Reiseziele in Allgäu (Teil 5)

INSY
Ein überaus malerisches Bild bietet die alte Freie Reichsstadt Isny, die im Norden (halong bucht vietnam) des Westallgäus im Württembergischen liegt. Auch als heilklimatischer Kurort hat sie einen guten Ruf, Wander- und Radwege sowie Langlaufloipen erschließen die schöne Natur.
Im 3. Jh. sicherte in der Nähe von Isny ein Kastell die Römerstraße Isny gestern von Bregenz nach Kempten. In der frühesten Urkunde (1096) ist die und heute Siedlung als »Villa Ysinensis« erwähnt. Beim Kloster der Hirsauer Mönche, die sich 1096 hier niederließen, entwickelte sich ein Markt, der mit Flachsanbau und Leinenproduktion prosperierte; 1365 kauften sich die Bürger frei. Die reichsunmittelbare Stadt bekam 1507 das Münzrecht und schloss sich 1529 der Reformation an, wobei die humanistisch gebildeten Prediger der Stadt eine wichtige Rolle spielten. 1803 kam Isny an die Grafen von Quadt-Wykradt, 1806 zum Königreich Württemberg. Die Stadt ist Standort der Naturwissen- schaftlich-Technischen Akademie (ehemals Chemieschule Grübler)

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Insy in Allgaeu

Sehenswertes in Isny
Trotz einer ganzen Chronik von verheerenden Epidemien, Bränden und Kriegsschäden blieb die mittelalterliche Stadtmauer mit einigen stattlichen Türmen erhalten. Die als Gesamtanlage denkmalgeschützte Altstadt wird von zwei Durchgangsstraßen – mit spätgotischen bis barocken Bürgerhäusern – geviertelt, der Marktplatz liegt in der Mitte (Markt ist donnerstags). Dort versammeln sich markante Bauten: das schöne Rathaus, das um 1685 aus Patrizierhäusern des 15. Jhs. entstand (Ratssaal mit Winterthurer Kachelofen von 1685); der schlanke, himmelstürmende Blaserturm aus dem 16. Jh., auf dem ein Türmer Feuerwacht hielt; diesem benachbart das Hallgebäude, bis ins 19. Jh. Tuchhaus, in dem die Leinwandprodukte amtlich bewertet wurden; und diesem gegenüber das Heiliggeistspital (15. Jh.), heute evangelisches Gemeindezentrum (Paul-Fagius-Haus). Nordwestlich wacht an der Stadtmauer das trutzige Espantor von 1467 (»Espan« bedeutet »Gemeindeanger«), in dem sommers Kunst ausgestellt wird. Im Westen erläutert das Museum am Mühlturm die Stadtgeschichte (geöffnet Di., Do., Sa., So. 14.00-17.00 Uhr). Das Wassertor im Nordosten der Altstadt beherbergt das Heimat-museum, in dem u. a. eine alte Schuhmacherwerkstatt zu sehen ist (Führung Mai-Okt. Sa. 10.00 Uhr).
©Im Nordosten der Altstadt liegt der geistliche Bezirk, der auf die Stadtkirche von 1042 und das im Jahr 1096 gegründete Kloster zurückgeht. Dem Wassertor benachbart die evangelische Nikolaikirche, eine gotische Pfeilerbasilika (1288, Chor 1455), die nach dem Stadtbrand 1631 erneuert wurde. Außer der Renaissance-Kassettendecke (1641) ist in der protestantisch kargen Kirche der Taufstein (1640) zu beachten, dessen schöner Deckel dem Ulmer Schnitzer S. Hesche- ler zugeschrieben wird. Durch den gotischen Chor gelangt man in die überaus wertvolle Prädikantenbibliothek, eine der wenigen er- haltenen spätmittelalterlichen Kirchenbibliotheken (Führung Ostern bis Reformationstag Mi. 10.30 Uhr).
Die katholische Pfarrkirche St. Georg und St. Jakob, einst Kirche des Benediktinerklosters, entstand ebenfalls nach 1631 neu; um 1750 bekam die festliche, lichtdurchflutete dreischiffige Hallenkirche ihr feines Rokoko-Gewand. Kanzel und Altäre schuf der Wurzacher Jakob Ruetz (um 1760). Rechts vor dem Chor führt ein Gang zur Marien- kapelle (1645- 1680) mit reicher Ausstattung aus dem 18. Jh.; ihre Hauptsehenswürdigkeiten (halong bucht tour) sind der Hochaltar (K. Hegenauer, um 1760), das Chorgestühl (um 1730), die bemalte Kassettendecke (um 1680) und die 48 Porträts Isnyer Äbte, die meisten von F. G. Her¬mann (um 1760). Die schlichten Konventsgebäude sind ein Werk des Vorarlbergers Michael Beer (1657). Nach der Säkularisation 1803 dienten sie den Grafen von Quadt-Wykradt als Schloss. Der südlich benachbarte Pulverturm aus dem 13. Jh., eines der ältesten Stadttore Isnys, ist seit einem Brand 1631 verstümmelt.

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ISNY ERLEBEN
AUSKUNFT
Kurverwaltung
Unterer Graben weg 1, 88316 Isny Tel. (0 75 62) 9 84-110, www.isny.de
Gästeamt Argenbühl Kirchstr. 9, Eisenharz 88260 Argenbühl Tel. (0 75 66) 94 02 10 www.argenbuehl.de
FESTE UND EVENTS
Das Isnyer Kinderfest, das ins Jahr 1620 zurückgeht, wird am 2. Juli- Wochenende gefeiert. Opernfestival im Juli, Theaterfestival im August. Am 26. Dez. Stephansritt in Eisenharz.
DETHLEFFS
Wer sich ansehen will, wie moderne rollende Urlaubsdomizile gebaut wer¬den, kann das bei Dethleffs tun (östlich der Stadt, Freitag 9.00 Uhr). Frühzeitige Anmeldung unter Tel.
(0 75 62) 9 87-0 ist notwendig.
ESSEN
Erschwinglich
Historischer Gasthof Adler
Großholzleute, Hauptstr. 27 88316 Isny, Tel. (0 75 62) 97 54 70 Im Mittelalter eine Wasserburg, im 19. Jh. Thurn-und-Taxis’sche Poststa¬tion, heute eine feine Ess-Adresse (Mo. Ruhetag). Gegenüber kann man im modernen Gästehaus Adler preiswert nächtigen (nicht zum Gasthof gehö¬rend; Tel. 0 75 62 / 97 31-0).
Preiswert
Zum Ochsen
Beuren, 88316 Isny
Tel. (0 75 67) 18 23 30
Im stattlichen Dorfwirtshaus kommt
ÜBERNACHTEN
Luxus
Berghotel Jägerhof
Isny, Tel. (0 75 62) 77-0 www.berghotel-jaegerhof.de Am Südhang des »Kapfs« nordwestlich von Neutrauchburg gelegenes großes Haus der Best-Western-Gruppe: großzügiges, gemäßigt rustikales Ambiente mit schönem Alpenblick. Umfassendes Wellness-Angebot mit Schwimmbad und Tennisplätzen.
Günstig
Gasthof Krone
Isny, Bahnhofstr. 13 Tel. (0 75 62) 24 42 Kleines Haus vor der Stadtmauer mit großzügigen Zimmern. Im gemütlichen holzgetäfelten Restaurant gibt’s gute heimische Kost (Do. geschl.).
Schlossgasthof Sonne
Isny-Neutrauchburg, Schlossstr. 7 Tel. (0 75 62) 7 11 94-0 Traditionsgasthof im Schlossbezirk mit gediegener Atmosphäre. Hier wird eine gutbürgerliche Küche mit regionalen und internationalen Gerichten gepflegt, der Weinkeller ist gut sortiert. Im Sommer finden an einigen Freitagabenden vor dem Gasthof Blasmusikkonzerte statt.
Zur Rose
Eglofs, Dorfplatz 7, 88260 Argenbühl Tel. (0 75 66) 3 36 Traditionsreicher, familiärer Gasthof im Dorf der »Freien Leut«, ebenso schön wie die Fassade ist der Blick von der Terrasse. Großzügige moderne Zimmer, regional-internationale Küche. Eine beliebte, gute Adresse zum Essen und Zechen ist auch der
Baedeker TIPP
Gemalte Märchenwelten
Bekannt und beliebt sind die träum- oder märchenhaften »Visionen« des in Isny geborenen Illustrators Friedrich Hechelmann. Im »Schloss«, dem ehemaligen Konventgebäude, sind Werke von ihm ausgestellt, außerdem Repliken berühmter antiker Skulpturen wie der Laokoon oder der Barberinische Faun (geöffnet Di.-So. 11.00-17.00 Uhr). Friedrich Hechelmann bietet auch Malkurse an (www.hechelmann.de).

Umgebung von Isny
Neutrauchburg Der Heilklimatische Kurort Neutrauchburg 2 km nördlich von Isny ist bekannt für seine modernen Kur- und Reha-Kliniken; das Thera¬peutische Bewegungszentrum steht auch gesundheitsorientierten Ur¬laubern offen. Auch hier gibt es eine Waldburg-Zeil’sche Residenz, erbaut 1785-1788 von J. G. Specht; das frühklassizistische Schloss mit Loreto-Kapelle bildet mit seinen einstigen Wirtschaftsgebäuden ein hübsches, gepflegtes Ensemble. Schöner Blick auf Isny.
Östlich von Isny reicht die Adelegg, geologisch ein Ausläufer der Allgäuer Alpen, weit ins Vorland hinaus. Bis 1898 dienten ihre Wälder als Rohstoff- und Energielieferant für eine Glasindustrie (► Leut- kirch, Schmidsfelden); auf den abgeholzten Flächen ließen sich Anläng des 18. Jh.s Bauern nieder, so dass hier die einzigen Hochalpen Württembergs entstanden. Nachdem auch sie aufgegeben waren, wurden weite Teile wieder aufgeforstet. Von Isny, Großholzleute, Bolsternang und Wengen führen Wanderwege und Sträßchen auf den Schwarzen Grat, die höchste Erhebung Württembergs (1118 m, Aussichtsturm) mit legendärer Aussicht auf die Alpen – von den Schweizer Bergen und dem Bodensee über die Zugspitze bis zu den Stubaier Alpen.
Der geschichtsreiche Luftkurort 12 km südöstlich von Isny (B 12) besitzt eine überraschend prunkvolle neogotische Kirche (St. Pela- gius, 1872), im Hochaltar Figuren aus der Multscher-Schule (um 1490). Empfehlenswert ist die Wanderung über den Grat des Sonnecks (1050 m) zur Ruine Alttrauchburg mit Burggaststätte, anschlie¬ßend auf dem Gratweg nach Osten, hinunter nach Engelhirsch und zurück nach Weitnau (ca. 2.30 Std.).
Das Becken unmittelbar westlich von Isny wird von einem ganzen .System von Hoch- und Niedermooren eingenommen, das als Boden¬möser bezeichnet wird: ein typisches Voralpen-Moorgebiet und mit 10 km2 Fläche eines der größten im Allgäu (60 % stehen unter Naturschutz). Wanderwege und Lehrpfade erschließen den Lebensraum einer vielfältigen, wertvollen Flora und Fauna. Info beim Naturschutzzentrum Isny (Unterer Grabenweg 2, Tel. 0 75 62 / 5 52 59), das auch Führungen veranstaltet. Die Seen und Moore zwischen Isny, Leutkirch und Wangen sind unter Leutkirch beschrieben.
Streuobstwiesen mit glücklichen Kühen und gepflegten Bauernhöfen, urtümliche Moore mit blinkenden Weihern zwischen dunklen Wäldern, dazu ein sonniges, mildes Klima (der Bodensee ist nicht weit): So präsentiert sich der Landstrich zwischen Isny und ►Wangen, zwischen Unterer und Oberer Argen. Die Gemeinde Argenbühl umfasst sechs Dörfer, darunter Eglofs, das für seine schöne Anlage mehrfach ausgezeichnet wurde: Im Mittelalter eine reichsunmittelbare Stadt freier Bauern – ein sehr ungewöhnlicher Status -, besitzt es einen stattlichen Hauptplatz mit Rathaus und den Gasthöfen Zur Rose und Löwen. Das Museum des Geschichts- und Heimatvereins infor- miert dort über die interessante Historie (geöffnet So. 10.00-12.00, 13.30-16.00 Uhr). Die Kirche St. Martin – vom Vorplatz hat man einen herrlichen Ausblick über das Tal der Oberen Argen – ist ein Werk von J. G. Specht (1751), der später die berühmte Klosterkirche Wiblingen bei Ulm entwarf; ihr prachtvoller frühklassizistischer Hochaltar enthält ein Gemälde von F. A. Weiß (»Mariä Himmelfahrt«, 1780). Jenseits des Tals, schon im bayerischen Landkreis Lindau, leuchtet weiß das ab 1491 erbaute Schloss Syrgenstein, eine der vielen Besitzungen der Familie Waldburg-Zeil (Archiv, nicht öffentlich zugänglich).
Ca. 7 km südlich von Isny, zwischen Maierhöfen und Grünenbach, hat die Obere Argen den wildromantischen Eistobel in das Nagel-l fluhgebirge gesägt – ein Paradies für Naturfreunde (paradise cruise halong bay) ebenso wie für Kinder: Man erlebt hier 10 Mio. Jahre Erdgeschichte, mit etwas Glück sieht man einen Eisvogel oder eine Wasseramsel fischen, hier blühen über 30 Orchideenarten und weitere seltene Pflanzen. Von der eindrucksvollen, 204 m langen und 54 m hohen Eistobelbrücke westlich von Riedholz geht man hinunter in die gut 3 km lange, im Winter – daher der Name – besonders bizarre Schlucht mit tosenden smaragdgrünen Wassern, mächtigen Gletschertöpfen und stiebenden Wasserfällen. Anschließend hinauf nach Hohenegg und auf die Ried¬holzer Kugel (1066 m) mit fantastischer Aussicht. Westlich zurück nach Riedholz (Gesamtgehzeit ca. 3 Std.).
In Riedholz sollte man sich die Kapelle St. Anna ansehen, die einen hervorragenden spätgotischen Flügelaltar (um 1520) besitzt; die »Anbetung der hl. drei Könige« in der Predella, dem Sockel des Altarauf¬satzes, wird der Werkstatt von Ivo Strigel zugeschrieben (um 1480).
Ein guter Stützpunkt für Natur- und Kunstfreunde ist der Gasthof Adler in Riedholz mit schönem Biergarten (Mo. geschlossen).

WUSSTEN SIE SCHON …
Im Jahr 1958 las bei einem Treff der Gruppe 47 im Gasthof Adler in Großholzleute (► S. 168) ein verwegen aussehender junger Schriftsteller das Anfangskapitel eines Roman-Manuskripts vor und schlug die Zuhörer mit seinem vitalen, saftig-bildhaften Erzählstil in seinen Bann – es war Günter Grass, der vor allem für seine »Blechtrommel« 1999 den Literatur-Nobelpreis erhielt.

 

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