Reisen Schongau in Allgäu

Schongau, am Westufer des Lechs gelegen, gehört politisch schon zu Oberbayern – das Stadtbild allerdings ist noch ebenso unverkennbar schwäbisch wie das hier gesprochene Idiom. Auch die Lage der lebhaften Stadt ist speziell: auf einem Hügel, der einst vom Lech umflossen wurde. Fast vollständig erhalten ist die Befestigung des 14.-17. Jh.s mit hölzernem Wehrgang, Toren und Türmen. Um 1235 von Kaiser Friedrich II. gegründet, verdankte die Stadt ihren Aufschwung der günstigen Lage als Umschlagplatz am Lechübergang, den schon die römische Via Claudia Augusta nützte. Sehenswertes in Schongau und Umgebung Die Hauptachse der staufischen Stadtanlage ist zweigeteilt: im Norden (halong bucht) die von behäbigen Giebelhäusern gesäumte Münzstraße, im Süden der Marienplatz. Getrennt werden sie von der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (17./18. Jh.) mit Wessobrunner Stuck (teils von Dominikus Zimmermann) und Deckenfresken von Matthäus Günther. Den prunkvollen Hochaltar (1760) schuf F. X. Schmädl nach einem Entwurf von Ignaz Günther; in der Mitte die Himmelfahrt Mariens (um 1620), seitlich die hll. Mauritius und Martin. Auf dem Marienplatz das große Ballenhaus (1515, im 19. Jh. verändert) mit Treppengiebeln und schöner Balkendecke im Ratssaal. Das Stadtmuseum in der ehemaligen Spitalkirche St. Erasmus (Ghristophstr. 55, geöffnet Sa., So. 14.00- 17.00 Uhr) zeigt römische und mittelalterliche Funde sowie sakrale Kunst; bedeutendstes Stück ist ein Rokoko-Hausaltar, vermutlich von Andreas Häringer, einem Schwiegersohn des berühmten Barockbildhauers Ignaz Günther. Der bedeutendste romanische Kirchenbau Oberbayerns steht 3 km nordwestlich von Schongau in Altenstadt (heute katholische Pfarrkirche St. Michael). Um 1180-1200 wurde die dreischiffige Basilika mit mächtigen Osttürmen aus Tuffstein erbaut. Auf dem Lettnerbalken steht das kostbarste Ausstattungsstück: ein riesiger romanischer Kruzifixus, der Große Gott von Altenstadt (um 1220). Er steht ganz in der Tradition der frühesten Darstellungen des gekreuzigten Chris-tus: Zu sehen ist kein Leidender, sondern der majestätische Sieger über Tod und Hölle. Zu seinen Seiten stehen Maria und Johannes, Kopien mittelalterlicher Plastiken (Originale im Bayerischen Nationalmuseum München). Die Fresken im Chor stammen aus dem 14. Jh., aus der Bauzeit der riesige Ghristophorus an der West-Innenwand. Ebenso alt ist der romanische Taufstein, der zu den schönsten in Deutschland zählt. Zu beachten sind auch die unterschiedlich gestalteten Würfelkapitelle. Peiting (12 000 Einw.) liegt jenseits des Lechs 3 km südöstlich von Schongau im Pfaffenwinkel. Seit 1055 gab es hier eine Burg der Welfen, von der noch Wälle vorhanden sind. Von 1920 bis 1968 wurde hier Pechkohle abgebaut. Die Pfarrkirche St. Michael (1785) besitzt Altäre von F. X. Schmädl und vom romanischen Vorgängerbau noch den Turm (11. Jh.) und die Krypta (um 1200). Zu beachten ist auch die Wallfahrtskirche Maria Egg auf dem Friedhof; ihr Langhaus da-tiert von 1655, der Chor wurde 1737 von Joseph Schmuzer neu erbaut. Nördlich von Peiting sollte man das »Diakoniedorf« Herzogsägmühle besuchen, in dem Behinderte und anders Benachteiligte beschützt leben (Tel. 0 88 61 / 219-0, www.herzogsaegmuchle.de); es gibt hier eine Cafeteria und einen Laden mit Handgefertigtem. In Birkland weiter nördlich ist die barocke Kirche St. Anna mit Wessobrunner Stuck (18. Jh.) und einem Hochaltar von Dominikus Zimmermann (1715) sehenswert. Vom Kalvarienberg westlich von Peiting und vom Eschenbühl ca. 6 km südlich hat man einen großartigen Blick auf die Kette der Alpen. Von Peiting geht man auf dem König-Ludwig-Weg in gut 2 Std. auf den Peißenberg (auch Hohenpeißenberg), der 400 m über die Moränenlandschaft ragt und die allerschönste Aussicht in Oberbayern bietet: vom Hochstaufen bei Bad Reichenhall bis zum Grünten; in der Mitte das Zugspitzmassiv. 1772 wurde hier eine Sternwarte und 1781 das erste meteorologische Observatorium Bayerns errichtet; heute unterhält der Deutsche Wetterdienst moderne Anlagen (Info-Pavillon). Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt (1619) besitzt einen monumentalen Hochaltar aus der Bauzeit (Altarbild 1717); im Chor stellen Holzreliefs von Bartholomäus Steinle Moses und David dar (1619). Die anstoßende Gnadenkapelle von 1514 wurde durch eine wundertätige Madonna zum Wallfahrtsziel. 1747 wurde sie erweitert und 1748 von den hervorragendsten Künstlern der Region gestaltet: Fresken von Matthäus Günther, Stuck von Joseph Schmuzer, Hochaltar (mit dem Gnadenbild) von Franz Xaver Schmädl. Burggen In dem Dorf 7 km südwestlich von Schongau sind die Kirchen St. Stephan (1682) und St. Anna (gotisch, nach 1612 umgestaltet) interessant, beide mit Altarfiguren des Füsseners Anton Sturm (um 1735), Letztere auch mit bemalter Holzkassettendecke von 1674. Ein bemerkenswertes Ensemble, das nach dem Dorfbrand 1795 entstand, vereint die St.-Anna-Straße: typische, einheitlich nach Osten ausgerichtete Einfirsthöfe mit Flachsatteldächern über geständerten Kniestöcken mit Andreaskreuzen. Die Gebäude wurden meist mit der Nord- und Westseite an die Grenzen gesetzt, um den geschützten Hofraum nach Süden (mekong kreuzfahrt) hin nutzen zu können. Die jüngeren Anwesen, die im 19. Jh. erneuert wurden, haben einen Wiederkehr, die älteren einen Hakenschopf (P-S. 73). Jedes Jahr am 2. Sept.-Sonntag treffen sich in Burggen die Fuhrleute zum Rosstag mit über 300 Pferden.

Schongau in Allgaeu

 

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Ein wunderschönes Naturschutzgebiet bildet die Litzauer Schleife, der letzte unverbaute Abschnitt des Lechs unterhalb des Forggensees mit eindrucksvollen Steilufern, die man von markierten Wanderwegen aus bewundern kann. SCHONGAU ERLEBEN AUSKUNFT Touristeninformation Münzstraße 1, 86956 Schongau Tel. (0 88 61) 21 43 33 FESTE UND EVENTS Aug.-Wochenende: Fischerfest am Deutensee. Aug.: Schongauer Sommer. Sept.-So.: Rosstag in Burggen. ESSEN / ÜBERNACHTEN ► Preiswert Gasthof Blaue Traube Münzstr. 10, 86956 Schongau Tel. (0 88 61) 9 03 29 Gemütliches Restaurant in einem mächtigen alten Haus an der Hauptstraße. Großzügige moderne, gut aus¬gestattete Gästezimmer.

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