Traditionen in Allgäu

Trachten
Tracht gestern Zum Bild des Ferienlandes Allgäu, wie es auch die Werbeprospekte und heute verbreiten, gehört die Tracht, wenn auch weniger ausgeprägt als im benachbarten Oberbayern. Das Allgäu folgt kleidungsmäßig den allgemeinen Gepflogenheiten, Standard ist auch dort die Jeans. Die Tracht ist eine Reminiszenz an frühere Zeiten, die bewusst am Leben gehalten und gepflegt wird – eine Inszenierung, schwankend zwischen echtem, liebenswertem Ausdruck der Identität und touristischer Verwertung, die auf »Authentizität« nicht unbedingt Wert legt. Doch ist das mit der Authentizität gerade im Allgäu so eine Sache. Raum habe sozusagen von Natur aus seine typische, farben- und formenprächtige Tracht, ein Produkt des romantischen 19. Jh.s. Um 1870 schrieb der Fischinger Pfarrer und Reichstagsabgeordnete Joseph Schelbert: »Das Allgäuer Volk hat weder im allgemeinen, noch in einzelnen Tälern eine solche Kleidung, daß man sagen könnte, sie sei ihm eigentümlich … Die Schutztüchtigkeit und Bequemlichkeit bleibt … die Haupteigenschaft der Kleidung.« Dass im ganzen deutschen Alpenvorland Trachten »hoffähig« wurden und auch heute noch zu politischen Anlässen getragen werden, geht in besonderem Maß auf König Max II. zurück, der in den 1840er-Jahren »zur Hebung des Nationalgefühls« eine Kampagne zur Stärkung der Traditionen startete; u. a. wies er 1853 Amtsträger an, die Bevölkerung bei Anlässen wie Hochzeiten, Wallfahrten oder Schulprüfungen zur Tracht anzuhalten. Er war jedoch nur der prominenteste Vertreter der »Heimatschutzbewegung«, die in der entstehenden Industriegesellschaft das Eigentümliche einer Landschaft (mekong kreuzfahrt) (oder was dafür galt) zu erhalten suchte. Im Oberbayerischen wurden im 19. Jh. die Lederhosen allmählich von langen Tuch-hosen verdrängt, die als städtisch und feiner galten. 1883 zog dort der Bayrischzeller Lehrer Josef Vogl die Notbremse und gründete den ersten Trachtenverein Bayerns, den »Verein für Erhaltung der Volkstracht im Leitzachthale/Bayrischzell«. Der erste Allgäuer Trachtenverein wurde 1898 in Immenstadt ins Leben gerufen, 1912 in Kempten der »Allgäuer Gauverband der Gebirgstrachten- und Heimatvereine«, der sich in Tracht, Musik und Tanz vollständig nach Oberbayern orientiert (s. u.). Von ihm spaltete sich 1969 die »Interessen-Gemeinschaft der Oberallgäuer Gebirgstrachten und der Historischen Tracht« ab.

Sommer in Allgaeu

 

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Allgäuer Tracht Im Allgäu trifft man auf zwei Grundtypen. Die Schwabentracht präzwischen Bayern sentiert sich in Rot und Weiß, den angestammten Farben Schwabens: und Schwaben fyr Männer über dem weißen Hemd eine rote Weste (»Leible« genannt, hochgeschlossen, mit 16 oder 18 Silberknöpfen), dazu Bund¬oder lange Hosen aus dunklem Stoff. Die aus Oberbayern übernommene Gebirgstracht kopiert weitgehend die Miesbacher Tracht, mit der grauen Lodenjoppe, der (im Allgäu auffällig knappen) kurzen oder knielangen Lederhose, wobei die Hosenträger mit Edelweißen bestickt sind, und dem Hut mit prachtvollem Gamsbart. Die Frauen tragen entsprechende Dirndl: oberbayerisch mit dunklem Mieder (mit Schnürkette und Blumenschmuck) sowie Schürze in unter-schiedlichen Farben; die »schwäbischen« sind einfacher und überwiegend in Rot und Weiß gehalten. Bis 1969 tobte der Streit um die »wahre« Tracht. Dabei tat sich der legendäre Bezirksheimatpfleger Dr. Alfred Weitnauer hervor, der seit den 1930er-Jahren gegen den »schwäbischen Bayernkomplex« kämpfte und die schwäbische Tracht aus dem Unterland gegen den Widerstand der Oberallgäuer durchsetzen wollte. Doch konnten Letztere nachweisen, dass ihre Liebe zur Lederhose auf den Prinzregenten Luitpold zurückging, der ab der Mitte des 19. Jh.s in der Kurzen im Allgäu auf die Jagd ging und seinen Helfern – die grobe Leinenhosen mit Hanfstricken als Gürtel gewöhnt waren – ein menschenwürdiges Gewand mitbrachte. Seit langem hat die bayerische Tradition die Übermacht, wie sich am Allgäuer Gauverband und der Interessen-Gemeinschaft der Gebirgs- trachten erkennen lässt. Bemerkenswerterweise bevorzugen die Musikkapellen – auch im Oberland (vietnam kambodscha rundreise)- die schwäbische Tracht. Das ist ein Ergebnis der Arbeit des Heimatbundes Allgäu, der 1884 in Kempten als Allgäuer Alterthumsverein gegründet wurde und sich die Erhaltung des »schwäbischen« Brauchtums auf die Fahnen geschrieben hat. Aber wie es so geht: Vielfältige Mixturen – wie bayerischer Lodenjanker und/oder Lederhose zu schwäbischem Leible – sind inzwischen normal.
Allgäuer Bauernhäuser
Während im inneralpinen Bereich aufgrund der Geländebedingungen die Mehrhausanlage vorherrscht, ist an der Alpennordseite der Einfirsthof typisch. Wohntrakt, Stall und Scheune sind unter einem durchgehenden Dach vereint, was sich in den strengen Wintern bewährte. Die Höfe, v. a. die freistehenden, sind mit der Scheune nach Westen ausgerichtet, der Hauptwetterseite. Lüftlmalerei und eindrucksvolle Baikone mit üppigem Blumenschmuck, wie sie das benachbarte Oberbayern prägen, sind selten – im Allgäu hielt man es schlichter. Das flache Satteldach war früher mit Legschindeln gedeckt, 15-20 mm dicken Holzbrettchen in mehreren Lagen .

 

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