Reiseplanung in Allgäu

Mit dem Auto Das »Autobahn-Rückgrat« für den Zugang zum Allgäu ist die A 96 München – Lindau. Von Memmingen führt die von Ulm kommende A 7 nach Kempten / Nesselwang (die Verlängerung nach Füssen soll 2008 eröffnet werden). Hauptverkehrsadern sind auch die Bundesstraßen 17 (»Romantische Straße« Landsberg a. L. – Schongau -Füssen), 12 (Buchloe-Kaufbeuren-Kempten-Isny-Lindau), 16 (Min- delheim-Marktoberdorf-Füssen) sowie die B 308/310 (Deutsche Alpenstraße) von Lindau über Immenstadt und Bad Hindelang nach Füssen.
Mit der Bahn Die Hauptverteiler für die Anreise per Bahn sind München, Augsburg, Ulm und Lindau, die mit ICE, IC oder EC zu erreichen sind. Mit Regionalzügen fährt man dann weiter, und zwar meist im Stundentakt (►Verkehr, S. 114). Direkte Züge nach Oberstdorf fahren von Hannover (über Dortmund – Köln) und von Hamburg-Altona (über Hannover – Würzburg). Viele Orte bieten zusammen mit der DB Pauschalarrangements an. Besonders bequem ist die Anreise über Nacht nach München mit DB NachtZug/EuroNight bzw. der City- NightLine (Letztere auch nach Garmisch-Partenkirchen). Autozüge nach München-Ost fahren von Berlin-Wannsee, Hamburg-Altona, Bremen, Hildesheim, Düsseldorf und Köln-Troisdorf, nach Lindau- Reutin von Düsseldorf und Köln-Troisdorf. Informationen zur Mit-nähme von Fahrrädern in Fern- und Regionalzügen enthält die Broschüre »Bahn & Bike« der DB. Vergünstigungen ►S. 104, 114.
Der Flughafen Franz Josef Strauß, ca. 35 km nordöstlich von Mün- chen gelegen, ist aus dem In- und Ausland hervorragend erreichbar. Die S-Bahn verbindet ihn mit den Münchner Hauptbahnhof (Fahrzeit ca. 40 Min.). Den Allgäu Airport Memmingen bedient die TUI täglich von Berlin-Tegel und Hamburg aus (Busverbindung mit der Stadt, Hoteltransfer im Umkreis von 100 km). Der Flughafen Friedrichshafen wird u. a. von Hamburg, Köln- Bonn, Frankfurt, Berlin,
Dresden und Wien aus angeflogen. Er verfügt über einen Bahnhaltepunkt, der »Allgäu-Walser-Express« sorgt im Sommerhalbjahr (Mai bis Okt., nur Do.-So.) für den direkten Bustransfer zum Hotel in Oberallgäu und Kleinwalsertal (Buchung mindestens 2 Tage vor der Reise, Tel. 0 83 21 / 67 10 10).

Reiseplan in Allgaeu
Auskunft
Im Urlaubsland Allgäu ist das System der Tourismusorganisationen auf regionaler und lokaler Ebene bestens ausgebaut. Ihre Prospekte, Websites und Telefondienste lassen fast keine Frage unbeantwortet.
Das Internet ist eine fast unerschöpfliche Informationsquelle, es gibt kaum einen Punkt des Landes (vietnam halong bucht), ein Verkehrsmittel, einen Reiseveran¬stalter, ein Museum, ein Event oder eine Nächtigungsmöglichkeit, die nicht vertreten wären.

Mit Behinderung unterwegs
In den Kur- und den wichtigen Urlaubsorten sind die meisten Ein¬richtungen behindertengerecht ausgestattet. Im Verlag FMG (Postfach 2154, 40644 Meerbusch, Tel. 0 21 59 / 81 56 22) erscheint der Reiseratgeber »Handicapped-Reisen Deutschland«. Information ge¬ben auch die Tourismusverbände und- btiros.
Essen und Trinken
Wie jede traditionelle regionale Küche weist die Allgäuer Küche nur eine kleine Zahl typischer Gerichte auf. Ihren Charakter bestimmen die einfachen Zutaten, die immer vorrätig waren und die nötige Kalorienzufuhr sicherten: Mehl, Eier, Milch, Butter und Käse, dazu ein paar Gemüsesorten, die in dem Land (vietnam kambodscha rundreise) mit mehr oder weniger rauem Klima gediehen. Fleisch wurde erst mit dem Wachsen des allgemeinen Wohlstands in neuerer Zeit wichtig. Verblüffend ist, in wie vielen Varianten die simplen Zutaten zu herzerwärmenden Köstlichkeiten verarbeitet werden – »aus wenig sparsam vielerloi, des isch d’schwä- bisch Kocherei«. In den 200 Jahren bayerischer Herrschaft haben aber auch die bekannten »Schmankerln« von jenseits des Lechs auf dem Allgäuer Speisezettel Einzug gehalten.
Aus der Mehltruhe Im Mehl hat die Allgäuer Küche — als eine Spielart der schwäbischen – ihr Zentrum; die Mehltruhe, so heißt es, ist das Schatzkästlein der schwäbischen Kochkunst. Allgegenwärtig sind die Knöpfte (klein und rund) bzw. Spätzle (mehr oder weniger groß und wurmförmig). Traditionell kamen in den Teig, der kaugummiartig zäh sein muss, keine Eier; heute nimmt man doch ein paar Eier aufs Pfund Mehl. Man kann den Teig variieren (z. B. mit Spinat) oder die fertigen Spätzle kombinieren: zum Allgäuer National¬gericht schlechthin, den Kässpatzen, mit viel geraffeltem Käse (am besten würziger Bergkäse oder je zur Hälfte Emmentaler und Romadur) und viel braun gebratenen Zwiebeln, oder zu Kraut¬spatzen mit Sauerkraut. Die Kombination von dünn aus¬gewelltem Nudelteig und Kraut gibt’s als Krautkrapfen (mit begehrter Kruste); eine
Füllung aus Brät, Spinat und Zwiebeln ergibt die schwä¬bischen Maultaschen, die in Brühe, gebraten mit Ei oder mit Käse überbacken serviert werden. Als die Kartoffeln ins Land kamen, er¬weiterte das den Speisezettel beträchtlich; vereint man etwa gekochte Kartoffeln und Mehl, macht man daraus Buabaspitzle. Sie gibt es meist angebraten als Beilage; aber auch solo mit einem grünen Salat sind sie ein Gedicht. Da und dort bekommt man sogar wieder den Brenntar: ein Mus aus Hafer- oder Dinkelmehl, als »Rallemues« mit Zwiebeln und Käse. Abgesehen vom Käse (►S. 194) wird das Brotzeitbrett von allgemein- bayerischen »Schmankerln« beherrscht. Die berühmte Münchner Weißwurst, die die 1857 das Licht der Welt erblickte, besteht aus Kalbsbrät und Schweinespeck, gewürzt mit Pfeffer, Zwiebeln, Zitrone und Petersilie. Dazu gehören Brezen und süßer Senf. Am besten isst man sie so: Die Weißwurst quer halbieren, dann eine Hälfte mit der Gabel festpieksen, der Länge nach bis auf die unten liegende Haut durchschneiden und die freie Hälfte der Fülle mit dem Messer von der Haut schaben. Der Leberkäs enthält weder Leber noch Käse, son¬dern Rinder- und Schweinebrät, Speck und Zwiebeln. Er wird geba¬cken, so dass er eine schöne braune Kruste bekommt, und wenn er gerade frisch aus dem Ofen kommt, ist das ein Fest. Den Wurstsalat (mit Zwiebeln, Öl und Essig) macht man meist aus Fleischwurst; kommt Emmentaler dazu, heißt er Schweizer Wurstsalat. Den Pres- sack aus Schweinefleisch und Schwarten gibt’s in Weiß und Rot (Letzterer mit Blut). Ebenfalls aus Oberbayern stammt der Obatzte – auf Hochdeutsch »Zu Matsch Angerührte« – aus reifem Camembert und Butter, Zwiebeln, Paprika und Kümmel.
Als Vorspeise beliebt ist eine Fleischbrühe mit Einlage: mit Flädle (Pfannkuchenstreifen), mit Leberknödel oder -Spätzle, mit Grie߬knödeln und/oder Käse.
Das edelste Stück der Allgäuer Fleischküche ist das Böfflamott, das Boeuf ä la mode der französischen Besatzungszeiten: Rindfleisch, das sauer mariniert und mit Wein und Wurzelwerk geschmort wird. Längst Fuß gefasst haben die bayerischen Nationalgerichte Schweinsbraten und Ffaxe. Zum Schweinebraten (oder Schweinsbraten) aus Schulter oder Hals – mit knuspriger Schwarte – gehören Semmel¬knödel, als Gemüse ein Krautsalat (rohes Weißkraut, gewürzt mit Kümmel) oder im Winter Sauerkraut. Die Haxen, vom Schwein oder vom Kalb, werden im Ofen gebraten oder gegrillt und mit ebenfalls mit Knödel und Kraut serviert. Für ein Tellerfleisch wird Rindfleisch in Brühe gesotten, in Scheiben geschnitten und mit frischem Meerrettich (vietnam halong bucht tour) und scharfem Senf serviert. Die Fleischküchle (oft leider als »Fleischpflanzerl« angeboten), im nördlichen Deutschland als Frikadellen oder Buletten bekannt, schmecken am besten mit Kartoffelsalat. Kenner schätzen das Saure Lüngerl mit Semmelknödel und das in Konsistenz und Geschmack ähnliche Beuschel; außer Lunge ent¬hält es noch Herz und Milz. Aus der schwäbischen Küche wiederum kommen die Kutteln (fein geschnittener Rindermagen in sauer abge¬schmeckter Sauce). Zu den Winterfreuden gehört die Schlachtschüssel mit gekochtem Schweinebauch, Leber- und Blutwurst und Zunge, dazu – wie zu erwarten – Sauerkraut, Spätzle oder Schupfnudeln. Nicht zu vergessen Geflügel und Wild: ob als Hirschgulasch, Rehragout oder Gamskeule, ob als Gans zur Kirchweih erfreuen sie sich größter Beliebtheit.
Für Dampfnudeln werden Hefeteigklöße in einem Milch-Fußbad gedämpft (besonders begehrt ist die karamellig-knusprige Kruste, im Allgäu »Schuepet« geheißen), dazu gibt’s Vanillesauce oder ein Dörr¬obstkompott. Bäckt man die Hefeteigklöße, entstehen Rohrnudeln. Schmalzgebackenes ist beliebt: als feine Nonnafürzle aus Brandteig, als Versoffene Jungfern aus Mehl-Eier-Teig, die mit heißem Most oder Wein übergossen werden, als Krapfen, traditionell mit Marmelade gefüllt, oder als Funkaküachle bzw. Pfosen: Für sie wird ein Stück Hefeteig so auseinandergezogen, dass es in der Mitte papier¬dünn wird. Für den bayerischen Prinzregenten Luitpold kreierte ein Hofkonditor die Prinzregententorte: Sieben (ursprünglich acht) Bis-kuitschichten – die die Regierungsbezirke symbolisieren – werden mit Schokoladenbuttercreme gefüllt und dick mit Schokolade überzogen. Im ganzen Alpenland schätzt man den Strudel, dünn ausge¬rollter Nudelteig, der mit Äpfeln oder Topfen (Quark) gefüllt wird, im Allgäu auch mit Sauerkraut zu den erwähnten Krautkrapfen. Als herbstlicher Genuss ist der saftig-säuerliche Zwetschgendatschi zu empfehlen, ein Zwetschgenkuchen aus dünnem Hefeteig; sehr gut dazu ist kalte, leicht gesüßte Schlagsahne.
Bayern ist Bierland – das Allgäu macht da keine Ausnahme. Im 14. Jh. entwickelten sich Brauereien, die meist von Klöstern und Herrschaften betrieben wurden; die älteste Allgäuer Brauerei, die noch heute besteht, wurde 1447 in Rettenberg gegründet (heute Zöt- ler). Zu Beginn der Neuzeit begründeten zwei Ereignisse die Qualität und die führende Stellung des bayerischen Biers: Im 15. Jh. kam die untergärige Brauweise auf, die haltbareres und daher transport- und lagerfähiges Bier ergab, und 1516 erließ Herzog Wilhelm IV. das im¬mer noch gültige Reinheitsgebot, nach dem Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser hergestellt werden darf. Vorzügliches Bier erzeu¬gen eine große Zahl großer und kleiner, meist inhabergeführter Brauhäuser, u. a. Klosterbrauerei Irsee, Löwenbräu Meckatz, Post¬brauerei Weiler, Farny Wangen, Postbrauerei Nesselwang, Kösselbräu in Speiden, Zötler und Engelbräu in Rettenberg.
Die beiden großen bayerischen Spezialitäten sind das Weizenbier und das Helle. Das säuerlich-frische Weizenbier (auch als Weißbier bekannt) wird aus Weizen obergärig gebraut und vorzugsweise zu¬sammen mit dem vitaminreichen Hefesatz (Hefeweizen) abgefüllt. Das Zwickelbier ist ein untergäriges Bier, das ungefiltert vom Lager¬tank ins Faß abgefüllt wird. Zu den untergärigen Bieren zählen auch das milde, süffige Helle und das herbere Pils. Liebhaber malziger Aromen greifen zum dunklen Bier mit seiner interessanten Balance zwischen leichter Süße und hopfiger Bittere. Alle diese Sorten haben 4,5 – 5 % Alkohol. Klösterlicher Tradition sind die besonders kräftigen Fastenbiere zu verdanken: Bock mit über 6 %, Doppelbock über 7 % Alkohol. Auch im Allgäu sind zwei bayerische Durstlöscher auf Bierbasis beliebt, das Radler und der Russen. Beide haben einen inte- ressanten Hintergrund. Das Radler (Helles mit Zitronenlimo) erfand 1922 der Wirt der Kugler-Alm bei München, als Hunderte von Aus- flüglern seinen Biervorrat zu rasch zu dezimieren drohten. Als Kind der Revolution von 1918 gilt der Russen, die Radler-Variante mit Weißbier: Russen hießen im Münchner Volksmund die Anhänger der Räterepublik; bei ihren Treffen streckten sie das Bier, um einen klaren Kopf zu behalten.

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Moderne Küche
Moderne Zeiten gehen auch an der Allgäuer Küche nicht vorbei. Mit vielfältigsten Kräutern, wilden oder kultivierten, werden nicht nur Spätzle und Maultaschen, Salate und Saucen variiert; das Allgäu hat sich geradezu zum Kräuterland entwickelt (www.allgäuer- kräuterland.de). Findige Wirte haben das Heu von naturbelassenen Wiesen in die Küche geholt, mit dem z. B. ein »Bergwiesensüppchen«, ein Rinderfilet oder eine »Heublumencreme« ein ungewöhnliches Aroma erhalten (Websuche unter »Allgäuer Heu¬wirt«). Viele Restaurants und Wirtschaften pflegen unter dem Namen »Landzunge« eine authentische Küche mit alten und neuen Rezepten, wobei sie sich auf regionale Produkte stützen (www.landzunge.info).

 

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