Reiseziele von A bis Z in Allgäu

ZWISCHEN BODENSEE UND SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN, ZWISCHEN MEMMINGEN UND DEN ALLGÄUER ALPEN GIBT ES VIEL ZU ENTDECKEN UND ZU ERLEBEN.

Bad Hindelang

Ein beliebter Ferienort ist Bad Hindelang östlich von Sonthofen. Schon 1902 wurde der Teilort Oberdorf wegen seines Schwefel­moorbads vom Prinzregenten Luitpold zum »Bad« ernannt. Beson­ders allergiegeplagte Menschen können sich hier gut erholen, für Bergfreunde bietet die Umgebung viele herrliche Tourenziele.

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Bad Hindelang

Im schönen Ostrachtal liegen die Ortsteile Bad Hindelang und Bad Oberdorf, etliche Haarnadelkurven auf der Jochstraße höher Ober­joch (1136 m). Das heilkräftige Klima und die Schwefel-Moor-Bäder werden bei Herz-Kreislauf-Krankheiten, rheumatischen Beschwerden und Allergien geschätzt; Oberjoch ist praktisch frei von Allergenen. 1965 wurde Hindelang das Prädikat »Heilklimatischer und Kneipp­kurort« verliehen, 2002 der Titel »Bad«. Man zählt etwa 1 Mio. Übernachtungen im Jahr, dazu kommen 1 Mio. Tagesgäste. In frühe­ren Zeiten brachten der Erzbergbau im Hintersteiner Tal – das süd­lich tief bis zum Hochvogel vordringt (s. u.) – und der Salztransport auf der Jochstraße Wohlstand; im 18. Jh. passierten täglich 60 bis 80 Wagen. Heute legt man Wert auf die Verbindung von sanftem Tou­rismus und ökologischer Landwirtschaft; unter der Marke »Hinde­lang – Natur & Kultur« werden die lokalen Produkte im Umkreis ver­marktet, u. a. im Bauernmarkt im Zentrum von Hindelang (wo auch das Tourismusbüro zu finden ist). Den kurzfristigen Kommerz ver­liert man dabei nicht aus dem Auge: Für das Alpine Trainingszent­rum in Oberjoch wurden zusätzliche Hänge mit Beschneiungsanla- gen planiert. Die 1899 erbaute Jochstraße gilt übrigens mit 105 Kur­ven auf 7 km Länge als Deutschlands kurvenreichste Straße.

Während in Bad Hindelang die übliche neuzeitliche Alpinarchitektur in Allgäuer Variante vorherrscht, stehen in Bad Oberdorf und Hin­terstein noch schöne alte Schindelhäuser. Als Rathaus dient in Hin­delang das Jagdschloss der Augsburger Fürstbischöfe (1660). In Bad Oberdorf sind einige ganz große Kunstschätze zu finden, und zwar in der romanisch aussehenden Kirche Mariä Himmelfahrt und St. Jodok von 1938: ein Schnitzaltar des Kaufbeurer Meisters Jörg Lede­rer von 1519 (Marienkrönung, Abb. ► S. 59), eine feine Madonna von Hans Holbein d. Ä. (1493) und ein geschnitzter Palmesel mit Je­sus (1470). Sehenswertes im Ostrachtal ►unten.

Hervorragende Reviere finden Wintersportbegeisterte in Oberjoch (Abfahrtspisten am Iseler, mit Sesselbahn und Liften), im Ostrachtal mit insgesamt 45 km Loipen und drei je 3,5 km lange Rodelbahnen am Imberger Horn (Gondelbahn).

Im Sommer sind Iseler und Imberger Horn beliebte Wanderberge. Von der Bergstation braucht man zum Gipfel des Imberger Horns ca. 1 Std.; lohnend der längere Rückweg (ca. 3 Std.) hinunter zum Strausbergsattel (►S. 301) und zur Alpe Mitterhaus, dann durch das Retterschwanger Tal ins Ostrachtal. Der 1876 m hohe Iseler ist sehr schön von Hinterstein aus – vorbei an den eindrucksvollen Zipfels­bachfällen – über die Zipfelsalpe zu erklimmen (ca. 3.30 Std.); je nach Kondition zurück mit der Iselerbahn oder zu Fuß nach Ober­joch bzw. Bad Oberdorf (ca. 2.30 Std.).

Im Ostrachtal wurde ab dem Jahr 1471 Eisenerz verhüttet und im vor allem zu Waffen – Lanzen und Hellebarden für das kaiserliche Heer – verarbeitet, bis zu 75 Nagelschmieden stellten das wichtige Baumaterial her. Entlang der Ostrach vereint die »KulTour« einige Sehenwürdigkeiten, u. a. eine Sämischleder-Gerberei, drei wasser­getriebene Hammerschmieden und das Heimatmuseum in Form ei­ner Antiquitätensammlung in der 500 Jahre alten Oberen Mühle in Bad Oberdorf (►S. 138), einem schönen alten Komplex; dort kann man auch beim Käsen zuschauen. Im Hintersteiner Kurgarten lockt die Prinze-Gumpe, eine schöne alte (modernisierte) Badeanstalt, in der schon Prinzregent Luitpold im 19. Jh. ins Wasser hüpfte (das ale­mannische Wort »gumpe« bedeutet sowohl »Wasserloch« wie »sprin­gen«). Am südöstlichen Ortsrand von Hinterstein ist mit dem »Holz­haus Besler« ein etwa 200 Jahre alter stattlicher, wettergegerbter Bauernhof mit ungewöhn­lichem Krüppelwalmdach erhalten – hier können Gruppen bis 15 Personen ihre Ferien verbringen (Tel. 0 6421 / 6200701, www.holzhaus-besler.de). Der Alpabtrieb findet in Hinterstein am 11. Sep­tember statt.

Am südlichen Ortsrand von Hinterstein (Parkplatz) beginnt der nicht schwierige Weg hinauf zur urtümlichen Willersalpe (1460 m, 1.30 Std.), die schön am Bschießer liegt und für ihren Käse ebenso berühmt ist wie für ihre urige Atmosphäre. Mit dem Bus (Mitte Mai bis Auf. Nov., www.wechs.net) kann man tief ins Hintersteiner Tal hineinfahren zum Gasthaus Giebelhaus, Ausgangspunkt für leichte Wanderungen (z. B. zur Sennalpe Laufbichl, 0.45 Std., und zur Bär- gündele-Alpe, ca. 1.30 Std.) und anspruchsvolle Bergtouren, inbe­sondere auf den majestätischen, schönen Hochvogel (2592 m), der zwar nur der dreizehnthöchste Gipfel der Allgäuer Alpen ist, in die­sem Bereich aber alles überragt und von vielen Punkten aus als höchster Gipfel der Allgäuer Alpen erscheint. Die Tour schließt eine Übernachtung im Prinz-Luitpold- Haus (www.prinz-luitpoldhaus.de, Reservierung Fax 07 21 / 1 51 30 57 28 ) in 1847 m Höhe ein. Es ist Stützpunkt für eine Reihe weiterer großartiger (Kletter-)Touren, etwa auf den Schneck und die Fuchskar- spitze, und daher immer gut be­sucht.

Von der B 310, die von Oberjoch zum Grüntensee führt, hat man Zugang zum 1054 m hoch gelege­nen österreichischen Luftkurort Jungholz, der nur 350 Einwohner hat, aber drei Banken: Als deutsches Zollanschlussgebiet mit deut­scher Banken- und Börseninfrastruktur profitiert er vom österreichi­schen Bankgeheimnis. Ein Kapitaltransfer ist, da der Ort im deut­schen Devisengebiet liegt, nicht meldepflichtig, allein die Raiffeisen­bank verwaltet mit ca. 70 Mitarbeitern über 2 Mrd. €.

© BAD HINDELANG ERLEBEN

AUSKUNFT

Ferienland Bad Hindelang 87541 Bad Hindelang Tel. (0 83 24) 8 92-0 www.bad-hindelang.info

FESTE UND EVENTS

Fasnacht mit Umzug am Fasnachts­sonntag, am Sonntag drauf Funken­feuer. Viehscheid ist in Hindelang am ll. September. 2. Okt.-Woche: »Ein Ort wird Musik« (Klassikfestival). Am 5./6. Dez. Klausentreiben.

ESSEN

Preiswert / Erschwinglich

Teestuben Gailenberg

Bad Hindelang, Gailenberg 22 Tel. (0 83 24) 25 33 Ein nordwestlich über Hindelang ge­legenes Bauernhaus aus dem 18. Jh. mutierte zum Kulturcafö. In der hübschen, gemütlichen Stube kann man aber auch gut essen.

Preiswert / Fein & teuer

Obere Mühle

Bad Oberdorf, Ostrachstr. 40 Tel. (0 83 24) 28 57 www.obere-muehle.de(^S. 137)

Nur abends geöffnet, Di. geschlossen

Außen ein schönes Allgäuer Haus, innen ebensolche Stuben mit 500 Jahre alten Holzdecken. Die Küche vereint Allgäuer Bodenständigkeit mit medi­terraner bzw. französischer Eleganz.

ÜBERNACHTEN

Günstig / Komfortabel

Gasthof Hirsch

Bad Oberdorf, Kurze Gasse 18 Tel. (0 83 24) 3 08 www.alpengasthof-hirsch.deStattlicher, gepflegter Traditionsgast­hof in Ortsmitte, dennoch ruhig ge­legen. Besonders schön sind die vier Appartements. Man serviert gutbür­gerliche schwäbisch-Allgäuer Küche, netter Biergarten unter großer Kasta­nie. Mit Wellnessbereich.

Komfortabel / Luxus

Romantik Hotel Sonne

Bad Hindelang, Marktstr. 15 Tel. (0 83 24) 8 97-0 www.sonne-hindelang.deInmitten von Hindelang gelegenes Vier-Sterne-Hotel in schönem altem Haus, moderne, nicht zu »romanti­sche« Zimmer, teils mit Blick auf die Berge. Wellnessabteilung mit Sauna. Allgäuer Feinschmeckerküche bietet das weithin bekannte Hotelrestaurant »Chesa Schneider« (gehobene Preise).

Luxus

Hotel Prinz-Luitpold-Bad

Bad Oberdorf, Andreas-Groß-Str. 7 Tel. (0 83 24) 89 00 www.luitpoldbad.de»Das« Hindclanger Traditionhaus, ein 140 Jahre altes Grandhotel in Panora­ma läge mit modernen Erweiterungen. Großzügige Wellness- und Bäder­abteilung unter ärztlicher Leitung, die Schwefelmineralquelle speist auch das Hallen- und das Freibad.

WUSSTEN SIE SCHON …’

Wie eine Burg ragt südlich von Jungholz der 1635 m hohe Sorgschrofen (Zinken) auf. Auf dem Grat zwischen Ost- und Westgipfel laufen vier Grenzlinien zwischen Deutschland und Österreich zusammen, so dass man dort, mit einer Drehung um 90°, jeweils ganz auf Allgäuer oder auf Tiroler Boden stehen kann! Sehr lohnend ist die Besteigung (ca. 2 Std.), von Jungholz aus dem Schlepplift folgend. Den Ostgipfel erreicht man auf einem aus­gesetzten Steig, der Trittsicherheit erfordert.

 

 

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