Reiseziele in Allgäu (Teil 3)

Füssen
Landkreis: Ostallgäu Höhe: 803 m ü.d.M.
Einwohnerzahl: 14 000
Wer das Schloss Neuschwanstein besucht, lässt das benachbarte Füssen natürlich nicht aus. Mit seiner romantischen Altstadt unter dem mächtigen Hohen Schloss und mit dem bedeutenden Kloster St. Mang liegt es vor einer eindrücklichen Gebirgskulisse am Lech, der hier ins flache Vorland tritt.
Füssen ist eine der ältesten Siedlungen am Alpennordrand. Für die römische Provinz Raetia Secunda ist ein Ort namens »Foetibus« bezeugt, und auf dem Schlossberg fand man spätrömische Festungsmauern: Hier überwand die Via Claudia Augusta zwischen Italien und Augsburg den Lech. Aus der um 748 gegründeten Zelle des St. Galler Mönchs Magnus entwickelte sich ein bedeutendes Kloster, das für Jahrhunderte wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der Gegend (rundreise vietnam kambodscha) blieb. 1313 gelangten Kloster und Ort, der 1268/1274 Reichsstadt geworden war, an das Augsburger Hochstift, das sie bis 1803 in
Besitz hatte. Die Lage an einem wichtigen Handelsweg sorgte auch in Mittelalter und früher Neuzeit für Prosperität. Die Industrialisierung hielt im 19. Jh. mit einer Seilerwarenfabrik Einzug, für einen Aufschwung anderer Art sorgten zur selben Zeit die bayerischen Könige Max II. und Ludwig II., die im nahen ► Schwangau ihre prächtigen Schlösser um- bzw. erbauten. Und noch heute profitiert Füssen – an der Deutschen Alpenstraße und der Romantikstraße gelegen – von diesen Publikumsmagneten.

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Fuessen in Allgaeu
Sehenswertes in Füssen (halong bucht vietnam)
Die kleine Altstadt zwischen Sebastianstraße und Burg gruppiert sich um das Karree von Reichenstraße, die z. T. der römischen Via Claudia Augusta folgt, und Brunnengasse. Schöne Bürgerhäuser aus Spätgotik und Barock bilden den Rahmen für Straßencafes und Läden.
Einen Blick wert ist die Krippkirche St. Nikolaus (J. J. Herkomer,1718) mit ihrem Hochaltar von Dominikus Zimmermann. Ums Eck liegt der Schrannenplatz, das spätgotische Kornhaus ist heute ein hübscher kleiner Markt, wo man auch feine Kleinigkeiten zu sich nehmen kann. Am Haus Brunnengasse 18 erinnert ein Relief von Anton Sturm (1690-1757) an diesen bedeutenden Barockbildhauer (u. a. Wieskirche, Ottobeuren), der hier wohnte. Weiter östlich hilden die Reste der Stadtmauer mit dem denkmalgeschützten Alten Friedhof ein hübsches Ensemble. Hier ist der Domenico Quaglio bestattet, der das Schloss Hohenschwangau entwarf; das Sandsteingrabmal stiftete sein Auftraggeber Max II. Vom anschließenden Franzis-kanerkloster, erbaut um 1630 (Westflügel) bzw. 1714 (Südflügel), hat man einen schönen Blick auf Altstadt und Burg.
Hohes Schloss Das Hohe Schloss ~ prächtig an der höchsten Stelle zwischen Stadt und Kloster gelegen – entstand ab 1291 auf den Grundmauern eines spätrömischen Kastells und war ab 1313 Residenz der Stadtherren, der Augsburger Fürstbischöfe. 1494-1503 wurde es erweitert und seitdem nur wenig verändert. Einzigartig sind die Illusionsmalereien an den Fassaden, die Fidelis Eichele aus Hcchingen 1499 schuf und als eine der frühesten »Lüftlmalereien« in Bayern gelten.
In den Repräsentationsräumen des 2. Stocks mit reich geschnitzten Kassettendecken zeigt eine Filiale der Bayerischen Staatsgemälde¬sammlungen hervorragende Kunstwerke des 15./16. Jh.s aus Schwaben, im 1. Stock präsentiert die Städtische Galerie köstliche Zeich- Hungen von Franz Graf von Pocci, Werke der Münchner Schule des 19. Jh.s und Füssener Künstler (beide geöffnet April -Okt. Di.—So.
11.00 bis 16.00 Uhr, sonst ab 14.00 Uhr).
Am Südfuß des Burgfelsens liegt der mächtige Komplex der einstigen Benediktinerabtei, die auf die Zelle des »Schwabenapostels« Magnus zurückgeht. Die Stiftskirche St. Mang, die über dessen Grabstätte steht, hat eine lange Geschichte; aus romanischer Zeit (936-1074) stammen das Untergeschoß des Turms, die Ostkrypta mit den ältesten Fresken Bayerns (um 980; Foto ►S. 56) – den zeitgenössischen Buchmalereien der Insel Reichenau verwandt – und der Westchor.
Die heutige Kirche wurde auf dem Grundriss der Basilika des 11./12.
Jh.s (deshalb die ungewöhnliche doppelchörige Anlage) von Johann Jakob Herkomer 1701-1717 in festlichem, doch recht kühlem Barock aufgeführt. Herkomer hatte in Italien die venezianische Architek¬tur des 16. Jh.s studiert, insbesondere Palladio. Von ihm stammen auch Stuck und Fresken; das Gemälde in der östlichen Langhaus¬kuppel, auf dem Magnus bei Roß-haupten den Drachen besiegt, schuf jedoch Franz Georg Her¬mann (1720). Auch die beiden Drachenleuchter vor dem Hochaltar (Thomas Seitz, 1724) beziehen sich auf diese Legende: Der hl.
Magnus soll die Drachen gezwungen haben, ihm das Licht zu tragen – so wird der doppelte Sinn des Namens Lucifer symbolisiert,
»Lichtträger« und »Teufel«. Sehr ausdrucksvoll sind im Hochaltar die Marmorfiguren der hll. Kolum¬ban, Benedikt, Scholastika und
Gallus, vorzügliche Werke von An- I in die Stiftskirche St. Mang ton Sturm. Ein Kleinod ist auch I die Magnuskapelle unter der
Orgelempore. In den prachtvollen Konventsräumen — u. a. Fürstensaal, Bibliothek, Refektorium – dokumentiert das Museum der Stadt Füssen die Geschichte des Klosters und des Füssener Geigenbaus (geöffnet April-Okt. Di.-So. 10.00-17.00, sonst 13.00-16.00 Uhr). Es © bezieht auch die St-Anna-Kapelle mit dem großen, eindrucksvollen Totentanz von Jakob Hiebeier (1602) ein.
Walch (1749) das ebenso farbenprächtige Bild. Von der anderen Seite des Lechs hat man einen schönen Blick auf die Burg.

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FÜSSEN ERLEBEN
AUSKUNFT
Füssen Tourismus Kaiser-Maximilian-Platz l 87629 Füssen im Allgäu Tel. (0 83 62) 93 85-0 www.stadt-fiiessen.de
FESTE UND EVENTS
Mai-Sept.: Konzerte im Fürstensaal des Klosters. Mitte Aug.: Kaiserfest. Ende Aug.: Festival »vielsaitig«.
So. um den 6. Sept.: Magnusfest.
ESSEN
► Preiswert / Erschwinglich
® Gasthof Schwanen
Brotmarkt 4, 87629 Füssen Tel. (0 83 62) 61 74 Jahrhundertealter Gasthof, der einst zum Kloster gehörte, mit bayerisch¬schwäbischer Küche.
© Fischerhütte
Uferstr. 16, 87629 Hopfen am See Tel. (0 83 62) 91 97-0 Gute schwäbische und Allgäuer Küche, auch frischer Fisch und internationale Gerichte. Von der schönen Terrasse
am See kann man die prachtvolle Aussicht genießen.
ÜBERNACHTEN ► Günstig / Komfortabel
® Altstadthotel Zum Hechten
Ritterstr. 6, 87629 Füssen Tel. (0 83 62) 91 60-0 www.hotel-hechten.de Zentral, aber ruhig gelegenes alt¬ehrwürdiges Haus, geschmackvoll¬schlichte Zimmer. In der ziemlich schrill gestalteten Gaststube wird handfeste heimische Kost serviert.
© Seespitz Pfrontener Str. 45 87629 Füssen-Weißensee Tel. (0 83 62) 3 88 99 www.seespitz.com Appartementhotel am Ufer des Weißensees, ideal für Familienferien: mit l-/3-Zimmer-Wohnungen, benachbartem Strandbad, Kindergarten, Hallenbad und großem Angebot an Aktivitäten. Geschmackvoll auf alt gemacht sind das italienische Restaurant und die Südtiroler Bauernstube.
Umgebung von Füssen
Lechfall und Kalvarienberg Südwestlich der Füssener Altstadt bricht der Lech 15 m tief (einst waren es 100 m) durch das Gebirge und braust durch eine enge Schlucht. Den besten Blick hat man vom König-Max-Steg an der Tiroler Straße (B17). Oberhalb des Stegs, am rechten Ufer oberhalb des Parkplatzes, ist eine Gletschermühle mit einer Vertiefung in Form eines Fußes zu sehen: der Magnustritt. Von bösen Heiden verfolgt, soll der hl. Magnus hier über die Klamm gesprungen sein. Von der nahen Kirche Unserer Lieben Frau aus kann man den Kalvarien¬berg erklimmen und den herrlichen Ausblick auf die Stadt und die Ostallgäuer Seen genießen. In gut 20 Min. geht man von dort zum wunderbar idyllischen Schwansee hinunter (►Schwangau); nach sei¬ner Umrundung kehrt man in 1 Std. auf dem Alpenrosenweg zurück zum Lechfall.
»Das« Allgäuer Paradies für Freizeit und Wassersport ist der Forggen¬see nördlich von Füssen. 1954 wurde der Lech mit einer 41 m hohen Talsperre zu Bayerns größtem künstlichem See aufgestaut; benannt ist er nach dem Weiler Forggen, der in seinem Wasser unterging. Bei einer Schiffsfahrt kann man von Ende Mai bis Mitte Okt. den herrli¬chen Blick auf die Königsschlösser und die Allgäuer Alpen genießen (Anlegestellen: Füssen, Festspielhaus, Waltenhofen, Brunnen, Oster¬reinen, Dietringen, Roßhaupten, Staudamm). Im Jahr 2000 wurde auf einer künstlichen Terrasse am Ostufer das Festspielhaus Neu¬schwanstein eröffnet. Die erste Produktion war das durchaus gelun¬gene Musical »Ludwig II. – Sehnsucht nach dem Paradies«, ab 2003 lief »Ludwig2«. 2007 musste man Insolvenz anmelden; das Aufkom¬men an Feriengästen und Neuschwanstein-Besuchern reichte für die notwendige 50-%-Auslastung nicht aus. Über die Zukunft des Hau- ses wird nachgedacht (Info unter Tel. 0 83 62 / 50 77-0, www.festspiclhaus- neuschwanstein.de). Eine 32 km lange, familientaugliche Radroute führt rings um den See; unterwegs kann man an schönen Plätzen mit großartiger Aus¬sicht Rast machen.
Am Nordende des Forggensees ist in der Lechschlucht bei Roßhaupten das Kraftwerk der Staustufe l mit interessantem Informationszentrum zu fin¬den (geöffnet Mo.-Do. 7.00-15.00,Fr. bis 14.00, Sa./So. bis 17.00 Uhr; Anf. Okt.-15. Mai nur werktags). Kraftwerksführungen finden Mi. 14.00 Uhr statt, Anmeldung bei der Tourist-Information Roßhaupten ist nötig (Tel. 0 83 67 / 3 64, www.rosshaupten.de).
Königsschlösser ►Schwangau
Sameister Nördlich des Forggensees, etwa zwischen Halblech, Roßhaupten und Lechbruck, breitet sich – abseits des Trubels in Füssen und Schwangau – ein idyllisches Ländchen mit prachtvollem Panorama aus, das man zu Fuß oder auf dem Rad genießen sollte. Schöne Badeplätze findet man etwa an Iliasbergsee, Schinutterweiher und Sameisterwei- her. In Sameister – 1287 als »Saummeister« dokumentiert, was auf die Rolle als Poststation verweist – steht eines der ungewöhnlichsten Bauwerke des Allgäus, die Kapelle Mariä Sieben Schmerzen und zum Hl. Grab, das erste Werk Johann Jakob Herkomers in seiner Heimat (geweiht 1688; ►Füssen, St. Mang): italienischer Frühbarock, geprägt von der Tradition Palladios. Typisch dafür sind der Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes und die halbrunden, dreigeteilten Fenster (»Thermenfenster«). Herkomer, der auch Stuck und Ausmalung größtenteils besorgte, ist hier bestattet. Der benachbarte Gasthof Adler, ehemals Tafernwirtschaft und Posthalterei, ist das Geburtshaus Herkomers (*1648 oder 1652); er bietet gemütliche Einkehr, handfeste Küche und auch einige Zimmer (Tel. 0 83 67 / 3 92).
Füssener Seenland (halong bucht vietnam) Der Hopfensee ist, da maximal 12 m tief, einer der wärmsten Seen im Voralpenland (bis 25 °C) und besitzt schöne Badestrände. Dank seiner prachtvollen Bergkulisse wird er als »Riviera des Allgäus« ge¬rühmt. An seinem Nordrand liegt der Luft- und Kneippkurort Hop¬fen am See; die Seepromenade, ein asphaltierter, baumloser Weg am künstlich befestigten Ufer, kann trotz des Ausblicks nicht begeistern. Eine Idylle ist der kleine Faulensee westlich von Rieden mit einem Badeplatz. Der ländliche Luftkurort Weißensee ist nach dem See benannt, der sich entlang einem bewaldeten Berghang erstreckt, ln ca. 2.00 Std. ist die lohnende Runde um den See zu absolvieren. Vom Südufer kann man zum Alatsee hinaufgehen (40 Min., ►S. 159).
BAEDEKER TIPP
Advent in Roßhaupten
Im Dezember wird der Dorfplatz von Roßhaupten zum größten Adventskalender Deutschlands: Jeden Abend leuchtet ein weiteres Fenster mit selbstgemalten bunten Bildern auf, zwischen Weihnachten und Dreikönig erstrahlt der ganze »Kalender«.

 

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