Reisen Sonthofen in Allgäu

Zusammen mit ► Immenstadt ist Sonthofen, Luftkurort am Aus¬gang des Illertals und südlichste Stadt Deutschlands, Mittelzent- rum des Oberallgäus mit Verwaltung, Schulen und Gewerbe. Die Umgebung ist reich an landschaftlichen und kulturellen Schätzen (vietnam kambodscha rundreise).
Im 15. Jh. baute man im Grünten – dem markanten Bergstock, der den Ausgang des Illertals überragt – und im Ostrachtal (►Bad Hindelang) Eisenerz ab, das in der Umgebung verhüttet und zu Arbeits- sowie Kriegsgerät weiterverarbeitet wurde. Der letzte Hochofen wurde 1863 stillgelegt. Zeuge dieser Allgäuer Schwerindustrie ist das Sonthofener Hüttenwerk, das heute unter dem Namen BHS Sonthofen mit 200 Mitarbeitern Maschinen für die Misch- und Filtertechnik herstellt. Bedeutend waren der Anbau von Flachs und die Verarbeitung zum begehrten Leinen; im 19. Jh. kamen stattdessen Milchwirtschaft und Käserei. Ein seltsames, bedrohlich wirkendes Bauwerk überragt die hübsch ins Illertal gebet¬tete Stadt: die Ordensburg, in der ab 1936 NS-Kader ausgebildet wurden. Sie dient heute der Bundeswehr, die ein weiterer wichtiger Arbeitgeber in der Stadt ist.

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Heftige Bombenangriffe 1945 ließen von der alten Bausubstanz wenig übrig, und die neuzeitliche Beton-und-Baumarkt-Architektur der Außenbezirke ist weniger einladend. Im Zentrum gibt es aber noch hübsche Winkel. Die in gotische Zeit zurückgehende, um 1740 barockisierte Pfarrkirche St. Michael (bis 1951 rekonstruiert) birgt hervorragende Kirchenväter-Figuren des Füsseners Anton Sturm (1749). In der ebenfalls spätgotisch-barocken Frauenkapelle nebenan sind Reliefs von D. Mauch (»Hl. Familie«, 1520) und aus dem Lederer-Umkreis (Muttergottes, um 1515) sehenswert. Das reich ausgestattete Heimathaus wenige Schritte südlich (Sonnenstraße 1) illustriert Geschichte und Kultur des oberen Allgäus (u. a. große »Altmummener Krippe«; geöffnet Di.-Do., Sa./So. 15.00- 18.00 Uhr, Nov. geschl.). Die Geschichte der deutschen Gebirgstruppe ist im Gebirgsjägermuseum in der Grüntenkaserne nachzuvollziehen (So. 10.00-12.00, Personalausweis nötig). Führungen durch die Ordensburg organisiert das Gästeamt.

Sonthofen in Allgaeu

Umgebung von Sonthofen
Im reizvoll gelegenen Altstädten 3 km südlich von Sonthofen prunkt die 1733-1754 umgestaltete Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Altären und Kanzel des Füssener Künstlers Anton Sturm, die zu seinen Hauptwerken zählen. Bemerkenswert sind auch die Fres¬ken von J. B. Riepp und das Vierzehn-Nothelfer-Relief aus dem Lederer-Umkreis (1510) im Pfarrhof.
Den Bergzug östlich des Illertals nennt man zusammenfassend »Sonnenköpfe«; ihr höchster Gipfel ist der Schnippenkopf (1833 m). Die Überschreitung des Kamms zwischen Imberg und Reichenbach stellt eine beliebte familientaugliche lange Tour dar (6-7 Std.). Eine schöne kürzere Unternehmung ist der Weg von Hinang (südlich von Alt¬städten) zum Hinanger Wasserfall und weiter über das Berggasthaus Sonnenklause hinauf zum Sonnenkopf (1712 m); Abstieg über die Entschenalp zurück zur Sonnenklause (gesamt 5-6 Std.).
Ostlich von Sonthofen liegt das idyllische Berghofen mit der weithin sichtbaren Kapelle St. Leonhard. Sie besitzt einen herrlichen Flügelaltar (1438), der Hans Strigel d. Ä. zugeschrieben wird; die Figuren in der Mitte stammen aus dem Multscher-Umkreis. In Winkel weiter nördlich hat man Zugang zur wilden, geologisch interessanten Starzlachklamm (zugänglich Ende April-Anf. Nov., feste Schuhe nötig), eine der großen Natursehenswürdigkeiten des Allgäus: Außer Dingen wie »Stadschiefer« und »Erzkalken« sind hier mehrere Arten von »Nummuliten« zu finden, münzförmige versteinerte Wurzelfüßler. Im Sommer ist der »Gumpen« beim Wasserfall herrlich zum Baden, besonders für Kinder. Vom oberen Ende der Klamm kann man in ca. 20 Min. zur Brotzeit zur Alpe Topfen oder zum Gasthof Alpenblick hinaufgehen.
Wie ein Bollwerk wacht der 1738 m hohe Grünten (mit 92 m hohem Sendemast des Bayerischen Rundfunks) am Eingang zum Illertal. Von allen Seiten führen Wege hinauf. Familientauglich, mit 1000 m Höhenunterschied recht anstrengend ist der steile Weg von Burgberg durch den Wustbachtobel oder von Winkel durch die Starzlachklamm (3 Std. Aufstieg). Die Aussicht vom Hauptgipfel (Übelhorn) mit dem Gebirgsjäger-Denkmal (1924) ist einfach grandios. 1852 ließ Carl Hirnbein das 1535 m hoch gelege¬ne Grüntenhaus errichten, das erste »Berghotel« des Allgäus (100 Lager, Tel. 0 83 21 / 33 72). Im Win¬ter erschließen von Kranzegg bzw.
Rettenberg aus ein Sessellift und eine Reihe von Schleppliften ein stattliches Skigebiet mit Abfahrten bis 4,5 km Länge. Eine 1,5 km lange Rodelbahn führt vom Berggasthof Kranzegg (1150 m) zum Park¬platz der Grüntenlifte.
Das verträumte Dörfchen nördlich von Burgberg gilt als eine der äl- testen Pfarren des Allgäus. Die Kirche St. Agatha geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück (barocker Umbau 1613, Turm 1667). Erhalten sind Fresken aus dem 15. Jh., der Hochaltar (um 1720) zeigt ein Gemälde von F. A. Weiß (1765) mit dem grausigen Martyrium der hl. Agatha zusammen mit einer Ansicht von Agathazell.
► dort
Rettenberg am Nordfuß des Grüntens ist als Brauereidorf bekannt. Zwei traditionsreiche Privatbetriebe, Zötler (seit 1447, seit 1920 unter dem Namen Zötler) und Engelbräu (seit 1668), brauen diverse Spezialitäten und vermitteln mit Führungen und Seminaren näheren Einblick in die Braukunst. Der Rettenberger Bürgermeister hat über 600 Bierkrüge zusammengetragen, die ein Panorama des bayerischen Biers entstehen lassen (Näheres beim Gästeamt Rettenberg, Tel.0 83 27 / 93 04-0, www.rettenberg.de). Die lokalen Produkte kann man an Ort und Stelle in den benachbarten Brauereigasthöfen Adler- Post und Engelbräu an der Hauptstraße prüfen. Noch besser schmeckt das Bier nach der Tour über den Falkenstein (1116 m, in ^
Karten als »Auf dem Falkenstein« bezeichnet), der als einer der ◄ Falkenstein schönsten Aussichtspunkte des Vorlands gilt: Von Rettenberg nordöstlich nach Bommen, dann südwestlich zum Gipfel und hinunter zur Gebhardshöhe und zurück nach Rettenberg. Gehzeit ca. 3 Std., für den z. T. gesicherten Gratweg ist Trittsicherheit nötig.
Das abgelegene Tal südwestlich von Sonthofen, zwischen der Nagel- fluhkette im Norden (halong bucht) und den Flysch-Hörnern im Süden, gehört zu den schönsten Hochtälern des Allgäus. Darüber hinaus darf es sich als Wiege des Allgäuer Emmentalers rühmen: 1827 produzierte der Senn Johann Althaus aus dem Emmental auf der Au-Alpe den ersten »Schweizer Käse« im Zentnerlaib-Format. Der Rohmilchkäse der Sennereigenossenschaft ist auch heute exzellent. Wichtige Termine, die viele Zuschauer anziehen, sind das Hörnerschlittenrennen Anfang Januar und der Viehscheid am 3. September-Samstag. Die Zufahrtsstraße führt von Rieden bei Sonthofen über ein kleines Joch, wo sich der herrliche Blick in das Tal öffnet. Bei Halden hat sich die Gunzesrieder Ache ein schmales Bett durch die Nagelfluhschichten gefräst; Ausgangspunkt für die Erkundung des Haldentobels (gesamt 2-3 Std.) ist der Parkplatz kurz vor Gunzesried. Auch der Spaziergang (ca. 2 Std.) von der Gunzesrieder Säge südlich in den Tobel des Ostertalbachs vermittelt schöne Eindrücke. Ein Schmankerl für trittsichere, schwindelfreie Bergwanderer ist die Tour auf den Stuiben von der Gunzesrieder Säge aus, den man so von seiner felsig-wilden Seite kennenlernt (Aufstieg über Sommerhausalpe und den Nordostgrat, Abstieg über Rothen- und Ornach-Alpe; gesamt gut 4 Std.).
Imberg In Imberg (900 m) südöstlich von Sonthofen lohnt ein Blick in die Kapelle St. Katharina, links am Ortseingang: Ihr neogotischer Altar enthält feine Figuren — Muttergottes, hl. Silvester und hl. Katharina – eines unbekannten Künstlers aus dem Umkreis von Hans Multscher (um 1470), der als Meister des Imberger Altars bezeichnet wird.
Das 1656 m hohe Imberger Horn vermittelt einen eindrucksvollen Imberger Horn Blick über die grünen Vorberge und die felsige Welt des Allgäuer Hauptkamms (Rotspitze, Daumen) sowie ins Kleinwalsertal. Von Imberg braucht man für die bequeme Wanderung über die Strausberghütte zum Gipfel ca. 2.30 Std.; dann mit der Sesselbahn nach Hindelang, oder südlich zum Strausbergsattel hinunter und über die Strausbergalm zurück nach Imberg (ca. 2 Std.). Am Sonntag um den 20. Aug. wird auf dem Strausbergsattel eine große Älplermesse mit Alphornbläsern gefeiert.

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SONTHOFEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Gästeamt
Rathausplatz 1, 87527 Sonthofen Tel. (0 83 21) 61 52 91 www.sonthofen.de
FESTE UND EVENTS
Am Fasnachtssonntag findet alle drei Jahre (wieder 2009) das Egga-Spiel statt, ein auf vorchristliche Ursprünge zurückgehender Brauch, der den Kampf der Menschen mit den Naturgewalten symbolisiert. Um den 16. Sept. Viehscheid in Gunzesried. Am 576. Dez. Klausentreiben.
ESSEN
Fein & teuer
Märend
Sonthofen, Richard-Wagner-Str. 18 Tel. (0 83 21) 78 89 99, Mi. geschl. »Märend« heißt »Brotzeit«, hier pflegt man jedoch eine hochklassige, interessante Crossover-Küche. Schöne internationale Weinauswahl.
Preiswert / Erschwinglich
Brauereigasthof Hirsch
Sonthofen, Grüntenstr. 7 Tel. (0 83 21) 67 28-0, Di. geschl. Alteingesessener Gasthof, neorustikal aufgebrezelt, mit guter Allgäu-Bayern- Küche und Biergarten. Preisgünstige moderne Zimmer.
Goldenes Kreuz
Gunzesried, Talstr. 71 Tel. (0 83 21) 25 60 Das alte, stattliche Gasthaus stellt das gesellschaftliche Zentrum des Gun- zesrieder Tals dar. Auch ist hier die höchstgelegene Kleinbühne Deutschlands ansässig (von Jazz bis Kabarett). Mit handfester Allgäuer Küche und sehr preiswerten Zimmern.
ÜBERNACHTEN ► Günstig / Komfortabel
Landhaus Waibelhof
Gunzesried, Talstr. 74 Tel. (0 83 21) 45 80 www.waibelhof.de Liebevoll gepflegter, 300 Jahre ?
Hof in freier Lage am moderner Dependance und § Wellness-Angebot incl. Solari Kneipp-Einrichtungen, Kräuter bädern und Heublumenwoche.
WUSSTEN SIE SCHON …
Bis 1856 verdienten die Burgberger sich ein hartes Zubrot mit dem Abbau von Eisenerz im Grünten. Schürfrechte sind bereits für das Jahr 1471 dokumentiert, und um 1800 wurden jährlich ca. 2500 t Erz gefördert. In einigen Stollen und im Museumsdorf bekommt man einen guten Eindruck von der alten Bergbau- und Hüttentechnik (geöffnet Mitte Juli-Ende Okt. tägl. 10.00-18.00 Uhr, Tel. 0 83 21 / 78 78 97, www.erzgruben.de). Zu Fuß braucht man zu den Stollen (von der Ortsmitte Burgberg ausgeschildert) gut 1 Std., von Winkel durch die Starzlachklamm ca. 2 Std.; oder man nimmt das Erzgrubenbähnle.

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