Reiseziele in Allgäu (Teil 12)

Marktoberdorf
Das Landstädtchen zwischen Schongau und Kempten, Hauptort des Landkreises Ostallgäu, ist bei Musikfreunden bekannt: Im Barockschloss der Augsburger Fürstbischöfe ist die Bayerische Musikakademie zu Hause, deren Kurse, Konzerte und Wettbewerbe das ganze Jahr über Teilnehmer und Zuhörer aus aller Welt anziehen.
Nachdem »Oberdorf«, das ab 1299 dem Hochstift Augsburg gehörte, im Jahr 1453 das Marktrecht erhalten hatte, nannte es sich »Markt Oberdorf«; als der Ort genau 500 Jahre später zur Stadt erhoben worden war, wurde nur die Schreibweise geändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich hier viele Flüchtlinge nieder, wodurch sich die Einwohnerzahl in wenigen Jahren verdoppelte.

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Marktoberdorf in Allgaeu

Sehenswertes in Marktoberdorf
Über dem Städtchen thronen die Stadtpfarrkirche St. Martin und die Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe. Architekt des recht schlichten Vierflügelbaus (1723- 1728) war der Füssener Johann Georg Fischer. Seit 1985 ist hier die zweite Bayerische Musikakademie ansässig, die im Jahr 150 Kurse aller Art veranstaltet, vor allem für junge Leute. Weltweit anerkannt sind ihre Festivals, die Menschen aus aller Welt zusammenbringen: Festival Musica Sacra International. Internationaler Kammerchor-Wettbewerb. Auch der Lan- Wechsel – ist eine feste Größe im Musikleben. Darüber hinaus finden das ganze Jahr über Konzerte aller Art statt, etwa im Rahmen der Sommerakademie (auch an anderen Orten im Allgäu).
Auch die Kirche St. Martin mit schönem Zwiebelturm ist ein Werk von J. G. Fischer (1732- 1738). Ihr lichter Innenraum bezaubert mit feinem Stuck des Wessobrunners A. Bader (1733) und zartfarbigen Deckengemälden von F. G. Hermann, der u. a. für die Kemptener Fürstbischöfe tätig war; den mächtigen Hauptaltar schuf Leonhard Fischer 1747. Vor der Chornordwand liegt die Grabkapelle für Clemens Wenzeslaus von Sachsen (t 1812), den letzten Augsburger Fürstbischof. Vom Schloss führt eine schöne Lindenallee, die Clemens Wenzeslaus ab 1774 anlegen ließ, 2 km nach Osten zur B 472.
Stadt Im Martinsheim unterhalb des Schlossbergs sind drei Museen untergebracht: Stadtmuseum (Geschichte und Kultur Marktoberdorfs, ge- öffnet Mi. 14.00-16.00, So. 10.00-12.00, 14.00-16.00 Uhr), Rie- sengebirgsmuseum (Volkskunde des Riesengebirges bzw. des Landkreises Hohenelbe, Mi. 10.00-12.00, 13.30-15.30, Fr. 10.00-12.00 Uhr , 1. So. im Monat 10.00-12.00 Uhr) und das Paul-Röder-Mu- seum (v. a. Gemälde des Marktoberdorfers P. Röder, 1896- 1962). In der Ortsmitte sind das Alte Rathaus (1723 von J. G. Fischer umgestaltet), die Städtische Galerie mit schwäbischen Werken des 20. Jh.s und das Heimatmuseum interessant. Letzteres ist im Hartmannhaus untergebracht, einem über 450 Jahre alten Bauernhof (Meichel- backstr. 16, geöffnet am 2. So. im Monat 14.00- 16.30 Uhr und n. V. Tel. 0 83 42 / 9 54 63). Im Norden (halong bucht) liegt an der Schwabenstraße das MODeon, der Kultur- und Musiktempel der Stadt (gutes Restaurant).

Umgebung von Marktoberdorf
Altdorf Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Altdorf 4 km nördlich von Marktoberdorf besitzt schöne Fresken von Matthäus Günther (1748), die ikonographisch und kirchengeschichtlich bemerkenswert sind: Im Chor empfängt der Heilige Geist, dargestellt als attraktiver junger Höfling, Maria als seine Braut. Diese sehr irdische Szene geht auf Visionen der hl. Crescentia zurück (►Kaufbeuren), die auch einige andere Künstler zu vergleichbaren Bildern inspirierten, ungeachtet des deutlichen Verbots des Papstes 1745. Zu beachten sind auch der zartfarbige Wessobrunner Stuck und im neobarocken Hauptaltar (1963) die wunderbaren Fiuurcn von Ignaz Hillpnhrnnd ans Turk- Etwa 14 km nordwestlich von Marktoberdorf (2 km von Aitrang) steht auf aussichtsreichem Buckel über dem Weiler Görwangs die Wallfahrtskirche St. Alban, die im Jahr 1510 begründet und bis 1701 neu errichtet wurde. Von der überaus reichen Ausstattung sind v. a. der Hochaltar (Johann Jakob Herkomer zugeschrieben) und die prachtvolle Holztäferdecke hervorzuheben, bemalt vermutlich von Georg Wassermann (um 1700).

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Ein schöner einstündiger Spaziergang führt vom Marktoberdorfer Schloss auf dem Prälatenweg – zunächst durch die alte Lindenallee – nach Bertoldshofen. Das Dorf überrascht mit der architektonisch ungewöhnlichen und überreich gestalteten Pfarrkirche St. Michael, die ebenfalls Johann Georg Fischer 1727-1731 erbaute. Der Ortspfarrer wünschte sich, nach dem Vorbild von S. Antonio in Padua, eine Kirche mit fünf Kuppeln. Nur die Chorkuppel ist gemauert, die anderen sind aus Holz konstruiert. Bewegter Laub- und Bandelwerk- sluck des Wessobrunners Ignaz Finsterwalder umrahmt die Fresken von A. W. Haffe und M. Woicker (1730- 1733), die Figuren aller Altäre stammen von Ignaz Hillenbrand. Man beachte das Oratorium über der Sakristei: Das Deckenbild, ein Manifest der Gegenreformation, zeigt, wie der Papst die »Irrlehrer« Luther, Calvin, Zwingli und Hus überwältigt. Von 1692 datiert der überlebensgroße hl. Rochus, der einst in der Rochuskapelle stand. Wen es noch nach Natur ver-langt, dem sei die Wanderung zu den Seen weiter östlich empfohlen: über Hausen zu Galgen-, Korb- und Bischofsee, zurück über Selbens- berg (gesamt ca. 3 Std.). Von Bertoldshofen kann man auf dem Prälatenweg zum Auerberg gehen (ca. 3 Std., s. u.).
Der 1056 m hohe Auerberg, der »schwäbische Rigi«, liegt ca. 10 km südöstlich von Marktoberdorf, und zwar (verwaltungsmäßig) halb in Schwaben, halb in Oberbayern – der Blick in alle Richtungen ist großartig. Bei klarem Wetter hat man nicht nur Hunderte von Gipfeln der Allgäuer und Bayerischen Alpen vor sich, selbst Augsburg und die Türme der Münchner Frauenkirche sollen zu erkennen sein. Von Osten kurvt ein Strä߬chen hinauf, eine Herausforderung für Radsportler (von Bernbeuren ca. 280 m Anstieg).
Stötten In Stötten zu Füßen des Auerbergs lohnt sich ein Halt zweifach. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul besitzt im Chor herrlichsten Stuck der Wessobrunner Johann Schmuzer und Sohn Franz (1699); das I.ang- haus des spätgotischen Kirchenbaus wurde von J. J. Herkomer umgestaltet (1720). Im guten Landgasthof Sonne kann man ein Pauschen einlegen (►S. 229).
Wertachtal Zwischen dem Griintensee und Marktoberdorf schlängelt sich die Wertach durch eine hübsche, weitgehend ursprüngliche Landschaft (mekong kreuzfahrt). Besonders bemerkenswert sind der teils schwer zugängliche Bereich zwischen Maria Rain und Görisried (►Nesselwang, S. 255) und der Abschnitt zwischen Görisried und Leuterschach, wo sich die Wertach 70 m tief in einen Molasserücken eingegraben hat; nördlich von Bergers führt ein romantischer Weg ca. 3 km durch die Enge.

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