Reiseziele in Allgäu (Teil 1)

Bad Wörishofen
Landkreis: Unterallgäu Höhe: 626-670 m ü.d.M.
Einwohnerzahl: 13 900
Das Jahr 1855 war für ein unbedeutendes Unterallgäuer Bauerndorf in der Nähe von Mindelheim eine Zeitenwende. Damals kam der junge Geistliche Sebastian Kneipp hierher – und heute ist Bad Wörishofen einer der bekanntesten Kurorte der Welt.
Der 34-jährige Kaplan sollte dem nach der Säkularisation zu Anfang des 19. Jh.s notleidenden Dominikanerinnenkloster wieder auf die Sprünge helfen, und das tat der erstaunliche Mann mit großer Tatkraft. Als er bei seinem Studium in München an »Lungenschwindsucht« erkrankt war, hatte er sich mit Bädern in der eiskalten Isar kuriert, und in Wörishofen betätigte er sich nicht nur als Seelsorger für die Nonnen. Er brachte unter anderem die Landwirtschaft auf Vordermann, richtete Schulen ein und entwickelte sein — wie man heute sagt – ganzheitliches Konzept einer gesunden Lebensführung: ausgewogene Ernährung, körperliche Tätigkeit und seelische Ordnung, ergänzt durch die Heilkraft von kaltem Wasser und Kräutern. Der Ruf des »Wasserdoktors« machte rasch die Runde; 1880 zählte man schon 5000 Kurgäste im Jahr, und seit 1920 darf sich Wörishofen »Bad« nennen.

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Bad Woerishofen
Sebastian Kneipp ist in Bad Wörishofen allgegenwärtig, sei es in Denkmälern oder mit den vielfältigen gesunden Produkten, die sei- nen Namen tragen. Etwa 100 Hotels und Pensionen – kaum ein Haus, das keine Kuren anbietet -, dazu acht Sanatorien sorgen für die Gäste, auch solche, die gesund sind und es bleiben wollen. Ein herrlicher Park mit Kurhaus, Rosen- und Heilkräutergarten und Kneippanlagen lädt zum Flanieren ein. Für Kurzweil und Anregung sorgt ein großes Programm: Musik aller Art, Tanztees, Theater und Lesungen etc.; ebenso wird Sport großgeschrieben, vom geruhsamen Wandern in der sanften Landschaft (mekong kreuzfahrt) des Unterallgäus über heftigeres Nordic Walking bis zum Langlauf, Schwimmen und Golfen.
In der Pfarrkirche St. Justina war Kneipp von 1881 bis zu seinem Tod 1897 Seelsorger. Ihr Backsteinturm und Chor stammen noch vom spätgotischen Vorgängerbau (1520), das Langhaus entstand um 1700, seine Stuckierung und Deckenfresken 1780. Im Westteil des Langhauses predigt Pfarrer Kneipp von der Decke (1936). Nebenan der Pfarrhof, das Domizil Kneipps ab 1881. Das vierflügelige Dominikanerinnenkloster erbauten berühmte Vorarlberger Meister, Franz Beer und sein Sohn Johann Michael (1719- 1723); für die Ausgestal¬tung sorgten die Brüder Zimmermann. In seiner Kirche Maria Königin der Engel vereinen sich der Stuck von Dominikus Zimmermann und die Fresken seines Bruders Johann Baptist mit den prächtigen Altären des Augsburger Dominikanerbruders Valentin (um 1722) – ungewöhnlicherweise aus Holz, mit feinsten Intarsien – zu einem überwältigenden Eindruck. In der Marienkapelle (vom Vorraum zugänglich) sind nicht nur eine Kopie der Madonna von Einsiedeln (17. Jh.) und ein »Prager Jesuskind« zu sehen, sondern auch ein »Blumen- und Kräuterhimmel«, gemalt 1956 von Mater Donatilla von Eckhard. Das Sebastian-Kneipp-Museum im Ostflügel des Klosters lässt Leben und Werk des Wasserpfarrers Wiedererstehen (geöff-® net 15. Jan.- 15. Nov. Di.-So. 15.00- 18.00 Uhr). Noch aus Kneipps Zeiten datieren das Alte Badehaus und die Wandelhalle an der Promenadenstraße; das Badehäuschen (Hartenthaler Str. 10) stand ursprünglich im Kreuzgarten des Klosters.
Für die Kurgäste sind in der Umgebung diverse Rad-, Spazier- und Wanderwege eingerichtet, u. a. zum gezielten Kreislauftraining. Der Kneipp-Wanderweg führt von Bad Wörishofen über Ottobeuren nach Bad Grönenbach (40 km). Kunstinteressierte steuern – auch zu Fuß zu empfehlen – Schlingen (3 km südlich von Bad Wörishofen) an; in der reich ausgestatteten Kirche St.
Martin (ursprünglich Anfang 15. Jh., Umbau bis 1697) sind die Fresken des Tirolers F. A.
Zeiller (1763) hervorzuheben, der auch die Basilika Ottobeuren ausgestaltete. Das west¬lich benachbarte Unter¬gammenried besitzt eine interessante Wallfahrtskirche (St. Ras- so). Die wachsende Wallfahrt zu einem Gnadenbild und Reliquien des hl. Rasso, ei- Die moderne Therme bietel alles für den Spaß am und im Wasser. nes Grafen von Die- I ßen-Andechs (t 953), machte einen Neubau notwendig (geweiht 1756); außer der gemalten Scheinarchitektur und -dekoration und den Fresken des Augsburgers ). Hartmann mit Szenen aus der Rasso-Vita ist der mächtige zweistöckige Hauptaltar bemerkenswert. Eine Rarität ist die Schrankorgel (um 1720). Nach der Kunst empfiehlt sich der Weg hinauf nach Hartenthal; im beliebten Biergarten des Hartenthaler Hofs sitzt man schattig mit schöner Aussicht. Für den Rückweg nach Bad Wörishofen über das »Versunkene Schloss« braucht man eine gute Stunde. Architekturhistorisch Interessierte machen einen Ausflug zum Georgenberg östlich von Rieden: Auf dem aussichtsreichen Buckel thront einsam eine bedeutende romanische Kirche (um 1180) aus unverputzten Tuffquadern mit spätgotischem Backsteinturm (15. Jh.). Ihre beachtliche Ausstattung umfasst u. a. Wandmalereien aus dem 13. bis 16. Jh., eine hölzerne Kassettendecke des 17. Jh.s im Langhaus und ein großes Kruzifix von ca.
1170 (Kopie). Der Weg auf den Berg ist von alten Linden und sechs Kapellen vom Ende des 17. Jahrhunderts gesäumt.
Wanderung nach Mindelheim Die hübsche Nachbarstadt ► Mindelheim ist auf einer angenehmen, leichten Wanderung zu erreichen (ca. 12 km, 3.00 Std., Rückfahrt mit VVM-Bus): Nordwestlich durchs Zillertal – die einst bekannte Falknerei Adlerhorst gibt es nicht mehr – auf dem Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg über Dorschhausen und Katzenhirn zur Kapelle St. Anna (mit Waldrestaurant), dann westlich durch den Mindelhei- mer Stadtwald – nördlich der BIS – nach Mindelheim.
Allgäu-Skyline- Park An der A 96 (Ausfahrt Bad Wörishofen) lockt der Allgäu-Skyline- Park mit diversen spektakulären Attraktionen für Kinder und Er- ® wachsene. Geöffnet April-Nov. tägl. 9.30-18.00, im Sommer bis 19.00 Uhr. Info Tel. Ol805 88 48 80, www.skylinepark.de. Beachten: An Pfingstmontag, Christi Himmelfahrt und Mariä Himmelfahrt (15. Aug.) ist der Park besonders gut besucht.
Katzbrui ►Mindelheim
Bad Wurzach
Landkreis: Ravensburg Einwohnerzahl: 5400
Höhe: 653 m ü.d.M.
Natur, Kur, Kultur: Bad Wurzach ist ein bekanntes Moorheilbad an der Oberschwäbischen Barockstraße, das das Flair eines einstigen Residenzstädtchens mit dem Charme einer ländlichen (mekong flusskreuzfahrt kambodscha) Kleinstadt verbindet. Mit dem Wurzacher Ried besitzt es eines der größten noch intakten Hochmoore Mitteleuropas.
Der 1273 erstmals urkundlich als »oppidum Wurzun« erwähnte Ort erhielt 1333 durch Kaiser Ludwig den Bayern das Memminger Stadtrecht. Über viele Jahrhunderte gehörte er den Grafen Waldburg- Wolfegg bzw. Waldburg-Zeil; ihr bekanntestes Mitglied war der berüchtigte »Bauernjörg« (Georg III. Truchsess von Waldburg-Zeil, 1488-1531), ein Kriegsunternehmer, der u. a. für den Schwäbischen Bund arbeitete und den Aufstand der schwäbischen Bauern blutig niederschlug (1525 Schlacht am Leprosenberg bei Wurzach). 1806 kam die Herrschaft unter württem- bergische Landeshoheit, und seit 1950 darf sich Wurzach »Bad« nennen: Seit 1936 wird das Moor und seit 1996 die Thermalquelle (fluoridhaltiges Natrium-Hydrogenkarbonat-Wasser) therapeutisch genützt, u. a. in einer Rheumaklinik ter Arbeitgeber ist die Glasfabrik Saint-Gobain Oberland AG, deren Werksgelände den westlichen Ortsrand dominiert.
Sehenswertes (halong bucht vietnam) in Bad Wurzach
Das Barockschloss (1723-1728, heute »Pflegehotel«), eine um einen Ehrenhof gruppierte Dreiflügelanlage, ist berühmt für ihr herrliches Treppenhaus, das zu den Juwelen der Oberschwäbischen Barockstra- ßc gehört (zugänglich tägl. 8.00- 12.00, 14.00- 18.00 Uhr): Von zwei elegant geschwungenen Treppenläufen geleitet, sieht man zu den Szenen der Herkulessage empor (1728). Der Urheber des Freskos ist nicht dokumentiert, vielleicht war es Pietro Scotti, der auch das Deckenfresko im Ordensbau des Schlosses in Ludwigsburg bei Stuttgart schuf. Im Treppenhaus finden die Residenzkonzerte statt, ebenso die Feier zur Verleihung des Friedrich-Schiedel-Literaturpreises der Stadt Bad Wurzach.Die Rokokokapelle (1763) im Kloster Maria Rosengarten gilt als »schönste Hauskapelle der Welt«. Zugänglich ist sie in Führungen (► Kurverwaltung) und bei der Vesper täglich um 17.00 Uhr. Im Kloster wurde 1936 die erste Moorbadeanstalt Württembergs eröffnet, und auch heute noch ist hier ein Kursanatorium untergebracht.

Eine andere, selten zu sehende Form des Spätbarocks prägt die Stadt- pfarrkirche (1777), die mit ihrem Turm das Stadtbild beherrscht: Bekühlen französischen Klassizismus. Das 22 m lange Deckenfresko im Langhaus schuf der aus Langenargen am Bodensee stammende Andreas Brugger. Prachtvoll auch der Hochaltar mit einem kostbaren Tabernakel von Konrad Hegenauer (um 1775).
Leprosenhaus Das ins 13. Jh. datierende Leprosenhaus an der Ravensburger Straße ist das Geburtshaus des »Moormalers« Sepp Mahler (1901-1975), © dessen Werke hier präsentiert werden (geöffnet April-Okt. Sa., So., Fei. 14.00-17.00 Uhr).

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Gottesberg- kapelle In der Wallfahrtskapelle (1709) auf dem Gottesberg südlich des Orts (699 m, mit schönem Ausblick auf die Berge) wird seit 1764 eine Heilig-Blut-Reliquie verwahrt. Alljährlich findet am 2. Freitag im Juli das aus dem 18. Jh. stammende Heilig-Blut-Fest statt, bei dem eine große Prozession mit über 1700 Reitern – nach dem Weingartner »Blutfreitag« die zweitgrößte Europas – zum Gottesberg pilgert. Das Fest beginnt um 7 Uhr morgens, wenn die Reliquie in der Stadtkirche abgeholt wird.

Wurzacher Ried Die »Basis« für das Heilbad Wurzach liefert das Wurzacher Ried, das sich unmittelbar nordwestlich des Orts ausdehnt. Mit ca. 8 km Länge und 3,5 km Breite (18 km2 stehen unter Naturschutz) ist es eines der größten und wertvollsten Moore Europas. Etwa ein Drittel ist Nie¬dermoor, ein Drittel unberührtes Hochmoor und ein weiteres Drittel Hochmoor, in dem über 200 Jahre (bis 1996) Torf abgebaut wurde. Insbesondere das nährstoffarme Hochmoor ist überaus reich an spe¬zialisierten, selten gewordenen Pflanzen, von denen ein großer Teil als Relikte der Eiszeit gilt. Auf ausgeschilderten Wander- und Rad¬wegen kann man das Ried gut erkunden. Frühestens im Jahr 2007 soll das Oberschwäbische Torfmuseum (im 1880 gegründeten Zeiler Torfwerk an der B 465) eröffnet werden; schon »in Betrieb« sind der 1,5 km lange Lehrpfad, der am Torfwerk beginnt, und das Torfbähnle vom Zeiler Torfwerk zum Torfwerk Haidgau (Fahrten April – Okt. am 2. und 4. So. des Monats, 14.00 und 15.00 Uhr). Info und Füh¬rungen beim Naturschutzzentrum Bad Wurzach (Rosengarten 1, Tel. 0 75 64 / 93 12-0, www.naturschutzzentren-bw.de).
Ebenso wie das Wurzacher Ried entstand der Rohrsee 6 km südwestlich von Bad Wurzach vor etwa 10 000 Jahren, und zwar als Toteissee nach der Würmeiszeit. Wertvoll ist er als Durchzugs- und Brutgebiet für viele Vogelarten, die hier – aufgrund des schwankenden Wasser-stands – reiche Nahrung finden. Nur bei Rohr gelangt man näher an den See heran; ornithologische Führungen veranstaltet das Naturschutzzentrum Bad Wurzach.

 

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