sollen (www.outwardbound.de).
Eine Reihe von Kabinen- und Sesselbahnen machen die überaus ab¬wechslungsreichen Wanderreviere des Kleinwalsertals leichter zu¬gänglich. Das Oberstdorf-Kleinwalsertaler Skigebiet an Fellhorn und Kanzelwand, an Ifen und Walmendinger Horn ist das hochgele¬gene und größte im Allgäu (Skipass) mit 120 km Abfahrten aller Schwierigkeitsgrade. Erschlossen wird es durch die Kanzelwandbahn von Riezlern (zum Fellhorn führt von Oberstdorfer Seite eine Kabi¬nenbahn), die Ifen-Bergbahnen und die Walmendingerhornbahn von Mittelberg. Es gibt schöne, insgesamt 45 km lange Loipen, meh¬rere Rodelbahnen und eine Reihe großartiger Winterwanderwege.
Westen wird das Kleinwalsertal von dem eigenartig-markanten, wie ein Schiffsbug ansteigenden Hohen Ifen (2229 m) mit den senk¬rechten Gottesackerwänden überrast. Nördlich schließt sich ein hoch liegende Gottesackerplateau.
Das von Natur aus leicht saure Re¬genwasser hat das Kalkplateau aus dem Helvetikum zu »Schratten- kalk«, zu »Karren« mit tiefen Rin¬nen und scharfen Graten zerfres¬sen. ln der auf den ersten Blick un¬wirtlichen Steinwüste lebt eine überaus reiche kleinwüchsige Flo¬ra, weshalb 24,3 km2 unter Natur¬schutz gestellt wurden. Am ein¬fachsten (und daher meist sehr fre¬quentiert) ist die Tour von der Auenhütte: mit Sessellift zur Ifen- hütte, dann südlich des Skilifts durch die Ifenmulde zum Gipfel (Abstieg auf demselben Weg, ge¬samt ca. 3.00 Std.). Eineinhalb Tage braucht man für die große Tour
von der Auenhütte: Schwarzwasserhütte (3.30 Std., Übernachtung) – Ifersguntenalpe – Ifen – Hahnenköpfle – Obere Gottesackeralpe – Kürental – Wäldele (7-8 Std.; nötig sind Trittsicherheit und Schwin¬delfreiheit, bei schlechtem Wetter bzw. Nebel ist die Begehung des Gottesackerplateaus lebensgefährlich!). Im Winter ist, von der Auen¬hütte ausgehend, ein 3-5 km langer Wanderweg übers Gottesacker¬plateau gebahnt – bei schönem Wetter ein Hochgenuss.
Herrliche Ausblicke auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen gewährt die Gratwanderung von der Kanzelwandbahn-Bergstation über das Fellhorn zur Bergstation der Söllereckbahn (ca. 3 Std., ►Oberstdorf). Auch die südliche Rundtour von der Kanzelwand-Bergstation über den Schüsser zur Hochgehrenspitze ist interessant (2 Std.) Ein Le¬ckerbissen für ausdauernde Berggeher ist die Besteigung des 2533 m hohen Widdersteins, der das Kleine Walsertal im Süden (mekong flussreisen) abschließt: von Baad über Bärgunt-Alm und Hochalppass (1938 m) zum Gipfel, weiter über die Widdersteinhütte und durch das Gemsteltal nach Bödmen (leichte Wanderung um den Widderstein 5-6 Std., sehr an¬spruchsvolle Gipfelbesteigung zusätzlich insgesamt ca. 2.30 Std.).
Baedeker TIPP
Natur und Kultur im Kleinwalsertal
Das Kleinwalsertal bietet viele reizvolle Möglichkeiten zu interessanten Entdeckungen. Auf dem »Naturlehrpfad Schwarzwassertal« zwischen der Mahdtalhütte und Oberwäldele erlebt man pittoreske Wasserfälle und Strudellöcher, ein Hochmoor und eine Naturbrücke. Der »Walser-kulturweg« verbindet schöne alte Häuser, Kirchen und andere Kulturdenkmäler. Vorzügliche heimische Produkte vermarkten die Walsertaler Bauern, die für den Fortbestand der materiellen Kultur und der Landschaft (halong bucht vietnam) sorgen, unter dem Label »Walser Bura«. Informationen hält das Tourismusbüro bereit.
KLEINWALSERTAL ERLEBEN
AUSKUNFT
Kleinwalsertal Touristnus
Im Walserhaus, D-87568 Hirschegg Tel. (0043 / 55 17) 51 14-0 www.kleinwalsertal.com
VERKEHR
Tel. (00 43 I 55 17) 54 33 www.kleinwalsertal-sonnenberg.de In 1200 m Höhe über Hirschegg gibt’s eine großartige Aussicht und das uralte, gemütliche Walserhaus mit Himmelbetten. Felsenpool mit Sauna, abends speist man in der außergewöhnlich schönen Bauernstube.
Naturhotel Chesa Valisa
Gerbeweg 18, D-87568 Hirschegg Tel. (00 43 I 55 17) 54 14-0 www.naturhotel.de Mit herrlicher Aussicht oberhalb von Hirschegg gelegenes Ökohotel mit geschmackvollem, traditionell-modernem Ambiente. Großes Programm für Fit-/Wellness und Kinder. Nur mit »Vitalpension« zu buchen.
► Günstig / Komfortabel
Breitachhus
Eggstr. 14, D-87567 Riezlern
Tel. (00 43 I 55 17) 62 66
www.breitachhus.com
Hübsches kleines, über 300 Jahre altes
Walserhaus in schöner Umgebung.
Heimelige Gästezimmer, abendliches
Menü aus heimischen Produkten.
Das kleine Berghotel
Westeggweg 6, D-87567 Riezlern Tel. (0043 / 55 17) 53 38-0

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Die Belastung durch den Autoverkehr kann heftig werden. Man sollte den Walserbus benützen, der mit kurzen Taktzeiten die Orte im Haupt- und den Nebentälern sowie mit Oberstdorf verbindet (das Bayern-Ticket gilt hier nicht). Mit der Allgäu-Walser-Card (►S. 104) ist der Walserbus gratis, ebenso das Parken auf den Auffangplätzen in Oberstdorf (Park¬scheine dort bei der Kurverwaltung).
FESTE UND EVENTS
Am 1. Fastensonntag wird in Hirschegg ein fast 30 m hoher »Funken« (Holzstoß) abgebrannt. Fronleichnam wird mit Prozessionen in schönen Trachten begangen. Mitte Sept.: Inter-nationales Alphorn-Festival in Baad. Um den 20. Sept. Viehscheid in Riezlern, in manchen Jahren mit »Internationaler Älplerletze« (an der Bergstation der Kanzelwandbahn), die abwechselnd mit Oberstdorf (Fellhorn) und dem Tannheimer Tal gefeiert wird (Fest mit Bergmesse, Alphorn- und anderer Musik).
TOUREN
Wandertipps gibt Kleinwalsertal Tourismus (s. o.), der auch diverse geführte Touren anbietet (mit Gäste¬karte gratis). Die Bergschule Kleinwalsertal (Tel. 0043 / 5517 / 30245; www.bergschule-kleinwalsertal.at) hat Touren aller Sportarten im Programm. MTB bei Kessler Bike + Hike (Tel. 0043 / 5517 / 368540) und Walser Biketours (Tel. 0043 / 676 / 7562909).
ESSEN
Preiswert / Erschwinglich
Walser Stuba
Eggstr. 2, D-87567 Riezlern Tel. 05517 / 5 34 60, Mo. geschl. Walser Küche mit heimischen Produkten, auch Wild und Vegetarisches, zu akzeptablen Preisen. Auf der ausgezeichneten Weinkarte sind vor allem Österreich und Italien vertreten.
ÜBERNACHTEN
In der Wintersaison liegen die Hotel¬preise 20 – 60 % höher als im Sommer.
Komfortabel / Luxus
Hotel Almhof Rupp
Walserstr. 83, D-87567 Riezlern Tel. (0043 / 5517) 50 04 www.almhof-rupp.de Zentral, dennoch ruhig gelegenes »Genießer-Hotel« im Landhausstil. Großzügige, rustikal bis schnörkelig gestaltete Zimmer und Appartements. Das Restaurant (Mo. geschl.) ist be¬kannt für gute Küche, am schönsten sitzt man in der Walser Stube.
Komfortabel
Pension Sonnenberg
Am Berg 26, D-87568 Hirschegg
www.das-kleine-berghotel.de Nettes kleineres Nichtraucherhaus, das sich auf Sportler und Mountainbiker eingestellt hat (MTB-Verleih), Flallenbad und Sauna im Flaus. Im Sommer sind die Bergbahnen im Hotelpreis inbegriffen.
Walserhaus Talblick
Gerbeweg 21, D-87568 Hirschegg Tel. (00 43 / 55 17) 3 07 81 Am Südhang über Hirschegg sonnig mit einmaliger Aussicht gelegenes altes Walserhaus mit gut ausgestatteten Ferienwohnungen für 2 Personen.

 

Reiseziele in Allgäu ( Teil 7)

Kempten
Höhe: 646-915 m ü.d.M. Einwohnerzahl: 61600
Die Metropole und größte Stadt des Allgäus, an der Iller in hügeliger Voralpenlandschaft gelegen, ist nicht nur die älteste urkundlich nachgewiesene Stadt in Deutschland, sondern besitzt auch eine sehr angenehme, junge Atmosphäre und eine lebhafte Kulturszene. Berühmt ist vor allem der »Kemptener Jazz-Frühling«.

Kempten in Allgaeu

Kempten gestern und heute Der griechische Geschichtsschreiber Strabo erwähnt 18 n. Chr. den keltischen Ort »Kambodunon« (lat. Cambodunum), was soviel wie »befestigte Siedlung an der Flussbiegung« heißt. Keltische Reste hat man zwar nicht gefunden, wohl aber die einer großen römischen Stadt, die unter Kaiser Tiberius (14-37 n. Chr.) angelegt wurde. Um das Jahr 752 gründeten Mönche aus St. Gallen ein Kloster, das 1213 Reichslehen wurde. Die erstarkende Stadt – 1289 erhielt sie reichsstädtische Privilegien, 1361 wurde sie Freie Reichsstadt – geriet bald in Konflikt mit dem Fürstabt; jahrhundertelang war Kempten durch das spannungsreiche Nebeneinander von Reichsstadt (tieferliegende Altstadt mit Rathaus und St. Mang) und Fürstabtei (um die hochgelegene Residenz mit St.-Lorenz-Basilika) geprägt. 1525 konnte sich die Stadt – die sich 1527 der Reformation anschloss – im »Großen Kauf« vom Stift unabhängig machen. Im Dreißigjährigen Krieg ging das Gemetzel zwischen den Bürgern und den Schweden einerseits und dem Fürstabt und den Kaiserlichen andererseits hin und her, wobei 1632 das Stift zerstört und 1633 ein Drittel der Bevölkerung getötet wurden. Erst 1818 wurden Reichs- und Stiftsstadt vereint, nachdem Kempten 1803 bayerisch geworden war, und noch Anfang des 20. Jh.s heiratete man nicht »hinauf« bzw. »hinunter«. 1898 lief in der Zündholzfabrik der erste Dieselmotor der Welt. Heute ist die kreisfreie Stadt Verkehrdrehscheibe mit dem höchst-gelegenen Verkehrsflugplatz Deutschlands, Industriestandort (Elektrotechnik, Maschinenbau, Papier), Schulzentrum mit einer Fachhochschule sowie Zentrum (mekong kreuzfahrt) der Milchwirtschaft mit Lehr- und Versuchszentrum und der Süddeutschen Butter- und Käsebörse.

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Bürgerstadt
Kern der Freien Reichsstadt und stimmungsvolle gute Stube der Stadt ist der Rathausplatz: Sommers lässt sich in einem der Straßencafes »italienisches« Flair genießen, im Dezember zieht Glühweinduft über den Weihnachtsmarkt. Stattliche Patrizierhäusern umgeben das beherrschende hübsche Rathaus, das 1474 aus einem Kornhaus des 14. Jh.s entstand und um 1565 seine Türmchen erhielt. Nr. 2 ist der Londoner Hof mit prächtiger Rokokofassade (1764); im Alten Zollhaus (Nr. 3) sind gotische Wandmalereien erhalten. Das Neubron- nerhaus (Nr. 5, 1796) beherbergt das Stadtarchiv. In Nr. 10, dem Po- nickauhaus (16./18. Jh.), sind ein prächtiges barockes Treppenhaus und ein ebensolcher Festsaal zu sehen. Die König’schen Häuser in der Kronenstraße (Nr. 29, 31) be¬sitzen eine für Kempten einzigartige barocke Fassadenmalerei. Vom Rathaus führt eine 1903 – als Symbol der Verbindung von Bürger¬und Stiftsstadt angelegte – Freitreppe hinauf zum Schlüssle, einem Patrizierhaus von 1624.
Die um 1430 entstandene evangelische Kirche St. Mang mit ihrem dominierenden 66 m hohem Turm verlor im Bildersturm des Jahres 1533 ihre gotischen Altäre und wurde später mehrmals umgestal¬tet. Bemerkenswert ist der Schnitz¬altar im Chor, der nach Arbeiten Tilrnan Riemenschneiders 1894 für die Weltausstellung in Chicago geschaffen wurde.
Burghalde Stimmungsvolle historische Handwerkerhäuser und Reste der Stadt¬mauer begleiten auf dem Gang durch die Bäckerstraße hinunter zum Illertor. Südlich geht es zur Burghalde hinauf, wo die Römer im 3. Jh. ein Kastell errichteten und von karolingischer Zeit bis 1362 der Vogt des kemptischen Stifts residierte. Freilichtbühne und -kino dort sind beliebte Plätze für sommerliche Veranstaltungen, u. a. das Inter¬nationale Burghaldenfest im Juli und das Burgfest im August.
Jenseits der Iller, auf dem Lindenberg, sind im Archäologischen Park Cambodunum (APC) die Reste und rekonstruierten Bauten der römischen Stadt zu bewundern. Aufgrund der großen öffentlichen Ge¬bäude gilt Cambodunum als erste Hauptstadt der römischen Provinz Rätien. Zu sehen sind u. a. der keltisch-römische Tempelbezirk, die Große und die Kleine Therme und das Forum mit der Basilika, dem © größten Versammlungsbau der Stadt. Geöffnet Mai-Okt. Di.-So. 10.00 bis 17.00, sonst bis 16.30 Uhr, Mitte Dez. bis Mitte März geschlossen; das Forum ist frei zugänglich.

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Stiftsstadt
Die politische und wirtschaftliche Macht der Kemptener Fürstäbte wird in der Residenz sichtbar. Baubeginn war kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg, als das bisherige Kloster zerstört und von den 6000 Einwohnern der Stadt im Jahr 1618 kaum mehr 1000 übrig waren. Es entstand eine etwa 145 X 80 m große Anlage mit dem Klosterbau im Osten und Residenzbau im Westen, jeweils annähernd quadratisch; vor die Residenz ist die Basilika gestellt. Diese Konzep- tion wurde bestimmend für die süddeutsche Stiftsarchitektur, wie
sie u. a. in Obermarchtal zu sehen ist und 100 Jahre später in Otto- beuren (►Memmingen) vollendet wurde. Baumeister war ab 1651 der Vorarlberger Michael Beer, ab 1654 der Graubündner Johann Serro. 1664 standen alle vier Flügel. Ihre atemberaubend reiche Aus-stattung in französischem Rokoko erhielten die Privat- und Repräsentationsräume 1733-1742, inspiriert durch die etwa gleichzeitigen Prunkräume von Francois Cuvillies in der Münchner Residenz. Den Stuck schufen Künstler aus dem Wessobrunner Kreis – Johann Schütz, A. und J. Bader, A. Rauch, Johann Georg Üblher -, die quali¬tätvollen Wand- und Deckengemälde stammen großenteils von Franz Georg Hermann, der u. a. auch Maria Steinbach (►Memmingen) und St. Mang in ► Füssen gestaltete. Heute wird die Residenz von Justizbehörden genützt. Führungen durch die Prunkräume April bis ©
Sept. Di.-So. 9.00-16.00, Okt. ab 10.00 Uhr; Nov., Jan.-März Sa.
10.00- 16.00 Uhr; im Dezember gelten Sonderzeiten. Zu beachten ist auch das große Wandgemälde (1991) im Eingangsbereich: Der aus Memmingen stammende Grafiker und Architekt Josef Löflath illus¬trierte mit teils drastischen Darstellungen die Geschichte des Stifts.
Die Stiftskirche, die den 1632 zerstörten romanischen Bau ersetzte (Bauzeit 1652- 1670), gilt als Hauptkirche des Allgäus und wurde 1969 in den Rang einer »Basilica Minor« erhoben. Michael Beer und Johann Serro lieferten auch für sie die Pläne. Beers Grundriss vereint ein Langhaus im Vorarlberger Münsterschema und einen oktogona- len Zentralraum als Chor: eine ungewöhnliche Anlage, da Gemein¬de- und Mönchskirchc unter einem Dach vereint werden sollten.
Der Bau mit 65 m hohen Fassadentürmen, mächtigem Oktogon und seitlich vor das Langhaus gestellten Kapellen lässt noch italienische Renaissance bzw. Frühbarock erkennen: Das Oktogon folgt dem Dom in Pavia, das Langhaus S. Maurizio in Mailand, die Schallarka¬den der Türme Sebastiano Serlio, die dreiteiligen Emporenöffnungen Andrea Palladio (bemerkenswert ist auch die Ähnlichkeit mit der Kathedrale auf dem Wawel in Krakau). Auch das feierlich-ernste Innere – seit der Restaurierung 1994 im originalen Bild – steht zwischen den Stilen. Der feine vergoldete Stuck des Graubündners Johann Zuccalli folgt der italienischen Spätrenaissance. Die Deckenfresken, die um das Thema der »Lobpreisung Gottes« kreisen, schuf um 1670 der Konstanzer Andreas Asper. Die eindrucksvollsten Teile der Kirche sind das 42 m hohe Choroktogon mit seiner ausgeklügelten Lichtführung und das Chorgestühl mit hervorragenden, seltenen Scagliola-Intarsien von Barbara Hackl (um 1670; Scagliola ist polier¬ter farbiger Stuckmarmor). Besonders bemerkenswert sind auch die beiden eleganten Rokoko-Seitenaltäre vor dem Chor von J. G. Übl- her (1750), der kreuztragende Christus unter der Kanzel (Jörg Lede-rer zugeschrieben, um 1530) und das gotische »Astkreuz« unter der Westempore (um 1350). Der »Ablösaltar« im Chor links ist der ein¬zige aus der Entstehungszeit der Kirche.
Das schöne Zumsteinhaus am Residenzplatz ließ sich die aus Savoyen stammende Familie de la Pierre – eben »Zumstein« – 1802 erbauen. Zwei hervorragende Museen sind hier ansässig. Das Römische Mu¬seum informiert anschaulich über die römischen Ursprünge Kemp¬tens, das Naturkundemuseum über Geologie und Biologie des All¬gäus und der Alpen (beide geöffnet April-Okt. Do., So. 10.00 bis 12.00, 14.00- 16.00 Uhr). Gegenüber der Stiftskirche steht das mäch¬tige Kornhaus (um 1700), hier führt das Allgäu-Museum durch die Geschichte Kemptens und des Allgäus seit dem frühen Mittelalter (geöffnet Di.-So. 10.00-16.00 Uhr). Im Marstall (um 1730), in dem die Pferde und Kutschen der Fürstäbte standen, ist der »Lebens¬raum Alpen« das Thema: Das Alpinmuseum beleuchtet dessen Ge¬schichte von der Erschließung bis zum heutigen Tourismus, die Al¬penländische Galerie zeigt hervorragende Werke aus der Spätgotik (beide geöffnet Di.-So. 10.00-16.00 Uhr). Die Orangerie (1780) am Nordrand des Hofgartens ist heute Heimat der Stadtbibliothek.

Umgebung von Kempten
Der sehr schön vor der Kulisse der Alpen gelegene Ort 10 km west¬lich von Kempten besitzt die ungewöhnliche Kirche St. Pankratius: J. G. Specht, der Architekt der Klosterkirche Ulm-Wiblingen, erweiterte 1770/1771 die Reste eines spätgotischen Baues um ein Rokoko- Langhaus zum Grundriss eines griechischen Kreuzes. Die prachtvol- len Deckenfresken gelten als bedeutendste Arbeit von Franz Joseph Hermann (1772), dem Sohn des Kemptener Hofmalers Franz Georg Hermann. Im Informationszentrum der 850-1077 m hoch liegen- den Landgemeinde ist auch das Heimatmuseum untergebracht. In der Biokäserei (Kempter Str. 9) kann man beim Käsemachen Zu¬sehen. Der Golfplatz Waldegg-Wiggensbach ist der höchstgelegene Deutschlands (1011 m; www.golf-wiggensbach.com).
Vom 1072 m hohen Blender südlich von Wiggensbach – insbesonde- re seinem unbewaldeten Südwestteil, dem Rauhenstein (mit riesigem Fernmeldeturm) – hat man eine grandiose Aussicht bis zur Zugspitze und zum Säntis. Eine schöne Wanderung, teils auf dem ca. 30 km langen »Allgäuer Käsweg« (Info beim Verkehrsamt Wiggensbach), durch die Bilderbuchszenerie mit Weilern und Einödhöfen ist folgen¬de Runde von Wiggensbach aus: Ermengerst – Wagenbühl – Masers – Rauhenstein / Blender – Holdenried – Wiggensbach (ca. 3 Std.).
Die schlichte Kirche St. Nikolaus in Wirlings (zwischen Buchenberg und Waltenhofen) überrascht innen mit reizvollem geometrischem Stuck (beeinflusst von der Kemptener Residenz, um 1680) und her¬vorragender Ausstattung: v. a. Hochaltar mit lebensgroßen Figuren von den Kemptener Brüdern F. F. und H. L. Ertinger; im rechten Seitenaltar das Ursulaschiff, eine Schnitzgruppe vom Meister des Im¬berger Altars (um 1470), dem auch das Relief »Gefangennahme Christi« im linken Seitenaltar zugeschrieben wird.
In der stattlichen Marktgemeinde 15 km nordwestlich von Kempten (722 m, 10 000 Einw.) finden seit 1879 alle 3-4 Jahre im Sommer die Allgäuer Freilichtspiele statt; für 2009 ist die Aufführung von »Andreas Hofer« – zum ersten Mal 1911 gespielt – geplant. Auch in anderen Jahren gibt es in dem architektonisch ganz hervorragenden Theaterbau (1999) ein vielfältiges Programm (►S. 99). Einen Besuch wert sind auch das Käsemuseum und die Kirche St. Blasius und Ale¬xander (1681) mit Wessobrunner Stuck von 1728.
Ein im Allgäu unerwartetes Bild bietet sich östlich und nördlich von Altusried: In vielen Windungen hat sich die Iller mit bis zu 60 m hohen Felswänden in die fossilreichen Sand- und Mergelschichten der Oberen Süßwassermolasse eingegraben. Die eindrucksvolle Land¬schaft ist mit Wanderwegen erschlossen. Eine empfehlenswerte Wanderung von Altusried aus (ca. 2.30 Std.): nördlich über Hörgers nach Fischers, dann westlich zur Burgruine Kalden; weiter in Richtung Betzers hinunter zur Iller mit den Resten der mittelalterlichen Kno¬chenstampfmühle. Dann hinauf nach Betzers und südlich über Stro¬bels zurück nach Altusried. Die im Jahr 2007 eröffnete Fußgänger- Hängebrücke Fischers – Pfosen macht die Ausweitung der Runde zur Ostseite der Iller möglich. Der Bootsverleih in Fischers soll bei ent¬sprechender Nachfrage wieder reaktiviert werden.Südöstlich von Kempten dehnt sich der Kempter Wald aus, ein mit Mooren und Nasswiesen durchsetzter Fichtenwald in einer Höhe von 800 bis 940 m ü. d.M. Obwohl seit Hunderten von Jahren wirtschaftlich genützt, bezaubert er mit einer – je nach Fantasie – ro¬mantischen bis unheimlichen Urwaldatmosphäre. In die Sagen, die sich um den Wald ranken, gingen auch die vielen eiszeitlichen Find¬linge ein, die in dem Waldgebiet verstreut liegen; besonders beein-druckend der Dengelstein (Denkelstein) nahe Betzenried, der größte Findling, und derjenige, auf dem die Burg Baltenstein stand. Auf den Forstwegen lässt sich der Kempter Wald zu Fuß und per Fahrrad durchstreifen. Eine größere Runde mit dem Rad (25 km, ca. 2.30 Std): Von Betzigau nach Osten – mit Abstecher nach Baltenstein – über Jägerhaus und Kempter-Wald-Kapelle bis zur Abzweigung nach Görisried, dort südlich am Naturschutzgebiet »Teufelsküche« ent¬lang, auf der Kreisstraße nach Bodelsberg; dann durchs Sinkmoos zur beliebten Waldwirtschaft To¬bias, über Schönberg nach Betzenried und schließlich hinunter nach Betzigau. Vom Tobias oder von Bodelsberg aus lässt sich der schöne Rundweg Sinkmoos-Tobias (z. T. identisch mit dem Oberallgäuer Rund-wanderweg) in Angriff nehmen (ca. 2.15 Std.). Wer durch den unteren Teil des tief eingeschnittenen Durach-Tobels südöstlich von Durach wandert, sollte in der malerisch gelegenen, gemütlichen Waldschenke einkeh- Bei Sulzberg (712 m, 4600 Einw.) 8 km südlich von Kempten lohnt ^ die Ruine der größten Burg des Allgäus einen Besuch, errichtet im sulzberg 12. Jh. von den Herren von Sulzberg. Im Bergfried ist ein Museum eingerichtet, seine Terrasse bietet einen herrlichen Ausblick über das Oberallgäu. In der näheren und weiteren Umgebung locken reizvolle Seen, v. a. Öschlesee, Rottachsee (Foto ►S. 35) und Niedersonthofe- ner See (Foto ►S. 86), alle mit Badeplätzen.

Baedeker TIPP
Mehlblock-Alpe
Für eine Allgäuer Alpe muss man nicht in die Berge (kambodscha vietnam laos) gehen. Im Kempter Wald, nahe dem Mehlblockmoos nordwestlich von Görisried, öffnen sich weite Weiden, auf der die »Schum- pen« (Jungrinder) grasen. In der urigen Hütte macht man herzhaft Brotzeit, müde Wanderer und Radler können im Lager nächtigen. Bewirt¬schaftet vom späten Frühjahr bis in den Herbst. Ein Telefon gibt’s nicht.

Reiseziele in Allgäu (Teil 6)

Kaufbeuren
In der lebhaften Hauptstadt des Ostallgäus werden Geschichte und Tradition hochgehalten: Eine liebevoll gepflegte Altstadt und das berühmte Tänzelfest im Sommer (halong bucht vietnam) ziehen viele Besucher an.
Die kreisfreie Stadt im freundlichen Wertach-Tal – 1126 erstmals und 1240 in der ersten deutschsprachigen Königsurkunde erwähnt — war ab 1286 Freie Reichsstadt, die bis 1301 »Buron«, dann »Kuf- burun« hieß. Die Namensänderung verweist auf die große Bedeutung des Handels; zur wirtschaftlichen Blüte im 15. Jh. trugen auch die Leinenweber und die Waffenschmiede bei. Im 16. Jh. hielt sich Kaiser Maximilian I. insgesamt 14-mal in der Stadt auf. 1839 wurde hier die erste mechanische Baumwollspinnerei des Allgäus gegründet, schon 1847 kam der Anschluss ans Bahnnetz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für die Vertriebenen aus dem böhmischen Gablonz der Stadtteil Neugablonz gegründet, heute das deutsche Zentrum der Modeschmuckindustrie. Aus Kaufbeuren stammen einige große Namen der deutschen Literatur: Sophie von La Roche, Ludwig Ganghofer (der Verfasser »urbayerischer« Romane war also Schwabe) und Hans Magnus Enzensberger. Der aus Füssen gebürtige Jörg Lederer (1475-1550), einer der bedeutendsten Bildschnitzer der Zeit, arbeitete ab 1503 hier. Im Franziskanerinnenkloster lebte die besonders in der Diözese Augsburg verehrte Nonne und Mystikerin Crescentia (Anna Höß, 1682-1744), die 2001 heiliggesprochen wurde.

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KAUFBEUREN ERLEBEN
AUSKUNFT
Verkehrsverein Kaiser-Max-Str. 1 87600 Kaufbeuren Tel. (0 83 41) 4 04 05 www.kaufoeuren-tourismus.info
FESTE UND EVENTS
Mitte Juli: Beim 10-tägigen Tänzelfest, dem ältesten Kinderfest Bayerns, spielen Kinder die Stadtgeschichte nach. Ende Oktober: Kaufbeurer Theatertage. Anfang September findet im Kloster Irsee das hochkarätige Musikfestival »Klang & Raum« statt (Tel. 0 83 41 / 90 66 66, www. musikfestival-irsee.de).
ESSEN
► Preiswert / Erschwinglich
® Ristorante Primavera
Kemptener Tor 10 Tel. (0 83 41) 10 04 98 Gehobene italienische Küche in gepflegtem Ambiente. Hervorragende Weinauswahl, Extrakarte für Grappa.
© Irseer Klosterbräu
Klosterring 1 87660 Irsee
Tel. (0 83 41) 4 32 20-0 ivivw.irsee.com, tägl. geöffnet Historischer Brauereigasthof mit ein-drucksvollen Gewölben, schönem Garten und zünftiger Küche. Etwas Besonderes sind die geschmackvoll modernisierten Zimmer hinter dicken Wänden (mittlere Preiskategorie).
ÜBERNACHTEN ► Günstig
© Hotel Hasen
Ganghoferstr. 7 Kaufoeuren
Tel. (0 83 41) 9 66 19-0 Schlichter, angenehmer Gasthof am Ostrand der Altstadt gelegen mit nettem gutbürgerlichen Restaurant.

Sehenswertes in Kaufbeuren
Hauptachse und »gute Stube« der Altstadt ist die großzügige Kaiser- Max-Straße, in der seit dem 13. Jh. (!) donnerstags Markt gehalten wird. Ihren oberen Abschluss bildet das würdevolle Rathaus, das Georg Hauberrisser – der später das Neue Rathaus in München entwarf – von 1879 bis 1881 erbaute. Schräg gegenüber das Haus des Patriziers Hörmann (um 1530) mit Renaissance-Portal. Einen schönen Akzent setzt der Neptunbrunnen (1753) vor der evangelischen Dreifaltigkeitskirche (zugänglich 8.00-18.00 Uhr): Ein Haus aus dem 14. Jh., das Kaiser Maximilian als Quartier diente, wurde ab 1604 – als den Protestanten verboten wurde, die Martinskirche mitzubenutzen – zum Predigtsaal umgebaut; der großzügige Raum mit dreiseitig umlaufender Empore ist auf die Kanzel (1764) ausgerichtet, die großen Gemälde zwischen den Fenstern stammen von dem Augsburger Hans Ulrich Franck (1659). Auf der anderen Seite des Neptunbrunnens, den der Augsburger J. W. Schindel 1753 schuf, steht das Weberhaus, bis 1805 Zunfthaus der wichtigsten Handwerkervereinigung Kaufbeurens (gutes Caferestaurant).
Das Zentrum der Stadt markiert die Kirche St. Martin mit 68 m hohem Turm. Die gotische Basilika (1438-1443) wurde um 1895 neogotisch restauriert und ausgestattet. Von einem romanischen Vorgän- verbau sind v. a. das Südportal, die Rundapsiden unter dem Chor und de Taufstein erhalten. Das bedeutendste Ausstattungsstück ist das Relief »Anbetung der Hl. Drei Könige« des Füsseners Hans Kels d. Ä. (um 1520), das im Wechsel mit dem Relief »Das Wirken des Hl. Geistes« von O. Kobel (1990) im Volksaltar zu sehen ist; bemerkenswert auch die Heiligenfiguren im Chor, die Michael Erhärt zugeschrieben werden (um 1480), und die Apostel Petrus und Johannes an der Südwand (vermutlich von Ivo Strigel, um 1500).
Im Haus Kirchplatz 8 kam 1855 Ludwig Ganghofer zur Welt. In seiner Autobiografie »Lebenslauf eines Optimisten« schildert er auch seine Kindheit in Kaufbeuren.
Vom Salzmarkt führt das malerische Kaisergässchen nach Westen (vietnam kambodscha laos). Im Haus Nr. 12-14 ist das sehr schön ausgestattete Stadtmuseum untergebracht (wegen Umbau geschlossen, die Wiedereröffnung ist für 2011 geplant). Außer der Geschichte von Stadt und Region ist es der Allgäuer Volkskunst und Ludwig Ganghofer gewidmet. Wenige Schritte nördlich liegt das Crescentia-Kloster, in dessen Kapelle die vielerehrten Reliquien der hl. Crescentia ruhen. Das dreiflügelige Gebäude des Franziskanerinnenklosters entstand 1471/1472.
Auf einer Anhöhe im Westen – sie bietet einen schönen Blick über die Stadt – ragt das Wahrzeichen der Stadt auf, der mächtige Fünfknopfturm von 1420 (►Foto S. 58). Ein Teil der Stadtmauer mit überdachtem Wehrgang verbindet ihn mit der Kapelle St. Blasius aus dem 15. Jh. (geöffnet Di. – So. 10.00 – 11.00, 14.00 bis 16.00 Uhr), einem durch Stilreinheit und Harmonie bestechenden dreischiffigen Hallenbau. Ihr großartiger Hauptaltar von Jörg Lederer (1518) gilt als ein Hauptwerk der oberschwäbischen Spätgotik. Außerdem sind die 66 Tafelbilder von Ende des 15. Jh.s (darunter 20 mit teils grausigen Szenen aus dem Leben des hl. Blasius), ein Bildteppich (Hl. Blasius mit Vögeln und wilden Tieren) von Anfang das 16. Jhs. und ein Baumkreuz aus dem 14. Jh. bedeutend.
In einem vor das mächtige Tänzelfesthaus gestellten, ästhetisch nicht gerade berauschenden Betongebäude zeigt das Kunsthaus in Wech- selausstellungen moderne und zeitgenössische Werke. Geöffnet Di. bis Fr. 10.00- 17.00, Do. bis 20.00 Uhr, Sa./So. ab 11.00 Uhr.
Umgebung von Kaufbeuren
Auf dem einstigen Gelände der Dynamit AG nordöstlich von Kauf- beuren entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Stadt für 18 000 Menschen, die aus Gablonz im Sudetenland (heute Jablonec) vertrieben wurden. Obwohl später viele wieder abwanderten, werden in Neugablonz noch die alten Traditionen gepflegt, der Dialekt ist durchaus noch zu hören. Gablonz war ein Zentrum der Modeschmuck- und Glasherstellung gewesen, eine Rolle, die auf Neugablonz überging. Trotz billiger asiatischer Konkurrenz sind immer noch über 100 Firmen »im Geschäft«. Im Kulturzentrum Gablonzer Haus (Marktgasse 8) gibt das Isergebirgs-Museum Einblick in die 400-jährige Kultur- und Industriegeschichte des Isergebirges und den Neubeginn nach der Vertreibung (geöffnet Di.-So. 14.00-17.00 Uhr). Das einstige Feuerwehrhaus der Dynamit AG (Neue Zeile 11) ist heute Haus der Gablonzer Industrie mit Schmuckausstellung und Verkauf (geöffnet Mo.-Do. 8.00-12.00, 13.30- 17.00, Fr. 8.00 bis 12.00 Uhr). Hier erfährt man auch, wolrhe Firmen Werksfuhrungen Der kleine Marktort nordwestlich von Kaufbeuren – in dem sich einige Kunsthandwerker niedergelassen haben – ist berühmt für sein einstiges Benediktinerkloster, das 1182 aus einer Einsiedelei hervorsring. Seit dem Mittelalter entwickelte es sich durch zahlreiche Schenkungen zum Zentrum einer eigenen Herrschaft, die 1521 zur Reichsabtei wurde (1802 aufgehoben). Von der Basilika des 13. Jh.s sind nur einige Teile der Ausstattung erhalten.
Die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt wurde 1699-1702 unter Franz Beer von Bleichten aus Au im Bregenzerwald erbaut, einem der bedeutendsten Barockbaumeister; innen zeigt sie das reine Schema der Vorarlberger Wandpfeilerhalle mit Emporen (►S. 62). Urheber des wunderbaren weißen Stucks war der erst 20-jährige Wessobrunner Joseph Schmuzer; die Figuren in den prachtvollen Altären schuf um 1725 der Türkheimer Ignaz Hillenbrand, ebenso die einzigartige Kanzel: ein Schiffsbug, den Schalldeckel bildet ein blaues Segel mit Mast, Wanten und Mastkorb. Eine Kostbarkeit sind auch die neun »Fastentücher« aus dem 18. Jh. mit Szenen aus der Passion Christi, mit denen früher in der Fastenzeit die Altäre verhängt wurden.
Großartig gestaltet sind auch die Klostergebäude. Höhepunkt ist das Treppenhaus im Westflügel mit zartfarbigem Stuck (um 1730), der zu den besten Zeugnissen der Wessobrunner Schule zählt (zugänglich).
Im Konvent ist die Schwabenakademie ansässig, ein Bildungszentrum des Regierungsbezirks Schwaben mit großem, interessantem Angebot (Tel. 0 83 41 / 9 06-661, www.schwabenakademie.de).
In Kirche und Festsaal finden ganzjährig Konzerte statt.
Nach so viel Kultur ist ein Besuch im Klosterbräu und im Brauereimuseum angezeigt. Wer Irsee zu Fuß besuchen will, hat von Kaufbeuren zwei schöne Möglichkeiten: auf dem beschilderten Crescentia-Pilgerweg über Bickenried (1.30 Std.) oder weiter nördlich durch den Staffelwald (gut 2 Std.).
ln Stöttwang 5 km östlich von Kaufbeuren überrascht die prachtvoll ausgestattete Kirche St. Gordian und Epimachus (1745). Schon zu Beginn des 9. Jh.s existierte hier ein Reichskloster, das 831 von der Abtei Kempten übernommen wurde. Stuck und Kanzel sind das Werk von Franz Xaver Feichtmayr, Franz Georg Hermann schuf die fantastische Scheinarchitektur des Langhaus-Deckenfreskos. Placidus Verhelst zeichnet für den Hochaltar verantwortlich (1763); sein Vater Ägidius, der u. a. für seine Figuren in der Wieskirche bekannt ist, schnitzte den Kruzifixus (1745).

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Baedeker TIPP
Dampflokrunde
Eine schöne Möglichkeit, das Ostallgäu kennenzulernen, ist der ca. 80 km lange Rad-Rundwanderweg zwischen Kaufbeuren und Lechbruck, der zu großen Teilen auf den Dämmen stillgelegter Bahnstrecken verläuft – also nur mit sanften Steigungen. Auskunft geben die lokalen Verkehrsbüros und der Tourismusverband Ostallgäu.
WUSSTEN SIE SCHON …
Die in Kempten ansässige Süddeutsche Butter¬und Käsebörse wurde 1921 von dem legendären Oberbürgermeister Dr. Otto Merkt (Amtszeit 1919-1942) gegründet. Erzeuger und Handelsfirmen in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen melden wöchentlich, wieviel sie von welchem Produkt zu welchem Preis verkauft haben. Damit haben alle Beteiligten eine objektive Grundlage dafür, wie sie ihre weitere Preisgestaltung handhaben. formationen

 

Reiseziele in Allgäu (Teil 5)

INSY
Ein überaus malerisches Bild bietet die alte Freie Reichsstadt Isny, die im Norden (halong bucht vietnam) des Westallgäus im Württembergischen liegt. Auch als heilklimatischer Kurort hat sie einen guten Ruf, Wander- und Radwege sowie Langlaufloipen erschließen die schöne Natur.
Im 3. Jh. sicherte in der Nähe von Isny ein Kastell die Römerstraße Isny gestern von Bregenz nach Kempten. In der frühesten Urkunde (1096) ist die und heute Siedlung als »Villa Ysinensis« erwähnt. Beim Kloster der Hirsauer Mönche, die sich 1096 hier niederließen, entwickelte sich ein Markt, der mit Flachsanbau und Leinenproduktion prosperierte; 1365 kauften sich die Bürger frei. Die reichsunmittelbare Stadt bekam 1507 das Münzrecht und schloss sich 1529 der Reformation an, wobei die humanistisch gebildeten Prediger der Stadt eine wichtige Rolle spielten. 1803 kam Isny an die Grafen von Quadt-Wykradt, 1806 zum Königreich Württemberg. Die Stadt ist Standort der Naturwissen- schaftlich-Technischen Akademie (ehemals Chemieschule Grübler)

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Insy in Allgaeu

Sehenswertes in Isny
Trotz einer ganzen Chronik von verheerenden Epidemien, Bränden und Kriegsschäden blieb die mittelalterliche Stadtmauer mit einigen stattlichen Türmen erhalten. Die als Gesamtanlage denkmalgeschützte Altstadt wird von zwei Durchgangsstraßen – mit spätgotischen bis barocken Bürgerhäusern – geviertelt, der Marktplatz liegt in der Mitte (Markt ist donnerstags). Dort versammeln sich markante Bauten: das schöne Rathaus, das um 1685 aus Patrizierhäusern des 15. Jhs. entstand (Ratssaal mit Winterthurer Kachelofen von 1685); der schlanke, himmelstürmende Blaserturm aus dem 16. Jh., auf dem ein Türmer Feuerwacht hielt; diesem benachbart das Hallgebäude, bis ins 19. Jh. Tuchhaus, in dem die Leinwandprodukte amtlich bewertet wurden; und diesem gegenüber das Heiliggeistspital (15. Jh.), heute evangelisches Gemeindezentrum (Paul-Fagius-Haus). Nordwestlich wacht an der Stadtmauer das trutzige Espantor von 1467 (»Espan« bedeutet »Gemeindeanger«), in dem sommers Kunst ausgestellt wird. Im Westen erläutert das Museum am Mühlturm die Stadtgeschichte (geöffnet Di., Do., Sa., So. 14.00-17.00 Uhr). Das Wassertor im Nordosten der Altstadt beherbergt das Heimat-museum, in dem u. a. eine alte Schuhmacherwerkstatt zu sehen ist (Führung Mai-Okt. Sa. 10.00 Uhr).
©Im Nordosten der Altstadt liegt der geistliche Bezirk, der auf die Stadtkirche von 1042 und das im Jahr 1096 gegründete Kloster zurückgeht. Dem Wassertor benachbart die evangelische Nikolaikirche, eine gotische Pfeilerbasilika (1288, Chor 1455), die nach dem Stadtbrand 1631 erneuert wurde. Außer der Renaissance-Kassettendecke (1641) ist in der protestantisch kargen Kirche der Taufstein (1640) zu beachten, dessen schöner Deckel dem Ulmer Schnitzer S. Hesche- ler zugeschrieben wird. Durch den gotischen Chor gelangt man in die überaus wertvolle Prädikantenbibliothek, eine der wenigen er- haltenen spätmittelalterlichen Kirchenbibliotheken (Führung Ostern bis Reformationstag Mi. 10.30 Uhr).
Die katholische Pfarrkirche St. Georg und St. Jakob, einst Kirche des Benediktinerklosters, entstand ebenfalls nach 1631 neu; um 1750 bekam die festliche, lichtdurchflutete dreischiffige Hallenkirche ihr feines Rokoko-Gewand. Kanzel und Altäre schuf der Wurzacher Jakob Ruetz (um 1760). Rechts vor dem Chor führt ein Gang zur Marien- kapelle (1645- 1680) mit reicher Ausstattung aus dem 18. Jh.; ihre Hauptsehenswürdigkeiten (halong bucht tour) sind der Hochaltar (K. Hegenauer, um 1760), das Chorgestühl (um 1730), die bemalte Kassettendecke (um 1680) und die 48 Porträts Isnyer Äbte, die meisten von F. G. Her¬mann (um 1760). Die schlichten Konventsgebäude sind ein Werk des Vorarlbergers Michael Beer (1657). Nach der Säkularisation 1803 dienten sie den Grafen von Quadt-Wykradt als Schloss. Der südlich benachbarte Pulverturm aus dem 13. Jh., eines der ältesten Stadttore Isnys, ist seit einem Brand 1631 verstümmelt.

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ISNY ERLEBEN
AUSKUNFT
Kurverwaltung
Unterer Graben weg 1, 88316 Isny Tel. (0 75 62) 9 84-110, www.isny.de
Gästeamt Argenbühl Kirchstr. 9, Eisenharz 88260 Argenbühl Tel. (0 75 66) 94 02 10 www.argenbuehl.de
FESTE UND EVENTS
Das Isnyer Kinderfest, das ins Jahr 1620 zurückgeht, wird am 2. Juli- Wochenende gefeiert. Opernfestival im Juli, Theaterfestival im August. Am 26. Dez. Stephansritt in Eisenharz.
DETHLEFFS
Wer sich ansehen will, wie moderne rollende Urlaubsdomizile gebaut wer¬den, kann das bei Dethleffs tun (östlich der Stadt, Freitag 9.00 Uhr). Frühzeitige Anmeldung unter Tel.
(0 75 62) 9 87-0 ist notwendig.
ESSEN
Erschwinglich
Historischer Gasthof Adler
Großholzleute, Hauptstr. 27 88316 Isny, Tel. (0 75 62) 97 54 70 Im Mittelalter eine Wasserburg, im 19. Jh. Thurn-und-Taxis’sche Poststa¬tion, heute eine feine Ess-Adresse (Mo. Ruhetag). Gegenüber kann man im modernen Gästehaus Adler preiswert nächtigen (nicht zum Gasthof gehö¬rend; Tel. 0 75 62 / 97 31-0).
Preiswert
Zum Ochsen
Beuren, 88316 Isny
Tel. (0 75 67) 18 23 30
Im stattlichen Dorfwirtshaus kommt
ÜBERNACHTEN
Luxus
Berghotel Jägerhof
Isny, Tel. (0 75 62) 77-0 www.berghotel-jaegerhof.de Am Südhang des »Kapfs« nordwestlich von Neutrauchburg gelegenes großes Haus der Best-Western-Gruppe: großzügiges, gemäßigt rustikales Ambiente mit schönem Alpenblick. Umfassendes Wellness-Angebot mit Schwimmbad und Tennisplätzen.
Günstig
Gasthof Krone
Isny, Bahnhofstr. 13 Tel. (0 75 62) 24 42 Kleines Haus vor der Stadtmauer mit großzügigen Zimmern. Im gemütlichen holzgetäfelten Restaurant gibt’s gute heimische Kost (Do. geschl.).
Schlossgasthof Sonne
Isny-Neutrauchburg, Schlossstr. 7 Tel. (0 75 62) 7 11 94-0 Traditionsgasthof im Schlossbezirk mit gediegener Atmosphäre. Hier wird eine gutbürgerliche Küche mit regionalen und internationalen Gerichten gepflegt, der Weinkeller ist gut sortiert. Im Sommer finden an einigen Freitagabenden vor dem Gasthof Blasmusikkonzerte statt.
Zur Rose
Eglofs, Dorfplatz 7, 88260 Argenbühl Tel. (0 75 66) 3 36 Traditionsreicher, familiärer Gasthof im Dorf der »Freien Leut«, ebenso schön wie die Fassade ist der Blick von der Terrasse. Großzügige moderne Zimmer, regional-internationale Küche. Eine beliebte, gute Adresse zum Essen und Zechen ist auch der
Baedeker TIPP
Gemalte Märchenwelten
Bekannt und beliebt sind die träum- oder märchenhaften »Visionen« des in Isny geborenen Illustrators Friedrich Hechelmann. Im »Schloss«, dem ehemaligen Konventgebäude, sind Werke von ihm ausgestellt, außerdem Repliken berühmter antiker Skulpturen wie der Laokoon oder der Barberinische Faun (geöffnet Di.-So. 11.00-17.00 Uhr). Friedrich Hechelmann bietet auch Malkurse an (www.hechelmann.de).

Umgebung von Isny
Neutrauchburg Der Heilklimatische Kurort Neutrauchburg 2 km nördlich von Isny ist bekannt für seine modernen Kur- und Reha-Kliniken; das Thera¬peutische Bewegungszentrum steht auch gesundheitsorientierten Ur¬laubern offen. Auch hier gibt es eine Waldburg-Zeil’sche Residenz, erbaut 1785-1788 von J. G. Specht; das frühklassizistische Schloss mit Loreto-Kapelle bildet mit seinen einstigen Wirtschaftsgebäuden ein hübsches, gepflegtes Ensemble. Schöner Blick auf Isny.
Östlich von Isny reicht die Adelegg, geologisch ein Ausläufer der Allgäuer Alpen, weit ins Vorland hinaus. Bis 1898 dienten ihre Wälder als Rohstoff- und Energielieferant für eine Glasindustrie (► Leut- kirch, Schmidsfelden); auf den abgeholzten Flächen ließen sich Anläng des 18. Jh.s Bauern nieder, so dass hier die einzigen Hochalpen Württembergs entstanden. Nachdem auch sie aufgegeben waren, wurden weite Teile wieder aufgeforstet. Von Isny, Großholzleute, Bolsternang und Wengen führen Wanderwege und Sträßchen auf den Schwarzen Grat, die höchste Erhebung Württembergs (1118 m, Aussichtsturm) mit legendärer Aussicht auf die Alpen – von den Schweizer Bergen und dem Bodensee über die Zugspitze bis zu den Stubaier Alpen.
Der geschichtsreiche Luftkurort 12 km südöstlich von Isny (B 12) besitzt eine überraschend prunkvolle neogotische Kirche (St. Pela- gius, 1872), im Hochaltar Figuren aus der Multscher-Schule (um 1490). Empfehlenswert ist die Wanderung über den Grat des Sonnecks (1050 m) zur Ruine Alttrauchburg mit Burggaststätte, anschlie¬ßend auf dem Gratweg nach Osten, hinunter nach Engelhirsch und zurück nach Weitnau (ca. 2.30 Std.).
Das Becken unmittelbar westlich von Isny wird von einem ganzen .System von Hoch- und Niedermooren eingenommen, das als Boden¬möser bezeichnet wird: ein typisches Voralpen-Moorgebiet und mit 10 km2 Fläche eines der größten im Allgäu (60 % stehen unter Naturschutz). Wanderwege und Lehrpfade erschließen den Lebensraum einer vielfältigen, wertvollen Flora und Fauna. Info beim Naturschutzzentrum Isny (Unterer Grabenweg 2, Tel. 0 75 62 / 5 52 59), das auch Führungen veranstaltet. Die Seen und Moore zwischen Isny, Leutkirch und Wangen sind unter Leutkirch beschrieben.
Streuobstwiesen mit glücklichen Kühen und gepflegten Bauernhöfen, urtümliche Moore mit blinkenden Weihern zwischen dunklen Wäldern, dazu ein sonniges, mildes Klima (der Bodensee ist nicht weit): So präsentiert sich der Landstrich zwischen Isny und ►Wangen, zwischen Unterer und Oberer Argen. Die Gemeinde Argenbühl umfasst sechs Dörfer, darunter Eglofs, das für seine schöne Anlage mehrfach ausgezeichnet wurde: Im Mittelalter eine reichsunmittelbare Stadt freier Bauern – ein sehr ungewöhnlicher Status -, besitzt es einen stattlichen Hauptplatz mit Rathaus und den Gasthöfen Zur Rose und Löwen. Das Museum des Geschichts- und Heimatvereins infor- miert dort über die interessante Historie (geöffnet So. 10.00-12.00, 13.30-16.00 Uhr). Die Kirche St. Martin – vom Vorplatz hat man einen herrlichen Ausblick über das Tal der Oberen Argen – ist ein Werk von J. G. Specht (1751), der später die berühmte Klosterkirche Wiblingen bei Ulm entwarf; ihr prachtvoller frühklassizistischer Hochaltar enthält ein Gemälde von F. A. Weiß (»Mariä Himmelfahrt«, 1780). Jenseits des Tals, schon im bayerischen Landkreis Lindau, leuchtet weiß das ab 1491 erbaute Schloss Syrgenstein, eine der vielen Besitzungen der Familie Waldburg-Zeil (Archiv, nicht öffentlich zugänglich).
Ca. 7 km südlich von Isny, zwischen Maierhöfen und Grünenbach, hat die Obere Argen den wildromantischen Eistobel in das Nagel-l fluhgebirge gesägt – ein Paradies für Naturfreunde (paradise cruise halong bay) ebenso wie für Kinder: Man erlebt hier 10 Mio. Jahre Erdgeschichte, mit etwas Glück sieht man einen Eisvogel oder eine Wasseramsel fischen, hier blühen über 30 Orchideenarten und weitere seltene Pflanzen. Von der eindrucksvollen, 204 m langen und 54 m hohen Eistobelbrücke westlich von Riedholz geht man hinunter in die gut 3 km lange, im Winter – daher der Name – besonders bizarre Schlucht mit tosenden smaragdgrünen Wassern, mächtigen Gletschertöpfen und stiebenden Wasserfällen. Anschließend hinauf nach Hohenegg und auf die Ried¬holzer Kugel (1066 m) mit fantastischer Aussicht. Westlich zurück nach Riedholz (Gesamtgehzeit ca. 3 Std.).
In Riedholz sollte man sich die Kapelle St. Anna ansehen, die einen hervorragenden spätgotischen Flügelaltar (um 1520) besitzt; die »Anbetung der hl. drei Könige« in der Predella, dem Sockel des Altarauf¬satzes, wird der Werkstatt von Ivo Strigel zugeschrieben (um 1480).
Ein guter Stützpunkt für Natur- und Kunstfreunde ist der Gasthof Adler in Riedholz mit schönem Biergarten (Mo. geschlossen).

WUSSTEN SIE SCHON …
Im Jahr 1958 las bei einem Treff der Gruppe 47 im Gasthof Adler in Großholzleute (► S. 168) ein verwegen aussehender junger Schriftsteller das Anfangskapitel eines Roman-Manuskripts vor und schlug die Zuhörer mit seinem vitalen, saftig-bildhaften Erzählstil in seinen Bann – es war Günter Grass, der vor allem für seine »Blechtrommel« 1999 den Literatur-Nobelpreis erhielt.