Steingaden und Wieskirche in Allgäu

Steingaden liegt zwar östlich des Lechs und somit nicht mehr im Allgäu, doch ist ein Ausflug dorthin Pflicht: Mit dem Weifenmünster besitzt es eine der bedeutendsten Kirchen des Pfaffenwinkels, vor allem aber gehört auch die wunderbarste Schöpfung des deutschen Rokokos zur Gemeinde, die berühmte Wieskirche.

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Das Stift wurde 1147 von Markgraf Welf VI., dem Onkel Heinrichs des Löwen – bevor er auf den 2. Kreuzzug ging – als »eingädiges Haus von Stein« gegründet und 1803 in der Säkularisation aufgelöst.
Erhalten blieben das 1176 geweihte Münster (Pfarrkirche St. Johann Baptist), der romanische Kreuzgang und die Johanneskapelle am Torwärterhaus. Letztere ist ein von Welf VI. errichteter Zentralbau, der seit 1853 als Grablege der Grafen von Dürckheim-Montmartin dient; zu beachten sind das Löwenrelief am Eingang und das Relief im Tympanon mit Christus, Maria und Johannes.
Das Westwerk des Münsters, das den Marktplatz mit dem Gasthof zur Post überragt, ist Zeuge aus romanischer Zeit. Die Netzgewölbe in der Vorhalle verweisen auf die Umgestaltung der Kirche in der Spätgotik. Im Chor (1663- 1673) herrschen die frühen, symmetrisch strengen Wessobrunner Stuckformen vor; im Langhaus der Pfeilerbasilika, das um 1740 von Franz Xaver Schnauzer umgestaltet wurde, ist dagegen der ganze Überschwang des Rokokos zu bewundern. Die virtuosen Deckenfresken stammen von Johann Georg Bergmüller (1750); dargestellt sind Szenen aus der Legende des hl. Norbert, dessen Wirken eng mit der Geschichte des Klosters verbunden ist. Bei einer Übernachtung in Steingaden hatte er eine Vision vom künftigen Kloster. Unter der Orgelempore ist die Enthauptung Johannes des Täufers dargestellt. In der Renaissance entstanden das Chorgestühl (1534) und die Epitaphe für Welf VI. und seinen Sohn an den Pfeilern des Hauptschiffs.

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STEINGADEN UND WIES ERLEBEN
AUSKUNFT
Verkehrsamt
Krankenhausstr. I, 86989 Steingaden Tel. (0 88 62) 200 www.steingadcn.de
FESTE UND EVENTS
So. nach dem 4. Juli: St.-Ulrichs-Ritt zum Kreuzberg. Mitte Sept.: Fischer¬fest. Konzerte im Weifenmünster und in der Wieskirche (Karten: Musik im Pfaffenwinkel, Tel. 0 88 61/ 93 58-0, www.musik-im-pfaffenwinkel.de). Wichtige Festtage in der Wieskirche: 19. März Patrozinium St. Joseph. Sa./So. nach dem 14. Juni »Tränen Christi«. 1. Sept.-Sonntag Kirchweih. 2. Okt.-Sonntag Bruderschaftsfest.
ESSEN / ÜBERNACHTEN ► Günstig
Gasthof Graf
Steingaden, Schongauer Str. 15 Tel. (0 88 62) 2 46 Gediegener Gasthof mit schlichten Zimmern. Man isst hier gut und sehr preiswert, der Biergarten gilt als einer der schönsten im Pfaffenwinkel.
Baedeker TIPP
Natur- und Kunstgenuss
Besonders im Friihsommer und im Herbst sollte man sich der Wieskirche zu Fuß nähern. Von Steingaden bringen zwei Wege (der nördliche ist Teil des Prälaten-/König- Ludwig-Wegs, der südliche verläuft über Hiebier) in ca. 1.15 Std. dorthin. Das letzte Stück führt auf Holzbohlen (»Brettlesweg«, bei Nässe sehr rutschig) durch den Wies- filz, ein urtümliches Moor. Für den Rückweg holt man südlich (mekong flussreisen) aus: bis zum Bauernhof Resle, dann westlich nach Fronreiten und nördlich nach Steingaden (ca. 2 Std.).
Wieskirche
Das 1746- 1754 erbaute Gotteshaus 5 km südöstlich von Steingaden ist das Hauptwerk des genialen Baumeisters Dominikus Zimmermann. 1685 in Wessobrunn geboren, wohnte er bis zu seinem Tod 1766 in dem Haus neben der Wieskirche, das er sich 1746 gebaut hatte (heute Gasthof Schweiger, Tel. 0 88 62/ 5 00). Fürs leibliche Wohl sorgt auch der Gasthof Moser (Tel. 0 88 62 / 5 03). Die Wies- kirche ist 8.00-19.00 zugänglich, während der Winterzeit bis 17.00 Uhr (außer zu Gottesdienstzeiten). Informationen und Führungen: Pfarramt, Tel. (0 88 62) 5 01, www.wieskirche.de.
Im Jahr 1738 hatte die Bäuerin Maria Lory vom Kloster Steingaden die schlichte, ausdrucksstarke Statue des »Gegeißelten Heilands« er-worben, die dort unbeach- tet verstaubte. Nachdem ein Wunder geschehen war – das Ehepaar Lory sah Tränen in den Augen des Gegeißelten -, wurde sie in einer winzigen Kapelle nördlich der heutigen Kirche aufgestellt. Die Kunde von Gebetserhörungen ließ rasch eine große Wallfahrt entstehen, so dass schon fünf Jahre später erste Entwürfe für eine neue Kirche Vorlagen. Heute ist die Wies eines der bedeutendsten Wallfahrts- und Kulturreiseziele Deutschlands, das im Jahr etwa 1 Mio. Menschen besuchen.
Die Kirche – 45 m lang und 32 m hoch – mit ihren rhythmisch gruppierten Fenstern ist durch einen Haubenturm von den Priesterwohnungen und der Sommerresidenz der Äbte von Steingaden abgesetzt. Das steile Dach ist mansardenartig aufgestockt; der westliche Abschluß hat die Form eines Halbkreises mit Säulen und Portalen.
In der Wies entfaltet sich eine wahre Symphonie an schwingender Architektur und festlichem Rocaille-Stuck. In kaum einem anderen Bauwerk dieser Epoche sind Raumform und Ornament in so elegan¬ter Weise zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen. Stuck und Deckenfresken stammen von Johann Baptist Zimmermann, dem Bruder des Architekten.
Das Deckenbild im Langhaus, einem ovalen Zentralraum, hat den ◄Langhaus auferstandenen Christus zum Thema. Er thront auf einem Regenbogen, dem Symbol der Versöhnung; über dem Hauptaltar der zum Weltgericht bereitstehende Thron (in den Farben Rot und Blau,Symbol für Opfer und Gnade), gegenüber das noch verschlossene Tor zur Ewigkeit. In den Grisaille-Medaillons über den Pfeilerpaaren verkörpern Putti die acht Seligpreisungen der Bergpredigt (vietnam kambodscha rundreise). Auf den Fresken im Umgang des Hauptraums sind Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament dargestellt.
Die herrlichste architektonische Idee der Wieskirche ist der schmale ◄Chor Chorraum, der als selbstständige Kirche zuerst errichtet wurde: Über dem Erdgeschoss durch blaue Stuckmarmorsäulen von den Außenmauern abgesetzt, bildet er ein eigenes »Haus«, wobei Oculi (Fens¬ter) zum Chorgewölbe überleiten – durch sie sieht man, wie durch Steingaden liegt zwar östlich des Lechs und somit nicht mehr im Allgäu, doch ist ein Ausflug dorthin Pflicht: Mit dem Weifenmüns¬ter besitzt es eine der bedeutendsten Kirchen des Pfaffenwinkels, vor allem aber gehört auch die wunderbarste Schöpfung des deutschen Rokokos zur Gemeinde, die berühmte Wieskirche.
Das Stift wurde 1147 von Markgraf Welf VI., dem Onkel Heinrichs des Löwen – bevor er auf den 2. Kreuzzug ging – als »eingädiges Haus von Stein« gegründet und 1803 in der Säkularisation aufgelöst.
Erhalten blieben das 1176 geweihte Münster (Pfarrkirche St. Johann Baptist), der romanische Kreuzgang und die Johanneskapelle am Torwärterhaus. Letztere ist ein von Welf VI. errichteter Zentralbau, der seit 1853 als Grablege der Grafen von Dürckheim-Montmartin dient; zu beachten sind das Löwenrelief am Eingang und das Relief im Tympanon mit Christus, Maria und Johannes.
Das Westwerk des Münsters, das den Marktplatz mit dem Gasthof zur Post überragt, ist Zeuge aus romanischer Zeit. Die Netzgewölbe in der Vorhalle verweisen auf die Umgestaltung der Kirche in der Spätgotik. Im Chor (1663- 1673) herrschen die frühen, symmetrisch strengen Wessobrunner Stuckformen vor; im Langhaus der Pfeilerba¬silika, das um 1740 von Franz Xaver Schnauzer umgestaltet wurde, ist dagegen der ganze Überschwang des Rokokos zu bewundern. Die virtuosen Deckenfresken stammen von Johann Georg Bergmüller (1750); dargestellt sind Szenen aus der Legende des hl. Norbert, des¬sen Wirken eng mit der Geschichte des Klosters verbunden ist. Bei einer Übernachtung in Steingaden hatte er eine Vision vom künftigen Kloster. Unter der Orgelempore ist die Enthauptung Johannes des Täufers dargestellt. In der Renaissance entstanden das Chorgestühl (1534) und die Epitaphe für Welf VI. und seinen Sohn an den Pfeilern des Hauptschiffs.
Kartuschen-Rahmen, auf die Deckenfresken im Chorumgang. Im Chordeckenfresko tragen Engel die Leidenswerkzeuge vor Gottvater. Die roten Säulen des Hauptaltars korrespondieren mit den blauen des Chorraums: die Farben von Opfer und Gnade wie im Richter¬thron des großen Deckenfreskos. Das Altarbild mit der Heiligen Fa¬milie schuf 1753/ 1754 der Münchner Hofmaler Balthasar Albrecht (1685-1765). Das Jesuskind hat, auf seinen Tod vorausdeutend, die Arme kreuzartig ausgebreitet; der Engel über der Szene trägt den ro¬ten Königsmantel, wie ihn Jesus mit der Dornenkrone tragen wird. Das Untergeschoss des Hauptaltars bildet den Rahmen für die ländlich-schlichte Figur des. Gegeißelten.
Wie viele Wallfahrtskirchen besitzt die Wies einen Chorumgang, da¬mit die Gläubigen das Gnadenbild umschreiten können. Die Fresken zeigen Jesus als Messias, den der Prophet Jesajas verkündet hat. Die Ausstattung – Altäre, Kanzel, Skulpturen und Orgel – ist meisterhaft. Unter den Skulpturen sind die Evangelisten am Hochaltar (Ägidius Verfielst aus den Niederlanden, 1748) und die Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor (Anton Sturm aus Füssen, 1754) vor den Doppelpfeilern des Hauptraums hervorzuheben, alles weiß und golden gefasste Schnitzfiguren. Der schönste Putto ist der unter der Kanzel, der auf einem Delphin reitet.

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